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Welches Antibiotikum?

Eure Fragen und Tipps zu einzelnen Arzneimitteln, wie z.B. die Pille, Medikamente, Vitaminpräparate, ...

Moderator: mumin

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Mimarcoli
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Welches Antibiotikum?

Beitragvon Mimarcoli » 19 Mai 2014 06:14:34

Hallo Zusammen,

meine Frau leidet an Gluten- und Lactose-Unveträglichkeit.
Dieses Leiden teilen wir seid ca. einem Jahr.
Die Ernährungsumstellung war und ist immernoch sehr schwierig,
darauf kann man sich jedoch zumindest einstellen.

Das Schlimmste an dem ganzen Thema ist, neben der Machtlosigkeit,
wenn andere Krankheiten hinzu kommen, bzw. wenn diese aufgrund
nicht verfügbarer Arzneien nicht ausreichend behandelt werden können.

Stimmt das wirklich, oder sind verschiedene unserer Ärzte einfach nicht aufgeklärt,
oder ehrgeizig genug, sich durch Fachliteratur durchzuarbeiten?

Meine Frau hat eine hartnäckige Entzündung im Kiefer,
der Ursprung war eine Zahnwurzelentzündung,
der Zahn ist seid Samstag raus.

Antibiotikum wäre notwendig, aber welches?
Penizillin ist ebenfalls glutenhaltig, meint meine Frau!?

Wir sind verzweifelt,
kann man sich denn nirgendwo über Arzneien informieren,
oder habt ihr Tipps zu Gluten-und lactosefreien Antibiotika?

Das würde uns sehr helfen,
danke im Voraus,

Gruß, Marco

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Re: Welches Antibiotikum?

Beitragvon moni130 » 19 Mai 2014 08:03:23

Penizillin ist ebenfalls glutenhaltig, meint meine Frau!?

Ich fürchte, da hat Deine Frau irgendetwas grundsätzlich total missverstanden.

Gruß
Monika

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Re: Welches Antibiotikum?

Beitragvon Hetairos » 19 Mai 2014 09:29:19

Herzlich Willkommen bei uns Marco!

Bitte setzt euch umgehend mit dem behandelnden Zahnarzt in Verbindung, damit er das in diesem Fall wirklich notwendige Antibiotikum verordnet!
Habt keine Angst vor Medikamenten! Ärzten und Apothekern sind sämtliche Informationen über die Inhaltsstoffe zugänglich.

Schön, dass du hierher gefunden hast! Im Hauptmenue links oben auf der Startseite wirst du sicher auch noch für euch Neues entdecken
und erst recht in den einzelnen Unterforen, wo wir ganz oben im Index einzelne Beiträge mit dem Symbol der Glühbirne gekennzeichnet haben.
Dahinter verbergen sich Artikel, die weiterführende Informationen zu spezifischen Themen beinhalten, die für Zölis wichtig sind.

Lieben Gruß!
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Re: Welches Antibiotikum?

Beitragvon Die.L » 19 Mai 2014 18:45:05

Jetzt antworte ich mal als Apothekerin:
Der Zahnarzt soll bitte den richtigen Wirkstoff aufschreiben, Stärke und Menge, dazu den Hinweis, dass das Arzneimittel lactose- und glutenfrei sein soll.
Dann einfach in die nächste Apotheke.
Da sollte sich problemlos ein Hersteller finden, mit dem die Krankenkasse einverstanden ist, und der Euren Bedürfnissen gerecht wird.

Gute Besserung!
Schöne Grüße von Heike!
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Re: Welches Antibiotikum?

Beitragvon Mimarcoli » 20 Mai 2014 05:28:39

Hallo Zusammen,

vielen Dank für eure Beiträge, ich habe mich sehr gefreut,
und meine Frau erst!

D.h. Penizillin ist also sicher Gluten- und Lactosefrei?

Das Antibiotikum wird bei ihr nun täglich local direkt auf der Wunde aufgetragen.
Ist zeitlich aufwendig täglich beim Zahnarzt aufzuschlagen,
aber die Hauptsache ist, dass ihr geholfen wird!

Zum Thema "taugliche" Antibiotika:
Existiert keine Liste,
die ausdrücklich die jeweiligen Allergikerhinweise enthält?
Eine, mit der auch Leien zurecht kommen?

Wir haben mittlerweile Erfahrungen mit sehr vielen Ärzten,
gerade in Richtigung Medikamentauswahl.
Die Antwort ist immer: "Da Stellen Sie mich aber vor einer Aufgabe,
Gluten- und Lactoseunverträglichkeit? Das gibt die rote Liste nicht her..."

Ich frage mich in dem Zusammenhang immer, ob mit einem Eintrag in einem Allergiepass die Geschichte ernster genommen wird. Bislang hat meine Frau nur die Lactose-Intoleranz nachweisen lassen.
Das liegt daran, dass Sie bei Gluten-Einnahme 10 Tage benötigt um wieder normal essen zu können.
Ganz zu Schweigen von den Schmerzen und den schlaflosen Nächten...

Die eigentliche Frage ist:

Alle Ärzte müssten doch in der Lage sein, Medikamente aufzufinden,
die Gluten- und Lactosefrei sind oder nicht?
Apotheker können dies auch habe ich eben gelernt?

Aber: Warum macht das keiner?

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Re: Welches Antibiotikum?

Beitragvon Hetairos » 20 Mai 2014 08:39:00

Hallo Marco,

du musst unterscheiden zwischen dem Medikament als Gesamtpaket und dem Wirkstoff.
Das Penicillin ist der Wirkstoff, der in verschiedenen Produkten enthalten sein kann:
Spritze, Tablette, Salbe...

Jedes Medikament hat eine Umverpackung und einen Beipackzettel. Die Inhaltsstoffe sind darauf ersichtlich.
Arzt und Apotheker können dir sagen, was drin ist.

"Listen" können nur so aktuell sein wie ein Telefonbuch.
Schon morgen kann sich eine Nummer geändert haben...

Lieben Gruß!
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Re: Welches Antibiotikum?

Beitragvon moni130 » 20 Mai 2014 09:27:25

Hallo Mimarcoli,

warum das keiner oder so gut wie keiner macht? Weil das sehr aufwändig ist. Zudem bekommen die Ärzte und Apotheken seit einigen Jahren alle paar Monate von jeder einzelnen Krankenkasse neue Vorschriften, welche Medikamente an die jeweiligen Kassenmitglieder abgegeben werden dürfen. Stichwort Rabattverträge. Das ist eh schon eine arge Herausforderung, weil bei Patienten, die dauerhaft einen bestimmten Wirkstoff benötigen, der nun bei jedem neuen Rezept in anderer Form und Konzentration (und mit anderen Zusatzstoffen) in dem gerade genehmigten Medikament vorliegen kann. Ich mache das schon seit Jahren mit, dass ich bei fast jedem Rezept mindestens dreimal zur Apotheke laufen muss. Das geht so:
1. Mit neuem Rezept vom Arzt in der Apotheke die Medikamente holen. Wenn es geht, dann noch im Laden Kontrolle aller Beipackzettel (wenn ich erst daheim sehe, dass etwas für mich ungeeignetes drin ist, dann kommt noch eine Laufrunde dazu). Ich: "Tschuldigung, diese xy-Tabletten enthalten Laktose (diese Tropfen enthalten Sorbit). Das vertrage ich doch nicht." - Das ist in der Apotheke längst im Computer gespeichert. Apothekerin: "Ach ja, stimmt, das ist ja dumm, da muss ich mal schauen, was es von anderen Herstellern gibt"...Such, such, such...., 3-5 Min. später: "Ja, da gibt es von der Firma X noch etwas, aber das zahlt Ihre Kasse nicht bzw. zahlt nur einen Anteil davon." - Ich: "Ja, den Aufpreis von xx € zahle ich natürlich, geben Sie mir das." - Apo: "Nein, das geht nicht so einfach, das muss ausdrücklich so vom Arzt verordnet werden." -Ich: "Gut, dann hole ich ein neues Rezept." - Ende des ersten Akts.
2. Beim Arzt: "Bitte ein neues Rezept mit den und den Medikamenten von den und den Herstellern, denn das sind welche ohne Laktose und Sorbit. Und bitte unbedingt "aut idem" ankreuzen, sonst bekomme ich die nicht." - Mir ist es unangenehm und dem Arzt auch, denn diese Verordnungen außerhalb der Kassenvorgaben drücken auf sein Budget.
3. Mit dem neuen Rezept wieder in die Apotheke. "Ach, das haben wir ja gar nicht da, das wird ja so selten verlangt. Aber wir bestellen das natürlich. Sie können Ihre Medikamente ab ... Uhr abholen."
4. Nach dem dritten Spaziergang zur Apotheke um die nun korrekt verordneten und bestellten Medikamente abzuholen endet das Spiel. - Bis zum nächsten Rezept.

Fällt Dir etwas auf? Ich habe nur Laktose und Sorbit erwähnt, bei denen ich tatsächlich auf die Minimengen in Medikamenten Beschwerden bekommen kann, aber bei dringend notwendigen Akut-Medikamenten lieber diese vorübergehenden Beschwerden in Kauf nehmen würde, als das Risiko der Nicht- oder verzögerten Behandlung einer ernsten Erkrankung einzugehen, d.h. bei einem Antibiotikum z.B. wäre mir das egal. Nur bei Medikamenten, die ich dauernd nehmen muss, da ist es mir wichtig.

Nicht erwähnt habe ich Gluten. DAS vertrage ich noch viel weniger, aber das kommt auch in Medikamenten, jedenfalls solchen, die man wirklich braucht, so gut wie nie vor. Bei Nahrungsergänzungsmitteln oder irgendwelchen Lifestyle-Pillen mag das anders sein, aber dazu können die Forenmitglieder "mumin" oder "Die L." mehr sagen, denn die sind vom Fach.

Viele Grüße und Deiner Frau gute Besserung
Monika

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Re: Welches Antibiotikum?

Beitragvon Die.L » 20 Mai 2014 09:54:49

Ärzte sind die Fachleute für die Diagnose und die Therapieentscheidung.
Apotheker sind die Fachleute für Arzneimittel. Dafür haben die fünf Jahre lang studiert und drei Staatsexamina abgelegt.

In der Apotheke arbeiten aber nicht nur Apotheker, sondern vor allem PTAs, die prinzipiell gut ausgebildet sind, aber vor allem die Routinesachen entlasten sollen.

Bei uns wird immer ein Apotheker oder eine Apothekerin geholt, wenns knifflig wird. Schaut bei "Eurer" Apotheke nach der Berufsbezeichnung, und scheut Euch nicht, nach bestimmten Qualifikationen zu fragen.

Das nächste ist die Apotheken-EDV, die sollte erstens leistungsfähig sein, und zweitens sollte das Personal fit in der Bedienung sein.
Wieder bei uns tragen wir die Allergien/Unverträglichkeiten und ggf. relevante Erkrankungen in die EDV ein. Falls ein nicht passendes Arzneimittel eingegeben wird, leuchtet sofort ein roter Knopf.
Dann haben wir in der Apotheke auch bei den meisten "falsch" ausgestellten Rezepten die Möglichkeit, die so genannten "pharmazeutischen Bedenken" geltend zu machen und ein verträgliches Präparat abzugeben.
Wir machen dem Kunden dann meist eine Kopie vom Rezept, damit er beim nächsten Mal ein korrektes Rezept mitbringen kann und das vor allem in der Arztpraxis vermerkt wird. Oft klären wir es auch direkt mit der Praxis und der Kunde braucht sich nicht weiter kümmern.

Ich wünsch Euch allen gute Apotheken! Stimmt mit den Füßen ab.
Schöne Grüße von Heike!
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Re: Welches Antibiotikum?

Beitragvon moni130 » 20 Mai 2014 10:35:40

Hallo Heike,

ich gebe Dir ja in vollem Umfang Recht, ein guter Apothekenservice kann das mit den "falsch" ausgestellten Rezepten auf kürzerem Weg regeln bis hin zur Lieferung der richtigen Medikamente direkt nach Hause.

Wenn in einer Apotheke jedoch viel Betrieb ist und insgesamt sehr großer Beratungsbedarf besteht, wie es hier z.B. der Fall ist, wo das durchschnittliche Alter der Apothekenkunden doch deutlich höher ist als mein eigenes und die Apotheke meist eh schon voll ist, mag ich nicht erwarten, dass eine Apothekerin sich auch noch wegen mir mit der womöglich dauerbesetzten Telefonleitung der Arztpraxis aufhält - solange ich das Hin und Her und die Erklärung gegenüber dem Arzt selbst gut bewältigen kann.
Dann haben wir in der Apotheke auch bei den meisten "falsch" ausgestellten Rezepten die Möglichkeit, die so genannten "pharmazeutischen Bedenken" geltend zu machen und ein verträgliches Präparat abzugeben.
Das scheint in Bayern noch nicht angekommen zu sein oder es kann bei so "einfachen" Sachen wie Laktose etc. nicht zur Anwendung kommen. Ich werde mal nachfragen, wie das hier ist.

Mir ging es vor allem darum mal aufzuzeigen, wie kompliziert das im Prinzip doch sein kann, bis die richtigen Medikamente beim Patienten sind und wer dabei alles mit Mehraufwand zu tun hat.

Liebe Grüße
Monika

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Re: Welches Antibiotikum?

Beitragvon Die.L » 20 Mai 2014 13:39:41

Liebe Monika,

ich bekomme leider jedes Mal einen dicken Hals, wenn ich höre oder lese, wie schlecht manche Kollegen zu arbeiten scheinen.
Oder wenn Menschen wie Mimarcoli offensichtlich noch nie mit der Kompetenz einer Apothekerin konfrontiert wurden und hier erstaunt lernen, dass Apotheker vielleicht etwas über Arzneimittel wissen könnten.
Wir haben leider eine verkrustete, beschissene Standesführung, die sich nicht um solche Dinge kümmert.
Da stehe ich als kleine Angestellte fast jeden Tag in der Apotheke und beweise meinen Kunden beste Arbeit (was diese durchaus zu würdigen wissen :-)

Sorry für mein OT-Auskotz...

Lieber Mimarcoli,
ich will nun doch noch mal konstruktiv werden.
Der Wirkstoff eines Arzneimittels ist immer glutenfrei (es sei denn, der Wirkstoff selbst ist Gluten, aber das gibt es nicht).
Damit aus dem Wirkstoff ein Arzneimittel wird, braucht man Hilfsstoffe. Diese sind in den allermeisten Fällen glutenfrei, wie mumin glaube ich an anderer Stelle ausgeführt hat.
Für gängige Wirkstoffe wie bestimmte Blutdruckmittel gibt es an die 50 verschiedene Hersteller.
Da inzwischen die Krankenkassen den Hersteller aussuchen, klicken die allermeisten Ärzte einfach wahllos einen Hersteller an. Hauptsache richtiger Wirkstoff, richtige Stärke, richtige Darreichungsform und richtige Packungsgröße.
Den Rest muss die Apotheke machen.

Bei den Antibiotika gibt es viele verschiedene Wirkstoffklassen, eine davon sind die Penicilline. Davon gibt es wieder viele verschiedeneWirkstoffe, zum Beispiel Penicillin V (oder in "chemisch" Phenoxymethylpenicillin). Dieser Wirkstoff wird von vielen Herstellern wie Hexal, ratiopharm, ct, Sandoz, AL, Stada... angeboten.
Jetzt kommt wieder die Apotheke ins Spiel, die den besten Weg zwischen den Verträgen der Krankenkasse, Deinen Bedürfnissen bzgl. der Hilfsstoffe und einer möglichst schnellen Belieferung findet.
Schöne Grüße von Heike!
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Re: Welches Antibiotikum?

Beitragvon Mimarcoli » 20 Mai 2014 14:57:44

Hallo Zusammen,

sensationell! Endlich mal Licht ins Dunkle!

Also zum Einen vielen Dank für eure ausführlichen Antworten!
Schön, dass es in dieser anonymen Welt noch Menschen existieren,
die bereit sind zu helfen und Zeit dafür investieren. Danke.
Zum Anderen wollte ich natürlich niemandem in seinem beruflichen Dasein kränken,
es ist für mich persönlich, als selten kranker Kassenpatient grundsätzlich schwierig,
mich quasi für jemand anderes (mein Schatz) "schlau zu fragen".

Aus euren vielen Anmerkungen nehme ich also für mich folgendes unterstützendes Handeln
für das "System", bzw. Taktik bei Auswahl einer Medikation:

- Arzt stellt die Diagnose und legt Medikament fest
- Ich kläre über Allergien auf
- Der Arzt gibt sich Mühe oder nicht
- Ich frage in jedem Fall nach dem notwendigen Wirkstoff,
ggf. eine Alternative
- Mit Rezept und dem Hinweis der Allergien den Apotheker beanspruchen
- Dem Apotheker ggf. 1-2h Zeit geben, falls es voll ist
- Beipackzettel checken, ggf. nochmal das Prozedere von vorn.
- Mit finalen Rezept das richtige Medikament abholen

Ein Problem sehe ich jedoch nach wie vor:
Sorbit ist Lactose, das kennt man, ein Paar andere Zusätze sind uns geläufig.
Und die Unbekannten? Woher soll ich das alles wissen?
Ich bin kein Chemiker....das Wissen, bzw. die berufliche Ausbildung eines Apothekers
deckt dieses Wissen ab? (Frage aus Unwissenheit, nicht persönlich nehmen)

Meine Frau ist bei einem Fehltritt Tage außer Gefecht,
so dass Sie auch nicht arbeiten kann.
Eine Einnahme der Medikamente und die "Unannehmlichkeiten" in Kauf nehmen,
ist für uns leider keine Option...

Das Beste wäre eine Datenbank,
wo Zusätze, oder ich nenne Sie mal Chemikalien drin stehen,
in der enthalten ist gluten ja/nein, bzw. Lactose ja/nein.
Das muss es doch bereits geben!?
Sorbit hieß früher so und wird es auch zukünftig,
Xanthan, Calciumchlorid, und und und

Existiert so ein Verzeichnis nicht?

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Re: Welches Antibiotikum?

Beitragvon Die.L » 20 Mai 2014 15:34:20

Moin Mimarcoli,

Deine Frau ist ja nur gegen Lactose und Gluten empfindlich, oder?

Das ist recht einfach: den hier im Forum zu findenden "Einkaufszettel" kennt Ihr ja (Lucky Luke, Du postest doch immer die richtigen Links), dort stehen alle relevanten Bezeichnungen, hinter denen sich Gluten verbirgt, drauf.
Lactose heißt Lactose oder Milchzucker. In Arzneimitteln kommen meines Wissens keine weiteren lactosehaltigen Zutaten wie Molkepulver vor.

Sorbit ist noch ein anderer Stoff, der Leuten mit Fructosemalabsorption zu Schaffen macht. Das ist etwas, das wissen Apotheker aber nicht unbedingt.

In der Apotheke nimm Dir einfach Zeit.
Ich habe öfter Kunden, die ein wichtiges Anliegen haben, das etwas mehr Zeit braucht. Dann berate ich eben häppchenweise. Mein Kunde wartet solange ich zwischendurch ein paar Kunden mit wenig Beratungsbedarf "abfertige".
Manche rufen auch vorab an und nennen ihr Anliegen, so dass ich zwischendurch schon recherchieren kann, oder machen einen Termin aus.

Frag in Deiner Apotheke nach der Apothekerin/dem Apotheker. Wenn sie dort die Augen verdrehen oder genervt reagieren, ist es die falsche Apotheke.
Schöne Grüße von Heike!
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Re: Welches Antibiotikum?

Beitragvon Hope88 » 12 Sep 2017 11:02:22

Ich habe festgestellt, dass meine Apotheke weitaus mehr Ahnung von gf und lf Medikamenten hat als mein Hausarzt. Er verschreibt mir was, ich gehe mit dem Rezept in die Apotheke, erwähne meine Unverträglichkeiten und zusammen werden die Beilagezettel studiert und das passende rausgesucht. Und da ist die Laktose meist das größere Problem als das Gluten. Bisher haben wir immer einen alternativen Hersteller gefunden (geht sich ja sowieso um den Wirkstoff).

Nur Mut, du bist nicht der einzige der nachfragt und die Mitarbeiter werden entsprechend der Nachfrage auch ausgebildet. Und inzwischen schreiben viele Hersteller sogar extra Gluten- oder Laktosefrei in die Beipackzettel.


Wenn deine Frau nun Antibiotika einnimmt, sollte sie danach vielleicht ihren Darm wieder etwas aufbauen. Auch dazu kann man dich in der Apotheke beraten oder du suchst hier im Forum, da gibt es auch viele Tipps. Bei mir legt einmal Antibiotikum so ziemlich alles andere auch lahm und ich werde ohne Darmaufbaukur schnell wieder krank. Bei Frauen ist auch manchmal nach einem Antobiotikum eine vaginale Milchsäurekur sehr hilfreich gegen Pilze etc.

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Re: Welches Antibiotikum?

Beitragvon caleteu » 09 Okt 2017 15:57:27

Die.L hat geschrieben:In der Apotheke nimm Dir einfach Zeit.
Ich habe öfter Kunden, die ein wichtiges Anliegen haben, das etwas mehr Zeit braucht. Dann berate ich eben häppchenweise. Mein Kunde wartet solange ich zwischendurch ein paar Kunden mit wenig Beratungsbedarf "abfertige".
Manche rufen auch vorab an und nennen ihr Anliegen, so dass ich zwischendurch schon recherchieren kann, oder machen einen Termin aus.

Frag in Deiner Apotheke nach der Apothekerin/dem Apotheker. Wenn sie dort die Augen verdrehen oder genervt reagieren, ist es die falsche Apotheke.


Danke für den guten Rat! Ich habe einen guten verantwortungsbewußten Artzt (er hat mich auf die Glutenunverträglichkeit aufmerksam gemacht) und eine hervorragende Apotheke. Gott sei Dank! Aber man weiß es nie!


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