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Sensibilität und Emotionalität

Wie wurde Zöliakie bei euren Kindern festgestellt? Wie gehen sie mit der Erkrankung um?

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Wie wurde Zöliakie bei euren Kindern festgestellt? Wie gehen sie mit der Erkrankung um?
Kiki84
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Sensibilität und Emotionalität

Beitragvon Kiki84 » 10 Jul 2013 19:46:05

Hallo ihr Lieben,

ich bin neu im Forum. Zu mir:
Meine Tochter (6) und ich haben Zöliakie. Meine große Tochter (8) nicht. Diagnose bei der Kleinen letztes Jahr im März nach langer Leidenszeit und unendlich viel Arztrennerei..bis zum Kreislaufzusammenbruch und Notfallaufnahme wegen Untergewicht.

Bei mir selbst wurde es dann letztes Jahr im September diagnostiziert.

Nun zu meiner Frage:
Ich weiß das Kinder mit unentdeckter Zöliakie schon zu Depressionen neigen. War bei meiner Kleinen auch so. Nun ernähren wir uns seit ihrer Diagnose strickt glutenfrei. Ihre Werte sind in Ordnung. Alle 6 Monate geht sie zur Kontrolle.
Mir fällt nur auf, dass sie immer noch gefühlt häufiger in Tränen ausbricht als andere Kinder. Sie kommt zwar mit allen Kindern gut zurecht und zeigt im Umgang mit diesen auch Durchsetzungsvermögen.
Dennoch weint sie sehr häufig und ich kann das einfach nicht mehr objektiv genug einschätzen.
Ich habe in einer Zeitschrift der DZG gelesen, dass tatsächlich Zölis "anders" ticken.
Auch ihr Arzt bestätigte dies. Er meint das hängt alles damit zusammen, dass Zöliakie eine Systemerkrankung ist und nie 100% klar ist auf welche Teile des Körpers das noch Auswirkungen hat. :roll:

Habt ihr Tipps wie ich sie fördern kann? Ich habe den Eindruck sie vertraut sich selbst und anderen nur schwer und fühlt sich schnell ihren Gefühlen ausgeliefert. Mir fällt nichts mehr ein. :(

Kennt das Jemand? Ich bin über jede Antwort dankbar.

Liebe Grüße
Kiki

Linde
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Re: Sensibilität und Emotionalität

Beitragvon Linde » 11 Jul 2013 06:55:27

Hallo Kiki ..
das mit der "Sensibilitätsproblemen " kann stimmen .. ich letztens im Krankenhaus und da wurde dies bei mir bestätigt .. ich selber kann mich an meine Kindheit erinnern wo ich ein weinerliches empfindliches Kind gewesen bin .. und jetzt im erwachsenen Alter .. spricht sehr VIEL dafür .. wenn du hier im Forum stöberst wirst du bestimmt einiges finden .. die endgültige Bestätigung dass es Probleme gibt die mit dem Nervensysthem zum tun hat habe ich jetzt schwarz auf weis .. bei mir wurden funktionelle Senbilitätsstörungen diagnostiziert die auf die NICHT adequat behandelte Zöliakie in der Kindheit zurück zu führen sind .. leider bin ich in Rumänien geboren und 1984 war die Medizin dort nicht so weit dass das KIND einen Namen hatte geschweige man wusste das ich mich GLUTENFREI ernähren sollte/müsste .. eines hatte man meinen Eltern auf den Weg gegeben ich sollte bitte sehr vIEL Maisbrei (Mamaliga) essen .. warum wieso weshalb .. hatte man meiner Mutter NICHT gesagt ..
alles wird GUT
Gruß
Linde
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Re: Sensibilität und Emotionalität

Beitragvon moni130 » 11 Jul 2013 07:29:06

Liebe Kiki,

zunächst einmal möchte ich Dir danken, dass Du Dir Gedanken machst. Ich erlebe so oft Menschen, die auf empfindsamen Kinderseelen einfach nur rumtrampeln, dass ich das jetzt einfach mal hervorheben musste.

Die Ursache für die Reaktionen Deiner Kleinen können vielfältig sein, angefangen von einer noch nicht aufgeholten Mangelversorgung mit Vitamin B12. Ich erwähne das hier, weil kaum jemals ein Arzt oder Psychologe an so etwas denkt und die Behandlung doch so einfach ist. Die Wahrscheinlichkeit, dass sie bis zur Diagnose bzw. Umstellung auf glutenfreie Ernährung und Regeneration der Darmschleimhaut kaum Vitamin B12 aus der Nahrung aufnehmen konnte, die Speicher im Körper, die normalerweise für bis zu 5 Jahre ausreichen, langsam immer weniger wurden, ist doch schon mal sehr groß, wenn Deine Kleine schon so weit war, dass sie wegen der Mangelernährung kollabiert ist.

Ich würde jetzt den Arzt konkret darauf ansprechen. Hier habe ich erst vor kürzlich mehr darüber geschrieben. Dann würde zwei bis drei Wochen abwarten. Bis dahin müsste es sich zeigen, ob sich etwas ändert. Spätestens dann, wenn trotz Behandlung eine deutliche Verbesserung ausbleibt, ist es Zeit, psychologische Unterstützung anzupeilen. Du kannst bei caritativen Einrichtungen vor Ort nachfragen, was die anbieten können.

Ich würde gerne noch viel mehr schreiben über Verhalten, habe aber momentan keine Zeit. Vielleicht melde ich mich später noch mal dazu.

Liebe Grüße
Monika

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Re: Sensibilität und Emotionalität

Beitragvon rosazehen » 11 Jul 2013 10:36:26

Liebe Kiki,

ich schreibe hier zum ersten mal, da ich bisher das Forum nur als Informationsquelle genutzt habe. Im Bereich Zöliakie bin ich bisher noch keine richtige Expertin, habe die Diagnose jetzt etwa seit 1em Jahr. Ich habe zwei Kinder, meine Tochter ist nicht getestet (9Jahre alt), mein Sohn (5 Jahre) hat ein negatives Testergebnis. Ich weiß nicht, ob es tatsächlich einen Zusammenhang gibt zwischen Empfindsamkeit und Zöliakie, aber wir sind in meiner Familie alle sehr sensibel (sprich hsp´ler) und mir hat das Buch und die Infoseite "Zartbesaitet" sehr geholfen und die Augen geöffnet. Meine Tochter verhält sich wie Deine, mein Sohn ist noch 10 mal mehr sensibel. Was ich denke, ist, dass diese Hochsensibilität sich auf alle Bereiche auswirkt, nicht nur auf das Seelenleben. Daher reagiert der Körper auf alles intensiver, nicht nur die Seele. Meine Tochter hat auch Sonnenallergie und reagiert auf fast alles, was auf Haut kommt, allergisch. Da jeder Darm durch Gluten gereizt wird, bilden hochsensible Personen wohl auch schneller Zöliakie aus (ich habe meine spätestens seit der 2. Schwangerschaft).
Jedenfalls findest Du auf der Seite "zartbesaitet.net" viele hilfreiche und tröstliche Infos, was auch immer die Ursache für die Hochsensibilität ist.

Viele Grüße
Julia!

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Re: Sensibilität und Emotionalität

Beitragvon lexi-31 » 11 Jul 2013 13:16:00

Hallo Kiki,

ich kann Dich sehr gut verstehen, ich bin in einer ähnlichen Situation wie Du. Mein Sohn (12) hat im Februar letzten Jahres die Diagnose bekommen (wahrscheinlich schon seit Geburt Zöli) und ich im Juni 2012 (vermutlich auch schon lange Zöli). Ich bin davon überzeugt, dass eine unentdeckte Zöliakie im Körper so einiges durcheinander bringt, sowohl körperlich als auch seelisch. So wie Moni schon schreibt, sind häufig die Mängel schuld für viele Missempfindungen oder auch andere Erkrankungen, die uns dann trotz gf Leben erhalten bleiben. Auch ich habe in den letzten Monate einiges bei mir und meinem Sohn festgestellt, was letztendlich und wahrscheinlich auf die autoimmunen Vorgänge im Körper zurückzuführen sind. Ich halte es nicht für ausgeschlossen, dass Deine Tochter eine gewisse seelische Empfindsamkeit entwickelt hat, denn ein kranker Darm kann z. B. auch Depressionen auslösen. Mein Sohn hat z.B. teilweise hyperaktive Anwandlungen (kein ADS oder ADHS), wo die Kinderklinik ganz klar bestätigt hat, dass es sich um ein Zöli-Symptom handelt.

Vielleicht ist es bei Deiner Tochter ja auch wirklich so, dass ihr Nährstoffe fehlen und durch Einnahme Ihr eine deutliche Besserung feststellen könnt.
LG Alexandra

Zöli Diagnose am 20.06.2012, Sohn Simon Zöli Diagnose am 27.02.2012

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Re: Sensibilität und Emotionalität

Beitragvon Sonnenblume3023 » 11 Jul 2013 13:39:03

Hallo,

ich habe nun auch zwei an Zöliakie erkankte Kinder und ich kann dir sagen, das die zwei auch besonders sensibel sind. Sehr, sehr empfindsam. Reagieren auf geringfügige Veränderungen schon und brauchen sehr starken Halt.

Ich kann einfach sagen - das ich das genauso erlebe.

LIebe Grüße
Andrea

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Re: Sensibilität und Emotionalität

Beitragvon Kiki84 » 18 Jul 2013 09:43:04

Ich danke euch für die vielen Antworten. Werde jetzt auf jeden Fall nochmal den Arzt aufsuchen. Ich schreibe, sobald ich was weiß . DANKE..Ich dachte nämlich schon, dass ich selbst zu "überempfindlich" reagiere.

Bebbissch
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Re: Sensibilität und Emotionalität

Beitragvon Bebbissch » 18 Jul 2013 17:42:18

Das find ich jetzt wirklich interessant.

Meine Maus ist auch total sensibel. Fällt ihr z.B. nur ein Glas um bricht sie in Tränen aus, auch wenn keiner schimpft oder ähnliches. Ich hatte aber bisher nie an einen Zusammenhang mit der Zöliakie gedacht...

Gebt ihr zusätzlich Vitamin B 12?


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