Zöliakie Treff - glutenfrei durch den Alltag
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Umstellung auf "glutenfrei"

Eure Rezepte, Fragen und Tipps, die zu keinem oben aufgeführten Thema passen

Umstellung auf "glutenfrei"

Eure Rezepte, Fragen und Tipps, die zu keinem oben aufgeführten Thema passen
regimi
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Umstellung auf "glutenfrei"

Beitragvon regimi » 04 Jan 2006 23:05:47

Ihr Lieben,

es kommt häufig vor, dass sich Menschen, die sich gerade erst mit der Diagnose Zöliakie konfrontiert sehen, mehr oder weniger verzweifelt
mit der Frage an Mitbetroffene wenden:


"Wie soll ich das alles jetzt schaffen? Ich brauche ja jetzt alles extra für mich..."

Das geschieht auch oft in unserem chat und manchmal ist es schwer zu vermitteln, dass es nicht damit getan ist, ein paar Fragen, die gerade eben dringend erscheinen, zu beantworten. Meist verweisen wir dann hauptsächlich auf den Informationsteil, der über die Startseite zu erreichen ist:

Zöliakie - was nun? :arrow: erst Schritte

und empfehlen, dass man sich Schritt für Schritt durch die Infos arbeiten möge. Alles Wichtige ist hier zu finden.
Ich halte das nach wie vor für den richtigen Weg.

Unsere Admins haben sich mit der Zusammenstellung dieser Informationen viel Mühe gemacht. Sie verdienen sehr viel mehr Beachtung.
Wir alle haben anfangs vor diesem für Manche schier unüberwindbar erscheinenden Berg gestanden. Viele von uns hätten sich
so leicht zugängliche Informationen wie sie dieser Informationsteil bietet,
damals gewünscht.

Eine Empfehlung, die mir sehr wichtig erscheint und die in diesen Informationen auch Erwähnung findet, möchte ich dennoch hervorheben:
Geht den umgekehrten Weg!

-------Macht euren Haushalt zu einem weitgehend glutenfreien------


Es ist sehr viel einfacher, als eine eigene "Zöli-Ecke" einzurichten oder für den Zöli in der Familie extra zu kochen. Geht den umgekehrten Weg und richtet lieber eine gutenhaltige Ecke für die Anderen ein, in der es lediglich Brot, Gebäck und Müsli für die Anderen gibt. Ihr braucht dann nur die Nudeln noch extra zu kochen. Den Anderen schadet es nicht, wenn sie sich bei der einen oder anderen Marke konventioneller Lebensmittel umstellen müssen. Dem Nicht-Zöli dürfte egal sein, ob Mutter gekörnte Brühe von Maggi oder Knorr verwendet...

Vorratsschränke komplett ausräumen, alles anhand der Lebensmittelaufstellung überprüfen und Glutenhaltiges durch Glutenfreies ersetzen. Das klingt komplizierter als es ist und erfordert ja nur dieses eine Mal eine größere Aktion. Später wird nur noch glutenfrei eingekauft.
Und dank der Lebensmittellisten der DZG wird das auch nicht zwangsläufig teurer. Nur Nudeln und Spezialmehl (evtl. Brot und Gebäck) bedingen dann noch den Erwerb vom diätischen Hersteller.
Gibt es dann noch einen eigenen Toaster, ein Schneidebrett für gh Brot und EINEN extra gekennzeichneten Kochlöffel für gh Nudeln für die Nicht-Zölis und die sowieso gebotene Sauberkeit in der Küche, dann seid ihr schon ziemlich auf der sicheren Seite.

Dem Argument, dass ein Zöli-Kind lernen muss mit seiner Sonderstellung zu leben möchte ich eines entgegensetzen: Das muss es "draußen" noch genug!
Das Kontaminationsrisiko im eigenen Haushalt geht erheblich zurück. wenn die allermeisten Lebensmittel glutenfrei sind und nur einige wenige glutenhaltig. Bei der Auswahl der Hersteller halten wir es ja genauso:
Wir ziehen ja auch Hersteller vor - egal ob für Schokolade oder Wurst - die fast ausschließlich Produkte ohne Gluten in der Rezeptur herstellen (erkennbar in den Listen mit dem Hinweis: glutenfrei - alle Produkte außer...) Bei Herstellern, die nur ausnahmsweise glutenfreie Produkte neben vielen anderen glutenhaltigen produzieren, besteht ein weitaus höheres Kontaminationsrisiko

Mit dieser Vorgehensweise werden sich alle Familienmitlieder viel schneller an die neue Situation gewöhnen und die Umstellung wird entspannter ablaufen, was nicht zuletzt dem "Zöli" der Familie zugute kommt.
Vermittelt Eurem Zöli soviel Normalität wie nur irgend möglich zuhause - umso besser wird er "draußen" zurecht kommen und umso selbstbewusster gegenüber Unwissenden wird er auftreten.
Macht es wie die Schwabrohs! - Danke, Anna, für die Darstellung deiner Sichtweise im Forum; Viele werden sich daran orientieren und davon profitieren!
Auf Dauer wird die Ernährung für Alle gesünder - es wird Mehr frisch zubereitet und das muss bei vielen Gerichten gar nicht einmal mehr Arbeit machen.
Nehmt einem Zölikind nicht Alles ab, lasst es von Anfang an mitmischen,
oft sind WIR es, die von den Kids entspannteren Umgang mit der Sache lernen können. :)

All unseren "Neuen" möchte ich gerne sagen:
IHR SCHAFFT DAS AUCH! :yes: Und zwar leichter, als es euch zu Anfang vorkommen mag!

Und natürlich gilt auch für 2006 in diesem Forum: Offene Ohren - offene Herzen!
Zuletzt geändert von regimi am 05 Jan 2006 09:35:40, insgesamt 2-mal geändert.
Liebe Grüße,
regimi

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muck196
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Beitragvon muck196 » 05 Jan 2006 05:08:05

Hallo regimi,
toller Beitrag! :applause: :yes: :bravo:
Ich denke, dass Du damit vielen Mut machst.
Liebe Grüße muck
»Im Grunde sind es immer die. Verbindungen mit Menschen, die dem Leben seinen Wert geben«.

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Beitragvon Photini » 05 Jan 2006 08:21:42

Hallo Regimi,

Du hast es auf den Punkt gebracht. Aus eigener Erfahrung kann ich diese Vorgehensweise nur bestätigen.

Liebe Grüße,
Photini

friederike
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Beitragvon friederike » 05 Jan 2006 08:32:37

Hallo Regimi,
danke! Wenn ich ein "Neuling" wäre, hätte mir Dein Beitrag sehr geholfen!
Chao, Friederike

"Seien Sie vorsichtig mit Gesundheitsbüchern - Sie könnten an einem Druckfehler sterben." (Mark Twain)

Gast

Beitragvon Gast » 05 Jan 2006 09:11:52

Hallo regimi,

da muss ich dir einfach nur beipflichten. Allerdings ist der glutenfreie Haushalt vielleicht eher dann anzutreffen wenn der Einkäufer und Koch der Familie (meistens wohl die Frau und Mutter) Zöliakie hat. Wenn man nie die Probleme mit massiven Durchfällen und Bauchweh hatte, kann man sich das einfach schwerer vorstellen. Mir würde es wahrscheinlich ganz genau so gehen.

Gruß aus der Pfalz,
Monika

Momo
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Beitragvon Momo » 05 Jan 2006 09:13:35

Hallo,

der Gast war ich. Wahrscheinlich hab ich schon so lange Urlaub und bin um diese Zeit noch nicht ganz wach.

Monika

MJ23
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Beitragvon MJ23 » 05 Jan 2006 10:09:16

Danke für diesen tollen Beitrag, regimi. Ich kann Dein Geschriebenes voll und ganz bestättigen und Unterstützen.
:prost:
Liebe Grüße
MJ
Möge die Macht mit uns sein!

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Liz
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Beitragvon Liz » 05 Jan 2006 10:48:52

Hallo Regimi und alle Neuen (und Alten :wink:)
Genauso hab ich meinen Haushalt seit nunmehr 3 Jahren organisiert und es funktioniert gut! Kuchen mit gf Mehl (Fertigmischung, Maizena, oder sonstige...) schmecken übrigens mittlerweilen der ganzen Familie gut. Wir hatten vor kurzem den Vergleich gemacht: dasselbe Kuchenrezept mit gf Mehl und mit Weizenmehl - und der gf Kuchen wurde allgemein als besser bewertet im Geschmack. :-D
Liebe Grüsse,
Liz

susanna
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Beitragvon susanna » 05 Jan 2006 10:53:20

Libe Regimi,
danke für diesen guten Beitrag und die Arbeit die dahinter steckt.
Wir können hier im Forum nur Wege aufzeigen. Gehen muss jeder für sich allein.
Dein Beitrag fasst deutllich und verständlich zusammen, was als erste wichtige Schritte zu tun ist.

:harry potter:
viele liebe Grüße Susanna


man muss sagen was man tut und tun was man sagt

annab
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Beitragvon annab » 05 Jan 2006 14:31:35

Super, der Beitrag!!!!
mir als neuling klingt er sehr plausibel und hilfreich. jetzt heisst es nur noch: die tips in realitaet umsetzen!! (gute vorsaetze fuer's neue jahr :-D )
eine frage haette ich da noch: wie genau ist das gemeint mit dem extra-kochloeffel? sollte man selbst, wenn sie abgewaschen sind, einen allgemeinkochloeffel NICHT benutzen? das ist wieder einer der punkte der "kontaminierung mit gluten" die mich noch oft stark verunsichern :? ...

ich wuensche allen ein bonne année & bonne santé 2006!!!

liebe gruesse
annab

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Beitragvon ute0904 » 05 Jan 2006 15:13:39

Hallo Regimi,
Du hast es ganz treffend beschrieben, dem ist nichts hinzuzufügen!
Ich finde es erstaunlich, wieviele es haargenauso machen. Bei mir hat es sich allerdings erst nach und nach so eingespielt, am Anfang hatte ich in der Küche eine kleine glutenfreie Ecke; schließlich hat mir keiner die Anfänger-Tipps gegeben, die Du hier jetzt ins Forum gestellt hast.

Hallo Annab, zuhause benutze ich tatsächlich unterschiedliche Kochlöffel für gf und gh; da es sich um eine einmalige Anschaffung handelt, ist das ja kein Problem, ich habe dann ein besseres Gefühl, zumal gerade an Holzkochlöffeln selbst nach dem Reinigen vielleicht noch Reste sind.
Gekennzeichnet habe ich die Kochlöffel übrigens nicht, sie sehen unterschiedlich aus, und ich weiß auswendig, welche für gf und für gh sind, genau wie bei den Brettchen.
Wenn mal jemand anderes bei mir kochen müsste, oje, der müsste erstmal eine Einweisung bekommen...

Schöne Grüße
Ute

Bibo
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Beitragvon Bibo » 05 Jan 2006 15:59:41

Hallo Regimi,

super Beitrag von Dir. Wir haben es vom ersten Tag an auch so gehalten. Uns schmecken mittlerweile die glutenhaltigen Nudeln und Kuchen garnicht mehr so gut. Wie schnell man sich doch daran gewöhnen kann.

Viele liebe Grüße nach Münster
Biene :-D

regimi
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Beitragvon regimi » 05 Jan 2006 18:11:41

Ihr Lieben,

ich freue mich über die positive Resonanz auf diesen thread, wenngleich er in erster Linie Eines vermitteln sollte:
Nutzt den Informationsteil über die Startseite - er ist super gut :yes:
und es steht alles drin, was man für den Anfang wissen muss.

@ annab: der "eine einzige Extra Kochlöffel" ist NUR für eventuell zu kochende glutenhaltige Nudeln für Nicht-Zölis und Gäste. Bei uns hat er ein Brandzeichen :mrgreen:
Liebe Grüße,

regimi

Reinhard Schwabroh
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neu

Beitragvon Reinhard Schwabroh » 05 Jan 2006 19:47:36

...und immer cool bleiben. jeder zöli hat seine eigene belastungsgrenze, angst und vorstellungen.
es haben sooo vile zöliakie und es sind so wenige entdeckt. deshalb sag ich immer den neuen: herzlich willkommen im club. jetzt kann alles gut werden.
der körper wird gesund (manchmal auch nur gesünder). der geist kann auch wieder gesünder werden.
dein leben wird andere qualitäten entdecken. vielleicht kommst du ja sogar über das beschäftigen mit ernährung zu einer gesunden vollwertigeren ernährung. bearbeite deine umgebung: mann, frau, eltern usw., dass sie sich informieren, die zöliakie ernst nehmen und dein glutenfreies leben resprektieren. sie sollen dir helfen und dir keine steine in den weg legen.

väter von zöli-kindern: unterstützt eure frau. macht mit und kümmert euch um alles. sonst hättet ihr kein kind mitmachen sollen (das git ja sowieso für jeden vater). (es ist ja manchmal so erschreckend, wie wenig eltern, aber vor allem väter sich für ihre kinder verantwortlich fühlen.
mit liebe kann das verhältnis nicht beschrieben werden)

gruß reinhard
Schwerpunkt:Brotbäcker

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Umstellung auf glutenfrei

Beitragvon Liddi » 05 Jan 2006 20:54:29

Ja, genauso hab ich es gemacht. Mein Sohn hat seine "Glutenecke" in der Küche mit Toaster, Butterdose, Brot, Vesperbrett. Außer GH-Nudeln für ihn gibts bei uns nur glutenfreie Nahrungsmittel. Pizza und Döner isst er unterwegs mit seinen Freunden, und über glutenfreien Kuchen hat sich bei mir auch noch keiner beklagt, der schmeckt jedem. :lol:
Wende dein Gesicht der Sonne zu, dann fallen die Schatten hinter dich.

Susa
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Beitragvon Susa » 07 Feb 2006 00:27:59

Hallo zusammen

Ja so genau, wie ihr dies beschreibt habe ich mir die Handhabung in der Küche auch vorgestellt.
Nur - leider hat es zu Beginn bei uns nicht immer so reibungslos geklappt, wie ihr dies beschreibt. Habe ich was falsch gemacht? Meine Männer gaben sich zwar alle Mühe, aber in punkto Brösel hier, Brösel da - wegwischen -? Fehlanzeige. Ich habe deshalb darauf gedrängt, dass ich eine eigene Arbeitsfläche habe, eigenes Schneidebrett, eigene Nudelpfanne mit extra Abtropfsieb, eigene Bratpfanne (wegen den Fischstäbchen und gebratenen Nudeln) zu Beginn sogar eigene Butterdose. Und da Nudeln, überbackener Fisch, Fischstäbchen, schwäbische Maultaschen, Spätzle, Pfannkuchen verschiedene glutenhaltige Gewürze (Maggi, Aromat usw.) "Gluten-Pizzas" und anderes immer noch zu den Favoriten meiner Lieben gehören, muss ich mindesten viermal die Woche doppelt kochen.
Mein Mann hat übrigens, (wenn ich mich hier mal ausweinen darf..) sich noch kein einziges Mal im Internet oder sonstwo über Zöliakie informiert.... Ich lege ihm jeweils die Zeitschrift der DZG hin, da blättert er hin und wieder kurz durch und er hört sich auch meine Infos an.
Ich musste mir auch schon anhören, dass Essen gehen mit mir keinen Spass mehr macht (im Urlaub jedesmal ein Streitthema), ich mich wie eine typische Behinderte benehmen würde (weiss jemand, wie sich eine typische Behinderte benimmt??), und alles zu umständlich sei...

Mein Sohn wiederum ist sehr verständnisvoll. Zum Glück! Er unterstützt mich sehr und mitlerweile kocht auch mein Mann hin und wieder sein eigenes Essen selber...! Ja - mann/frau braucht hin und wieder einen langen Atem und hin und wieder schweifen meine Gedanken zu einem eigenen (glutenfreien) Haushalt ab...

Alles Gute und viel Geduld für jeden "neuen Zöli-Anfänger"

Susa

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Re: neu

Beitragvon regimi » 07 Feb 2006 01:29:51

Liebe Susa,

ich denke, dass sich ganz ganz Viele hier in deinem Beitrag zumindest in Teilen wieder erkennen. Auch ich gehöre dazu!

All die guten Ratschläge, die wir hier weiter geben, resultieren ja nicht zwangsläufig daraus, dass bei uns selbst alles von Anfang an perfekt gelaufen ist! Es sind doch gerade die Unwissenheit in der Zeit vor der Diagnose, die Versäumnisse währenddessen und die Unwegbarkeiten und Fehler im Anschluss daran gewesen, die uns dazu motiviert haben, uns hier einzubringen und mitzuhelfen, dass es den nächsten "Neuen" nicht genauso ergehen muss wie uns.
Auch für Valeska und Andreas ist das schließlich der Grund dafür gewesen, dieses Forum überhaupt erst auf die Beine zu stellen!

Wir alle kennen diese Hilflosigkeit, das Alleingelassensein - und viele von uns haben es im eigenen Umfeld so schwer gehabt wie du das jetzt empfindest!
Wir alle haben anfangs unsere "Steine" gebacken, matschige Nudeln gekocht und bröselige Kuchen gebacken und alles wollte nicht so recht schmecken. Und natürlich lief auch bei uns nicht alles so glatt, wie sich das in dem Beitrag oben liest.

Gute Informationsmöglichkeiten stehen jetzt zur Verfügung - Geduld und Durchhaltevermögen muss jeder alleine aufbringen. Nach nur zwei Wochen kann man nicht erwarten, ein perfektes Brot backen zu können.
Der Teig braucht Zeit um zu "werden" - der Bäcker genauso.
Apropos:

Reinhard Schwabroh hat geschrieben:bearbeite deine umgebung: mann, frau, eltern usw., dass sie sich informieren, die zöliakie ernst nehmen und dein glutenfreies leben resprektieren. sie sollen dir helfen und dir keine steine in den weg legen.

väter von zöli-kindern: unterstützt eure frau. macht mit und kümmert euch um alles. sonst hättet ihr kein kind mitmachen sollen (das git ja sowieso für jeden vater). (es ist ja manchmal so erschreckend, wie wenig eltern, aber vor allem väter sich für ihre kinder verantwortlich fühlen.
mit liebe kann das verhältnis nicht beschrieben werden)


Gib IHM das zu lesen, Susa! :knuddel:
Liebe Grüße,

regimi

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Beitragvon Ingrid » 07 Feb 2006 09:08:12

hallo,

das war ein toller Beitrag von dir, Regimi, danke. Ich koche nur noch gf, für die ganze FamilieUnd es schmeckt der ganzen Familie, auch Crepes,Nudelaufläufe..... . Nur beim Brot und bei der Butterdose, Toaster.. gibt es Unterschiede, aber meine Männer machen da gut mit. Die 2 Brotfächer(gf+gh) sind in der Küche weit auseinander, der Rest ist gf. Wenn doch einmal aus Versehen was gh-haltiges zu Hause ankommt, bekommt es einen roten Punkt, für uns 2 Frauen verboten. Damit kommen wir alle zuhause gut zurecht.

Kopf hoch an alle :) :)

Ingrid

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Beitragvon bidilein » 07 Feb 2006 13:34:03

Super Beitrag regimi!
auch bei uns gibt es fast ausschließlich gf. Es gibt nur noch eine Lade und das Brotkasterl mit glutenhältigem (Brot, Kekse, Schnitten, Nudeln für Mann und Kinder).
Nudeln (gh) werden immer nur dann gekocht, wenn mein Mann "Kinderdienst" hat. Dann passiert für mich auch nichts in Sachen Kontamination, denn ich esse dann in der Arbeit. Und für ihn als Anfängerkoch ist es auch leicht, irgendein Nudelgericht auf den Teller zu zaubern.
Ich vermeide es mittlerweile gf und gh nebeneinander zu kochen. Letztens habe ich bei einem ausgiebigen Racletteessen Reis, Spätzle, Nudeln serviert und keiner (Besuch) hat bemerkt, dass sie gf waren - im Gegenteil ich wurde für die besonders guten Spätzle gelobt :lol: .

lg bidilein

Christel
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Beitragvon Christel » 07 Feb 2006 13:50:20

Hallo Regimi,

das ist der Beste Beitrag für Zöliakieneulinge und alte Hasen die mal wieder "Frust" haben. Dafür einen dicken :knuddel: und meinen :respect:

Es ist nicht leicht die richtigen Worte zu finden, die Mut, Trost und "Durchalten lohnt sich" vermitteln. Du hast es geschafft.

Wir haben auch einen gf Haushalt. Patricia hat " Ihren" Schrank mit Brot, Keksen, Gummibärchen etc. an den sie jederzeit drankommt und sich bedienen kann ohne zu Fragen: darf ich das? Dort hab ich auch das gf Mehl und Nudeln. So sehe ich auch auf den ersten Blick was ich nachkaufen muss.

Was wäre ich aufgeschmissen gewesen ohne Euch hier!!! :danke:

LG

Christel
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