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Spätfolgen

Eure Fragen und Tipps zu den Symptomen, zur Diagnose und Behandlung von Zöliakie / Sprue

Spätfolgen

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fabian
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Spätfolgen

Beitragvon fabian » 27 Jul 2007 21:04:48

Hi alle zusammen

Habe gerade mal das Forum nach Spätfolgen durchstöbert, wenn man wieder mehlhaltige Dinge ect. isst.

Jedoch bin ich nur auf darmkrebs gestoßen.

Jetzt meine Frage: Gibt es noch mehr Spätfolgen, wenn man sich nicht richtig ernährt?
:?:

Grüße

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Jochen
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Re: Spätfolgen

Beitragvon Jochen » 27 Jul 2007 21:26:47

Hallo fabian,

fabian hat geschrieben:Habe gerade mal das Forum nach Spätfolgen durchstöbert, wenn man wieder mehlhaltige Dinge ect. isst.

Jedoch bin ich nur auf darmkrebs gestoßen.

Jetzt meine Frage: Gibt es noch mehr Spätfolgen, wenn man sich nicht richtig ernährt?
:?:

Grüße


reicht das denn nicht :Fragezeichen:
Ich meine das ist schlimm genug :!:
Bild Gruß Jochen

fabian
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Beitragvon fabian » 27 Jul 2007 21:29:53

So war dies natürlich nicht gemeint. :oops:

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Beitragvon Purzeline » 27 Jul 2007 22:43:17

Hallo Fabian,

Wenn jemand trotz vorhandener / nachgewiesener Zöliakie glutenhaltig isst, kann es zu sehr unterschiedlichen Beschwerden kommen.
Das fängt an mit den Symptomen die es auch bei einer unbehandelten Zöliakie gibt: Durchfall, Verdauungs- / Magen-Darm-Beschwerden, sowie die ganze Liste der anderen zum Teil "untypischen" Symptome.
Durch das nicht einhalten der glutenfreien Ernährung und der weiteren dauerhaften Schädigung der Dünndarmschleimhaut kann es dann zu anderen (chronisch entzündlichen) Magen-Darm-Erkrankungen kommen - man vermutet z.B. dass M.Crohn eine Folge einer lange nicht behandelten Zöliakie sein kann.
Außerdem beruhen einige Folge-Lebensmittelunverträglichkeiten auf einer nicht behandelten Zöliakie (Laktoseintoleranz / Fruktosemalabsorption und einige Lebensmittelallergien)
weiter kommt es durch die verminderte Nährstoff-, Vitamin- und Mineralstoff-Aufnahme durch die Schäden der Dünndarmschleimhaut sehr oft zu Mangelerscheinungen, die oft nicht ohne weiteres zu beheben sind, wie z.B. Eisenmangel und Osteoporose (Kalzium- und Vit. D-Mangel) - so kannst du jetzt alle Nährstoffe durchgehen und die Folgen eines Mangels als Folge er unbehandelten Zöliakie dazu nehmen.....
Weiter weiß man heute, dass es, durch das Nichteinhalten der glutenfreien Ernährung, sehr oft zu weiteren Autoimmunerkrankungen kommen kann.
das Risiko sinkt wieder in den kommenden 5 - 10 Jahren auf das Risiko von gesunden Menschen, wenn die glutenfreie Ernährung eingehalten wird.

Die Auflistung habe ich jetzt mal spontan erstellt und ist sicher nicht vollständig! Aber du siehst, dass es sich sicher lohnt sich glutenfrei zu ernähren, wenn Zöliakie bekannt ist, und sich nicht auf unkalkulierbare Risiken einzulassen!

mehr dazu findest du z.B. unter "Symptome der Zöliakie" und auf diversen Internetseiten......
Grüßle
Purzeline


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In meinen Beiträgen gebe ich meine persönliche Meinung, mein aktuelles Wissen und meine Erfahrung weiter.
Meine Beiträge ersetzen nicht die qualifizierte Beratung, Diagnostik und Therapie durch einen Arzt!

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Beitragvon fabian » 27 Jul 2007 22:50:07

Dankeschön

Genau dies wollte ich wissen.
:danke:

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Beitragvon Lea357 » 27 Jul 2007 23:06:21

hallo fabian,

Lea357 hat geschrieben:dazu kann ich nur wiederholen, was ich stets zu diesem thema sage mithilfe eines von diipaah aus einem fachartikel zitierten zitates:
Lea357 hat geschrieben: :meine_meinung: kann ja noch kommen, dass es schadet. also ich möchte nicht schizophren werden. und jedes bisschen gluten bringt mich dem möglicherweise ein stückchen näher. außerdem möchte ich irgendwann noch kinder kriegen können. und an darmkrebs muss ich auch nicht unbedingt sterben. naja, muss jede selbst wissen...

:guckst du hier: http://www.zoeliakie-treff.de/zoeliakie/viewtopic.php?t=1744&highlight=

Assoziierte Krankheiten / Folgekrankheiten bei Zöliakie :

Abortus und Infertilität.
Potenzstörungen.
Schizophrenie.
Vaginose.
Colitis kollagene. Inclusion-Body-Myositis
Aphten
(Mund und gesamter Verdauungstrakt)
Kardiomyopathie (COCM).
und
Lea357 hat geschrieben:das krebsrisiko ist nur dann nicht erhöht, wenn frau/man sich streng gf ernährt. steht auch in der dzg-medizin. und brustkrebs-risiko ist geringer als bei normalas. :)
Liebe Grüße, Léa [β.ι.]

Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du. - nicht von Gandhi

You may be disappointed if you fail, but you are doomed if you don't try. - Beverly Sills

Die Freiheit nutzt sich ab, wenn du sie nicht nutzt. - Reinhard Mey

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Beitragvon anja3 » 28 Jul 2007 19:00:40

Guten Abend!

Es passt zu diesem Thema: Heute hatte ich wieder eine "sinnlose"Diskussion mit einer Brotverkäuferin, bei der bereits seit Jahren Zöliakie diagnostiziert wurde. Sie meinte, daß ich deshalb so dünn wäre, weil ich mich an die Diät (glutenfrei, milchfrei wegen Milcheiweissunverträglich keit) halten würde und irgendwann "zwangsernährt würde", um rundlich zu werden. Sie hingegen geniesst so alle 4 Wochen im Fasching einen Berliner und dann von den Abverkaufskuchen besondere Leckereien. Einmal in 4 Wochen würde ja keine Konsequenzen für Zölis auslösen.
Was meint Ihr: ´

a) Klar, wenn man Milchprodukte und teilweise noch mehr nicht verträgt, ist es nicht einfach, das Gewicht zu steigern - vor allem dann, wenn man von Gemüse und viel Reis lebt.
b) Dass einen solche Bemerkungen nerven ist klar - liege ich wirklich mit meiner Meinung so falsch, dass auch regelmässige - wenn auch "nur" in vierwöchigen Abständen erfolgende Diätfehler irgendwann Spätfolgen zeigen!?

Es ist sonst schon schwer genug, sich im Umkreis sich normal ernährender Menschen zu bewegen, da man oft müde wird, immer zu erklären, weshalb man sich so oder so ernährt bzw. ernähren muss.
Wenn dann noch Zölis mit diesen Kommentaren bzw. dieser Sorglosigkeit kommen, ist es mir jedenfalls einfach zuviel.

Bin gespannt, was unsere Experten im Forum zu dem Thema "fallweise Diätfehler" meinen!?

Liebe Grüsse

Anja3 :frustrierend:

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Beitragvon jenesaispas » 28 Jul 2007 19:15:55

Hi anja...

also dass es jeglicher Grundlage entbehrt, was die Verkäuferin gesagt hat und es zudem auch noch gefährlich ist - aber als Bäckereiverkäuferin ist man ja implizit Experte für Autoimmunreaktionen 8)
Sie erhöht damit Ihr Risiko um ein Vielfaches an den Folgen zu erkranken und keiner kann diesen Faktor nennen. Ihr Problem ist es auch, dass sie es wohl nicht merkt durch irgendwelche Schmerzen usw... so dass die innerliche Reaktion unbemerkt abläuft und es eben nur eine Frage der Zeit ist, wann die Zeitbombe zuschlägt.

Und das mit der Zwangsernährung... *lach* Also sein Gewicht kann man gut steigern... ist es nicht irgendwo vor kurzem wieder geschrieben wordne, dass Zölis eher zu Über- denn Untergewicht neigen?
Egal - gesunde Ernährung ist möglich - auch ohne Gluten und die anderne Sachen, die Du aufgezählt hast.
Die Gefahr ist natürlich da, dass man zuwenig Eiweiß zu sich nimmt, aber dafür gibts doch auch genug Alternativen - vom Putensteak über andere Fleischsorten, Tofu, bis hin zu Eiweißdrinks mit Soja- oder Reismilch u. v.m.
Die "Rundlichkeit" ist nur eine Frage des Grundumsatzes im Vergleich zu den aufgenommenen Kalorien und die Veranlagung des jeweiligen Ernährungstyps auf die verschiedenen Nahrungsmittel zu reagieren.

Gilt für alle: Kohlenhydrate & Eiweiß, dazu nicht zu viel Fett und niemals die Vitamine und Mineralien vergessen - und das nun mal eben glutenfrei und frei von den begleitenden Allergien - und schon wirds nicht einer Zwangsernährung bedürfen... im Gegensatz zu Ernährungssünden mit Gluten - und seien sie noch so selten - da ist eine Zwangsernährung um jemanden hochzupäppeln unter Umständen das geringste Problem, was man sich dadurch einhandelt...

Dafür braucht man kein Experte sein, um zu wissen, dass man nicht klug handelt, wenn man bewusst Gluten zu sich nimmt. Und das Gegenteil mag mir mal jemand beweisen - und nicht durch blöd daher labern, sondern mittels fundierten Forschungsergebnissen. Bislang sagt Wissenschaft aber genau das Gegenteil... - also hast schon Recht, anja :-D

Schöne Grüße
jnsp
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Beitragvon Hetairos » 28 Jul 2007 19:23:48

anja3 hat geschrieben:Bin gespannt, was unsere Experten im Forum zu dem Thema "fallweise Diätfehler" meinen!?

Ist doch alles irgendwie auch eine Frage des Selbstbewusstseins!
Wenn man ganz einfach sagt, dass man keine Kreppel mag, kräht kein Hahn danach, warum - das wird einfach hingenommen.
Eines meiner Kinder isst keinen Fisch - keine Meeresfrüchte - nichts aus dem Wasser, das Andere mochte über lange Jahre nur drei bestimmte Gemüsesorten, das Kleinste darf kein Gluten zu sich nehmen, der Vater mag keinen Milchreis und hasst alles mit Zimt, Großmutter isst weder Pilze noch Ananas und ich esse so gut wie Alles außer Fleisch, drum hab ich auch ein paar Pfunde zuviel und es deshalb am leichtesten von Allen, denn mich fragt Keiner warum, wenn ich dankend ablehne. :-D

Sag einfach bestimmt :neenee: und bleib gesund!
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Beitragvon anja3 » 28 Jul 2007 19:51:11

Hallo Hetairos, hallo Jenaispas,

danke für Eure positiven (wie könnte man von Euch etwas anderes erwarten - Ihr schafft es immer wieder, dass für mich die Sonne nach einem Regenguss wieder scheint .....) Meldungen. Klar - alles eine Frage des Selbstbewusstseins, das mir ab und zu abhanden kommt (mangels familiärem Rückhalt).
Und danke auch für die Ernährungstipps von Jenaispas - wenn ich dann meine Kleidergrösse (meist ist es ja umgekehrt) um 2 Grössen gesteigert habe, sende ich eine Erfolgsmeldung an das Forum. Derzeit habe ich aber noch genügend "Spielraum", um in manche alten, aber geliebten Klamotten hineinzuwachsen.

Es grüsst und "knuddelt" Euch als humorvolle Einlage zum Wochenende

Anja3

:kiss:

Dabei ist dieses Thema sehr ernst und ich glaube, dass man "Neuzölis" nicht oft genug auf die gravierenden Konsequenzen von Ernährungsfehlern aufmerksam machen kann. Die Meinung "einmal ist keinmal" gilt nicht bzw. führt dazu, dass man zu sorglos wird und sich dadurch gefährdet. Es ist sonst schon schwierig genug, keine unbewussten Ernährungsfehler zu machen - vor allem dann, wenn man auswärts isst oder sich auf die Auskünfte von Köchen verlassen muss.

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Beitragvon fabian » 28 Jul 2007 19:53:37

Da kann ich euch nur beipflichten :yes:

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Beitragvon jenesaispas » 28 Jul 2007 20:07:57

anja3 hat geschrieben:Dabei ist dieses Thema sehr ernst und ich glaube, dass man "Neuzölis" nicht oft genug auf die gravierenden Konsequenzen von Ernährungsfehlern aufmerksam machen kann. Die Meinung "einmal ist keinmal" gilt nicht bzw. führt dazu, dass man zu sorglos wird und sich dadurch gefährdet. Es ist sonst schon schwierig genug, keine unbewussten Ernährungsfehler zu machen - vor allem dann, wenn man auswärts isst oder sich auf die Auskünfte von Köchen verlassen muss.


Da hast Du Recht... mir ist grad unter der Dusche noch ein Vergleich eingefallen, den vielleicht auch die Verkäuferin versteht. Ich hab zwar schon mal einen in der Art gemacht ( *Link* ) , aber den kann man in der Tat verdeutlichen für Neulinge und pseudo-erfahrene Klugsch...wätzer *g*

Also es ist wirklich russisches Glutenroulette. Je öfter man sich die Glutenkugel gibt, umso mehr besteht die Gefahr, dass sie einen trifft - und das nicht mal unmittelbar.
Als ob man sich auf ein unbekanntes Bahngleis wirft. Es ist schon schlimm genug, wenn man mal aus Versehen aufs Bahngleis fällt, weil man ohne Absicht einen Ernährungsfehler gemacht hat. Und zum Glück da gerade kein Zug gekommen ist. Dann steht man auf und sagt "Schwamm drüber", wischt sich dne Staub von der Hose und lernt draus.
Wenn man aber so etwas absichtlich bzw. vorsätzlich macht (unter "Vorsatz" zählt bei mir schon etwas zu essen, wo man nicht ishcer weiß, ob es gf ist), und das sogar noch regelmäßig - sich also regelmäßig aufs Bahngleis wirft - dann ist es eine Frage der Zeit, wann der Zug kommt. Und gerade weil es anfangs mal gutgeht, legt man diese Zeitabstände, wo man sich aufs Bahngleis wirft, immer kürzer... "Is ja noch nie was passiert"...
Und keiner kann einem sagen, ob man zu den Leuten gehört, wo das Bahngleis stark oder weniger stark befahren ist - fahren tut ein Zug auf jeden Fall drauf.

Wer also über S-Bahn-Surfer den Kopf schüttelt, weiß jetzt, wie ich über die Verkäuferin denke 8)

Das Schöne ist... wenn man sich nicht in diese Gefahr begibt, hat man nach der Erholung der Zotten (die man ihnen ja bei gh-Ernährungsfehlern eben nicht gönnt) mit der Zeit die gleichen bedeutend niedrigeren Chancen auf Erkrankungen wie jeder Nicht-Zöli - und mehr können wir auch net erwarten.

So - des war's - ich muss weg *g* (aber ich fahr net mit der Bahn *g*) - und so witzig, wie man es rüberbringen kann - so ernst sollte man es für sich und seine Gesundheit nehmen.

jnsp
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Beitragvon fabian » 28 Jul 2007 21:49:05

Schön dargestellt :-D

autumn84
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Beitragvon autumn84 » 14 Dez 2009 23:48:41

Abortus und Infertilität.
Potenzstörungen.
Schizophrenie.
Vaginose.
Colitis kollagene. Inclusion-Body-Myositis
Aphten
(Mund und gesamter Verdauungstrakt)
Kardiomyopathie (COCM). [/quote][/quote] und
Lea357 hat geschrieben:das krebsrisiko ist nur dann nicht erhöht, wenn frau/man sich streng gf ernährt. steht auch in der dzg-medizin. und brustkrebs-risiko ist geringer als bei normalas. :)[/color]
[/quote][/quote]

Ihr habt bei der Auflistung das NON - HODGKIN - LYMPHOM ( Lymphdrüsenkrebs) vergessen.

Liebe Grüße!

autumn
Zuletzt geändert von autumn84 am 15 Dez 2009 15:09:55, insgesamt 1-mal geändert.

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Beitragvon moni130 » 15 Dez 2009 12:10:31

Ach, da könnte man noch eine ganze Menge anfügen, Osteoporose z.B. und unbedingt auch, denn das ist eine Sache die zu den direkten Reaktionen auf Gliadin gehört, die Veränderung von Speiseröhrenschleimhaut. Dazu gibt es bislang nur eine einzige Studie mit Zöliakie-Betroffenen, die bisher aber im Zusammenhang mit Zöliakie erstaunlicherweise noch nie zitiert wurde.

Weil ich den da aufgezeigten Zusammenhang aber für sehr, sehr wichtig halte - denn schließlich steht am Ende der da aufgezeigten Entwicklung eine sehr ernste Erkrankung - möchte ich wesentliche Punkte dieser Studie hier vorstellen.
Celiac disease and intestinal metaplasia of the esophagus (Barrett's esophagus).

Meine Übersetzung aus der Einleitung: "...Eine veränderte Immunantwort, die von der Aufnahme von Proteinen aus Weizen, Gerste und Roggen ausgelöst wird, spielt die Hauptrolle bei der Entstehung von Zöliakie. Aus mehreren Studien wird jedoch klar, dass Gliadin direkt verschiedene schädliche Effekte auf Zellen ausübt, darunter Wachstumshemmung, Veränderung des oxidativen Gleichgewichts, Stimulation von programmiertem Zelltod (Apoptose), Beschädigung des Zellgerüsts und dass die Schädigung des Magendarmtraktes nicht beschränkt ist auf den Dünndarm. "

Und hier aus der Zusammenfassung von mir übersetzt:
Frühere Studien mit Zöliakie-Patienten zeigten, dass Kontakt mit Gliadin die natürliche Bewegung des oberen Magendarmtrakts verändert, was zu einem erhöhten Säure-Rückfluß führt. In der Literatur gibt es bisher nichts in Hinblick auf das mögliche Vorhandensein von spezialisierter intestinaler Metaplasie (= Umwandlung einer Gewebeart in eine andere) der Speiseröhre als Folge von chronischem Reflux bei erwachsenen Zöliakie-Patienten. Unsere Absicht war es, endoskopisch und histologisch die Speseröhren einer Gruppe von unbehandelten Zöliakie-Patienten zu prüfen. Wir untersuchten 60 Zöliakie-Patienten, 13 Männer und 47 Frauen ... bei ihrer ersten Endoskopie (bei normaler Ernährung). Der untere Bereich der Speiseröhre wurde untersucht und mehrere Biopsien wurden genommen. ... Es gab eine passende Kontrollgruppe ohne Zöliakie. Wir fanden Metaplasie in der unteren Speiseröhre bei 16 von 60 Zöliakie-Patienten (26,6 %), im Vergleich dazu in der Kontrollgruppe nur bei 10,9 %. Unter den Zöliakie-Patienten mit Metaplasie hatte nur ein Patient Reflux-artige Beschwerden. Keiner hatte eine Speiseröhrenentzündung. Als Schlußfolgerung (ist festzuhalten), dass wir ein erhöhtes Vorkommen von Metaplasie der Speiseröhrenschleimhaut bei Patienten mit Zöliakie fanden. Dieses Ergebnis könnte die Folge von Bewegungstörungen sein, die zu chronischem Säurerückfluß führen, kombiniert mit einer Schleimhaut, die empfindlich auf Gliadin reagiert.

So weit die grobe Übersetzung der Zusammenfassung. Ergänzend möchte ich noch erläutern, dass der im Titel genannte Begriff "Barrett`s esophagus" eine Umwandlung des Zelltyps der Speiseröhrenschleimhaut (Plattenepithel) in den Zelltyp der Magenschleimhaut (Zylinderepithel) bezeichnet. Barrett-Ösophagus ist eine Art Zeitbombe, denn "Gegenwärtig gilt weiter, dass weder die medikamentöse noch die chirurgische Antirefluxtherapie eine Garantie für die Verhinderung der Metaplasie-Dysplasie-Karzinom-Sequenz darstellt " (Quelle: Klinikum Konstanz).

Und noch etwas möchte ich hervorheben: Die in der Studie untersuchten Patienten hatten alle eine durch Antikörper und Dünndarmbiopsie nachgewiesene Zöliakie. Doch wir hier im Forum wissen alle, dass dieser Nachweis von Zöliakie nicht immer gleich gelingt und manchmal erst nach Jahren die "amtliche" Diagnose erfolgt, obwohl das Beschwerdebild deutliche Hinweise auf Zöliakie gibt. In der zitierten Studie wurde nun hervorgehoben, dass es zu Reaktionen auf Gliadin kommen kann, die unabhängig sind von den "harten" Kriterien für eine Zöliakie-Diagnose. Folglich muss es eine unbekannte Zahl von Fällen geben, in denen sich zwar mit den heutigen Mitteln Zöliakie (noch) nicht nachweisen läßt, aber trotzdem schwerwiegende und bleibende Schädigungen durch Gliadin ablaufen. Diesen Gedanken möchte ich all jenen mitgeben, die mit absichtlicher Belastung einer Zöliakie-Diagnose hinterherjagen, obwohl sie längst erkannt haben, dass Gluten ihnen nicht gut tut.

Wichtig für alle, egal ob mit bestätigter Zöliakie-Diagnose oder begründetem Verdacht, laßt Euch jeden Endoskopie-Bericht aushändigen und schaut hin, was darin über den Schleimhautzustand am gastroösophagealen Übergang steht und ob, falls da etwas auffällig oder unklar war, dort Biopsien genommen wurden. Mir schwant nämlich, dass da nicht immer sooo genau hingeguckt wird, wenn etwas von Abklärung eines Zöliakie-Verdachts auf der Überweisung steht.

Wieder mal nachdenkliche Grüsse an das Forum
Monika

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Beitragvon Purzeline » 15 Dez 2009 12:19:41

autumn84 hat geschrieben:
Ihr habt bei der Auflistung das HODGKIN - LYMPHOM ( Lymphdrüsenkrebs) vergessen.

Liebe Grüße!

autumn


Hallo Autumn,

du meinst sicher das Non-Hodgkin-Lymphom (NHL)! denn Morbus Hodgkin steht bisher nicht nachweislich in einem Zusammenhang mit der Zöliakie.....
Grüßle
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Beitragvon autumn84 » 15 Dez 2009 15:13:25

Hallo Autumn,

du meinst sicher das Non-Hodgkin-Lymphom (NHL)! denn Morbus Hodgkin steht bisher nicht nachweislich in einem Zusammenhang mit der Zöliakie.....[/quote]

Hey Purzeline,

ja genau, mir ist auch schon aufgefallen, dass ich das wichtige "Non" vergessen habe. Es war gestern Abend auch schon echt spät. :roll:

Aber vielen Dank für deinen Hinweis!

autumn :winken:


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