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Kinder und Beihilfen

Fragen und Tipps, die zu keinem oben aufgeführten Thema passen

Moderator: monilein

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Kinder und Beihilfen

Beitragvon juan » 26 Dez 2005 16:50:19

Ich habe zwar gelesen das ich einen Freibetrag beantragen kann. Aber geht das auch wenn ich in Karenz bin?

Wo kann man sich da am besten erkundigen auser der AK. Die können mir nicht wirklich auskunft geben.

Was gibt es für Vorteile wenn ich einen Behindertenausweis für meine Tochter beantrage?

Wie habt Ihr das mit euren Kinder gemacht???
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Beitragvon Mensafest » 26 Dez 2005 17:07:09

Hallo Juan!

Wenn dein Kind Zöliakie hat, dann hast du Anspruch auf die erhöhte Familienbeihilfe (ist doppelt so hoch wie normal). Brauchst nur zu deinem Finanzamt gehen.

Ein Behindertenausweis bringt, solange deine Tochter nicht arbeitet, aus sozialrechtlicher Sicht nichts. Vereinzelt gibt es Betriebe, die Vergünstigungen für Behinderte anbieten. Meistens werden aber 70% oder mehr verlangt, was alleine mit Zöliakie nicht möglich ist. Aber zB die Therme Loipersdorf gibt auch Ermäßigungen für Behinderte mit 50%. Im Alltag bringt der Behindertenausweis wenig bis nichts; er kostet aber auch nicht. Beantragen kannst du ihn beim Bundessozialamt. Einfach den Antrag ausfüllen, einreichen und warten.

Liebe Grüße
/Christian
Zuletzt geändert von Mensafest am 27 Dez 2005 15:16:31, insgesamt 1-mal geändert.

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Beitragvon juan » 27 Dez 2005 11:46:01

Hallo Mensafest!

Im Zöli-Handbuch steht.
Zitat:
Wenn die erhöhte Familienbeihilfe bezogen wird, kann um eine monatlichen Steuerfreibetrag angesucht werden. Dieser beträgt derzeit monatlich 262 Euro.


Was ist dann damit gemeint????
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Beitragvon Mensafest » 27 Dez 2005 15:14:39

Hallo Juan!

Hast Recht. Voraussetzung dafür ist aber, daß du die erhöhte Familienbeihilfe beziehst. Das ergibt sich aus § 5 Abs 1 Außergewöhnliche Belastungen

§ 5. (1) Mehraufwendungen des Steuerpflichtigen für
unterhaltsberechtigte Personen, für die gemäß § 8 Abs. 4 des
Familienlastenausgleichsgesetzes 1967 erhöhte Familienbeihilfe
gewährt wird, sind ohne Nachweis der tatsächlichen Kosten mit
monatlich 262 Euro vermindert um die Summe der pflegebedingten
Geldleistungen (Pflegegeld, Pflegezulage oder Blindenzulage) zu
berücksichtigen.


Dieser Betrag ist aber steuerlich nur von Bedeutung, wenn du Lohnsteuer oder Einkommensteuer zahlst. Aus der Schilderung deiner Situation (Karenz) leite ich ab, daß sich dieser Betrag für dich nicht auswirkt.


Aus den Steuergesetzen ist folgendes zu entnehmen:

Lt § 35 EStG

§ 35. (1) Hat der Steuerpflichtige außergewöhnliche Belastungen
- durch eine eigene körperliche oder geistige Behinderung,
- bei Anspruch auf den Alleinverdienerabsetzbetrag durch eine
Behinderung des (Ehe)Partners (§ 106 Abs. 3) oder
- bei Anspruch des Steuerpflichtigen selbst oder seines
(Ehe)Partners auf den Kinderabsetzbetrag durch eine Behinderung
des Kindes (§ 106 Abs. 1 und 2), für das keine erhöhte
Familienbeihilfe
gemäß § 8 Abs. 4 des
Familienlastenausgleichsgesetzes 1967 gewährt wird,
und erhält weder der Steuerpflichtige noch sein (Ehe)Partner noch
sein Kind eine pflegebedingte Geldleistung (Pflegegeld, Pflegezulage
oder Blindenzulage), so steht ihm jeweils ein Freibetrag (Abs. 3)
zu.


Gem § 35 Abs 3 EStg gelten folgende Sätze:
(3) Es wird jährlich gewährt
bei einer Minderung
der Erwerbsfähigkeit ein Freibetrag von
von Euro
25% bis 34% ............................. 75
35% bis 44% ............................. 99
45% bis 54% ............................. 243
55% bis 64% ............................. 294
65% bis 74% ............................. 363
75% bis 84% ............................. 435
85% bis 94% ............................. 507
ab 95% .................................. 726.


Lt ESt-VO §2 Abs 1 und 2

(1) Als Mehraufwendungen wegen Krankendiätverpflegung sind ohne Nachweis der tatsächlichen Kosten bei
- Tuberkolose, Zuckerkrankheit, Zöliakie oder Aids ........... 70 Euro
[....]
pro Kalendermonat zu berücksichtigen. Bei Zusammentreffen mehrerer Krankheiten ist der höhere Pauschbetrag zu berücksichtigen.

(2) Bei einer Minderung der Erwerbsfähigkeit von weniger als 25% sind die angeführten Beträge ohne Nachweis der tatsächlichen Kosten nach Abzug des Selbstbehaltes gemäß § 34 Abs 4 EStG 1988 zu berücksichtigen.


Zusammenfassung:

1. Du beziehst die erhöhte Familienbeihilfe, dann kannst du die Absetzbeträge nicht geltend machen (ist aber auch so die bessere Variante), aber die 262 Euro/Monat als Steuerabsatzbetrag.
2. Du beziehst nicht die erhöhte oder keine Familienbeihilfe (zB, weil du selbst betroffen bist), dann kannst du 70 Euro/Monat für die Diätverpflegung und je nach Grad der Behinderung zB 243 Euro/Jahr bei 50% geltend machen.
3. Anstatt der Diätverpflegungspauschale von 70 Euro/Monat kannst du die tatsächlichen Mehrkosten der Verpflegung geltend machen. Dazu mußt du aber belegen, was du an MEHRKOSTEN hast, das heißt, du mußt den Betrag, der dir bei "normaler" Ernährung erwachsen würde, abziehen. Und ich glaube nicht, daß hier mehr als die 70 Euro/Monat herauskommen.
4. Wenn der Grad der Behinderung weniger als 25% beträgt, dann ist bei den Steuerabsatzbeträgen noch ein Selbstbehalt abzuziehen. Für Zölis aber nicht relevant, da der Grad der Behinderung mindesten 30% beträgt.

Steuerabsatzbeträge wirken sich natürlich nur aus, wenn du Steuer (Lohn- oder Einkommensteuer) zahlst.

Die hier zitierten Gesetzestexte sind österreichisches Recht.

Liebe Grüße
/Christian

Gast

Beitragvon Gast » 27 Dez 2005 16:52:34

Super danke jetzt kenn ich mich aus!!!

Was ich verstanden habe kann mein Lebensgefährte die Steuerfreibetrag für die Kinder beantragen da ich ja kein Einkommen hatte und er somit als Alleinverdiener zählt.

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Beitragvon juan » 27 Dez 2005 18:56:32

Der Gast war ich! :oops:
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Beitragvon Mensafest » 28 Dez 2005 09:54:11

Stimmt.
Alleinverdiener ist, wer mehr als 6 Monate im Kalenderjahr mit einem Lebensgefährten in einer eheähnlichen Gemeinschaft lebt und einer der beiden für mindestens ein Kind den Kinderabsetzbetrag erhält.

Der (Ehe-)Partner darf jedoch Einkünfte von höchstens 2.200 Euro/Jahr bzw mit mindestens einem Kind höchstens 4.400 Euro/Jahr beziehen. Zu diesen Einkünften zählt nicht: Familienbeihilfe, Karenzurlaubsgeld, Kinderbetreuungsgeld, Arbeitslosengeld, Notstandshilfe und Alimentationszahlungen.
Das steuerfreie Wochengeld ist aber in die Berechnung der Einkunftsgrenze einzubeziehen.

Unabhängig ob dein Lebensgefährte Alleinverdiener ist, kann er natürlich die 262 Euro/Monat geltend machen. Dieser Absetzbetrag wird immer beim Besserverdienenden abgezogen; verdienen beide gleich viel, dann von der Frau, es sei denn, daß der Mann überwiegend den Haushalt führt.

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Beitragvon juan » 06 Okt 2006 09:28:38

Weiß jemand ob man Anspruch auf Pflegegeld hat wenn das Kind am NM im Hort nicht betreut werde kann und man somit für die Ernährung selbst aufkommen muss.


Derzeit sieht e so aus als könnte ich nicht weiter arbeiten gehen da es leider im Hort nicht funktioniert. Jetzt habe ich vom Pflegegeld gelesen das auch auf kommt für "Zubereitungen von Mahlzeiten".

Hat das jemand von euch schon probiert zu beantragen??
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