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Kann man als Zöli in einer Bäckerei arbeiten?

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Kann man als Zöli in einer Bäckerei arbeiten?

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susa_su
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Kann man als Zöli in einer Bäckerei arbeiten?

Beitragvon susa_su » 19 Okt 2014 08:31:33

Hallo Ihr Lieben,

Ich habe ein sehr gutes Jobangebot bekommen. Alles stimmt, nur stellt der Betrieb verschiedenste Produkte für Bäckereien her. Wie z.B. Mehlmischungen für Brote und Kuchen etc.. Also es schwirren immer Mehlpartikel in der Luft rum. Ich würde auch nicht direkt in der Produktion arbeiten sondern in einem Büro, in der 2. Etage (unten ist die Produktion). Allerdings müsste ich auch regelmäßig in die Produktion um z.B. Proben zu holen. Ich ernähre mich seit 14 Jahren glutenfrei und es klappt sehr gut. Ich kann auch mit normalen Lebensmitteln umgehen uohne einen Tortenfressanfall o.ä. zu bekommen.
Meint ihr, es ist bedenklich als Zöli in einem solchen Umfeld zu arbeiten?

Ich hoffe ihr könnt mir helfen, eine Entscheidung zu treffen. Vielen Dank schonmal und liebe Grüße

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Re: Kann man als Zöli in einer Bäckerei arbeiten?

Beitragvon moni130 » 19 Okt 2014 10:11:26

Hallo susa_su,

kurz und knapp: Ich würde es nicht machen. Niemand kann vermeiden, gelegentlich mit Mehlstaub in Berührung zu kommen, aber es ist doch ein Unterschied, ob man sich täglich in eine Atmosphäre begibt, in der durch Umlagerung von Mehlen ständig solcher Mehlstaub in verhältnismäßig hoher Konzentration in die Luft abgegeben wird. Natürlich schleckst Du nicht Deinen Schreibtisch ab, aber was mit der Atemluft tagtäglich auf den Schleimhäuten landet und so in den Körper gelangt, fände ich schon sehr bedenklich.

Die Glutenmenge, die mit der Atemluft in einem mehlverarbeitenden Betrieb aufgenommen wird, dürfte zwar nur bei etwa 2 mg/Tag liegen, aber das an jedem Arbeitstag, womöglich über Jahre hinweg. Auch wenn dieser Wert weit unter den 10 - 50 mg/Tag liegt, bei denen in einer Studie bei fast allen Probanden nach vierwöchiger Exposition Veränderungen des Dünndarmschleimhautaufbaus nachweisbar waren, würde ich mir das nicht antun wollen. Das gehört für mich eindeutig zu den vermeidbaren Risiken. Nicht umsonst fordern wir ja von Bäckern, die glutenfreie Backwaren herstellen, dass diese in einem separaten, von Mehlstaub nicht erreichbaren Raum zubereitet werden.

Du findest sicherlich noch andere attraktive Jobangebote.

Liebe Grüße
Monika

Karina34
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Re: Kann man als Zöli in einer Bäckerei arbeiten?

Beitragvon Karina34 » 20 Okt 2014 10:57:26

Ich würde erst mal mit dem Chef deine Bedenken besprechen bevor Du einfach absagst.

Aber im Prinzip sehe ich da kein Problem. Du weißt, wann Du Dir die Hände waschen musst usw.

Ich arbeite in der Landwirtschaft und habe täglich mit Getreidestaub zu tun. Ich ziehe mir Handschuhe an und wasche mir die Hände regelmäßig.
Ich hatte bisher noch keine Probleme (auch im Blut ist nichts nachweisbar).

Du musst Dir einfach überlegen, ob Du Diese Arbeitsstelle unbedingt haben möchtest oder ob Du lieber einen "einfacheren Arbeitsplatz" willst.

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Re: Kann man als Zöli in einer Bäckerei arbeiten?

Beitragvon moni130 » 20 Okt 2014 18:26:18

Abgesehen davon, dass Händewaschen nicht gegen das hilft, was man mit der Atemluft auf die Schleimhäute von Mund und Nase bringt -
habe täglich mit Getreidestaub zu tun

Getreidestaub ist etwas ganz anderes als Mehlstaub! Mit ganzen Körnern zu hantieren halte ich auch für ziemlich unbedenklich. Ich radle ja auch durch die Landschaft, ohne mir etwas dabei zu denken, auch wenn gerade Getreide geerntet wird.
Ich hatte bisher noch keine Probleme (auch im Blut ist nichts nachweisbar).

Das wissen wir doch längst, dass das allein nicht ausschlaggebend ist und dass die Blutwerte der Antikörper noch lange im "grünen Bereich" sein können, wenn schon längst Veränderungen an der Schleimhaut erkennbar werden. In Bezug auf Spätschäden zählen aber nicht die Antikörper, sondern das, was sich an der Dünndarmschleimhaut direkt abspielt.

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Re: Kann man als Zöli in einer Bäckerei arbeiten?

Beitragvon Karina34 » 21 Okt 2014 21:23:18

moni130 hat geschrieben:Getreidestaub ist etwas ganz anderes als Mehlstaub!


Entschuldige, ich hatte mich vielleicht falsch ausgedrückt.
Ich arbeite täglich mehrmals mit Weizenschrot, das ist eigentlich nicht anders als Mehl.

moni130 hat geschrieben:Das wissen wir doch längst, dass das allein nicht ausschlaggebend ist


Ich finde es dann aber komisch, dass ich schon auf Spuren reagiere aber hier absolut nichts merke.
Vor allen Dingen bei 365 Tagen im Jahr und merke nichts aber bei Spuren schreie ich sofort hier. Ist für mich nicht verständlich.

Allerdings bringst Du mich mit Deiner Argumentation auf einen guten Gedanken, ich könnte ja einen Antrag auf Berufsunfähigkeit stellen ;-)
Es wurde seit der Diagnose 2004 keine Darmspiegelung mehr gemacht.
Es kann also durchaus sein, dass ich Schädigungen habe, die nicht im Blut nachweisbar sind und die ich auch körperlich nicht bemerke.


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