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Zöliakie oder nicht ?! Bitte um Hilfe

Eure Fragen und Tipps zu den Symptomen, zur Diagnose und Behandlung von Zöliakie

Zöliakie oder nicht ?! Bitte um Hilfe

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Yel089
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Zöliakie oder nicht ?! Bitte um Hilfe

Beitragvon Yel089 » 08 Apr 2017 09:22:12

Hallo ihr Lieben,

Es geht um meine 13 jährige Tochter die einmal mindestens im Monat Bauchschmerzen hat die den ganzen Tag anhalten sonst keine Auffälligkeiten. Unsere KÄ hat Blut abgenommen so sehen unsere Werte aus. Hoffe das ihr mir ein wenig helfen könnt mir euren Erfahrungen.

Immunoglobulin A 2.29 ( 0.70-2.30) g/l
TSH Basal 2.39 (0.40-4.20) mU/l
Ak g. Gewebstransglutaminase IgA 14 (<20 )
Ak g. Endomysium (IgA,IF) <1:10 (<1:10) Titer
Ak g. Gewebstransglutaminase IgG <1.0 ( <1.0) Ratio
Ak g. Gliadin (GAF-3X, IgA EIA) +103 (<25) U/ml
Ak g. Gliadin (GAF-3X, IgG EIA) <10 (<25) U/ml
Eine Zöliakie ist möglich

Das sind unsere Befunde. Wir haben erst im Mai beim Gastro einen Termin. Meine Tochter ist am weinen es ist nicht einfach für uns beide im Moment :-( was denkt ihr könnte Sie es haben ? Was ist wenn die Biopsie negativ ausfällt. Heißt es dass Sie es dann nicht hat. Warum ist nur dieser eine wert erhöht was sich die KÄ auch nicht erklären kann?.

Vielen lieben Dank

FSM
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Re: Zöliakie oder nicht ?! Bitte um Hilfe

Beitragvon FSM » 08 Apr 2017 17:40:27

Hallo,
entscheidend ist, ob mit "Gliadin" natives Gliadin oder deamidierte Gliadinpeptide gemeint sind.

Falls natives Gliadin gemeint ist, sieht meiner Laienmeinung nach eher nicht nach Zöliakie aus, sondern nach einer anderen Erkrankung, auf die die Recht unspezifischen Antikörper gegen Gliadin anspringen. Dazu zählen chronisch-entzündliche Darmerkrankungen, Ulkuserkrankungen, gastroösophagealer Reflux, Lebensmittelallergien und Gastroenteritiden.

Falls Antikörper gegen deamidierte Gliadinpeptide gemeint sind, sieht es eher nach Zöliakie aus. Da diese Antikörper früher auftreten, gäbe es da auch keinen inneren Widerspruch der Testergebnisse.

Ich habe diesen Treffer zu dem erhöhten Antikörperwert gefunden:

https://www.euroimmun.de/documents/Indi ... D_DE_A.pdf

Dort wird die Spezifität mit 95% angegeben, also nur bei 5% waren diese Antikörper vorhanden, es konnte aber keine Zöliakie nachgewiesen werden.

Ich denke dieser Wert rechtfertigt schon, die Zöliakie-Diagnostik fortzuführen.

Viele Grüße vom FSM

Übersicht über Antikörper: http://www.dzg-online.de/antikoerper.359.0.html

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Re: Zöliakie oder nicht ?! Bitte um Hilfe

Beitragvon Yel089 » 08 Apr 2017 20:58:00

Ich weiß leider selber sehr wenig darüber ich weiß nicht mal was mit nativ und alles andere gemeint ist. Die KÄ ist in dem Bereich auch überfragt sie sagte uns nur dass sie selbst nicht glaubt dass meine Tochter Zölakie hat weil nur ein Wert gestiegen ist. Ich muss dazu sagen Sie hatte schon als Kleibkind oft Bauchschmerzen und damals denke ich wurde sie auch untersucht o.b. Blutwerte. Nur Sie hatte Calprotectinwerte hoch gehabt im Stuhl. Ich bin jetzt auch richtig überfragt. Ich habe die KÄ gebeten diesen gentest durch zu führen darüber hatte sie leider auch keine Ahnung. Wir haben am 12. Mai in Starnberger Klinik einen Termin. Müssen leider abwarten :-(. Was ist wenn Gentest negativ ausfällt ?
Danke nochmal an alle die sich hier die Zeit nehmen. Ich bin leider noch im Schock und weiß selber nicht wie ich damit umgehen soll

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Re: Zöliakie oder nicht ?! Bitte um Hilfe

Beitragvon FSM » 08 Apr 2017 21:19:22

Wenn der Gentest negativ ausfällt ist Zöliakie mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen. Wenn der Gentest hingegen positiv ausfällt, heißt das leider gar nichts, außer dass Zöliakie eine Möglichkeit ist. Viele Menschen (die große Mehrheit) haben aber das Zöliakie-Risikogen, ohne Zöliakie zu entwickeln.

Es ist durchaus möglich, dass Zöliakie vorliegt, auch wenn nur ein Wert erhöht ist, da diese neuen Gliadin-basierten Tests in Studien früher anschlugen. Da waren bei einigen Patienten die Werte dieser Antikörper schon erhöht, alle anderen und die Biopsie waren aber negativ. Innerhalb von 2 Jahren zeigten dann aber auch die anderen Werte eine Zöliakie an.

Wichtig ist auf jeden Fall, dass sich deine Tochter weiter glutenhaltig ernährt (wenn gesundheitlich möglich, sonst aber trotzdem vor Beginn einer glutenfreien Diät mit den Fachärzten reden, ggf. um einen früheren Termin wg. besonderer Dringlichkeit bitten), denn unter glutenfreier / glutenarmer Diät kann eine weitere Diagnostik nicht stattfinden. Also zumindest bis zum Termin im Mai fleißig Gluten essen und dann hoffen, dass die Fachärzte Klarheit schaffen. Die Chancen dafür stehen denke ich recht gut.

Viele Grüße vom FSM

EDIT: Eine Sache noch: Bei unklarer diagnostischer Lage - was bei euch der Fall ist - zahlen die gesetzlichen Krankenkassen den Gentest, und dieser kann auch von der Kinderärztin veranlasst werden.

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Re: Zöliakie oder nicht ?! Bitte um Hilfe

Beitragvon moni130 » 08 Apr 2017 22:15:19

Hallo,

wenn nur ein einzelner Wert derart aus der Rolle fällt, dann ist grundsätzlich auch an einen möglichen Laborfehler zu denken und der Test in ein paar Wochen (und evtl. in einem anderen Labor) zu wiederholen. Auch wenn das Testverfahren eigentlich sehr sicher ist, kann doch immer noch etwas passieren, das zu einem verfäschten Ergebnis führt.

Bauchschmerzen an einzelnen Tagen, sonst keine Auffälligkeiten, das kann ganz viele andere Ursachen haben, die nichts mit Zöliakie zu tun haben. Daher überrascht es mich, dass der KA überhaupt an Zöliakie gedacht und die Antikörpertests veranlasst hat. :yes:
Ich bin zuversichtlich, dass ihr einen guten Arzt habt, der weiß, was er tut. Und die Klinik in Starnberg ist auf jeden Fall eine sehr kompetente Anlaufstelle.

Dass Deine Tochter traurig ist und auch Tränen fließen, das ist nachvollziehbar. Eine gewisse Trauerphase ist ganz normal bei der Bewältigung einer (chronischen) Krankheit. Ohne klare Diagnose ist noch dazu die Phase der Unsicherheit und Suche, die Zeit der Hoffnungen auf schnelle Hilfe und Frustrationen noch nicht abgeschlossen, so dass man noch keine Vorstellungen davon entwickeln kann, wie der weitere Weg aussieht. Falls wirklich Zöliakie im Spiel ist, kann hinzu kommen, dass das Stimmungstief direkt durch die unbehandelte Zöliakie verstärkt wird. "Weinerlichkeit" gehört mit zu den "typischen" Symptomen bei Zöliakie.

Vielleicht ist das ein kleiner Trost: Es sind nur noch wenige Wochen bis zur gastroenterologischen Abklärung. So eine Wartezeit läßt sich besser aushalten, wenn man sich bewußt macht, was man bisher schon ausgehalten hat. Wenn dieser Tag rum ist, dann werden die Karten neu gemischt. Dann ist zumindest ein Stück Unsicherheit vom Tisch.

Ich halte Euch die Daumen,
Monika

PS: Um noch auf den von FSM vorgebrachten Einwurf einzugehen: Es wurde schon der richtige Test auf Antikörper gegen deamidierte Gliadinpeptide gemacht, was aus der Bezeichnung "GAF-3X" hervorgeht.
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Re: Zöliakie oder nicht ?! Bitte um Hilfe

Beitragvon Yel089 » 09 Apr 2017 05:11:27

Dann heißt es jetzt für uns abwarten und doch noch hoffen das da nichts ist. Liebe Monika was ist wenn nur dieser eine Wert erhöht ist und durch die Biopsie nichts rauskommt? Können wir dann mit Zöliakie abschließen. Tut mir leid für die vielen Fragen ich bin selbst am weinen meine kleine so fertig zu sehen:-(.

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Re: Zöliakie oder nicht ?! Bitte um Hilfe

Beitragvon moni130 » 09 Apr 2017 08:43:05

Hallo Yel089,

mit Zöliakie abschließen könntet Ihr nur, wenn auch die genetische Disposition für Zöliakie ausgeschlossen wurde. Ich weiß, das ist jetzt kein Trost für Dich. Doch es ist leider so, dass es manchmal Jahre dauert, bis tatsächlich mal alle Diagnosekriterien erfüllt sind, um sicher zu sein, dass es Zöliakie ist.

Bei nicht wenigen von uns hier im Forum, wurde erst nach der zweiten oder dritten gastroenterologischen Untersuchung die Zöliakie diagnostiziert. Da die zöliakietypischen Schädigungen nicht flächenhaft auftreten müssen, d.h. die Schleimhaut im einsehbaren Bereich nur fleckenartig geschädigt sein kann, kann es auch passieren, dass für die feingewebliche Untersuchung nur Proben erwischt werden, die normale Schleimhaut zeigen. Deswegen muss immer an mehreren Stellen etwas Schleimhaut entnommen werden, um die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, dass man geschädigtes Gewebe mit erfasst.

Das alles trägt jetzt nicht zu Deiner Beruhigung bei. Ihr werdet jetzt mit Dingen konfrontiert, die für Euch neu sind und Euch verunsichern. Aber als "alter Hase" kann ich Dir sagen, dass es schon mal sehr viel bedeutet, dass Ihr mit dem Antikörperbefund etwas habt, an dem Ihr dran bleiben könnt. Schlimmer wäre es, wenn es überhaupt keinen Fingerzeig gäbe, woher die Beschwerden kommen.

Damit die Wartezeit überschaubarer wird, könntest Du bei der Klinik noch mal anrufen und zu fragen, ob Ihr einzuspringen könntet, falls jemand absagt, der einen früheren Termin hat. Weise darauf hin, dass es um Abklärung bezüglich Zöliakie geht und dass die Wartezeit eine große psychische Belastung für Deine Tochter ist. Es hat schon in ganz vielen Fällen geklappt, dass so die Biopsie wesentlich früher gemacht werden konnte.

Alles Gute,
Monika
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Re: Zöliakie oder nicht ?! Bitte um Hilfe

Beitragvon Yel089 » 09 Apr 2017 19:33:37

Liebe Monika und FSM,

Herzlichen Dank für die Zeit die ihr euch nimmt um uns zu helfen:). Ich habe heute fast den ganzen Tag mit meiner Tochter darüber geredet ihr fällt natürlich immer noch schwer draußen mit Freundinnen nicht mehr essen gehen zu können ( Mac Donalds etc.). Sie hofft innerlich selber und wiederholt immer wieder dass Sie es hoffentlich nicht hat. In der Familie ist es nicht bekannt weder ich noch mein Mann haben uns testen lassen auch der Rest der Familie nicht außer mein Sohn der auch ständig Bauchweh hat, er hat übrigens normale Werte. Ich hatte letzten Monat wegen Dauer Beschwerden Völlegefühl, schmerzen Magen-Darm meine Spiegelung und Biopsien. Ich habe auch gelesen das gegen Sprue auch geschaut wurde( Dünndarm) bis auf Magenschleimhautentzündung nichts auffälliges. Biopsien negativ. Also denke ich dass ich es nicht habe. Aber ich werde mich mit ihr falls Sie es auch hat gf ernähren und möchte nicht dass Sie sich damit allein fühlt. Ich werde noch morgen früh zu KÄ fahren und drauf bestehen nochmals Blut abzunehmen und den gentest durchführen. Letztens sagte sie, sie wüsste nichts davon. Auf was muss ich sie genau testen lassen? Ich muss sie mir aufschreiben ihr in die Hand drücken. Da auch der eine Wert erhöht ist und bis Gastro noch die Ubklarheit uns fertig macht kann ich doch drauf bestehen als Mutter oder? Ich muss sagen ich eine sehr ängstliche Person habe Angststörungen die auch behandelt werden :-( aber seitdem ich es erfahren habe zittere ich wieder am ganzen Körper und lese fast den ganzen Tag hier im Forum die Berichte. Schön dass es euch gibt und wir auch nicht damit alleine sind :( im Moment wirklich nicht einfach. Der Gastro weiß auch von den Werten nichts da muss ich nochmal anrufen und um einen früheren Termin bitten wenn natürlich dies möglich ist was ich nicht glaube.
Was denkt ihr wie soll ich vorgehen falls gentest positiv ausfällt aber die Biopsie negativ?! Ich muss sagen außer einmal im Monat manchmal einmal in 2 Monaten Bauchschmerzen hat sie sonst keine Auffälligkeiten. Sie ist mit 13 (164 groß und wiegt 51 Kilo) was für mich normal ist oder ?
Danke nochmals

Schönen Abend

FSM
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Re: Zöliakie oder nicht ?! Bitte um Hilfe

Beitragvon FSM » 09 Apr 2017 21:13:25

Hallo,
wegen Gentest sieht hier: http://www.dzg-online.de/genetische-ver ... 386.0.html

Oder noch genauer in der Leitlinie zur Diagnose von Zöliakie hier:

https://www.dgvs.de/wissen-kompakt/leit ... zoeliakie/

Deine KÄ muss wohl mit ihrem Labor besprechen, ob die so einen Test durchführen können und was für eine Blutprobe sie brauchen. Evtl. musst du mit deiner Kasse sprechen, damit sie den Test übernehmen, aber eigentlich sollte das nicht notwendig sein.

Hier noch eine Studie zu Kindern, die positive DGP, aber negative TTG-Werte hatten, also genau euer Fall:
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2863389/

Dort steht, dass bei der Hälfte der Fälle eine Biopsie eindeutig Zöliakie belegt hat und dass der Arzt von Fall zu Fall entscheiden sollte, ob eine Biopsie nötig ist, oder ob man erst mal nach ein paar Monaten nochmal die Antikörperwerte kontrolliert.

Was in welchem Fall zu tun ist jetzt zu überlegen ist denke ich recht sinnfrei, weil es zu viele Variablen gibt.

Weiter glutenhaltig essen, einen Gentest veranlassen und die Ärzte entscheiden lassen, ob Biopsie oder erneute Antikörpertests der nächste Schritt sind, das macht denke ich jetzt erst Mal Sinn.

Viele Grüße vom FSM

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Re: Zöliakie oder nicht ?! Bitte um Hilfe

Beitragvon Yel089 » 09 Apr 2017 21:56:28

Hallo FSM

Vielen Dank für die Quellen, morgen möchte ich den gentest machen lassen selbst wenn ich es selbst zahlen muss. Danach lasse ich den Prof. L. in Starberg entscheiden wie wir vorgehen müssen. Berichte dann weiter wenn sich was tut. Danke

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Re: Zöliakie oder nicht ?! Bitte um Hilfe

Beitragvon moni130 » 10 Apr 2017 06:18:02

Hallo Yel089,

Deine Entschlossenheit finde ich im Prinzip sehr gut, nur rate ich Dir, die Sache mit dem Gentest noch zu vertagen bis nach dem Biopsietermin. Momentan bringt der Euch mit großer Wahrscheinlichkeit keinen Schritt voran. Bis zu 40 % der Bevölkerung sind Träger jener Gene, bei denen sich Zöliakie entwickeln kann, aber nur etwa 1 % bekommt tatsächlich Zöliakie.

Der Gentest ist hilfreich und sinnvoll, wenn bei einer Biopsie "unsichere" Werte rauskommen, Biopsieergebnis und Antikörperbefund nicht zueinander passen etc. und dann, aber erst dann, Zöliakie sicher ausgeschlossen werden soll. Das alles ist ja bei Deiner Tochter (noch) nicht der Fall. Zum jetzigen Zeitpunkt sollte eher noch mal genau der Test gemacht werden, bei dem dieser hohe Antikörperwert raus gekommen ist, einfach um einen Laborfehler auszuschließen. Dazu wird die Ärztin sicherlich gerne bereit sein, zumal, wenn Du das auch noch selbst bezahlst. Sonst, d.h. als Kassenleistung, geht es wohl nicht so kurz nacheinander. Dieser Test kostet auch nur etwa ein Zehntel von dem, was für den Gentest aufzubringen wäre. - Und sollte dann noch mal ein erhöhter Wert rauskommen, dann kann man das mit dem Gentest auch bleiben lassen, denn dann wäre indirekt schon der Nachweis erbracht, dass die entscheidenden Gene vorhanden sein müssen, denn ohne die kann es nicht zu der Bildung dieser Antikörper kommen.

Also das Programm für heute: Arztbesuch ja, Blut abnehmen ja, Antikörpertest wiederholen ja, Gentest einfordern nein.

Monika
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Re: Zöliakie oder nicht ?! Bitte um Hilfe

Beitragvon Yel089 » 10 Apr 2017 07:17:33

Gutenmorgen :)

Ich danke dir Monika wir sind auf dem Weg zum Arzt am 3.4 war die erste blutabnahme. Soll ich doch nicht lieber warten oder gleich heute nochmal testen lassen??

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Re: Zöliakie oder nicht ?! Bitte um Hilfe

Beitragvon Yel089 » 10 Apr 2017 09:54:27

Hallo ihr Lieben,

Wir kommen gerade von der KÄ. Sie will keinen Gentest machen im Moment und auch keine neue Blutabnahme da wir schon einen Termin beim Gastro haben. Sie sagte auch was würde es bringen wenn es negativ oder positiv nochmal ausfälllt ich will sie ja eh in Starnberg vorstellen wegen Bauchschmerzen. Da soll der Prof. Entscheiden wie vorzugehen ist aber sie denkt dass meine Tochter nicht die Symptome hat. Nun sie hat LI, stille ADHS und beim bücken tut sie sich ziemlich schwer kann ihre Füße nicht berühren weil sie schmerzen und starkes ziehen an den Beinen hat und auch die Schulter schmerzen?. Weiß nicht ob das ein Zusammenhang ist. Meistens ist sie ziemlich mies drauf ist ja auch in der Pubertät. Vor kurzem hatte ich Eisenwerte wissen wollen vor 2 Monaten die waren auch völlig in Ordnung. Ich muss sagen die Probleme mit ihrem Knie fingen nach Schullandheimaufenthalt in einem Skilager an. Konnte fast ein Jahr kein Sport treiben ob es da ein Zusammenhang gibt kann ich nicht erklären.
In Starnberger Klinik habe ich angerufen ob wir früher einen Termin bekommen können da ein Blutwert auf Zöliakie hinweist. Die Dame war eine sehr liebe und sagte ich solle mit Blutwerten die Symptome die mir aufgefallen sind ihr per Email schicken. Nächste Woche entscheidet der Prof. Ob er gleich eine Spiegelung machen möchte oder eine erneute Blutprobe in 6 Monaten. Da hat ich sie ob wir nicht nächste Woche nochmal Blut kontrollieren können oder höchstens in 4 Wochen da meine Tochter sich auch viele Gedanken macht. Durch KÄ ist sie sogar im Moment ziemlich sicher dass Sie es nicht hat :-( und stellt sich auch so drauf ein. Die Dame sagte auch sie solle bitte nicht im Internet darüber lesen aber wie kann man Kinder in dem Alter so kontrollieren in dem Bereich etwas schwierig. Da diese Woche der Prof nicht da ist ruft die mich nächste Woche an und teilt mit wie wir vorgehen wollen.
Ich danke euch wirklich sehr

Liebe Grüße

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Re: Zöliakie oder nicht ?! Bitte um Hilfe

Beitragvon moni130 » 11 Apr 2017 08:39:07

Nun sie hat LI, stille ADHS und beim bücken tut sie sich ziemlich schwer kann ihre Füße nicht berühren weil sie schmerzen und starkes ziehen an den Beinen hat und auch die Schulter schmerzen?. Weiß nicht ob das ein Zusammenhang ist. Meistens ist sie ziemlich mies drauf ...

Und da schreibt Du von
Bauchschmerzen ... sonst keine Auffälligkeiten
:-?

Wie dem auch sei, vor dem Termin in Starnberg werdet Ihr nicht voran kommen. Aber erzähle dort bloß nichts von "sonst keine Auffälligkeiten", sondern halte Dich an das, was wirklich vorliegt. LI bei einer 13jährigen ist doch schon mal auffällig und Zöliakie kommt da als Ursache sehr gut in Frage! Und wenn sie LI hat, dann hat sie außer den geschilderten seltenen Bauchschmerzen sicherlich auch andere Probleme mit der Verdauung. Wie sonst wäre es wohl raus gekommen, dass sie LI hat?

Von heute an dokumentiert Ihr mal, was jeden Tag so passiert. Ob zusammen oder jeder für sich, müsst Ihr selbst entscheiden. Ein erweitertes Ernährungstagebuch meine ich, in dem auch jeder Stress, jedes Ziepen sonstwo im Körper usw. mal aufgeschrieben werden. Wenn Deine Tochter so etwas in Form von Video-Selfies machen möchte, umso besser. Natürlich so etwas niemals ins Netz stellen, sondern nur auf einem USB-Stick o.ä. abspeichern. Am besten gleich ein (altes) Handy ohne SIM-Karte für die Aufnahmen nehmen.

Wenn es Zöliakie sein sollte und später mal die glutenfreie Diät nervt, dann kann so eine Dokumentation sehr hilfreich sein um zu erkennen, wie viel sie einem aber doch schon gebracht hat. Und ich wette, jeder, der so eine Dokumentation hat, wird den Zustand vor der Umstellung nie wieder erleben wollen.

Gruß
Monika
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Re: Zöliakie oder nicht ?! Bitte um Hilfe

Beitragvon Yel089 » 11 Apr 2017 09:23:59

Liebe Monika erstmal danke dass du auch für uns da bist das weiß ich sehr zu schätzen lieben Dank :-)
Ich habe die anderen Auffälligkeiten nicht aufgezählt weil die KÄ der Meinung war das dies kein Zusammenhang mit Zöliakie hat außer Bauchschmerzen. Den LI habe ich machen lassen weil sie immer wieder Bauchschmerzen hatte.
Ich habe in meinem Email auch die anderen Auffälligkeiten dem KH mitgeteilt und werde auch ausführlich dem Prof über alles berichten. Natürlich möchte ich nicht dass Sie Zöliakie hat aber falls doch ich will ja dass es meiner Tochter einfach nur gut geht und nichts schadet.
Bei meiner Magenspiegelung kam nichts außer Magenschleimhautentzündung. Aber auch ich werde drauf bestehen dass ich über Blut die Ak bestimmen lasse.
Sie ist natürlich nicht immer schlecht drauf. Es kann ja auch die Pubertät sein. Ist alles einfach total durcheinander im Moment. :( Aber wir kriegen das schon hin obwohl ich ziemlich Angst habe davor. Weil eben auch Krümel von Gluten Schäden anrichten kann das ist eben das was mir ziemliche Sorgen bereitet. Meinen Sohn will ich nicht gf ernähren im Moment mein Mann würde auch gf nicht essen können. Nächste Woche weiß ich mehr wie was als nächstes gemacht wird. :yes:

Liebe Grüße

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Re: Zöliakie oder nicht ?! Bitte um Hilfe

Beitragvon Yel089 » 18 Apr 2017 20:15:27

Hallo ihr lieben,

Wir hatten unsere Blutwerte mit den Symptomen an Prof. Dr. Lang geschickt. Nachdem er sich das ganze angeschaut hat bekamen wir heute die E-Mail das wir im Moment keine Biopsie vornehmen und die Blutwerte in einpaar Monaten ca 6, 7 Monate wiederholen, falls Sie stärkere Bauchschmerzen oder öfters haben sollte sollen wir uns in der Starnberger Klinik melden. Ich werde meiner Tochter ein Jahr dafür geben denn sie hat wirklich sehr darunter gelitten, weil auch die ganzen Symptome fehlen die sie auch nicht stören. Psychisch will ich ihr das ganze in kürze nicht noch mal zumuten. Nach einem Jahr mit der Hoffnung das die Blutwerte normal sind werden wir uns an der Stelle nochmal melden. Vielen herzlichen Dank an alle.

Liebe Grüße

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Re: Zöliakie oder nicht ?! Bitte um Hilfe

Beitragvon rehlein » 21 Apr 2017 11:17:25

Hallo Yel,
Passt nicht zum Thema aber...
Du hattest es oben erwähnt....Mit den Freundinnen zu Mc Don., die Pommes gehen aber.

Alles Gute!
Grüße vom Rehlein

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Re: Zöliakie oder nicht ?! Bitte um Hilfe

Beitragvon HeavilyBroken » 21 Apr 2017 13:25:18

Hallo Rehlein,

diese Aussage stimmt so nicht!

Die Zutaten der Pommes sind zwar glutenfrei, aber nur solange sie nicht frittiert werden.. es gibt zwar "extra" Friteusen für die Pommes bei MCD, diese werden aber in der Praxis zu Stoßzeiten auch für die Nuggets genutzt. Außerdem werden gh Aktionsfritten wie die Curly Pommes auch in der Pommesfriteuse zubereitet. Sprich man kann in den seltensten Fällen davon ausgehen, dass das Frittenfett glutenfrei ist.

Meine Hand würde ich für die Fritten also nicht ins Feuer legen.
Liebe Grüße
Caro


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