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Erneute Diagnostik

Eure Fragen und Tipps zu den Symptomen, zur Diagnose und Behandlung von Zöliakie / Sprue

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RanchRider
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Erneute Diagnostik

Beitragvon RanchRider » 26 Feb 2019 22:02:07

Hallo,

duch Zufall habe ich 2016 im Rahmen einer Diät bemerkt, dass ich ohne Brot, Pizza und dergleichen mich wohler fühle, die Durchfälle und Bauchkrämpfe nahezu weg waren.

2017 hatte ich eine Darmspiegelung, um meine Beschwerden abklären zu lassen. Die Ärztin hat kaum zugehört beim Erstgespräch, sondern sofort eben diese Darmspiegelung veranlasst. Ich musste mich durch eine Glutenbelastungsphase von vier Wochen quälen? Mit dem Ergebnis, es wäre alles bestens, eine Zöliakie hätte ich nicht und an den Hype Glutenunverträglichkeit glaube sie nicht. Innerhalb von wenigen Minuten war ich abgefertigt.

Da Brot usw. mir aber Probleme macht, habe ich es dann wieder weggelassen. Nicht ganz 100% glutenfrei, aber weitgehendst schon. Jetzt bin ich erneut wegen Beschwerden bei einem anderen Gastroenterologen. Er war verwirrt über die Aussagen der Ärztin, denn durch eine Darmspiegelung könne man keine Zöliakie ausschliessen. Dazu kam noch der Fehler der Ärztin, dass als Nebenbefund eines MRTs eine Sigmadivertikulose festgestellt wurde, die die Ärztin bei der Darmspiegelung zwei Tage später aber auch nicht gesehen hat.

Jetzt durchlaufe ich die Diagnostik erneut. Der Arzt ist informiert, dass ich mich überwiegend glutenfrei seit Jahren ernähre. Er hat mir Blut abgenommen und bis zu der Magen- und Darmspiegelung in fünf Wochen solle ich mich glutenhaltig ernähren. Das würde für einen Nachweis reichen.

Hier lese ich aber von wesentlich längeren Zeiten für eine aussagekräftige Diagnose. Ebenso ist doch die Blutentnahme dann unsinnig gewesen? Denn zurzeit war ich relativ konsequent...

Meine Frage: Machen die Spiegelungen nach vier Wochen Gluten Sinn? Ich möchte mich nicht nochmal da durchquälen, um dann wieder ein strittiges Ergebnis zu haben.

Andererseits habe ich zwar Brot und dergleichen konsequent weggelassen, jedoch gab es auch immer mal wieder in den Jahren kleinere „Sünden“, wie Mc Donalds oder Kinder Bueno. Und ich habe auch nicht in jeder Wurst nach Gluten gefahndet, also nur das Offensichtliche weggelassen. Reicht das zusammen mit den jetzt bevorstehenden Wochen der intensiven Glutenbelastung?

(Seit gestern wieder Brot und dergleichen und ich fühle mich jetzt schon wieder grippig, umnebelt und die Darmbeschwerden setzen wieder ein.... :roll: ....gar nicht schön).

Liebe Grüsse,
Antonia

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Re: Erneute Diagnostik

Beitragvon RanchRider » 28 Feb 2019 17:11:59

Update:

Nach zwei Tagen mit massiver Glutenbelastung habe ich einige Darmbeschwerden: Schlimme Blähungen, Grummeln und weicher Stuhl. Noch schlimmer war allerdings die Nacht gestern. Ich bin mit brennender Haut, tränenden Augen und Niesattacken aufgewacht.

Ich habe ja eine chronische Sinusitis mit Polypen, welche schon drei Mal operiert worden sind. Solche Niesattacken kenne ich nur aus der schlimmsten Zeit, bevor ich die Polypen wieder operieren lassen musste. Das habe ich in den letzten Jahren mit Kortison-Nasenspray und Gundermann-Tinktur eigentlich gut im Griff.

Deswegen hat mich der Anfall gestern nacht schockiert. Meine Augen tränten, die Haut juckte und brannte....und erst diese Niesattacken. Ich weiss nicht, ob ihr das kennt, aber wenn man aus dem Niesen nicht mehr herauskommt, ist das echt quälend.

Es machte den Eindruck eines allergischen Schockes, da ich kaum noch Luft bekommen habe. Da ich heute ohnehin einen Termin beim HNO hatte (wie passend), habe ich ihm das geschildert. Er hat dann einen Pricktest gemacht, unter anderem auf Weizenmehl. Das war aber alles negativ, wie vor 30 Jahren auch schon, wo ich wegen Heuschnupfen getestet wurde. Damit müsste eine Weizenallergie ausgeschlossen sein, oder?

Ist euch eine solche Reaktion unter Glutenbelastung bekannt? Neu hinzugekommene Lebensmittel waren nur Graubrot, Brötchen und eine Torte. Sonst war alles wie immer....Habt ihr dazu eine Idee? Ich wäre euch wirklich sehr dankbar.

Liebe Grüsse,
Antonia

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Re: Erneute Diagnostik

Beitragvon Sibylle » 28 Feb 2019 19:20:27

RanchRider hat geschrieben:Damit müsste eine Weizenallergie ausgeschlossen sein, oder?

Wenn der Pricktest negativ war, könnte ! man noch einen Allergietest im Blut machen.
Du weißt aber schon, dass Zöliakie keine Glutenallergie ist !? Also hast du, auch wenn du eine Weizenallegie hättest, noch lange keine Zöliakie.

RanchRider hat geschrieben:Deswegen hat mich der Anfall gestern nacht schockiert. Meine Augen tränten, die Haut juckte und brannte....und erst diese Niesattacken. Ich weiss nicht, ob ihr das kennt, aber wenn man aus dem Niesen nicht mehr herauskommt, ist das echt quälend.
Zur Zeit fliegen schon ungewöhnlich viele Pollen. Die Allergiker, die ich kenne, plagen sich auch schon.

Nimms mir nicht übel, denn ich kenne dich ja nicht. Auch die Psyche verstärkt Sympthome. Wenn du dich so ganz genau beobachtest, könntest ! du jedes Zipperlein überbewerten.

Tu dir einen Gefallen und lass eine vernünftige Diagnose machen.

Du schreibst, dass du zwar Brot und Pizza weglässt, und dich damit besser fühlst, gehst aber Burger essen, isst glutenhaltige Schokoriegel usw, die du ja scheinbar verträgst.
Das passt nicht zur Zöliakie! Entweder du verträgst Gluten, oder nicht. Egal ob das Gluten in Brot oder im leckeren Schokoriegel ist. Dein Darm ist es egal, voher das Gluten kommt. ;-)
Wenn Brot nicht verträgst, Burger und Schokoriegel mit Waffel drin aber schon, passt das auch nicht zu ATIs und FODMAPs.

Also, geht zu einem Facharzt und lass dich durchchecken. An Zöliakie oder eine Weizenunverträglichkeit glaube ich bei deinen Beschreibungen eher nicht.

Ich wünsche dir gute Besserung und einen Erfolg bei der Diagnose!
Liebe Grüße, Sibylle
-----------
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Re: Erneute Diagnostik

Beitragvon RanchRider » 28 Feb 2019 20:26:44

Liebe Sybille,

danke für deine Antwort.

Ja, ich weiss, dass Zöliakie keine Glutenallergie ist. Ich kam auf das Thema „Allergie“ auch nur, weil ich gestern eben diese furchtbare Nacht ähnlich einem allergischen Schock hatte. Aber da der Pricktest negativ war, gehe ich nach deiner Antwort davon aus, dass ich da einen Haken dran machen kann.

Wegen der Burger oder Schokoriegel: Nein, ich vertrage sie nicht. Ich bin nur manchmal inkonsequent gewesen, in vollem Bewusstsein, welche Folgen das haben kann und auch hatte. So ist es halt eben, wenn man keine klare Diagnose hat. Ich habe das geschrieben, weil ich die Hoffnung hatte, dass durch das hin und wieder sündigen eventuell doch eine konstante Glutenbelastung vorlag und die vier Wochen Belastung jetzt dann bis zu den Spiegelungen dann doch reichen.

Und ich bin ja dabei, die Diagnostik zu durchlaufen? Deshalb muss ich ja die Glutenbelastung machen. Dann wäre nach den Spiegelungen auch dieses Thema abgehakt und ich muss weitersuchen.

Ich bin nicht scharf auf die Diagnose „Zöliakie“, aber ich wüsste gern, was bei mir los ist. Ich will keine Darmbeschwerden mehr, auf eine vierte OP wegen der Polypen freue ich mich auch nicht und die Migräne darf auch gern verschwinden. Ich würde gern einmal halbwegs gesund und zufrieden leben.

Natürlich verstärken Stress und andere psychische Schieflagen die Symptomatiken, damit habe ich kein Problem. Nur nachts mit einer derart starken allergischen Reaktion aufzuwachen, hat auch nichts mit „sich zu sehr beobachten“ zu tun.

Liebe Grüsse,
Antonia

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Re: Erneute Diagnostik

Beitragvon moni130 » 28 Feb 2019 22:42:53

Hallo Antonia,

theoretisch besteht ja auch die Möglichkeit, dass Du auf etwas ganz anderes reagiert hast. Allerdings treten die meisten rein allergischen Reaktionen ja sofort ein und nicht erst nach Stunden mitten in der Nacht.*) Das läßt durchaus an Gluten bzw. Zöliakie als Auslöser denken, denn da ist der Ablauf ja etwas anders. Andererseits ist mir nicht geläufig, das Zöliakie mit chronischen Nebenhöhlenentzündungen assoziiert sein kann. Jedenfalls nicht direkt. Denkbar ist aber auch eine Art Kettenreaktion, die zum Rückfluß von Magensäure führt, die wiederum die Atemwege reizen kann.

Bevor Du das Risiko weiterer Reaktionen eingehst, solltest Du mit dem Arzt, der demnächst die Spiegelung vornehmen will, über die Sache sprechen.

Monika

*) Was mitten in der Nacht zur Plage werden kann, das wären z.B. Waschmittelreste oder sonstige reizende Stoffe in der Bettwäsche.
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