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Die blutige Geschichte eines Leidenden

Eure Fragen und Tipps zu den Symptomen, zur Diagnose und Behandlung von Zöliakie / Sprue

Die blutige Geschichte eines Leidenden

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crazo
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Die blutige Geschichte eines Leidenden

Beitragvon crazo » 11 Mai 2019 00:55:45

Hallo,
ich weiss nicht ob ich richtig bin, aber ich wollte gerne mal fragen ob meine Symptome auf Zöliakie zu treffen könnten.
Ich bin 29 Jahre und komme aus dem schönen Siegerland.

Meine Geschichte beginnt vor 5 Jahren. Ich war 24 Jahre alt und gerade im Umschwung. Ein neuer Job lächelte mich an und ich wechselte.
Ein paar Monate später traf mich das Pfeiffer-Drüsenfieber. Wir waren gerade auf einem 1-wöchigen Firmentreffen und mir gings richtig übel.
Beim Arzt angekommen etc. Volles Programm ab nach Haus und kurze Zeit später die Diagnose und ich lag erstmal
4 Wochen flach mit astronomischen Leberwerten. Mir ging es ziemlich reudig und ich konnte kaum Essen, verlor 12 KG.

Danach hatte sich alles irgendwie ein wenig verändert. Vorher war ich eigentlich jedes Wochenende feiern, 3-5 die Woche Kraftsport am Limit.
Die Energie kam aber nie so richtig zurück, auch wenn die Blutwerte wieder in Ordnung waren.

Und irgendwo zwischen diesem Punkt +3-5 Monate fingen meine eigentlichen Probleme dann an. Denn der frühere Kraftsportler und Milchliebhaber hatte plötzlich Magenprobleme.

Ich hatte eine Laktoseinterolanz in Verdacht und ignorierte diese erstmal frei. Naja wohl keine gute Idee. Jetzt weiss ich das auch :-D

Die Probleme wurden schlimmer und schlimmer und irgendwann hab ich mich dann mal überwunden und bin zum Hausarzt.

Blut im Stuhl...

Dieser schickte mich mit Verdacht auf Hämorrhoiden zum Proktologen. Der wiederum schaute sich das Spektakel an und sagte mir dann das meine ganz gesund aussähen und er hier eine Fissur sehen würde und ich sollte mit Salbe und Dehner entgegen wirken.

Bei der Behandlung wird man da unten betäubt und man kann auch nicht so wirklich sehen was die da so treiben, aber Fakt ist, dass ich am nächsten Tag zusätzliche höllische Schmerzen hatte und diese Wochen anhielten. Ihr könnt mich für verrückt halten, aber ich hatte das Gefühl die hätten mir irgendwas aufgerissen da.

Naja die nächste Zeit hatte ich überhaupt kein Bock mehr auf Ärzte und bestellte mir die nächsten Monate allmögliche Scheisse im Internet und in der Apotheke.

- Zäpfchen
- Salben
- Salze
- Samen
- Sitzbäder
- Kompressen
...

Ein Jahr später wusste ich zwar mit welchen Mittelchen ich meine Schmerzen eindämmen konnte aber sobald ich Sie absetzte fingen die Schmerzen wieder an.

Dann fing wieder so eine Zeit an in der ich verrückt wurde. Ich verstand die Welt nicht. Zwischendurch waren die Symptome so schlimm und dann wieder überhaupt nicht und ich trank ja auch keine Milch mehr, wodurch es zwar besser war wie vorher aber trotzdem achterbahnartig schlechter wurde.

Jedenfalls war mein Hintern wieder massiv wund, blutroter Ring im Radius von einer Handfläche. narbenartige Risse. Also überwand ich mich nochmal und suchte einen Arzttermin.

Die Scheisse mit diesen Ärzten ist, dass man nirgends einen Termin bekommt und es dann wieder über 4 Wochen dauert bis man dran kommt.
Ich wollte damals mal zu einer Hautärztin, weil ich dachte vielleicht ist das eher was. Es gab da auch eine mit super Bewertung aber die wollte mir keinen Termin geben und sagte Sie wäre auf immer und ewig ausgebucht.

Weil es mir gerade wieder richtig mies ging nahm ich dann ein schlechtbewerteten Proktologen der laut Google-Bewertungen bekannt war alles und jedes veröden zu wollen. Dort angekommen dauerte es keine Minute und er meinte ich hätte Hämorrhoiden und er müsste diese veröden.

Ich sagte Ihm, dass der andere Arzt gesagt hätte meine wären gesund und ich das auf keinen Fall will und er soll mir alternative Behandlungswege aufzeigen.
Er stürmte aus dem Zimmer kam ein weniger später und gab mir ein Rezept mit. In der Apotheke angekommen bekam ich dann erzählt dass das Rezept leer wäre und was ich denn damit wolle.

Ich hatte kein Bock mehr und bin nach Hause. Für mich war das alles unlogisch.

Die Raucherei hing ich auch an den Nagel. Ich wachte nachts öfters auf weil ich keine Luft bekam oder weil meine Arme nicht mehr spüren konnte. Einen Abend bin ich mal aufgewacht und gefühlt 5 Minuten panisch durch die Wohnung gerannt weil mein Arm eingeschlafen war und nicht durchbluten wollte. Auch der Sprint vom Bett zum Fenster wegen mangelnder Luft machte es mir einfacher das Rauchen aufzugeben.

Die Monate vergingen und mir ging es immer beschissener. Ich hatte irgendwie das Gefühl, dass es nicht besser wurde. Mittlerweile waren 3 Jahre vergangen.
Ich hatte eine Weile drauf geschissen.

Dann hatte ich mich nochmal überwunden und bin zu einer neuen Klinik gefahren. Diesmal eine Proktologin und diese schaute sich die Geschichte an und kam zu dem Ergebnis, dass es nur ein bisschen Wund wäre. Eine Zinksalbe sollte mich heilen.

Das reichte mir dann auch.

In den letzten 2 Jahren habe ich mir so ziemlich jedes Bild und jede Diagnose zu Fissuren, Hämorrhoiden, Ekzemen ...bla bla bla durchgelesen und deren Behandlungsweisen und bin zu dem Schluß gekommen mich selber irgendwie zu behandeln.

Meine Theorie war nach wie vor, dass es irgendwas mit dem Essen zutun hat. Also probierte ich diverses Zeug aus was mich auch nicht weiter brachte.

Schlußendlich kam ich dann endlich auf eine SPUR: Heilfasten.

Ich meldete mich in einem Forum an, laß alle Artikel, ließ Blut abnehmen, Werte OK -> also los FASTEN.

Es dauerte 3 Tage und mir ging es verdammt gut und von Tag zu Tag besser. Ich hatte keine Schmerzen mehr. Mental voll auf der Spur und geistig traumhaft.
Die Fastenzeit dauerte 11 Tage, dann brach ich ab.

Die Schmerzen gingen wieder los und ich war im alten Trott. Aber ich war mir sicher die Lebensmittel waren Schuld. Irgendwann kam ich dann zum Weizen.

Ich hatte das Thema lang ignoriert. Ein Kollege von mir hat auch Probleme mit Gluten und bekam davon Ausschlag im Bartbereich, deshalb dachte ich nicht, dass mich diese Problematik auch betreffen könnte.

Ich fing also vor 1 Jahr an Glutenfeind zu werden und konzentrierte mich auf PALEO Ernährung. Es folgten ein paar harte Monate, weil ich natürlich ein Fast-Food Junkie war. Meine Schwäche war immer Pizza.

Anfangs ging es nicht gut und ich hatte noch tiefs und Rückschläge. Mittlerweile war es schon so schlimm, dass ich nachts mit üblen Schmerzen zur Toilette rannte. Das Permanente Gefühl jemand presst einem Glut in den Hintern verfolgte mich.

Leider ist es teilweise so schlimm, dass ich kleine Blutfrontänen scheisse, wenn ich Weizen esse, kp ob das zur Symptomatik passt.

Nachdem ich auch die letzten Attentäter in Pommes/Chips, Soja-Sauße beim Sushi-Mann und Tiefkühlgemüse ausgemerzt hatte, war ich total SCHMERZFREI.

Diesen Zustand halte ich jetzt seit 7-8 Monaten. Naja fast, manchmal gabs auch mal kleine Rückschläge.

Ich benutze keine Artikel mehr aus der Apotheke. Ich hab kein Jucken, kein Stechen, kein Blut, keine Stimmungsschankungen, ein verbessertes Hautbild, keine Blähungen, kein flotten Otto, keine Stahlbarren etc.

Mir geht es besser und ich wollte einfach mal irgendwo meine Geschichte posten.

Ich weiss nicht was ich habe, aber vielleicht könnt Ihr ja mal eure Einschätzung posten.

Zum Arzt mag ich erstmal nicht, wobei es aus familientechnischer Situation sicher interessant wäre, wenn es eine Zöliakie oder sowas wäre.

Wer auch immer dies liest und noch nicht verstört aus dem Thread gestürmt ist, danke ich für die Aufmerksamkeit. Danke!

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Re: Die blutige Geschichte eines Leidenden

Beitragvon moni130 » 11 Mai 2019 15:54:09

Hi Siegerländer,

nee, für Zöliakie bietet Deine Geschichte eigentlich keine Anhaltspunkte. Aber es gibt ja auch noch andere - schleierhafte - Gründe, warum Gluten problematisch sein kann. Bleibe einfach dabei, wenn es Dir gut tut. Aber achte auf jeden Fall auf eine aureichende Versorgung mit Vitaminen und Mineralstoffen, für die eine weizenlastige Ernährung oft die Hauptquelle darstellt.

Vielleicht ist aber gar nicht weggelassenes Gluten ausschlaggebend für die Besserung, sondern irgendetwas, das Du im Schlepptau von Gluten ebenfalls vermeidest oder etwas, das Du stattdessen bevorzugt zu Dir nimmst.

Zink anzuwenden war sicherlich kein falscher Tipp. Das wirkt direkt auf der Haut, wenn es sein muss, aber auch über die Nahrung hilft Zink Haut und Haar fit zu halten. Du findest sicherlich Nahrungsmittel, die richtig gute Zinkquellen sind.

Das Allerwichtigste ist aber, dass eine schwerwiegende Erkrankung als Blutungsquelle ausgeschlossen worden ist. Außerdem hast Du eine Strategie gefunden, wie Du selbstverantwortlich Deine Beschweden unter Kontrolle halten kannst. Sehe es positiv!

Alles Gute,
Monika
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Re: Die blutige Geschichte eines Leidenden

Beitragvon crazo » 11 Mai 2019 16:25:20

Hi Monika,
jo Zink ist nicht schlecht. Hatte ich bis dahin aber auch schon mehrere Monate benutzt. Danke dir für deine Einschätzung. Ich werde vielleicht trotzdem ein wenig hier rumschnuppern und nach leckeren Rezepten Ausschau halten, falls es euch nichts ausmacht.

Gruß


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