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Studie zur glutenfreies Ernährung

Eure Fragen und Tipps zu den Symptomen, zur Diagnose und Behandlung von Zöliakie

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conny84
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Studie zur glutenfreies Ernährung

Beitragvon conny84 » 19 Jan 2017 14:17:24

Habe ich gerade zufällig gefunden, zwar sind meine Kinder keine Zölis, fraglich ist aber ob das nur für Kinder gilt:
https://www.kinderaerzte-im-netz.de/new ... schten-er/

Allerdings stellt sich dabei bei mir die Frage, ob die GF Diät auch wirich bei den betroffenen sooo genau eingehalten wurde.

LG Conny
Vertrauen ist das Gefühl,einem Menschen sogar dann glauben zu können, wenn man weiß, dass man an seiner Stelle lügen würde.
(Henry Louis Mencken)

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Re: Studie zur glutenfreies Ernährung

Beitragvon Heiterkite » 19 Jan 2017 19:03:49

USA und Kanada- ist es da üblich, glutenfreie Haferflocken und Weizenstärke zu verwenden?

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Re: Studie zur glutenfreies Ernährung

Beitragvon Zöli-Schnecke » 19 Jan 2017 20:20:00

Hallo Ihr Lieben,
ich habe den Link zur Studie vorhin von einer Bekannten bekommen - und mir/ihr genau dieselbe Frage nach gf Hafer gestellt. Meine Freundin sagte, ihr seien auf ihrer diesjährigen USA-Reise keine Produkte mit gf Hafer aufgefallen, es sei dort wohl nicht so verbreitet :?:
Liebe Grüße
Katrin

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Re: Studie zur glutenfreies Ernährung

Beitragvon moni130 » 19 Jan 2017 21:41:45

Ähnliche Ergebnisse hatte es doch schon bei einer Studie in Skandinavien gegeben. Da war bei einer wesentlich höheren Zahl untersuchter Fälle nach jahrelanger glutenfreier Ernährung nur bei der Hälfte die Schleinhaut vollständig abgeheilt.

In Kanada sind Haferflocken in der glutenfreien Ernährung erlaubt, sofern sie unter 20 ppm Gluten aus Weizen, Gerste, Roggen usw. enthalten. Auf die Tatsache, dass Hafer - je nach Sorte - durchaus eigene (!) zöliakieaktive Eiweißstoffe enthalten kann, wird in der ganzen Diskussion schlichtweg ignoriert. Bei Hafer werden sehr viele verschiedene Sorten angebaut. Hafer ist also nicht gleich Hafer, auf jeden Fall nicht in Bezug auf Zöliakie.

Wer mehr dazu lesen möchte --> klick.
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Re: Studie zur glutenfreies Ernährung

Beitragvon Zöli-Schnecke » 19 Jan 2017 22:10:01

Diese skand. Studien hatte ich auch im Hinterkopf, daher kam meine Frage nach gf Hafer in USA/Kanada...
Sollen sie essen, was sie wollen, in mein Kind kommen weder Haferflocken noch gf Weizenstärke 8)
Liebe Grüße
Katrin

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Re: Studie zur glutenfreies Ernährung

Beitragvon Mariandra » 21 Jan 2017 19:02:00

Ich finde die beiden genannten Studien äußerst interessant, und ich mache mir wirklich schon seit längerem sehr viele Gedanken darüber, was die Gründe dafür sein könnten, dass die Dünndarmschleimhaut nicht richtig ausheilt, denn auch ich bin davon betroffen. Ich kann für mich wirklich behaupten, dass ich mich strikt glutenfrei ernähre, auch ohne gf Weizenstärke und Haferprodukte. Meine Diagnose bekam ich nun vor fast 6 Jahren. Die Antikörper benötigten fast 3 Jahre, bis sie im Normbereich waren. Bei der letzten Biopsie im Herbst 2015 hatte meine Dünndarmschleimhaut immer noch Stellen mit Marsh 1 bis teilweise Marsh 3c, Antikörper im Normbereich. Ich frage mich nun zum einen, ob denn auch wirklich alle, deren Antikörper im Normbereich sind, eine ausgeheilte Schleimhaut haben, denn in der Regel wird die Biopsie in diesem Fall ja nicht wiederholt. Zum anderen frage ich mich, ob 20ppm für manche Zölis zu hoch gegriffen sind. Und dann frage ich mich schon auch manchmal, ob an der These, die im einem Buch vertreten wird, doch etwas dran sein könnte: dass auch in Getreidesorten, die als gf gelten, Eiweißverbindungen enthalten sind, die die Schleimhaut bei Zöliakie auch schädigen können bzw. nicht ausheilen lassen...
Vielleicht liegt es ja aber auch einfach nur daran, dass selbst Hersteller, die ihre Produkte als gf kennzeichnen, doch auch manchmal Schwierigkeiten haben, die Glutenfreiheit zu garantieren, wie Rückrufaktionen immer wieder beweisen. Und wer weiß schon, wie viele als glutenfrei gekennzeichnete Lebensmittel doch auch verunreinigt sein können, weil vielleicht nur Stichproben genommen werden und nicht jede Charge kontrolliert wird?

Wie ist das denn bei euch? Wisst ihr alle sicher, ob Eure Dünndarmschleimhaut wieder vollständig aufgebaut ist?

Viele Grüße,
Mariandra

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Re: Studie zur glutenfreies Ernährung

Beitragvon *Jo* » 22 Jan 2017 10:15:33

Hallo Marandra,

ich finde diese Studien auch sehr interessant. Bei mir ist es nicht die Dünndarmschleimhaut, sondern die Haut, die trotz sehr streng eingehaltener Diät immer weiter reagiert. (Also definitiv keine glutenfreie Weizenstärke, keinen Hafer, kein Gerstenmalz und keine Produkte, die auch nur Spuren enthalten können).

Was mir auffällt, ist, dass ich selbst mit spezifischen Diätprodukten aufpassen muss. Es gibt einen Pizzateig, alle Sachen in Ordnung und ich bekomme trotzdem Durchfall danach. Nach 8 Wochen Krankenhausessen angeblich alles glutenfrei, aber halt sehr Brotlastig ist die Haut in einem Zustand wie lange davor nicht mehr ...

Monika hat mal eine Studie ich denke aus Italien gepostet. Da wurde untersucht ab wieviel mg Gluten bereits Schädigungen auftreten. Wenn ich mich richtig erinnere reagierten die Patienten unterschiedlich stark und die Schädigungen gingen bei einigen Patienten bereits ab 5 mg los.

Ich habe noch eine Studie aus den US A gelesen, da ging es um refraktäre Zöliakie, also eine Zölialkieform, die nicht auf glutenfrei Diät reagiert. Den Patienten wurde nur Reis als Getreide erlaubt. Bei einer sehr großen Anzahl von Patienten heilte die Dünndarmschleimhaut dann doch aus.

Mein Schluss daraus für mich ist, die 20 ppm sind für mich zuviel. Wenn ich zuviel von den Diätprodukten esse, dann habe ich trotzdem zuviel. Ich bevorzuge Produkte die natürlich glutenfrei sind den Diätprodukten - Also lieber Kartoffeln als Brot.

Grüße Jo

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Re: Studie zur glutenfreies Ernährung

Beitragvon rehlein » 22 Jan 2017 11:26:24

Hallo Jo,
Ja,
Diese Erfahrung mache ich persönlich auch immer wieder!
Nur wenn ich wirklich ganz glutenfreie Natur esse, geht es mir wirklich gut.
Auch wenn es nicht dabeisteht, ein Hauch durch die Luft oder Verpackung/ Maschinen/ Hände ist zu viel. Ich denke allerdings, es kommt auch darauf an, wieviel von den gf-produzierten Produkten man zu sich nimmt.

Diese verschiedenen Studien sind sehr interessant, aber vermutlich nicht unbedingt zu verallgemeinern.
Grüße vom Rehlein

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Re: Studie zur glutenfreies Ernährung

Beitragvon Heiterkite » 22 Jan 2017 11:46:59

Gibt es denn -bis auf den Hafer- noch weiteres Getreide mit möglicherweise kritischen Eiweißverbindungen?
So weit ich weiß enthalten doch Reis, Mais, Hirse kein Klebereiweiß. Und Buchweizen, Amaranth u.s.w. sind kein Getreide.

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Re: Studie zur glutenfreies Ernährung

Beitragvon moni130 » 22 Jan 2017 13:44:12

Die häufige Verwendung von speziellen glutenfreien Diätprodukten ist wahrscheinlich nicht der wirklich gesunde Weg für uns. Diese Produkte enthalten üblicherweise eine Vielzahl von Zutaten, die einerseits sonst niemals in unsere Küchen kommen würden, andererseits auch aus vielen verschiedenen Produktionsstätten kommen, dort abgefüllt und verpackt werden - und niemand kann abschätzen, ob und wo auf diesem Weg Kontaminationsquellen liegen. Im Endprodukt kommt trotzdem sicherlich - mehrheitlich - ein Glutengehalt von unter 20 ppm raus, aber der ist noch längst keine Garantie dafür, dass so ein Produkt für uns wirklich verträglich ist.

Hinzu kommt, dass es extrem schwierig ist, Glutengehalte wirklich zuverlässig zu bestimmen. Ich zitiere mich da mal selbst:
Zu den Tests auf Glutengehalt ist zu sagen, dass die gar nicht soooo einfach sind. Vor einigen Wochen konnte ich in einem Vortrag von Katharina Scherf (Deutsche Forschungsanstalt für Lebensmittelchemie, Freising) nur staunen, wie weit die Ergebnisse auseinander liegen können, wenn das gleiche Produkt mit unterschiedlichen Verfahren untersucht wird. Das Problem: Jeder Test kann nur einen kleinen Ausschnitt des komplexen Gebildes nachweisen, das Gluten darstellt. Die verschiedenen Tests zielen dabei auf unterschiedliche Ausschnitte. Und so kann es vorkommen, dass ein Produkt in mehreren Tests als "glutenfrei" durchgeht und bei einem weiteren mit einem Glutengehalt weit über dem Grenzwert raus kommt. Da bei all dem außerdem noch unsicher ist, welcher Bestandteil des Glutens es ist, der für uns schädlich ist, gibt es bei der ganzen Sache eigentlich noch viel mehr Fragen als verlässliche Antworten.


Wenn es schon nicht funktioniert, wenn man genau weiß, nach welcher Art von Gluten zu suchen ist (hier war es Gluten in gf Weizenstärke) wie soll es dann funktionieren, wenn es um Kontamination mit anderen zöliakieschädlichen Getreiden geht??? Es kann GAR nicht funktionieren, weil die verfügbaren Tests alle auf Weizengliadin ausgerichtet sind, aber nicht auf Secalin, Hordein, zöliakieaktive Avenine usw., also die für uns schädlichen Eiweißanteile von Gerste, Roggen, Hafer.

Nächster Schwachpunkt ist die Prüfung von beanstandeten Produkten: Ich habe mal die hier gut dokumentierte, deutlich kontaminierte Leinsamencharge bei der Lebensmittelüberwachung gemeldet. Die sind der Sache auch nachgegangen, konnten Proben von der entsprechenden Charge sicherstellen, aber dann ist wohl nicht weitergegeben worden, um was es bei der Beanstandung durch mich gegangen ist. Jedenfalls bekam ich Monate später eine Nachricht, dass die Proben "sensorisch" begutachtet und für in Ordnung befunden wurden. "Sensorisch", das heißt, dass geguckt, gerochen und geschmeckt wurde - und dabei ist nichts aufgefallen. Das bedeutet, dass keinerlei Laboranalyse vorgenommen wurde und so auch nicht auf Glutengehalt getestet wurde.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass irgendein Großabnehmer für Leinsamen oder andere Backzutaten bei der angelieferten Ware so genau hinschaut, wie wir es tun. Mit jeder einzelnen Zutat in einem Produkt steigt das Risiko einer Kontamination.

Konsequenz: Ich meide glutenfreie Ersatzprodukte so weit wie möglich. Ansonsten bevorzuge ich solche, die mit wenigen und vor allem wenig kontaminationsanfälligen Zutaten auskommen. Zum Glück mag ich Kartoffeln in jeder Form sehr gerne und auch Reis. Dazu reichlich Gemüse und Obst, das liefert genügend "wertvolle" Kohlehydrate.
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Re: Studie zur glutenfreies Ernährung

Beitragvon *Jo* » 22 Jan 2017 15:17:42

Danke Monika für den Hinweis,
ich habe es rausgenommen - ich hätte erstmal weiterlesen sollen.

Grüße Jo
Zuletzt geändert von *Jo* am 22 Jan 2017 20:59:23, insgesamt 2-mal geändert.

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Re: Studie zur glutenfreies Ernährung

Beitragvon moni130 » 22 Jan 2017 15:40:26

Hallo Jo,

wenn "Gliadin" in Hirse gefunden wird, dann kann das nur durch Kontamination hinein gekommen sein. Hirse als solche kann kein Speicherprotein des Weizens enthalten. Es ist nur das Speicherprotein des Weizens, das als Gliadin bezeichnet wird.

Das gilt ganz genauso für Quinoa! Also die genannten Quellen liefern dazu nichts weiter als fake! Und solcher Schmarrn sollte gerade hier nicht weiter verbreitet werden.

Gruß
Monika
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Re: Studie zur glutenfreies Ernährung

Beitragvon FSM » 22 Jan 2017 17:32:41

Was ich mich in dem Zusammenhang immer Frage ist: Man kann keine glutenfreie Hirse, Buchweizen, Linsen, Leinsamen, Sonnenblumenkerne,... kaufen, denn es ist immer entweder die Spurenwarnung bzw. die Warnung vor vereinzelten glutengehaltigen Fremdkörnern aufgedruckt. Erst gestern habe ich beim Aussortieren von schwarzen Linsen (mit Spurenwarnung) Weizenkörner gefunden. Wie kann es sein, dass es trotzdem verarbeitete Produkte (Buchweizenmehl, Hirsemehl oder Brote, Nudeln) mit den obigen Zutaten gibt, die keine Spurenwarnung enthalten oder explizit als glutenfrei ausgewiesen sind.

Es gibt ja die Geschichte, dass ein großer Schokoladenhersteller die Spurenwarnung drauf druckt, weil man halt das Pech haben kann, dass eine normale Schokolade erste erste nach der Keksschokolade über das Band läuft und dabei Kekskrümel aufsammelt. Manchmal Frage ich mich, ob dass nicht bei vielen Produkten so ist, schließlich kann nur ein Bruchteil kontrolliert werden (siehe Werz-Lebensmittelrückrufe) und dies auch nur mit den Einschränkungen, die Monika zum Testverfahren geschrieben hat.

Viele Grüße vom FSM

Mariandra
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Re: Studie zur glutenfreies Ernährung

Beitragvon Mariandra » 23 Jan 2017 10:01:00

@Jo: Danke für deine Antwort. Ich habe zwar kein Duhring, habe aber die Erfahrung gemacht, dass meine Ekzeme an den Fingern und Händen (starker Juckreiz und wäßrige Bläschen)weitestgehend verschwunden sind, seitdem ich Produkte einer bestimmten Firma meide, aus denen ich morgens häufig mein Müsli zusammen gemischt habe. Ich beschäftige mich auch seit längerem schon damit, ob und wie ich meine Ernährung nochmals umstellen kann. Es ist schon so, dass ich gerne backe und auch gerne Brot und Kuchen esse. Wenn ich nun deinen und die anderen Beiträge lese, bestärkt mich das in meinem Vorhaben, meine Ernährung nochmals anders auszurichten, um dann zu schauen, welche Auswirkungen es hat und was sich dadurch verändert. Das mit der Amerikanischen Studie habe ich auch schon gelesen. Ich habe mir das Buch von Dr. Fasano gekauft und da steht es drin.

@Moni: An dieser Stelle einmal ein herzliches Dankeschön an dich, dass du das Forum immer wieder mit Neuigkeiten und Wissenswertem zum Thema Zöliakie versorgst. Ich gehöre ja sonst eher zu den stillen MitleserInnen, habe aber auch durch deine Beiträge schon viel dazugelernt. Was mir noch nicht so ganz klar ist, und vielleicht hast du ja eine Antwort darauf: Wenn es generell schwierig ist, Glutengehalte zu ermitteln, weshalb kann dann sicher ausgeschlossen werden, dass z.B. Hirse oder Quinoa keinerlei schädigende Eiweißverbindungen aufweisen? Weißt du, ob es hier Forschungsergebnisse gibt?

Herzliche Grüße an alle,
Mariandra

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Re: Studie zur glutenfreies Ernährung

Beitragvon moni130 » 23 Jan 2017 12:53:39

Hallo Mariandra,

Deine Frage beantworte ich gerne.

Hirse wurde sehr gründlich getestet, nämlich sowohl indem man Zöliakiebetroffene vor und nach mehrtägigem Verzehr von Hirse untersucht hat, als auch im Labor an Schleimhautproben von Betroffenen. In beiden Fällen gab es keinerlei Reaktionen.
CONCLUSIONS:
Sorghum-derived products did not show toxicity for celiac patients in both in vitro and in vivo challenge. Therefore sorghum can be considered safe for people with celiac disease.
Quelle.
Fazit: Hirse kann als sicher für Zöliakiebetroffene angesehen werden. Und auch spätere Studien haben kein anderes Ergebnis geliefert.

Auch mit Quinoa hat man sich in mehreren Studien beschäftigt. In einer davon, die an Zellkulturen von Zöliakiebetroffenen durchgeführt wurde, zeigten sich bei 2 von 15 untersuchten Sorten "stimulated T cell lines at levels similar to those for gliadin and caused secretion of cytokines from cultured biopsy samples at levels comparable with those for gliadin." Es gab also im Zellkulturenexperiment bei diesen Sorten ähnliche Reaktionen wie auf Gliadin. ABER: Selbst die Sorte mit der deutlichsten Reaktion im Zellkulturenexperiment enthält gerade mal 3,6 mg/kg der dafür verantwortlichen Substanz, liegt damit weit unter dem Grenzwert von 20 mg/kg für glutenfreie Nahrungsmittel. Also das ist kein Grund sich als Zöli vor Quinoa zu fürchten. D.h. Quinoa gilt als sicher. Jedenfalls als ganz wesentlich sicherer als Hafer. Quelle.

In einer nachfolgenden Studie, ging es um 19 Zölis unter gf Ernährung, die sechs Wochen lang 50 g Quinoa pro Tag gegessen haben und davor und danach sehr genau untersucht worden sind. Ergebnis: Keinerlei schädigender Einfluß, sondern im Gegenteil, alle bei Zöliakie betrachteten Werte haben sich leicht verbessert. Quelle.

Die Gefahr besteht allerdings immer darin, dass auf dem Weg vom Halm bis auf unseren Teller viel geschehen kann, das auf Kontamination mit glutenhaltigen Quellen rausläuft.


Was hier nicht erwähnt wird, aber für jeden, der Hirse und Quinoa verzehrt, wirklich wichtig ist: Beide enthalten in ihren Samenschalen Stoffe, die - von der Natur so gedacht - den Samen davor schützen sollen, gefressen zu werden. D.h. da ist unverträgliches Zeug drin wie bitter schmeckende Saponine. Deswegen wird Hirse in der Regel nur geschält angeboten, "Vollkornhirse" zu verwenden wäre also voll daneben. Bei Quinoa hilft gründliches Abspülen mit reichlich Wasser, um diese Stoffe zu entfernen, bevor man das Korn verwendet. Das, was dann noch übrig bleibt, ist in der Regel für Erwachsene bedenkenlos, während Kinder unter 2 Jahren kein Quinoa bekommen sollten.

Monika
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Re: Studie zur glutenfreies Ernährung

Beitragvon Mariandra » 23 Jan 2017 22:36:29

Danke dir, Monika, für deine ausführlichen Antworten!
Und wieder ein bißchen schlauer :)
VIele Grüße,
Mariandra


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