Zöliakie Treff - glutenfrei durch den Alltag
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Einspruch wurde abgelehnt

Versorgungsamt (Antrag auf Behinderung), Finanzamt, Arbeitsamt, Bundeswehr, Versicherungen, ...

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felix465
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Einspruch wurde abgelehnt

Beitragvon felix465 » 12 Mai 2009 07:36:02

Hallo zusammen,

als ich letztes Jahr von meiner Zöli erfahren hab, hab ich einen Antrag auf eine Behinderten-Bescheinigung gestellt. Habe neben der Zöli div. Allergien und Asthma.

Im November bekam ich eine Bescheinigung über 20%, gegen die ich Einspruch eingelegt hab, weil mind. 25% benötigt werden, damit es sich steuerlich in der Einkommensteuererklärung auswirkt. Wenn schon keine Zuschüsse zur Ernährungsumstellung geleistet werden, dann finde ich, sollte es sich wenigstens dort auswirken (wenn auch nur gering).

Der Einspruch wurde von meinem Versorgungsamt nach Münster geschickt und sollte dort entschieden werden. Jetzt kam die Ablehnung. Begründung: für eine Behinderung muß mind. 6 Monate eine Einschränkung des normalen Lebensablaufes vorliegen.

Darüber hab ich mich unheimlich geärgert. Klar klappt die Ernährung Zuhause super, aber seit meiner Zöli-Diagnose hab ich Angst, Auswärts zu essen (und das haben wir früher viel getan). Dadurch fühl ich mich schon eingeschränkt und einfach mal spontan irgendwo hingehen ist auch nicht drin. Mal abgesehen von den Zusatzkosten für Ernährung, die ich vorher nicht hatte und wo mir jetzt das Geld an anderer Stelle fehlt.

Dazu noch meine Allergien (die mich vor allem im Sommer hindern, mich beschwerdefrei draußen aufzuhalten und viele Unternehmungen draußen zu starten).

Nächste Möglichkeit wäre eine Klage. Das allerdings finde ich fast schon übertrieben, damit ein Gericht zu belästigen (die sollten Zeit haben um sich um Verbrecher zu kümmern). Andererseits möchte ich aber auch mein Recht haben.

Hat von euch schon jemand geklagt und hat das überhaupt Aussichten auf Erfolg?

Liebe Grüße
Melanie

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Beitragvon moni130 » 12 Mai 2009 09:24:44

Hallo Melanie,

GdB 20 ist bei Zöliakie korrekt, sofern aus dem Antrag glaubhaft gemacht wird, dass die Erkrankung eine Behinderung im Sinne des
Neunten Sozialgesetzbuches (SGB IX)ist: "Menschen sind behindert, wenn ihre körperliche Funktion, geistige Fähigkeit oder seelische Gesundheit mit hoher Wahrscheinlichkeit länger als sechs Monate von dem für das Lebensalter typischen Zustand abweichen und daher ihre Teilhabe am Leben in der Gesellschaft beeinträchtigt ist. Sie sind von Behinderung bedroht, wenn die Beeinträchtigung zu erwarten ist."

Teilhabe am Leben in der Gesellschaft ist für Zöliakiebetroffene - im Vergleich zu Gesunden - auf jeden Fall beeinträchtigt, zumindest in unserer Gesellschaft, in der kaum ein Zusammensein mit anderen ohne üblicherweise glutenhaltiges "Futter" stattfindet. Jeder von uns geht damit anders um, doch es gibt sicherlich Fälle, in denen die Erkrankung nicht gleich ohne weitere Komplikationen (an Leib und Seele!) so weit bewältigt werden kann, dass die Beeinträchtigungen mit einem GdB 20 korrekt eingestuft werden.

Die Gutachter des Versorgungsamtes lassen sich nicht beeindrucken von (entgangenen) Steuererleichterungen oder den Diätkosten. Vielleicht hat der Gutachter gerade eine teure Brille auf der Nase, ganz ohne GdB ... Entscheidend ist die Beeinträchtigung der Teilhabe. Und die ist bei manchen Behinderungen leicht zu beurteilen, nämlich immer dann, wenn man irgendwie sehen kann, dass eine Funktionsstörung vorliegt. Genau das aber ist bei Zöliakie unter korrekter Diät nicht der Fall. Also ist hier der Antragsteller gefordert, seine ganz persönlichen Beeinträchtigungen detailliert zu schildern. Daher mein Rat: Belasse es jetzt bei dem Ergebnis. Nach einiger Zeit könntest Du jedoch einen sog. Verschlimmerungsantrag stellen, in dem Du das, was ich hier hervorgehoben habe, berücksichtigst. Schau Dir noch mal Deine Postings vom Februar an, wo Du von anhaltenden Durchfällen, Bauchspeicheldrüse und Depressionen geschrieben hast. Du darfst (solltest!) in einen solchen Antrag es auch reinschreiben, wenn diese Dinge Ängste bei Dir auslösen. Auf jeden Fall geht es nicht nur um Diagnosen und ärztliche Befunde, sondern wie sich das alles auf Deinen Alltag auswirkt. Da Du den Antrag gleich im November kurz nach der Diagnose gestellt hattest, wäre durch die inzwischen eingetretenen "Komplikationen" eigentlich schon die Grundlage da, um so einen Verschlimmerungsantrag zu stellen - nachdem der jetzt ergangene Bescheid endgültig rechtskräftig ist.

Ich kenne zwar Deinen Antragstext und die Widerspruchsbegründung nicht, aber nach dem, was Du hier geschrieben hast, vermute ich mal, dass Du es nicht von der richtigen Seite her angepackt hast. Und da konnte kein anderes Ergebnis rauskommen als die Ablehnung eines höheren GdB. Deswegen wäre auch die Klage vor dem Sozialgericht zwecklos.

Gruß
Monika

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Beitragvon Lamia84 » 15 Mai 2009 12:13:49

hallo

du musst im widerspruch ganz genau schildern ,wie du dich fühlst ,was du für beschwerden und einschränkungen hast. das ist wichtig ,dann können die besser einschätzen wie es dir wirklich geht . schreib da ruhig alles rein was dich durch die krankheit belastet und wie eingeschränkt du bist , wenn du schmerzen hast dann nenne diese auch und durch was sie sind.


liebe grüße

ps: das hab ich auch so gemacht und dann wurde ich auf 50 % hochgestuft
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Beitragvon MAP » 15 Mai 2009 14:42:57

Hallo
wir bekamen unseren Bescheid über GdB 20% im Januar diesen Jahres,wie bei vielen "nur" für Zöliakie,auf die starke Dystrophie und diverse Unverträglichkeiten unseren Sohnes ist auch bei uns nicht drauf eingegangen worden.
Ende März waren wir mit unserem Sohn in einem Früherkennungszentrum,Diagnose:"Gravierende Störungen im Bereich der Wahrnehmungsverarbeituntg und Wahrnemungsintegration mit einer erheblichen psychomotorischen,aber auch sensomotorischen Retardierung und Retardierung im Bereich der Selbständigkeitsentwicklung mit gravierenden Regulationsstörungen des Kindesalters."
Jetzt überlegen wir erneut einen Antrag zu stellen,wissen aber nicht recht,soll es ein Widerspruch oder ein Verschlimmerungsantrag sein?
Und ist es wieder beim Versorgungsamt? Hilfe.....
Würden uns sehr über eine Antwort freuen,
liebe Grüße und ein schönes Wochenende
MAP

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Beitragvon Lamia84 » 15 Mai 2009 14:48:05

hallo

wenn noch die zeit ist für die widerspruch dann würd ich erstmal einen widerspruch machen und wirklich alles reinschreiben , wie man sich fühlt und welche probleme man damit hat und alle wichtigen ärzte angeben und am besten den ärzten auch diesen widerspruch zukommen lassen damit sie ihre angaben damit abgleichen können. manchmal wissen die ärzte auch nicht so recht was sie schreiben sollen und sie sehen so auch nochmal welche probleme man alles hat. das wurde mir in einem forum geraten und ich hab es auch so gemacht.

lg
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Beitragvon moni130 » 15 Mai 2009 15:51:52

Hallo MAP,

ich würde - nur in Hinblick auf den GdB - frühestens im September noch mal eine Kontrolluntersuchung anstreben und mit dem dann aktuellen Befund einen neuen Antrag stellen. Grundsatz ist ja, dass eine Behinderung mehr als sechs Monate bestehen muß. Daher könnte man Euch jetzt möglicherweise gleich abschmettern mit dem Hinweis auf zu erwartende Behandlungserfolge.

Gruß
Monika

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Beitragvon felix465 » 23 Jan 2010 17:08:42

Hallo ich bin´s mal wieder.

Ich hab im November 08 nun einen Verschlimmerungsantrag gestellt. Dazu hab ich einen 3 Seitenlangen Brief geschrieben, wie es mir das letzte Jahr so ergangen ist. Bin darauf eingegangen, wie verzweifelt ich oft war, dass ich mir sogar schon Hilfe beim Psychologen holen wollte, weil ich irgendwie nicht mehr mit der Situation klar kam. Dazu hab ich noch geschrieben, dass mich mein Asthma und Allergien ja auch immer wieder regelmäßig einschränken usw.

Heute bekam ich Antwort.

Abgelehnt!

Ich könnte gerade echt heulen, hab mich schon gefreut, dass ich einen anderen Sachbearbeiter hab, der die ganze Situation evtl. anders beurteilt, aber das war wohl nicht.

Ich überleg mir gerade, da ich Montag morgen frei hab, ob ich zum Versorgungsamt fahren soll und mit der Dame persönlich spreche. Aber andererseits, würde das überhaupt was bringen? Was meint ihr?

Ich hab mir ebe nochmal die Einstufungen für den GdB angesehen. Demnach bekäme ich für meine Zöli 20% (die ich jetzt hab), mit meinem Asthma bronchiale (da bin ich jetzt schon seit über einem Jahr in einem speziellen Asthmaprogramm) wären durchaus nochmal 10-20% drin. Dazu kommen dann noch meine Allergien.

Ich hab auch irgendwie jetzt die Befürchtung, dass die Arztauskunft nicht so gelaufen ist, wie sie sollte. Ich hab den Verschlimmerungsantrag Mitte Nov 08 gestellt und war Ende Nov 08 dann zur Kontrolle bei meinem Lungenarzt. Bei der Gelegenheit hatte ich dann nach neuen Schonbezügen wegen der Hausstauballergie für mein Bett gefragt und er sagte, dass ich sowas nur bekommen würde, wenn ich Allergien hätte. HALLO :überlegen: Welche von den ganzen darfs denn sein?

Also machte er einen kleinen Allergietest, stellte ganz erstaunt fest, wie stark ich auf div. Allergene reagiere, verschrieb mir meine Bezüge und wollte eine Hypersensibilisierung starten, die ich dankend ablehnte.

Aber wieso hat er meine ganzen Allergien nicht in der Karteikarte stehen? Bin ja nun schon seit ein paar Jahren da und hab schon öfter von meinen Allergien gesprochen :comand:

Jetzt befürchte ich, dass er, wenn das Amt dort nachgefragt hat, nur gesagt hat, das ich Asthma hab und weiter nichts. Dummerweise sind meine Werte bei den Messungen meist gut, aber das sagt ja nun nichts über das alltägliche Leben damit aus.

In meinem ersten Bescheid vom Amt hatte ich ja für die Allergien, Ashtma und Zöli gerade mal zusammen 20% bekommen.

Meint ihr, es nützt was, am Montag zum Amt zu fahren und dort nachzufragen, warum dem Verschlimmerungsantrag nicht stattgegeben wurde und sollte ich mir evtl. Unterlagen aus dem Internet ausdrucken und mitnehmen?

Danke für eure Hilfe und zuhöhren.

Liebe Grüße
Melanie

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Beitragvon sparrow » 23 Jan 2010 17:34:43

Hallo Melanie,

das tut mir leid, dass das beim Versorgungsamt nicht geklappt hat. Da muss man den Kopf unter dem Arm mitbringen um Erfolg zu haben.
Ich habe allerdings inzwischen auch gelernt, dass man hartnäckig sein muss.

Ob das der richtige Weg ist, zum Amt zu fahren, weiss ich nicht. Ich würde auf jeden Fall nach dem Grund der Ablehnung fragen. Lass Dir von allen Ärzten die Befunde schriftlich geben.

Sammle alle Unterlagen. Ich weiß das von meinem Mann, wie
wichtig das war als er seine Berufsunfähigkeitsrente beantragt hat.

Hast Du keinen Arzt, der Dir dabei helfen kann?

Nicht aufgeben!

Liebe Grüße
Trudel
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www.glutenfrei-kochen.de
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Beitragvon moni130 » 23 Jan 2010 20:20:06

Hallo Melanie,

bevor Du einen widerspruch formulierst, erst mal Akteneinsicht beantragen! Dann bekommst Du die Stellungnahmen der angeschriebenen (von Dir angegebenen) Ärzte und des Arztes zu lesen, der fürs Versorgungsamt arbeitet. Da kann man durchaus erstaunliche Sachen erleben, wenn z.B. ein Chirurg (der vielleicht wegen Tatterich nicht mehr im OP aufkreuzen darf) den Alltag mit Asthma und Allergien beurteilt oder anderen Erkrankungen, von denen Chirurgen nicht unbedingt Ahnung haben müssen. Ich will damit sagen, dass manchmal schon allein die Fachrichtung des Verfassers des Gutachtens eine gute Begründung für einen Widerspruch liefert. Ansonsten kann nich nur raten, alles, was Dir da vorgelegt wird, Punkt für Punkt gründlich durchzuarbeiten und Dir rauszuschreiben, wo irgendetwas nicht berücksichtigt oder runtergespielt wurde.

Ich möchte Dir jedoch nicht unbedingt Hoffnung machen, dass sich an den 20 % etwas ändern läßt. Die Einzel-GdB für verschiedene Erkrankungen werden ja nicht addiert!

Gruß
Monika

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Beitragvon santana » 23 Jan 2010 22:10:44

Hallo Melanie

Kann die Aussage von Monika nur bestätigen.
Akteneinsicht beantragen und fristgerecht Widerspruch einlegen mit dem Hinweis, dass die Begründung des Widerspruchs erst nach Akteneinsicht erfolgt.

Bei mir hatte der ehemalige Hausarzt die Zöliakie gar nicht erwähnt. Er dachte wohl, dass wenn die Magenspiegelung ohne Befund ist, auch die Zöliakie weg ist.

Viel Glück
Santana


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