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Zöliakie im Kindergarten...

Wie wurde Zöliakie bei euren Kindern festgestellt? Wie gehen sie mit der Erkrankung um?

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AllAboutEve
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Zöliakie im Kindergarten...

Beitragvon AllAboutEve » 28 Nov 2014 13:52:36

Hallo Ihr,

ich weiß nicht, ob ich hier in diesem Unterforum richtig bin mit meinem Thema, aber ich muss mir mal den Frust mit dem Kindergarten von der Seele schreiben & Euch um Eure Einschätzung fragen, ob ich übervorsichtig (oder überempfindlich) bin, oder ob Ihr das Verhalten des Kindergartens auch etwas .... unglücklich findet.

Wir haben die Diagnose Ende August bekommen. Der Verdacht bestand ja schon 2 Monate vorher, und in dieser Zeit hatte ich schon mal die Leitung angesprochen, dass da eventuell was kommen könnte. Die Reaktion fand ich sehr gut - wenn es so kommen sollte, würden wir uns mal mit den Erzieherinnen zusammensetzen und besprechen, worauf zu achten ist. Eventuell könnte man auch im Stuhlkreis mal "Ernährung" zum Thema machen und auch das Thema Unverträglichkeiten usw. kindgerecht ansprechen. Das fand ich sehr gut. Ich war beruhigt und fühlte mich und meine Tochter gut aufgehoben.

Als die Diagnose dann stand, wollte die Leiterin nichts mehr vom Zusammensetzen wissen. Sie verwies mich komplett an die Erzieherinnen (bzw. die eine "Haupterzieherin" der Gruppe, die in Vollzeit arbeitet, die anderen sind nur Teilzeitkräfte und keine Ansprechpartner). DIese jedoch wollte nicht informiert werden. Ich sollte eine Liste abgeben, auf der steht, was meine Tocher (nicht) essen kann. Ich bat um ein Gespräch und wurde auf die jährlich stattfindenden Entwicklungsgespräche verwiesen. Der nächste freie Termin war Ende November. Man vermittelte mir das Gefühl, lästig zu sein.

Da ich mit der Erzieherin überhaupt nicht weiterkam, wendete ich mich nochmal an die Leiterin. Sie bestätigte meinen Verdacht, dass ich inzwischen als hysterische Mutter abgestempelt worden war, indem sie mir sagte, für unsere Familie wäre das sicher ein schlimmer Schicksalsschlag, der unser ganzes Leben verändert, aber im Kindergartenalltag gäbe es für die Erzieherinnen so viele Probleme zu bewältigen, dass so etwas dann noch sozsagen "on top" käme und manchmal einfach zu viel wäre. Als ich erneut anregte, man sollte sich vielleicht mal zeitnah zusammensetzen und über das Thema Zöliakie sprechen, meinte sie, das sei nicht nötig, da es sich ja nur um ein einziges Kind handeln würde und ich solle mich an die Erzieherin wenden, wenn es noch was zu besprechen gebe........

Ich versuchte es ein paar Tage später noch mal bei der Erzieherin, aber sie wollte inhaltlich wieder nichts hören und wiederholte nur gebetsmühlenartig, man würde mich sehr ernst nehmen, aber das Wichtigste seien nun mal die Kinder, und zwar ALLE Kinder und nicht nur eines. Ich hatte inzwischen die Liste mit den Gos & No-gos abgegeben sowie den Flyer "Zöliakie im Kindergarten" von der DZG. Beides war ungelesen in einem Ordner gelandet. Außerdem bat sie mich um eine ärztliche Bescheinigung bzw. einen Befundbericht des Arztes, der die Zöliakie festgestellt hätte.....

Den Wunsch, in der Kindergarten-Küche ein paar gefrorene Muffins für Geburtstage zu deponieren, war abgelehnt worden. Begründung: Der Kindergarten könne nicht sicherstellen, dass die Kühlkette eingehalten worden sei, bis die Muffins bei ihnen in der Truhe landen.

Da ich keine Geburtstagsliste hatte (als ich um eine bat, wurde mir gesagt, das ginge mich nichts an.....), fragte ich eine andere Mutter, die ich schon aus der Krabbelgruppe kannte und deren Kind ebenfalls in der gleichen Gruppe ist, wann die nächsten Geburtstage anstünden. Da ihre Tochter die nächste war, bot sie mir an, mir zu sagen, was es am Geburtstag geben sollte, damit ich meiner Tochter etwas ähnliches mitgeben könnte. Da wir unterschiedliche Hol- und Bringzeiten haben, meinte sie, sie würde es einfach einen Tag vorher der Erzieherin sagen & die könnte es mir dann ausrichten.

Was soll ich sagen..... Am nächsten Morgen blaffte mich die Erzieherin an, ich solle bitte aufhören, andere Eltern zu beunruhigen und ihnen vorzuschreiben, was sie am Geburtstag ihrer Kinder machen sollten...... Ich habe mich daraufhin ein wenig mit ihr angelegt, das versteht sich wohl von selbst.

Seit dem bekommt meine Tochter nur noch was Abgepacktes aus einer Dose, die ich ihr für den Kindergarten gebastelt habe. Im Prinzip eine ganz praktische Lösung, aber ab und an hätte ich ihr schon auch gerne einen selbst gebackenen Muffin oder so mitgegeben, wenn Geburtstag ist. Die Muffins, die man bei Rossmann oder so abgepackt kaufen kann, mag sie nicht.

Die Erzieherin bat mich außerdem, dass meine Tochter am besten zu Hause frühstücken sollte, damit es im Kindergarten keine Probleme gäbe. Wenn sie doch mal im Kindergarten was frühstücken sollte, weil sie noch mal Hunger hat, soll sie sich keinen Teller nehmen, so wie die anderen Kinder, sondern direkt aus ihrer Brotdose essen.

Meine Tochter ist, außer in den ersten 2 - 3 Wochen, noch nie gerne in den Kindergarten gegangen, obwohl ich bis vor kurzem total von diesem Kindergarten überzeugt war. Pädagogisch finde ich die nach wie vor super. Wenn meine Tochter morgens traurig ist & weint, wenn ich sie hinbringe, nehmen sie sie an der Hand oder auf dem Schoß, spielen was mit ihr und beziehen sie mit ein, damit ich mich verabschieden kann. Das finde ich echt gut. Aber meine Tochter will nicht in den Kindergarten. Sie ist ständig traurig und weint schon morgens, bevor wir losgehen. Aber kein wütendes Protestgeheul, sondern einfach ein trauriges Weinen. Sie meint, sie wüsste ja, dass sie in den Kindergarten gehen muss, aber sie sei auch dort immer traurig und fühle sich nicht wohl. Der Raum sei zu klein für so viele Kinder. SIe war schon immer sehr sensibel und fühlte sich bei viel Trubel nicht wohl. Und in ihrer Gruppe sind nun mal 25 Kinder.

Heute früh hatte ich sie auf dem Arm, als wir in den Gruppenraum kommen. Dort saßen und standen an allen Tischen Kinder und kneteten Teig und überall flog das Mehl rum. Ich fragte die Erzieherin, was denn heute mit dem Teig anstünde, und bekam nur zur Antwort, meine Tochter müsse ja keinen Teig essen.

Weil die Kleine weinte, wollte die Erzieherin sie mir abnehmen - mit mehligen Händen und Ärmeln. Als ich meinte, das sei keine so gute Idee, wusch sie sich die Hände in einem Wassereimer, dessen Wasser schon ganz milchig war, weil sie das wohl schon oft an diesem Morgen getan hatte. Ich sagte, es sei besser, wenn sie auch keinen Teig kneten würde, weil bei einer 3-Jährigen der Weg von der Hand in den Mund halt recht kurz ist....

Also setzten sie sie alleine an den Maltisch.

Als ich draußen war, kamen mir die Zweifel. Ich war überhaupt nicht vorbereitet gewesen und bin natürlich nicht informiert worden, dass heute gebacken werden sollte. Und schon gar nicht im Gruppenraum.... Und die Kleine dann bei 2 Erzieherinnen zu lassen, die von Zöliakie keine Ahnung haben (wollen), bereitete mir großes Unbehagen. Nebenbei bemerkt, fand ich es auch nicht so gut, dass sie weder beim Backen noch nachher beim Essen mitmachen konnte und ausgeschlossen war.

Ich hätte mir gewünscht, ich wäre am Vortag informiert worden. Dann hätte ich ein paar Tüten gf Mehl spendiert, und dann hätten alle mitmachen und mitessen können. Oder ihr wenigstens von zu Hause eine kleine Dose selbstgebackener Plätzchen mitgeben. Aber für so viel "Zusammenarbeit" ist in diesem Kindergarten keine Zeit.

Neulich gab es Suppe zu Erntedeank, und da sie nicht wussten, ob meine Tochter das essen darf, haben sie sie einfach zugucken lassen. Es sei für die Kleine aber kein Problem gewesen, versicherte mir die Erzieherin. Und später wurden überall die Fotos von den Suppe essenden Kindern ausgehängt. Nur meine Tochter war natürlich auf keinem Bild drauf, weil sie ausgeschlossen worden war.

Ich drehte um & holte sie wieder ab (was die Kleine sehr freute, sie weinte immer noch ein bisschen, als ich zurückkam). Die Erzieherin sagte pikiert "Schade" und meinte, es sei ja gar nichts passiert. Als ich fragte, was sie meine, sagte sie doch tatsächlich: "Na, sie hat keinerlei allergische Reaktion gezeigt und auch keinen allergischen Schock bekommen." - Ich war sprachlos. Also hatte sie den Flyer wirklich nur abgeheftet und in den vergangenen Wochen nicht gelesen.

Auf dem Flur begegnete mir die 2. Erzieherin des Tages und äußerte ihr Unverständnis darüber, dass ich meine Tochter abholte. SIe wusste auch nicht, was Zölakie ist und hatte auch den Flyer nicht gelesen. Ob der Arzt gesagt hätte, dass sie kein Mehl anfassen dürfe, und was das denn für ein Arzt sei. Ich meinte, es sei schade, dass ich nicht die Gelegenheit bekäme, ihnen mal kurz zu erklären, was Zöliakie sei und worauf man achten müsse. Auch sie verwies mich auf das Entwicklungsgespräch Ende Februar 2015....

Jetzt sind wir daheim und in mir nagen mal wieder die Zweifel. Auch wenn ich den Kindergarten pädagogisch für sehr gut erachte, bin ich mir alles andere als sicher, dass es der richtige Kindergarten für meine Tochter ist.

Auf der Suche nach einer Alternative war ich auch noch nicht sehr erfolgreich. Ich habe zwar einen "Wunsch-Kindergarten" gefunden, aber der ist voll und hat außerdem vom Kreis noch 2 Flüchtlingskinder zugeteilt bekommen, so dass da auch in absehbarer Zeit kein Platz frei wird. Dafür hat die Leiterin eine Schwiegertochter mit Zöliakie und meinte beim Gespräch, man müsse sich in so einem Fall mit den Eltern sehr gut absprechen, damit das Kind nicht isoliert würde.

Und genau das ist mein Problem im jetzigen Kindergarten: Ich fühle, dass meine Tochter isoliert wird. Sie wissen nichts über Zöliakie (was nicht das Schlimmste ist), und sie wollen auch nichts wissen (was viel schwerer wiegt). Und sie informieren mich nicht, sondern vermitteln mir, wenn ich nachfrage, nur das Gefühl, lästig zu sein, sagen, das ginge mich nichts an & blocken mich ab.

Ich weiß nicht, ob es nötig war, die Kleine heute wieder mitzunehmen. Aber ich fühle mich nicht sicher, wenn ich sie dort hinbringe, weil die Erzieherinnen nicht Bescheid wissen, und schon gar nicht, wenn Plätzchen gebacken werden und alle Spieltische (bis auf den Maltisch) voller Mehl sind. Aber die Back-Kinder sind auch nicht bei den bemehlten Tischen geblieben, sondern auch überall rumgelaufen & haben alles angefasst.

Was würdet Ihr mir denn raten? Bin ich übervorsichtig? Sind alle (oder die meisten) Kindergärten so und erwarte ich zu viel, wenn ich gerne mal 20 - 30 Minuten Gespräch mit ALLEN Erzieherinnen dieser Gruppe gehabt hätte (und zwar zeitnah nach der Diagnose und nicht erst 3 oder 6 Monate und etliche Backbleche Plätzchen später...), um zu informieren und das Vorgehen an solchen nicht angekündigten Backtagen (oder Erntedank-Kochtagen usw.) abzusprechen?

Ich habe sogar schon überlegt, sie abzumelden und in dem anderen KiGa anzumelden und notfalls bis zum nächsten Sommer auf einen Platz zu warten. Dann wäre sie zwar fast 4, aber wenn ich jeden Tag ein weinendes Kind in einen Kindergarten bringe, bei dem ich sie nicht gut aufgehoben finde, ist das auch keine optimale Lösung.

Bitte sagt nicht, die Kleine würde meine Zweifel spüren & wolle deshalb nicht mehr hingehen. Sie will schon seit kurz nach der Eingewöhnung letzten Sommer nicht mehr hin & weint ständig, obwohl da das Z-Thema noch gar nicht da & ich von diesem KiGa total überzeugt war. Und auch jetzt schirme ich das vor ihr weitesgehend ab & weise ständig auf die positiven Seiten des KiGas hin.

Und trotzdem ist sie ständig traurig & sagt zig mal am Tag, dass sie gar nicht gerne in den Kindergarten geht. Ich habe auch schon Ursachenforschung betrieben. Es gab wohl keinen bestimmten Vorfall, sondern sie fühlt sich in dem kleinen Raum mit so vielen Kindern einfach nicht wohl. Es ist laut , sIe ist die Jüngste dort und wird wohl auch schon ab und zu mal geschubst oder aus der Puppenecke von anderen Kindern weggeschickt. Und weil sie halt sehr schüchtern ist, geht sie dann auch.

Trotzdem finde ich den Kontakt zu anderen Kindern sehr wichtig, zumal sie ein EInzelkind ist, von daher will ich diesen Kindergartenplatz nicht einfach aufgeben. Und eigentlich muss ich im Frühjahr wieder arbeiten gehen & brauche einen KiGa-Platz.

Aber unter diesen Vorzeichen habe ich - als Nicht-Zöli - wirklich Bauchschmerzen, wenn ich sie jeden Tag hinbringe und irgendwie immer die Luft anhalte, weil ich nicht weiß, was passiert.

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Re: Zöliakie im Kindergarten...

Beitragvon conny84 » 28 Nov 2014 16:57:54

Hallo,

also für mich liest sich das wirklich schrecklich. Meine Töchter sind keine Zölis, ich kann also nicht sagen, wie in unsetem Kindergarten darauf eingegangen werden würde, aber ich denke (bzw. hoffe) doch nicht so ignorant.
Falls du nicht sowieso schon mit eurem Kindergarten abgeschlossen hast, würde ich mir als erstes einmal Unterstützung beim Elternbeirat suchen, die sind für sowas da wenn der direkte Weg, wie du ihn ja probiert hast nicht geht. Wenn das nicht nützt, wäre der letzte Weg auch ein Gespräch mit dem Träger.....
Vielleicht braucht deine Kleine auch noch ein bisschen Zeit und eine Kindi-Pause wäre ganz gut. Ich kenn eine, die hat mit drei nur geheult und hat dann wieder ein paar Monate pausiert, weils einfach nicht ging. Danach mit knapp vier war es dann ganz anders....und mit vier reicht ja eigentlich auch, früher war das ganz normal. Ich weiß natürlich nicht, ob es bei dir beruflich möglich wäre.....
Ich wünsche dir, dass du eine Lösung findest.
Lg Conny
Vertrauen ist das Gefühl,einem Menschen sogar dann glauben zu können, wenn man weiß, dass man an seiner Stelle lügen würde.
(Henry Louis Mencken)

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Re: Zöliakie im Kindergarten...

Beitragvon *Jo* » 28 Nov 2014 19:24:34

Hallo,

meiner Meinung nach reagierst du nicht übertrieben und es war absolut richtig das Kind insbesondere heute wieder mitzunehmen. Ich hätte es nicht anders gemacht.

Was für mich der wichtigste Eindruck ist, in allem was du schreibst. Die Erzieherinnen wollen einfach nicht. Das sieht man z.B. am Beispiel der Muffins. Das Problem wäre doch so einfach zu lösen, du bringst sie frisch und portioniert hin und sie frieren ein. Sie verstecken sich hinter ihrem Zeitmangel. Ich denke, wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg.

Aber was kannst du tun.
Ich glaube ich würde an die Leitung einen Brief schreiben, dass es dir unmöglich ist, das Kind in den Kindergarten zu schicken, wenn dort niemand bereit ist, sich darüber zu informieren auf was geachtet werden muss und warum das getan werden muss. Möglichst knapp und präzise, maximal 1 Seite.
Bis das geklärt ist, würde ich mein Kind nicht in den Kindergarten schicken. So wie du es beschreibst, wird sie sehr gern bei dir zu Hause bleiben. Wichtig ist natürlich das Kind selbst nicht zu bestrafen.
Die Idee den Elternbeirat mit einzuschalten ist sicher sehr gut. Da würde ich das Gespräch suchen und versuchen von dort Unterstützung zu bekommen. Je nachdem wie gut das klappt, würde ich um ein Gespräch mit der Leitung in Beisein dieses Elternbeirats bitten. Nicht du allein, oder mit Partner und mehrere Erzieherinnen.

Ganz ehrlich aber, ich glaube da wird nicht viel rauskommen. Ich habe so was hinter mir, auch so ein Gespräch und es war sehr gut, dass der Elternbeirat mit dabei war. Er hat uns wirklich unterstützt. Es ist über 15 Jahre her, meine Kinder sind in der Zwischenzeit erwachsen. Die Themen waren andere, aber ansonsten war die Situation ähnlich. Im nachhinein habe ich bereut,den Elternbeirat nicht eher eingeschaltet zu haben, aber letztendlich hätte sich nichts geändert.
Ich habe mir einen anderen Kindergarten gesucht und dort noch 3 von beiden Seiten her sehr engagierte und schöne Jahre mit den Kindern gehabt. Es hat mich allerdings meinen Beruf gekostet, dennoch diesen Wechsel habe ich nie bereut.

So viel besonderes an dem pädagogischen Konzept des Kindergarten, in dem was du beschreibst, kann ich auch nicht erkenne. Diese Eingewöhnungsbetreuung kenne ich nicht anders. Das habe ich in beiden Kindergärten, die ich kenne, zu meiner Zeit auch nicht anders erlebt. Meine Kinder haben da auch sehr lange gebraucht, bis sie wirklich gerne blieben.

Du wirst deinen eigenen Weg finden müssen. Ich wünsch dir viel Erfolg dabei.

LG Jo

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Re: Zöliakie im Kindergarten...

Beitragvon Die.L » 28 Nov 2014 20:25:11

Auch von mir ein "raus da!".

Im alten Kindergarten (Kind war 4), musste ich die Sache mit Fructose und Lactose vermitteln. Nichts lebensbedrohliches, aber das Kind noch so klein, dass sie Unterstützung brauchte.
Das ging tatsächlich zwischen Tür und Angel, mit offenen Ohren und etwas Material, später gabs immer mal wieder Nachfragen oder ein paar Sätze zum Verständnis. Hat gut geklappt, die Erzieherinnen waren bemüht.

Im Zweiten Kindergarten das selbe. Später, zu Hort-Zeiten (im zweiten Kindergarten) kam die Zöliakie-Diagnose. Da habe ich mitten im Kindergarten-Umzugsstress (in den zwei kinderfreien Tagen) die Haupterzieherin für 15 Minuten losgeeist. Auch das ging. Alle Erzieher waren dadurch zumindest so weit sensibilisiert "Achtung Lebensmittel, kleinste Spuren...", dass die Informationen über Koch/Backaktionen immer rechtzeitig bei mir ankamen und ich zuarbeiten konnte. Wieder wischen Tür und Angel hab ich häppchenweise die wichtigsten Infos nachgereicht, die Liste mit den "verbotenen Zutaten" ausgehändigt, Gespräche geführt.
Ich bekam sofort einen Anruf, nachdem das Kind versehentlich von einer Wurst unbekannter Herkunft abgebissen hatte. Die Verpackung tauchte während des Gesprächs auf, so dass die Zutatenliste gemeinsam geprüft und als unbedenklich eingestuft werden konnte. Die "Reinheit" des Grills war vom Töchterchen schon vorher kontrolliert worden.

Ich will nur sagen ,dass es auch so gehen kann. Der Kindergarten hat bummelig 120 Kindergartenkinder und noch mal etwa 80 Hortkinder und entsprechend viele ErzieherInnen.
Zöliakie ist eine (wenn auch zum Glück nicht akut) lebensbedrohliche Erkrankung. Wenn die Erzieherinnen das nicht hören wollen, ist das Kind dort nicht gut aufgehoben.
Schöne Grüße von Heike!
Mit Tochter aus 02/2004 (Zöliakie diagnostiziert seit 10/2013)
Für mich seit 06/2017 Diagnose antikörpernegative Zöliakie

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Re: Zöliakie im Kindergarten...

Beitragvon Hetairos » 28 Nov 2014 21:33:37

Hallo AllAboutEve,

du schreibst in deinem Bericht mehrmals, dass du diesen Kindergarten pädagogisch gut findest. Das kann ich nach deinen Schilderungen aber absolut nicht nachvollziehen. Ist es nicht in erster Linie der Auftrag, Vorschulkinder in ihrer Sozialisation zu fördern? Alles andere ist doch hintenan zu stellen!?
Wenn dein Kind unglücklich dort ist und immerzu weint, und seitens des Personals keinerlei Wille da ist, dem entgegenzuwirken, kann es nur eine Konsequenz für dich geben.

AllAboutEve hat geschrieben:.... Ich habe zwar einen "Wunsch-Kindergarten" gefunden, aber der ist voll und hat außerdem vom Kreis noch 2 Flüchtlingskinder zugeteilt bekommen, so dass da auch in absehbarer Zeit kein Platz frei wird. Dafür hat die Leiterin eine Schwiegertochter mit Zöliakie ...

Da würde ich dranbleiben! Sprich doch nochmal mit dieser Leiterin - vielleicht gibt es ja eine Möglichkeit über die Trägerschaft des Kindergartens einen Härtefall geltend zu machen.

Ich drücke euch die Daumen, dass ihr bald einen gangbaren Weg findet!
Gruß, Hetairos
Es ist nicht alles glutenfrei, aber es ist nicht alles nicht glutenfrei, auf dem nicht glutenfrei drauf steht.

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Re: Zöliakie im Kindergarten...

Beitragvon FSM » 28 Nov 2014 21:44:08

Hallo AllAboutEve,

als ich die KiTas unserer Stadt vor drei Jahren abgeklappert habe, um meinen Sohn in die Wartelisten einzutragen, ist mir aufgefallen, dass die Inklusions-KiTas, wo also geistig und/oder körperlich behinderte Kinder gemeinsam mit nicht-behinderten Kindern die KiTa besuchen, relativ gut auf Zölis eingestellt sein müssten, weil dort die Kinder aufgrund verschiedenster Krankheiten individuelle Küche brauchen und auch bekommen. Vielleicht gibt es so eine KiTa ja bei euch?

Bei solchen Problemen ist bei uns auch der übliche Weg: Elternbeirat - KiTa-Leitung - Elternbeirat des Trägers - Träger selbst (-Presse, aber nur wenn man gar keine Optionen mehr sieht.)

Viele Grüße vom FSM

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Re: Zöliakie im Kindergarten...

Beitragvon SierraHotel » 28 Nov 2014 22:52:29

Hallo AllAboutEve,
ich habe meine Tochter aus einem Kindergarten heraus genommen, nachdem sie fast 1 Monat täglich vom Bringen bis zum Abholen nur geweint hat, weil sie sich so "allein gelassen und unverstanden " gefühlt hat. Vielleicht hatte sie auch meinen Unmut mitbekommen, als ihr Bruder mal 4 Stunden allein im Gruppenraum verbringen musste, weil er bei 25°C keine Strickjacke dabei hatte und vor einer Erkältung geschützt werden sollte. Kurz zusammen getragen: Der Kindergarten und ich haben einfach nicht zusammen gepasst. Während Sohnemann locker und tolerant über alle Unstimmigkeiten hinweg gesehen und sich trotzem gut "geschlagen" hat, war es bei der Kleinen anders.
Ich habe sie in einem anderen Kindergarten angemeldet und dort lief alles problemlos und sie ist (nach einer Eingewöhnungsphase) gern hingegangen.
Inzwischen ist sie selbst Erzieherin und natürlich ein Glückstreffer für von Unverträglichkeiten betroffene Kinder.
Vielleicht hat sie noch eine Idee, wie es mit euch weiter gehen kann :überlegen: ich werde sie bei Gelegenheit fragen.
Ich wünsche euch, dass alles gut wird.
Viele Grüße
SierraHotel :Matrose:
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Re: Zöliakie im Kindergarten...

Beitragvon Heiterkite » 28 Nov 2014 23:18:27

Ich bin echt fassungslos. Ich finde das Verhalten der Erzieherinnen dort dermaßen unmöglich.
Beim Lesen dachte ich anfangs noch sowas wie "na, die lesen es halt nicht, weil sie sich schon auskennen" Ich dachte erst, die passen halt auf, dass das Kind nix falsches ist, wollen da aber keinen Zirkus von machen.
Irgendwann fiel mir dann beim Lesen die Kinnlade runter.

Und nein, du überreagierst nicht!

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Re: Zöliakie im Kindergarten...

Beitragvon tanja911 » 29 Nov 2014 18:03:20

Ich kann gar nicht sagen, wie fassungslos ich bin und wie leid mir das tut für euch.

Bei uns steht die Diagnose noch aus, am Freitag ist Magenspiegelung. Aber schon jetzt habe ich den Kiga informiert, was evtl auf uns zukommt.
Ich habe allerdings das Glück, daß eine Erzieherin sowie ein Kind aus unserer Gruppe auch eine Glutenunverträglichkeit hat und uns jede Hilfe angeboten hat.
Dank dem Kiga und dieser Seite bin ich sehr gut vorbereitet auf das, was vielleicht kommt.
Umso schlimmer finde ich es, was bei euch abgeht. Dass Du überhaupt noch etwas positives über den Kiga zu sagen weisst, ist sehr erstaunlich.
Egal welche Krankheiten oder Sorgen ein Kind hat, sollte das ernst genommen werden. Was Du dort zur Zeit erlebst, sollte nicht nur hier veröffentlicht werden, sondern ist ein Leserbrief
in eurer Heimatzeitung wert.
Ich würde an Deiner Stelle an die Kiga-Leitung gehen und wenn die nichts hören will noch höher.
Bitte lass Dir das nicht gefallen!!!!

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Re: Zöliakie im Kindergarten...

Beitragvon moni130 » 30 Nov 2014 13:04:03

Hallo AllAboutEve,

das, was Du berichtest, passt sehr gut zu Erfahrungen, die ich vor vielen Jahren mal mit Vertretern eines pädagogischen Konzepts gemacht habe, dem ich ursprünglich sehr positiv gegenüber stand. Als Gruppenleiterin in einem Kinderkurheim hatte ich damals laufend Praktikant(inn)en dabei, die in der Erzieherausbildung waren. Darunter auch mehrmals welche aus jener "Schule". Die, und nur die, hatten die Allwissenheit und Unfehlbarkeit mit Löffeln gefressen, verweigerten sogar die Teilnahme an Einführungsgesprächen, zu denen ich meine Praktikanten regelmäßig einlud. Genauso stur und nur auf ihr Konzept zentriert machten sie ihren Dienst und bedienten sich dabei selbstverständlich auch an Mitteln, die für ganz andere Zwecke vorgesehen waren. Alles in allem also keine Spur von Kooperations- und Lernbereitschaft.

Ich hätte die Geschichte längst vergessen, wenn mir nicht gerade in den letzten Wochen auf verschiedenen Ebenen (Wirtschaft, Medizin usw.) wieder Vertreter aus dieser "Schule" begegnet wären und ich da ein Verhaltensmuster erkennen konnte, das ganz genau dem entsprach, das ich da vor 40 Jahren erlebt hatte: Nehmen, was man nur kriegen kann, und ohne Rücksicht darauf, was eigentlich gefordert ist, absolut "unfehlbar" das eigene Ding durchziehen. In einem Fall, wo es um den Versuch einer Kooperation unter Medizinern ging, wurde mir von einem Verhalten berichtet, das zu 100 % zu meinen Erfahrungen mit den Praktikantinnen aus eben jenem ...sophischen Dunstkreis passte.

Meine Meinung zu dem, was sich im Kindergarten Deiner Tochgter abspielt: Der Versuch einer Klärung ist gescheitert, aber nicht weil Du irgendetwas nicht richtig gemacht hast, sondern weil der anderen Seite der Wille zur Klärung und Kooperation in Deinem Sinne bzw. im Sinne Deines Kindes fehlt. Schon allein deshalb fehlt, weil es nach deren Denkweise nicht sein kann ...

Hole Deine Tochter da raus!

Gruß
Monika

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Re: Zöliakie im Kindergarten...

Beitragvon AllAboutEve » 30 Nov 2014 17:51:00

Danke Euch allen für Euren Zuspruch. Ihr habt mir das bestätigt, was ich eigentlich schon länger fühle, aber bislang noch nicht so recht gewagt habe, in die Tat umzusetzen, weil mir vom Kindergarten immer vermittelt wurde, dass mein Wunsch nach Gespräch & Information eine "Sonderbehandlung" sei, die dort wohl prinzipiell niemandem zugestanden wird. Ich habe seit der Diagnose das Gefühl, dass wird dort nicht (mehr) richtig sind, aber ich war mir manchmal nicht so ganz sicher, ob ich zu viel verlange.

WIr haben jetzt am Wochenende beschlossen, dass unsere Tochter keinen Tag länger in diesen Kindergarten gehen wird. Ich werde auch nicht mehr den Elternbeirat einschalten, denn unser Wille nach Klärung & Gespräch ist erschöpft. Ich habe mich 3 Monate lang um Klärung, Gespräch & Information (auch schriftlich) bemüht - erfolglos. Wir haben abgeschlossen mit diesem Kindergarten.

Sie darf jetzt erst mal bei mir zu Hause bleiben (für meine Tochter sowieso das Allerschönste), und parallel dazu suche ich einen neuen Kindergarten, der besser zu unseren Bedürfnissen passt. Wenn der gefunden ist, gibt es eine neue EIngewöhnung & hoffentlich einen besseren Start als im alten. Ich denke, wenn sie jetzt erst mal pausieren darf, klappt der Neuanfang sicher besser.

*Jo* hat geschrieben:
Was für mich der wichtigste Eindruck ist, in allem was du schreibst. Die Erzieherinnen wollen einfach nicht. Das sieht man z.B. am Beispiel der Muffins. Das Problem wäre doch so einfach zu lösen, du bringst sie frisch und portioniert hin und sie frieren ein. Sie verstecken sich hinter ihrem Zeitmangel. Ich denke, wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg.

Bis das geklärt ist, würde ich mein Kind nicht in den Kindergarten schicken. So wie du es beschreibst, wird sie sehr gern bei dir zu Hause bleiben. Wichtig ist natürlich das Kind selbst nicht zu bestrafen.


Ja, genau. Sie wollen einfach nicht. Und jetzt wollen wir nicht mehr. Ich will niemanden zwingen, sich "zwangsinformieren" zu lassen.

Und meine Tochter fühlt sich nicht bestraft, sondern eher belohnt, wenn sie nicht in den Kindergarten muss. Als wir ihr das heute gesagt haben, ist ein Strahlen über ihr Gesicht gekommen.

Heiterkite hat geschrieben:Beim Lesen dachte ich anfangs noch sowas wie "na, die lesen es halt nicht, weil sie sich schon auskennen" Ich dachte erst, die passen halt auf, dass das Kind nix falsches ist, wollen da aber keinen Zirkus von machen.


Ja, das dachte ich bis vor kurzem auch. Vielleicht haben sie sich ja eingelesen, vielleicht haben sie sich ja die DZG-Broschüre mal angeschaut, oder die Liste, die ich reingereicht habe. Vielleicht wollen sie einfch nur kein Aufhebens darum machen, damit alle Kinder sich gleich behandelt fühlen. Aber jetzt weiß ich, dass es nicht so ist. Und daraus kann man eigentlich nur eine Konsequenz ziehen.

moni130 hat geschrieben:
Meine Meinung zu dem, was sich im Kindergarten Deiner Tochgter abspielt: Der Versuch einer Klärung ist gescheitert, aber nicht weil Du irgendetwas nicht richtig gemacht hast, sondern weil der anderen Seite der Wille zur Klärung und Kooperation in Deinem Sinne bzw. im Sinne Deines Kindes fehlt. Schon allein deshalb fehlt, weil es nach deren Denkweise nicht sein kann...

Hole Deine Tochter da raus!



Die.L hat geschrieben:Auch von mir ein "raus da!".


Ja, das machen wir! Und zwar sofort.

FSM hat geschrieben:
als ich die KiTas unserer Stadt vor drei Jahren abgeklappert habe, um meinen Sohn in die Wartelisten einzutragen, ist mir aufgefallen, dass die Inklusions-KiTas, wo also geistig und/oder körperlich behinderte Kinder gemeinsam mit nicht-behinderten Kindern die KiTa besuchen, relativ gut auf Zölis eingestellt sein müssten, weil dort die Kinder aufgrund verschiedenster Krankheiten individuelle Küche brauchen und auch bekommen. Vielleicht gibt es so eine KiTa ja bei euch?


Du wirst es kaum glauben - aber es IST die Inklusions-Kita, mit der wir diese Probleme haben :? Ich muss aber dazu sagen, dass sie nach eigenen Angaben noch nie ein Zöli-Kind hatten und nur einmal eines mit einer Milchunverträglichkeit oder so. Und muslimische Kinder, die kein Schwein essen. Behinderte Kinder sind zurzeit auch keine da, nur welche, die etwas verhaltensauffällig sind.

Ich überlege gerade noch, ob ich morgen dort anrufen & die Leitung informieren soll, oder ob ich heute noch eine Mail verfassen und an die Leitung sowie den Träger schicken soll, dass wir den Betreuungsvertrag mit sofortiger Wirkung kündigen.

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Re: Zöliakie im Kindergarten...

Beitragvon Fenni-Mama » 30 Nov 2014 20:33:41

Hallo,
ich habe auch eine Tochter (4) im Kindergarten und ich hab mir beim Lesen gedacht, dass meine Probleme da wirklich klein sind.

Zunächst einmal: Lies dir den Betreuungsvertrag nochmal durch. Oft hat man 2-3 Monate Kündigungsfrist (zumindest bei uns). Wenn du also heute noch kündigen kannst, sparst du dir einen Monat Beiträge. Ob eine E-Mail ausreicht, kann ich nicht sagen.
Bei dem anderen Kindergarten mußt du auf jeden Fall dran bleiben, über Leitung und evtl. Träger, ggf. auch noch über die Gemeinde. Bei uns bekommt man nämlich nicht so einfach einen Ersatzplatz, wenn man einen Platz hat(te), wobei das bei der Krippe noch schwieriger ist.
Aber der alte Kindergarten ist ja eine Gefahr für die Gesundheit deiner Tochter.

Wir hatten die Zöli-Diagnose ca. ein halbes Jahr nach der Eingewöhnung. Und ich glaube, bei uns waren alle froh, zu wissen, dass der Durchfall einen Grund hat und nicht auf Magen-Darm-Infekte zurückzuführen ist. Der Verdacht kam nämlich mehrfach auf.
Meine Tochter ist Ganztagskind, d.h. sie ißt drei Mal im Kindergarten (Vormittags, Mittags und meist auch Nachmittags). Alles gebe ich ihr mit.
Das Mittagessen kommt vom Caterer. Mit dem hatte ich telefoniert und (zumindest im Januar) gab es keine Möglichkeit auf glutenfreies Essen. Aber zumindest kannte er den Begriff ;-) Er hat mir auch Hoffnung gemacht, dass er ab Dez. die Allergene im Speiseplan ausweisen will. Evtl. kann sie dann manchmal wieder mitessen. Aber bisher ist hier nichts passiert. Ich bekomme jede Woche eine Kopie des Speiseplans mit nach Hause und versuche, was ähnliches zu kochen. Das kommt in eine Mikro-Dose und im Kiga dann gleich in den Kühlschrank. Zum Essen macht es jemand vom Team warm. Aus der Dose nehmen sie es immer mit Fenjas Besteck raus.
Im Kiga bekommt sie zusätzlich nur (rohes) Obst, Tee und Milch und Wasser. Für Geburtstage hat sie eine Box, wo sie sich was aussuchen darf. Mütter, die ich besser kenne, wollen gern auch für Fenja was mitbringen. Das hat schon zweimal gut geklappt (einmal mit Eis, einmal mit Quarkkuchen aus einer Silikonform). Aber meistens isst sie was aus ihrer Box.

Eine Hürde war die Mikrowelle für das Mittagessen. Der Kiga war temporär ausgelagert, wegen Umbau. In der Interimsküche gab es eine Mikrowelle. Allerdings wollten sie (die Hausleitung) in der neuen Dauerküche keine reinbauen. Das habe ich aber über die Gruppenleitung geklärt bekommen. Für den Notfall hatte ich aber auch schon im Elternbeirat vorgefühlt.

Im Elterngespräch hatte ich dann noch die Themen Knete, Salzteig und auch Plätzchenbacken angesprochen. Plätzchenbacken ist zumindest in diesem Jahr nicht geplant. Bei Knete wollten sie mal nachlesen. Bei Salzteig und ggf. Knete sollen sie halt auf das intensive Händewaschen achten. Ich hab auch angeboten, eine Tüte Mehl zu spenden.
Außerdem hatten wir im Elterngespräch gefragt, wie das in der Gruppe funktioniert. Ob unser Kind sich augeschlossen fühlt, oder andere neidisch, weil die anderen ja das Catering-Essen essen müssen. Angeblich sei das alles gar kein Problem.

Den Flyer von der DZG und eine Liste mit Verbotenem hatte ich mitgegeben. Den Flyer wollten sie mir nach ein paar Tage wiedergeben. Da hatte ich gesagt, der soll im Kiga bleiben, für neue Mitarbeiter usw. Auch wurde die Zöliakie in ein Teammeeting thematisiert (genauso wie die spiegelverkehrte Anordnung ihrer Organe, also Herz & Milz rechts, Blinddarm links), damit alle Bescheid wissen.

Mittlerweile paßt meine Tochter schon ziemlich gut auf sich selbst auf. Bei Offensichtlichem klappt das evtl. sogar, aber bei Knete und Salzteig käme sie sicher nicht auf die Idee, nach "Ihrem Mehl" zu fragen.

Ich wünsche Euch Alles Gute.

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Re: Zöliakie im Kindergarten...

Beitragvon conny84 » 30 Nov 2014 22:21:54

Hallo,

es freut mich, dass ihr eine Entscheidung für euch getroffen habt (nach deinen Schilderungen hätte ich wohl auch so entschieden) und deine Kleine sich auch gut dabei fühlt.
Wahrscheinlich möchtest du jetzt so schnell wie möglich nichts mehr mit dieser Einrichtung zu tun haben. Ich würde es aber gut finden, wenn du vielleicht doch noch den Elternbeirat über deine Gründe informierst, einfach damit die Hintergrundwissen haben und vielleicht so in anderen Fällen (die bei dieser Ignoranz früher oder später bestimmt auftreten werden) helfen können. Ich weiß natürlich nicht wie engagiert euer Elternbeirat ist, wir (ich bin selbst seit drei Jahren Elternbeirat) würden uns aber über solche Informationen freuen.
Ich wünsche euch alles Gute und dass ihr einen neuen Platz bekommt, wo es euch besser gehen wird.
Lg Conny
Vertrauen ist das Gefühl,einem Menschen sogar dann glauben zu können, wenn man weiß, dass man an seiner Stelle lügen würde.

(Henry Louis Mencken)

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Re: Zöliakie im Kindergarten...

Beitragvon Die.L » 30 Nov 2014 23:31:46

Ich bin erleichtert!

Und wünsche Euch von Herzen, dass Ihr schnell einen neuen guten Platz findet.
Schöne Grüße von Heike!
Mit Tochter aus 02/2004 (Zöliakie diagnostiziert seit 10/2013)
Für mich seit 06/2017 Diagnose antikörpernegative Zöliakie

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Re: Zöliakie im Kindergarten...

Beitragvon Christine Schäffer » 01 Dez 2014 06:52:40

Hallo,
Ich denke,dass es eine gute Entscheidung ist zu wechseln.
Aaaaber,ich würde mich nicht einfach davon schleichen ;-)
Schreib einen Brief an den Elternausschuss und an den Träger des Kindergartens damit die deine Gründe nachvollziehen können,sonst kennen dieselbigen ja nur die Meinung der Erzieherinnen :roll:
Denn auch wenn es euch nichts mwhr nützt,vielleicht kommt es ja einem Kind nach euch zugute.
Lg
Christine

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Re: Zöliakie im Kindergarten...

Beitragvon *Jo* » 01 Dez 2014 09:48:51

Ich kann mich dem nur anschließen. Bitte geht nicht schweigend.
Auch wenn das jetzt nochmal Kraft kostet. Es kommt auch auf euren Vertrag an, wie ihr da rauskommt. Auch hier ist die Begründung, warum ihr das Kind dort nicht dort betreuen lassen könnt, vielleicht wichtig.

Ich wünsche euch, dass ihr ganz schnell einen neuen geeigneteren Platz findet und das ganz schnell hinter euch lassen könnt.

LG Jo

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Re: Zöliakie im Kindergarten...

Beitragvon FSM » 01 Dez 2014 09:52:24

... und zum Thema Kündigungsfrist: Offensichtlich ist die KiTa nicht gewillt oder zumindest nicht in der Lage, deinem Kind ein sicheres Umfeld bieten zu können, obwohl es bei einer Inklusions-KiTa bei einem Kind mit Zöliakie eigentlich kein Problem geben sollte. Die KiTa erfüllt also ihre Seite des Betreuungsvertrages nicht. Das muss in so einem schweren Fall meiner Meinung nach ein sofortiges Kündigungsrecht verursachen. Ich würde dieser KiTa keine 2-3 Monate Beitrag zahlen... Ich möchte auch sehen, wie die KiTa dieses Geld einfordert - denn damit riskiert sie mehr negative Öffentlichkeitswirkung und mehr Stress für die KiTa-Leitung, die offensichtlich sowieso überlastet ist.

Viel Erfolg bei der KiTa-Suche! Ich finde es persönlich auch immer ein großes Plus, wenn die Eltern mehr oder weniger freien Zugang zu den KiTas haben. Bei uns gibt es Kernzeiten (morgendliche Impulse, Mittagsessen, Nachtisch), wo man als Eltern nicht in die KiTa darf. Aber nur, weil sie da keine Unruhe durch Bringen und Abholen von Kindern haben wollte, auf Wunsch darf man auch mal miterleben, wie das mit dem Essen so abläuft. Ansonsten darf man gerade in den Morgenstunden bevor es richtig losgeht oder in den Abendstunden, wenn die meisten Kinder schon weg sind, frei die KiTa betreten, dort noch mit seinem Kind spielen und die ErzieherInnen freuen sich, wenn man sich mit ihnen unterhält. Ich vermute (mein Kind hat ja im Gegensatz zu mir bis jetzt keine Zöliakie), in so einem Klima kann man ganz anders mit dem Thema umgehen.

Viele Grüße vom FSM

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Re: Zöliakie im Kindergarten...

Beitragvon Heiterkite » 01 Dez 2014 16:06:23

FSM hat geschrieben:... und zum Thema Kündigungsfrist: Offensichtlich ist die KiTa nicht gewillt oder zumindest nicht in der Lage, deinem Kind ein sicheres Umfeld bieten zu können, obwohl es bei einer Inklusions-KiTa bei einem Kind mit Zöliakie eigentlich kein Problem geben sollte. Die KiTa erfüllt also ihre Seite des Betreuungsvertrages nicht. Das muss in so einem schweren Fall meiner Meinung nach ein sofortiges Kündigungsrecht verursachen.


Sehe ich auch so.
Die WOLLEN ja offensichtlich nicht. Da kann es nicht sein, dass man da selbst noch weiterzahlen soll.

Ahhhh...Mich macht das echt sauer. In der Schule müssen wir jeden inkludieren, egal wie sinnfrei das ist.
Aber der KiGa ist nicht in der Lage angemessen auf einen Zöli einzugehen??
Obwohl...neulich stand irgendwo (spiegel oder stern.de) was über ein Kind mit Diabetes, dass in die Förderschule soll. Wegen des Diabetes.
Und an anderen Schulen wird einfach jeder unkludiert, auch wenn dabei viele auf der Strecke bleiben.
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Re: Zöliakie im Kindergarten...

Beitragvon AllAboutEve » 01 Dez 2014 21:14:53

Fenni-Mama hat geschrieben:Zunächst einmal: Lies dir den Betreuungsvertrag nochmal durch. Oft hat man 2-3 Monate Kündigungsfrist (zumindest bei uns). Wenn du also heute noch kündigen kannst, sparst du dir einen Monat Beiträge. Ob eine E-Mail ausreicht, kann ich nicht sagen.
Bei dem anderen Kindergarten mußt du auf jeden Fall dran bleiben, über Leitung und evtl. Träger, ggf. auch noch über die Gemeinde. Bei uns bekommt man nämlich nicht so einfach einen Ersatzplatz, wenn man einen Platz hat(te), wobei das bei der Krippe noch schwieriger ist.
Aber der alte Kindergarten ist ja eine Gefahr für die Gesundheit deiner Tochter.


Ja, das ist mir schon klar. Deshalb habe ich bisher auch noch gezögert, sie da direkt rauszuholen, weil wir eben so schnell keinen anderen Platz bekommen werden, da die anderen Kindergärten ebenfalls voll sind. Und eigentlich brauche ich ziemlich dringend einen Platz, weil ich im Frühjahr wieder arbeiten muss. Aber mein Kind ist mir wichtiger als alle Jobs der Welt - irgendwie werden wir das schon hinkriegen.

Und Kündigungen sind bei uns eigentlich nur zum Ende des KiGa-Jahres (Sommerferien) möglich. Ist mir aber inzwischen auch Wurst, mal sehen, was sie da sagen. Hauptsache, die Maus muß da nicht mehr hin. Der Rest wird sich finden.

conny84 hat geschrieben: Ich würde es aber gut finden, wenn du vielleicht doch noch den Elternbeirat über deine Gründe informierst, einfach damit die Hintergrundwissen haben und vielleicht so in anderen Fällen (die bei dieser Ignoranz früher oder später bestimmt auftreten werden) helfen können.


Ja, das mache ich.

Bin jetzt mal auf die Reaktion des KiGas gespannt...

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Re: Zöliakie im Kindergarten...

Beitragvon Die.L » 01 Dez 2014 22:27:03

Die.L hat geschrieben:Zöliakie ist eine (wenn auch zum Glück nicht akut) lebensbedrohliche Erkrankung.


Das muss dem Kindergarten noch einmal deutlich gesagt werden. Das reicht für eine fristlose Kündigung nach dem Keks-Debakel. Finde ich.
Zumal diese Lebens-Bedrohung mit glutenfreier Ernährung so einfach zu verhindern ist.
Schöne Grüße von Heike!
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