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Auslassdiät bei Kleinkind

Eure Fragen und Tipps zu den Symptomen, zur Diagnose und Behandlung von Zöliakie

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babedibu
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Auslassdiät bei Kleinkind

Beitragvon babedibu » 11 Apr 2017 15:17:45

Hallo liebe User,
Ich habe eine Frage an User deren Kinder Zöliakie haben bzw. Erfahrungen mit einer Auslassdiät.
Ich habe diesen Beitrag einem Arzt im Babyforum gelesen. Dieser gab mir als Antwort, zum Kindergastroenterologen. Dort war ich, er hat gesagt, dem Jungen fehlt nix. Trotz dass die Antikörper erhöht waren (nicht extrem hoch, aber erhöht). Und er hat ja Beschwerden und uns wird nirgends geholfen. Meine Heilpraktikerin hatte mir Befunde von einem Zöliakie Kind gezeigt, dessen Werte auch nur "leicht" erhöht waren und dann aber weiter gestiegen sind. Mein Sohn hatte eine Kopf Operation und hast Ärzte und Krankenhäuser und deswegen wollte ich ihm weitere Diagnostik ersparen. Jetzt wo ich die Diät seit 5-6 Wochen mache, bin ich wütend, dass ich nicht doch nochmal hab Blut abnehmen lassen. Jetzt gebe ich ihm seit 3 Tagen wieder mit normale Kost. Wie lange würde es nach einer Auslassdiät dauern bis nachweisbare Werte entstehen? Vielen vielen Dank vorab für Antworten.

Und hier der Beitrag, wo ich sehr hoffe, dass mir jemand eine Info geben kann:
Da er seit einem halben Jahr (er ist 1,5 Jahre alt) sehr starke Blähungen, Schluckauf und Bauchweh hat und sein Bauch voll Luft ist (Sonografie hat dies bestätigt). Seine Antikörperwerte waren etwas erhöht für das Gluten. Allerdings wurde das Blut ca.1,5 Monate nach Beginn der Beschwerden abgenommen (erste Frage: wäre der Wert da schon sehr hoch, nach 1,5 Monaten Problematikbeginn oder in welchem Zeitraum würde er ansteigen?). Im Januar ging es ihm so schlecht und er war nur noch weiß mit roten Augen und so viel geweint , dass ich die Ärztin dann gebeten habe, ob wir es mit einer Diät glutenfrei versuchen könnten. Wollte ihm weitere Diagnostik ersparen. Erste Woche ging es ihm besser, dann traten wieder ab und zu Beschwerden auf. Aber er hatte zum Beispiel auch ganz schlimmes Schnarchen und Grunzen auch wenn er wach war entwickelt, und das ging mit der Diät weg....Warum auch immer.
3-4 Monate hatte sich auch nichts am Gewicht verändert. Innerhalb eines Monats Diät hat er 700g zugenommen. Dennoch hatte er Tage mit Beschwerden aber über den großen Zeitraum gesehen ging es ihm insgesamt um einiges besser. Meine Frage: wenn er zufällig Gluten aufgenommen hätte, würde sowas durch Kontamination (selbe Butter, Toaster usw.) mit unseren normalen Brot möglich sein und das Beschwerden hervor rufen? Wenn er dann wieder in Kontakt mit Gluten gekommen wäre, wann würden die Beschwerden erscheinen? Stunden!? Tage? Würde das mit einer so geringen Kontamination Beschwerden überhaupt auslösen oder hätte er da mehrmals richtige glutenhaltige Lebensmittel zu sich nehmen müssen?
Oder hatten nach 3 Wochen Diät alle Beschwerden weg sein müssen?
Ich wäre ihnen über ein erklären von Glutenkontamination und Aufnahme und Zeitraum von Beschwerden sehr sehr dankbar.

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Re: Auslassdiät bei Kleinkind

Beitragvon Die.L » 12 Apr 2017 22:19:35

Moin babedibu,

es könnte sein, dass Dein Kind mit seinen zarten anderthalb Jahren durchaus schon eine manifeste Zöliakie hat, aber noch wenige der zur Diagnostik herangezogenen typischen Antikörper bilden kann.
Da Du die Diät mit dem Segen der Ärztin begonnen hast, würde ich jetzt die Diät auch mit allen Konsequenzen durchziehen.
Kein winzigstes Krümelchen glutenhaltiges Brot (den Toaster hast Du selbst angesprochen), kein Stäubchen normales Mehl, keine glutenfreie Weizenstärke, keine glutenfreien Haferflocken.
Denn die Erfahrung von vielen Zölis ist, dass vor der Diagnose die einzelne Glutenbelastung im Grundrauschen der allgemeinen Symptome kaum wahrnehmbar ist, aber unter glutenfreier Diät jede winzige Glutenspur wie ein Donnergrollen reinhaut.
Schöne Grüße von Heike!
Mit Tochter aus 02/2004 (Zöliakie diagnostiziert seit 10/2013)
Für mich seit 06/2017 Diagnose antikörpernegative Zöliakie

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Re: Auslassdiät bei Kleinkind

Beitragvon DieKleine » 12 Apr 2017 22:46:06

babedibu, drücke dir und deinem Baby ganz fest die Daumen. Hoffe, es geht euch bald besser

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Re: Auslassdiät bei Kleinkind

Beitragvon babedibu » 13 Apr 2017 12:24:12

Vielen Dank für eure Beiträge. Das ist sehr lieb und danke für die Wünsche. Es ist alles ziemlich schwer u d die Ärztin hat dem mehr oder weniger zugestimmt, da sie sich auch keinen Rat mehr wusste. Wie gesagt, Antikörper zwecks Gluten waren da, aber der Kindergastro tat das ab und meinte eben, ach die müssten viel höher sein wenn es das wäre. Der hat nix (komisch dass er bis vor einem halben Jahr nie Probleme in die Richtung hatte und jetzt geht es ihm ständig schlecht....Mit x Symptomen) und dass da immer nur Luft im Bauch ist, wurde jedes Mal durch die Kä bestätigt und durch die Sonografie. Soviel zum Thema da ist nix. Er hat 4-6 x Stuhlgang am Tag mit super viel unverdauten Zeug und Schleim. Kann mir keiner sagen, da ist nix. Nur am quengeln. Gut zu wissen mit den kleinen Spuren, dass die auch solche Auswirkungen haben.
Ich habe die Diät deshalb abgesetzt, da dies mir die Heilpraktikerin empfohlen hatte und meinte, so wüsste ich dann ob es das wäre. Mittlerweile bin ich über mich etwas sauer, dass ich mir nicht doch vertraut habe und nicht vorher doch nochmal Blut abnehmen lassen habe, ob der Wert hoch gegangen ist. Nun das ganze Spiel von vorn, denn wie du schon sagst (jede mini Menge haut rein-also zum Ausschluss ungeeignet) und derKindergastro meinte auch, damit renne ich der Diagnose nur hinter her. Und so fühle ich mich damit auch. Werde ihn jetzt normal ernähren und abwarten, ob er wieder so abbaut. Ist dies der Fall, dann scheint es sehr wahrscheinlich s mit dem Gluten und war kein zufs.Dann werde ich ihn testen lassen. Hätte ich uns alles ersparen können. Gibt es denn nicht irgendeinen Gentest, der sicher sagt, ob eine Expo für Unverträglichkeit überhaupt vorhanden ist?
Vielen Dank für eure Erfahrungen....

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Re: Auslassdiät bei Kleinkind

Beitragvon moni130 » 13 Apr 2017 13:45:58

Hallo babedibu,

ja, es gibt einen Gentest, über den sich mit sehr hoher Sicherheit ausschließen lässt, dass jemand Zöliakie bekommen kann. Aber ich denke, den Aufwand dafür kannst Du Dir sparen, denn nach all dem, was Du hier geschrieben hast, gehe ich davon aus, dass Dein Sohn wirklich Zöliakie hat. Und das MUSS bei einem Kind unbedingt fachärztlich abgeklärt und attestiert werden. Niemand weiß, was die Zukunft bringt und es können Dinge passieren, die man sich einfach nicht vorstellen kann. Ich erinnere mich z.B. an Berichte über Sorgerechtsstreitigkeiten, weil eine Mutter für ihr Kind ohne Zöliakiediagnose glutenfreie Ernährung durchzog. Also bei Kindern niemals aufgrund einer Auslassdiät selbst auf Zöliakie schließen und glutenfreie Ernährung einführen.

Das Verhalten des sogenannten Kindergastroenterologen macht mich sprachlos. Um den solltest Du einen ganz großen Bogen machen. Wende Dich stattdessen an eine entsprechend spezialisierte Kinderklinik, auch wenn Du dafür vielleicht einen etwas weiteren Weg auf Dich nehmen musst. Suche Dir sofort eine solche Anlaufstelle (evtl. auch mit Hilfe dieses Forums), besprich mit denen den Antikörperbefund und die Symptomatik und lasse Dich von dort beraten, wie Du weiter vorgehen sollst. Ich erwarte, dass man Dir einen Termin für weitere Untersuchungen gibt und Dir sagt, wie Du Dein Kind bis dahin ernähren sollst.

Zu den Antikörperwerten ist zu sagen, dass bei so kleinen Kindern (unter 2 Jahren) das Immunsystem oft noch gar nicht so weit ausgereift ist, dass Antikörper im Blut erscheinen. Wenn Dein Sohn also doch schon (gering) erhöhte Antikörper hatte, die im Zusammenhang stehen mit Zöliakie, dann ist das schon mehr als das, was man in diesem Alter überhaupt erwarten kann. Eine Biopsie abzuwimmeln, weil die Antikörper nicht hoch genug sind, das ist total daneben!

Gut, dass Du Dich hier gemeldet hast.
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Re: Auslassdiät bei Kleinkind

Beitragvon babedibu » 13 Apr 2017 14:16:57

Vielen Dank für deinen Beitrag.
Ich muss dazu noch sagen, weil du vom Immunsystem sprichst, dass seine Beschwerden ein paar Stunden nach seiner letzen heftigen Impfung los ging. Seitdem keine Ruhe mehr ...
Er hatte auch schlimme Zuckungen. Diese sind halbwegs weg außer wenn er einen Infekt oder Fieber hat sind sie noch, aber das schlimmste ist die Bauchproblematik. Könntest du mir einen Tipp geben zwecks der Kinderklinik? Ich bin aus Berlin, ist das Virchow Klinikum Charitè speziell für sowas? Vielen herzlichen Dank.

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Re: Auslassdiät bei Kleinkind

Beitragvon babedibu » 13 Apr 2017 14:21:16

Ach und bei uns ist es ähnlich. Leider zur Zeit beim Amt, und für spezielle Ernährung brauchen die eine Diagnose. Ist mir egal, wenn er es braucht gebe ich auch ohne Hilfe mein letztes Hemd. Deswegen zweitrangig, aber erstmal, wie kann ich ihm helfen und ist es wirklich das?! Ich hab im Juni noch ein Termin bei einer anderen Kindergastroenterologin. Mal sehen was die dazu sagt.....

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Re: Auslassdiät bei Kleinkind

Beitragvon moni130 » 13 Apr 2017 15:30:47

Für Berlin fällt mir leider nur eine Ambulanz für Erwachsene ein, aber Andreas oder Valeska, die Begründer dieses Forums, die sind aus Berlin und können sicherlich einen Tipp geben, wohin Du Dich dort wenden könntest. Du findest sie, wenn Du die Mitgliederliste aufrufst.

Ansonsten kannst du Dich auch hier bei der Gesellschaft für Pädiatrische Gastroenterologie und Ernährung (GPGE) beraten lassen: https://www.gpge.de/elternkinder/
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