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Mein Lieblingsrezept für glutenfreies Brot mit Hafermehl

Eure Rezepte, Fragen und Tipps zur Herstellung von Broten, Brötchen und Baguettes

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Mein Lieblingsrezept für glutenfreies Brot mit Hafermehl

Beitragvon Mirea » 28 Dez 2019 07:16:51

Hallo zusammen,

über die Jahre hab ich viel ausprobiert mit glutenfreiem Brot backen, dieses hier ist mein Lieblingsrezept, da es sehr einfach ist und super billig. Man braucht nur eine einfache Kaffeemühle oder einen Mixer um die Haferflocken in Hafermehl umzuwandeln und los geht's.

Das Rezept funktioniert so ziemlich mit allen glutenfreien Mehlen, mit Schär oder auch die glutenfreie Mehlmischung aus dem Aldi funktioniert bestens. Nach meiner Erfahrung kann man die glutenfreien Mehlmischungen bis zur Hälfte mit Hafermehl austauschen und es gibt immer noch ein luftiges Brot.

http://www.kvalifood.com/page/gluten-fr ... 944f3d741b

Ich mag dieses Rezept so sehr, da viele glutenfreie Mehlmischungen halt schon sehr geschmacklos sind und der Hafer dieses nussige Aroma ins Brot zurück bringt.

Wer das Ausgangsrezept in diesem Link probiert bekommt leider keine echte Kruste in dem Brot. Falls jemand Milchkefir mit den echten Pilzen kennt, schüttet einfach ein wenig davon in den Teig und Ihr kriegt nicht nur ein leckeres Sauerteigaroma dazu, sondern auch eine schöne feste Kruste.

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Re: Mein Lieblingsrezept für glutenfreies Brot mit Hafermehl

Beitragvon moni130 » 28 Dez 2019 10:57:05

Hallo Mirea,

Keine Ahnung, ob ich an asymptomatischer Zöliakie leide oder nicht ...
hast Du bei Deiner Vorstellung geschrieben. Du hast Dich einfach ohne Diagnose glutenfrei ernährt. Das ist Deine Sache. Und wenn es Dir gut tut, dann freue ich mich für Dich.

In einem Forum für Zöliakie-Betroffene so ein Brot mit Hafermehl zu empfehlen, ist jedoch etwas anderes! Hafer ist eine Zutat, die man nicht einfach ohne besondere Vorsichtsmaßnahmen in glutenfreier Ernährung bei Zöliakie verwenden kann. Zunächst einmal muss ausgeschlossen sein, dass der Hafer mit Weizen kontaminiert ist. Und auch wenn das garantiert ist, d.h. die Haferprodukte als "glutenfrei" gekennzeichnet sind, dann sind die schon mal nicht mehr super billig, sondern es sollte in jedem Fall - von Zöliakiebetroffenen - nur eine ganz begrenzte Menge pro Tag verzehrt werden, weil Hafer je nach Sorte durchaus auch selbst die bei Zöliakie schädlichen Eiweißbestandteile haben kann. Dein Rezept ist daher höchst bedenklich für wirklich Zöliakiebetroffene!

Zur Erinnerung: Auch die als "glutenfrei" deklarierten Haferprodukte werden nur auf ihren Gehalt an Weizen-Gluten getested. Es gibt keinen Routine-Test, um die bei Zöliakie bedenklichen Stoffe im Hafer zu bestimmen. Wer als Zöliakiebetroffener Haferprodukte zu sich nimmt, sollte sich engmaschigen Kontrolluntersuchungen unterziehen, wobei das dann immer Biopsien sein müssen, weil die Antikörpertests da meist nichts bringen, selbst wenn in der Biospsie Schleimhautreaktionen gefunden werden. Nachweisbare Schleimhautschädigungen treten generell eher auf als dass Antikörer im Blut erscheinen! Die Risiken für Folgeerkrankungen bei Zöliakie sind jedoch an das gekoppelt, was an der Schleimhaut passiert und nicht an irgendwelche Antikörperwerte.
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das sich völlig unbemerkt eingeschlichen haben kann.
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Re: Mein Lieblingsrezept für glutenfreies Brot mit Hafermehl

Beitragvon rehlein » 28 Dez 2019 14:18:37

DANKE Moni,

Hafer? Oh NEIN!!!!!
Grüße vom Rehlein

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Re: Mein Lieblingsrezept für glutenfreies Brot mit Hafermehl

Beitragvon Heidi13 » 29 Dez 2019 11:24:32

Danke, Moni, super Beitrag!
LG, Heidi13

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Re: Mein Lieblingsrezept für glutenfreies Brot mit Hafermehl

Beitragvon Mirea » 01 Jan 2020 07:34:42

Hallo Moni,

danke für Deine Antwort.

moni130 hat geschrieben:Hafer ist eine Zutat, die man nicht einfach ohne besondere Vorsichtsmaßnahmen in glutenfreier Ernährung bei Zöliakie verwenden kann. Zunächst einmal muss ausgeschlossen sein, dass der Hafer mit Weizen kontaminiert ist. Und auch wenn das garantiert ist, d.h. die Haferprodukte als "glutenfrei" gekennzeichnet sind, dann sind die schon mal nicht mehr super billig,


Selbstverständlich ging ich als von gekennzeichnetem "glutenfreiem Hafer" aus, sollte das nicht als Voraussetzung in diesem Forum sein???

Doch, zumindest hier in der Schweiz sind im Migros "glutenfreie Haferflocken" ziemlich billig, 3 Franken für 400 Gramm. Ich weiss nicht wie es bei Euch in Deutschland damit aussieht.

moni130 hat geschrieben:sondern es sollte in jedem Fall - von Zöliakiebetroffenen - nur eine ganz begrenzte Menge pro Tag verzehrt werden, weil Hafer je nach Sorte durchaus auch selbst die bei Zöliakie schädlichen Eiweißbestandteile haben kann. Dein Rezept ist daher höchst bedenklich für wirklich Zöliakiebetroffene!


Okay, dann leide ich wohl nur an Glutensensitivität nach Deiner Diagnose, da ich ja jahrelang nur das leaky gut syndrome kenne bis zu dem Punkt, dass sogar meine Schilddrüsse Schluss gemacht hat. Also hör auf mir zu erklären was Gluten alles in unserem Körper anrichten kann! Das kenne ich allerbestens! Leider gibt es hier kein Unterforum für Glutensensitivität.

Glutenfreien Hafer vertrage ich sehr gut, deshalb habe ich hier mein Lieblingsrezept für Brot mit Hafer geposted.

Liebe Grüsse,
Mirea

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Re: Mein Lieblingsrezept für glutenfreies Brot mit Hafermehl

Beitragvon moni130 » 01 Jan 2020 12:12:17

Hallo Mirea,

zunächst einmal wünsche ich Dir und allen anderen Nutzern dieses Forums ein gutes Neues Jahr!

Leider hast Du meine Zusatzinformation zu Deinem Brotrezept als persönliche Kritik aufgefasst. Dabei geht es doch darum, vor allem Neuankömmlingen, die mit frischer Zöliakie-Diagnose nach einem leckeren Brotrezept suchen, die Risiken bei diesem Rezept aufzuzeigen.

Die Frage nach Unbedenklichkeit von Hafer bei Zöliakie ist noch immer Forschungsgegenstand. Da ist das letzte Wort noch nicht gesprochen. Das Bild ist allerdings etwas "verschoben", da es etliche Veröffentlichungen gibt, bei denen schon in der Überschrift die Behauptung aufgestellt wird, dass glutenfreier Hafer bei Zöliakie unbedenklich sei. Wenn man dann näher hinguckt, stellt man fest, dass da kaum Untersuchungen dabei sind, die wirklich in die Tiefe gehen. Und da muss man aber hin, wenn man die Auswirkungen von Hafer finden will: "Consumption of oats was associated with persistent duodenal lymphocytosis and this calls for further investigations" ist in der Zusammenfassung einer Studie von 2012 mit 177 Teilnehmern aus Finnland zu lesen - Siehe: Persistent duodenal intraepithelial lymphocytosis despite a long-term strict gluten-free diet in celiac disease. Auch da gab es sonst keine Anzeichen, keine erhöhten Antikörper, kein schlechteres Befinden oder sonst etwas, aber eben die immunologische Reaktion. Erstaunlicherweise wird aber diese Studie so gut wie nie zitiert, wenn der Hafer hochgejubelt wird.

Eine Veröffentlichung aus der Tschechischen Republik von Oktober 2019 - The Pros and Cons of Using Oat in a Gluten-Free Diet for Celiac Patients - fasst die Problematik zusammen.
Ich über setze mal aus der Zusammenfassung: 'Das gesundheitliche Risiko von langfristigem Verzehr von Hafer durch Zöliakie-Patienten ist umstritten. Die Einführung von Hafer in die Ernährung kann nur bei Zöliakie-Patienten in Remission empfohlen werden (Anmerkung dazu: Remission bedeutet, dass Zöliakie aufgrund erfolgreicher gf Diät schon nicht mehr nachweisbar ist). Darüberhinaus ist auch nicht jede Hafersorte für eine glutenfreie Diät geeignet. Das Risiko der Sensibilisierung und einer unerwünschten immunologisch vermittelten Reaktion ist eine reale Gefahr für manche Zöliakiepatienten. Noch immer gibt es etliche ungelöste Probleme, darunter die folgenden:
1. Bestimmung von Markern für die Anfälligkeit in der Untergruppe von Zöliakiepatienten, bei denen das Risiko besteht, dass sie Hafer in der Ernährung nicht vertragen.
2.die Identifizierung von geeigneten Hafersorten und Abschätzung der unbedenklichen Menge von Hafer in der Ernährung und
3. Optimierung der Methoden für die Erkennung von Gliadin-Kontamination in Hafer, der als Rohstoff in einer glutenfreien diät verwendet werden soll.'

Es ist insgesamt eine sehr interessante Arbeit, die u.a. auf Einflüsse durch Anbaubedingungen und Lagerung eingeht.

Um auf Dein Rezept zurück zu kommen: Wenn Du die Hälfte des gf Brotmehls durch Hafer ersetzt, dann kann man sich an den fünf Fingern abzählen, dass da die auch von eher unkritischen Befürwortern empfohlene Höchstmenge für Hafer in der gf Diät nur allzu leicht überschritten wird. Auf jeden Fall ist es ungeeignet für Kinder und Neudiagnostizierte.

Das ist es, was aus meiner Sicht dazu zu sagen ist, wenn dieses Forum noch eine einigermaßen seriöse Hilfe für Zöliakiebetroffene sein soll. Deshalb auch an dieser Stelle noch mal der Hinweis, dass ein Glutenfrei-Zeichen auf einem Produkt keineswegs bedeutet, das es völlig bedenkenlos und in jeder beliebigen Menge von jedem Zöliakiebetroffenen verzehrt werden bzw. vertragen kann. Das betrifft nicht nur glutenfreien Hafer, sondern auch glutenfreie Weizenstärke und die meisten Sorten glutenfreies Bier. Aber ich versichere Euch, man kann sehr gut ohne all das leben und das Leben genießen.

:luftballons: Monika
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Re: Mein Lieblingsrezept für glutenfreies Brot mit Hafermehl

Beitragvon Mirea » 05 Jan 2020 05:35:37

Hallo Moni,

natürlich hast Du damit Recht, dass Zöliakie-Betroffene vorsichtig sein müssen mit Hafer. Gerade heute bin ich auf reddit über diese kleine Studie gestolpert:

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/m/pubmed/1 ... 06/related

Niemand hier, auch ich nicht, "jubelt Hafer hoch". Ich habe hier nur mein Lieblingsrezept für glutenfreies Brot geposted, weil ich es sehr gut vertrage nach jahrelangen Gesundheitsproblemen.

Vielleicht solltet Ihr hier endlich ein Unterforum für uns Menschen mit Glutenunverträglichkeit auftun und uns damit auch Ernst nehmen. Vielleicht gäbe es dann auch weniger Unstimmigkeiten.

Liebe Grüsse,
Mirea

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Re: Mein Lieblingsrezept für glutenfreies Brot mit Hafermehl

Beitragvon Heiterkite » 05 Jan 2020 10:49:23

„Leaky gut“ und eine Schilddrüse, die wegen Gluten aufgibt...Da brauchst du kein Unterforum für „Glutenunverträglichkeit“. Sondern für alternativmedizinisches Gedöns.
Und das gibt es hier zum Glück nicht.

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Re: Mein Lieblingsrezept für glutenfreies Brot mit Hafermehl

Beitragvon Mirea » 07 Jan 2020 06:48:31

Heiterkite hat geschrieben:„Leaky gut“ und eine Schilddrüse, die wegen Gluten aufgibt...Da brauchst du kein Unterforum für „Glutenunverträglichkeit“. Sondern für alternativmedizinisches Gedöns.
Und das gibt es hier zum Glück nicht.


Wow, da ich eigentlich nicht gerne eine zynische Person bin, weiss ich nicht so recht, ob ich Dir meine gesundheitlichen Probleme der letzten Jahre an den Hals wünschen soll. Nur eine Woche damit würde wahrscheinlich reichen.

Aber solche Reaktionen sind leider immer noch typisch. Es wird wohl noch ein paar Jahre dauern bis wir endlich ernst genommen werden. Zumindest Wikipedia schätzt uns auf 6-10% der Bevölkerung.

https://en.wikipedia.org/wiki/Gluten#No ... ensitivity

Bis dahin bin ich weg aus diesem Forum. Ihr könnt diesen Thread gerne löschen wenn er Euch denn so sehr stört, ebenso meinen Account hier.

Liebe Grüsse,
Mirea

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Re: Mein Lieblingsrezept für glutenfreies Brot mit Hafermehl

Beitragvon Marion1951 » 07 Jan 2020 10:11:19

Hallo Mirea,
ich glaube, das wäre der falsche Weg hier klein
beizugeben.
Es gibt bei uns im Forum solche, welche Alternativmedizin verteufeln.
Es handelt sich dabei um intolerante Menschen, welche jedem seine
Meinung aufdrücken wollen.
Vielleicht auch deshalb weil diese Medizin ihnen irgendwann nicht
geholfen hat, sondern sehr krank gemacht hat.
Aber man sollte doch hier eigentlich jedes Kümmernis ernst nehmen.
Aber man ist hier zum Teil sehr launenhaft und nicht wie von einem
Schreiber hier mal erwähnt -familiär-
Lass Dich nicht abschrecken und bleibe hier.
LG Marion :applause:

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Re: Mein Lieblingsrezept für glutenfreies Brot mit Hafermehl

Beitragvon moni130 » 07 Jan 2020 11:21:39

@ Heiterkite,

ja, Du hast völlig Recht, zu "leaky gut" gibt es jede Menge "alternativmedizinisches Gedöns". Aber genau darauf wollen wir uns nicht einlassen und dabei doch nicht übersehen - auch wenn DU es noch nicht weißt - dass die Reaktion auf Gluten die Darmschleimhaut tatsächlich durchlässiger macht für Stoffe, die da nicht durch sollten. Und das ist Stand der Wissenschaft. Die wählt halt andere Worte, da ist z.B. von intestinal barrier dysfunction oder intestinal permeability die Rede, was aber letzlich das gleiche bedeutet.

Und bei der Assoziation von Schilddrüsenproblemen und Zöliakie bzw. Reaktionen auf Gluten weiß man halt nicht, was zuerst da war.

Also, für Deine harschen Worte gibt es überhaupt keine Basis.
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Re: Mein Lieblingsrezept für glutenfreies Brot mit Hafermehl

Beitragvon AnneM » 07 Jan 2020 12:27:14

Ich denke, dieses Verurteilen "alternativmedizinischer" Positionen bringt weder uns als Forum noch die klassische Medizin an sich voran. Jedes Symptom als "psychosomatisch" zu bewerten, nur weil es bisher keine Nachweismethoden gibt, um den Auslöser herauszufinden, treibt viele Leute in die Hände von Heilpraktikern oder gar Scharlatanen, die dann zwar auch nicht viel tun können, aber wohlwollend zuhören und nicht so bereitwillig verurteilen und eine Schublade aufmachen. Manchmal wäre es doch schön, den Mut zu haben zu sagen: "Ich höre dich, ich vertraue dir, dass etwas nicht stimmt. Noch weiß ich nicht, was genau du hast und wie ich dir helfen kann, aber wenn du mir auch dein Vertrauen schenkst, bleiben wir da dran und behalten den aktuellen Stand der Forschung im Blick. Wie können wir dir bis dahin helfen, wie deine Symptome linden?"

Die Geschichte ist leider voll mit Krankheiten, die regelmäßig in der Psychiatrie gelandet sind, bevor die entsprechenden Auslöser endlich identifiziert wurden, siehe Syphilis oder als etwas aktuelleres (und klinisch hoch beunruhigendes!) Beispiel die limbischen Enzephalitiden.

Was man jedoch sagen kann, ist, dass aufgrund der völlig anderen Anforderungen an die Spurenfreiheit im Alltag eine Zusammenlegung der Interessengruppen in einem Forum wohl wenig Sinn ergibt. Da würde dann jeder zweite Post eine Erklärung sein, warum das denn nun für die eine Interessengruppe gilt und für die andere aber nicht. Die lebhafte Diskussion über etwas scheinbar profanes wie ein Brotrezept ist dafür sicherlich ein anschauliches Beispiel.

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Re: Mein Lieblingsrezept für glutenfreies Brot mit Hafermehl

Beitragvon Mirea » 11 Jan 2020 08:05:38

Hallo Moni,

moni130 hat geschrieben:@ Heiterkite,

ja, Du hast völlig Recht, zu "leaky gut" gibt es jede Menge "alternativmedizinisches Gedöns". Aber genau darauf wollen wir uns nicht einlassen und dabei doch nicht übersehen - auch wenn DU es noch nicht weißt - dass die Reaktion auf Gluten die Darmschleimhaut tatsächlich durchlässiger macht für Stoffe, die da nicht durch sollten. Und das ist Stand der Wissenschaft. Die wählt halt andere Worte, da ist z.B. von intestinal barrier dysfunction oder intestinal permeability die Rede, was aber letzlich das gleiche bedeutet.

Und bei der Assoziation von Schilddrüsenproblemen und Zöliakie bzw. Reaktionen auf Gluten weiß man halt nicht, was zuerst da war.

Also, für Deine harschen Worte gibt es überhaupt keine Basis.


ich danke Dir, dass Du hier mein Posting zum "leaky gut syndrome" so sehr besser erklärt hast, als ich es jemals könnte. Natürlich gibt es noch andere Begriffsformen dafür in Englisch wie intestinal barrier dysfunction oder intestinal permeability, aber ich dachte wirklich nicht, dass dies in einem Zöliakie-Forum überhaupt nötig wäre.

Ich will mich hier für meine gesundheitlichen Probleme mit meiner Schilddrüse nicht weiter erklären, und was dies mit Gluten oder Autoimmun-Krankheiten zu tun hat. Das wird hoffentlich die Wissenschaft in den nächsten Jahren herausfinden und klären.

Ich kann auch nur einschätzen um was es hier geht und nach Erklärungen suchen. Vielleicht hat es etwas mit Zonulin nach Fasano zu tun. Ich weiss nur, dass ich bei Weitem nicht die Einzige bin mit ähnlichen gesundheitlichen Problemen, ob dies nun Einigen hier passt oder nicht.

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21248165

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Re: Mein Lieblingsrezept für glutenfreies Brot mit Hafermehl

Beitragvon Heiterkite » 11 Jan 2020 12:54:29

@Moni Also,mir ist bisher nichts zu „Leaky gut“ begegnet, dass NICHT auf alternativem „Wissen“ beruht. Das gleiche gilt für den Zusammengang von Hashimoto und Gluten. (Da wird behauptet, die AK gegen Gluten würden die Schilddrüse angreifen. )

Und doch, der Begriff ist entscheidend! Denn genau das machen die „Alternativmediziner“ häufig: Als Basis etwas nehmen, was durchaus existiert. Da wird da drumherum geschwurbelt und das ganze mit einem Begriff belegt, denn es entweder schon gibt oder der sehr nah dran ist.
Weitere Beispiele:
„Verpilzung mit Candida“ .Diese Candidose gibt es tatsächlich, üblicherweise bei schwer kranken Menschen (z.B. AIDS im Endstadium). Scharlatane machen davon „wenn man Candida findet, ist der Mensch krank“.

Die „Nebennierenschwäche“ (NNS, Adrenal Fatigue) - von der Wortbedeutung her das gleiche wie eine Nebenniereninsuffizienz. Nur das Letzteres eine schwere Erkrankung ist und die NNS halt gar nichts. Und im Deutschen wird sogar der Begriff der Nebennierenschwäche für die echte Insuffizienz benutzt (warum auch nicht, es bedeutet ja das gleiche). Was gerne mal dazu führt, dass Leute verunsichert sind und den Scharlatanen glauben. „Das mit der NNS steht sogar in der Packungsbeilage meiner Schilddrüsentabletten.“

Die „Unverträglicheiten“ , die man mit „einem Bluttest“ findet, bedeuten auch nicht,dass Allergien und Intoleranzen nicht existieren. Sie sind trotdzem Unfug.

Auch Mitochondriopathien existieren tatsächlich. Haben aber nichts mit dem zu tun, was Heilpraktiker, „Alternativmediziner“ oder sonstige Esoteriker darunter verstehen.

Auch übersäuern kann der Körper (Azidose). Damit ist man schwerst krank (schon vorher, sonst kommt es nicht dazu) und das hat nichts mit der Ernährung zu tun. Oder mit sonst irgendwas, was man im üblicherweise als Laie im Netz so findet.

Also, nur weil irgendwo ein kleines Körnchen Wahrheit drin steckt, kann das gesamte Konstrukt trotdzem Unfug sein. Und ist es meistens auch.

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Re: Mein Lieblingsrezept für glutenfreies Brot mit Hafermehl

Beitragvon rehlein » 11 Jan 2020 15:04:59

:yes:
Grüße vom Rehlein

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Re: Mein Lieblingsrezept für glutenfreies Brot mit Hafermehl

Beitragvon moni130 » 11 Jan 2020 21:45:04

(Da wird behauptet, die AK gegen Gluten würden die Schilddrüse angreifen. )

Genau das ist KORREKT! Nachgewiesen und 2008 publiziert. Antikörper gegen Gewebstransglutaminase binden auch an Schilddrüsengewebe. Gleichzeitig wurde eine positive Korrelation zu Thyreoperoxidase-Antikörpern gefunden. Ich weiß nicht, ob Dir das Celiac Disease Center at Columbia University New York als Quelle dafür seriös genug ist oder ob Du das auch unter Quacksalberei einsortierst.
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Re: Mein Lieblingsrezept für glutenfreies Brot mit Hafermehl

Beitragvon Die.L » 11 Jan 2020 22:33:01

@Heiterkite ich bin dieser Tage in der S2K-Leitlinie zur Interstitiellen Zystitis über Leaky Gut gestolpert:
https://www.awmf.org/uploads/tx_szleitl ... 018-10.pdf Seite 11 unter dem Punkt 1.3.9. Viszeraler Crosstalk zwischen Darm und Harnblase
Das hier ist die Quelle für den Satz in der Leitlinie: 92. Fasano, A., Leaky gut and autoimmune diseases. Clin Rev Allergy Immunol, 2012. 42(1): p. 71-8.

Mein Englisch ist zu schlecht, um an der Stelle weiter zu kommen.... aber hier gibt es ja Profis :yes:
Schöne Grüße von Heike!
Mit Tochter aus 02/2004 (Zöliakie diagnostiziert seit 10/2013)
Für mich seit 06/2017 Diagnose antikörpernegative Zöliakie

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Re: Mein Lieblingsrezept für glutenfreies Brot mit Hafermehl

Beitragvon Heiterkite » 12 Jan 2020 20:11:11

Ich zweifle ja nicht an, dass es die Problematik gibt. Aber der Begriff findet halt überwiegend bei Schwurblern Verwendung. Diese Leitlinien setzen den Begriff ja auc/ in Anführungszeichen.

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Re: Mein Lieblingsrezept für glutenfreies Brot mit Hafermehl

Beitragvon rehlein » 13 Jan 2020 13:21:46

Hallo Mirea,

Was soll das denn?
Wenn man in Foren schreibt, muss man sich damit abfinden, dass nicht nur mit "Samtfingerspitzen" geschrieben wird.
Du solltest lernen zu schlucken, hier gibt es solch erfahrene Leute, da kannst Du viel von lernen - bzw einiges zumindest in Deine Überlegungen mit einbeziehen.

Wenn es Dir mal schlechter geht (weiß ja nicht welche Probleme Du hast) weißt Du schonmal wo Du suchen kannst. Oft vermutet man auch das falsche Nahrungsmittel.
Grüße vom Rehlein

Mirea
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Re: Mein Lieblingsrezept für glutenfreies Brot mit Hafermehl

Beitragvon Mirea » 15 Jan 2020 08:05:35

Hallo Rehlein,

rehlein hat geschrieben:Was soll das denn? Wenn man in Foren schreibt, muss man sich damit abfinden, dass nicht nur mit "Samtfingerspitzen" geschrieben wird.
Du solltest lernen zu schlucken,


wenn jemand über meine jahrelangen gesundheitlichen Probleme als "alternativmedizinisches Gedöns" schreibt, dann darf ich mich wohl auch dagegen wehren und auch darauf antworten, oder nicht?

rehlein hat geschrieben:hier gibt es solch erfahrene Leute, da kannst Du viel von lernen - bzw einiges zumindest in Deine Überlegungen mit einbeziehen.


Ich habe sehr viel von der Userin "Moni" hier gelernt, sie scheint sehr erfahren zu sein und ich bin ihr sehr dankbar für ihre Antworten hier in diesem Thread.

Keine Ahnung, wie Du überhaupt auf die Idee kommen kannst, dass ich von den Antworten hier nicht lernen könnte oder sie nicht in meine Überlegungen mit einbeziehen könnte.

*kopfschüttel*

Aber danke trotzdem für Deine Antwort.

Liebe Grüsse, Mirea


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