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Zöliakie?

Eure Fragen und Tipps zu den Symptomen, zur Diagnose und Behandlung von Zöliakie / Sprue

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Himbeerkuss
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Zöliakie?

Beitragvon Himbeerkuss » 13 Sep 2015 20:12:11

Hallo,

ich bin durch mein Hashimoto auf diese Seite gekommen.

Hashimoto wurde vor einer Woche diagnostiziert.
In einer Selbsthilfegruppe wurde ich darauf aufmerksam das es häufig Hashimoto Erkrankte mit Zöliakie gibt.

Mein Problem besteht eigentlich schon relativ lange,aber in letzter Zeit wird es stetig mehr.

Ich muss nach so ziemlich jedem Essen zur Toilette und habe Durchfall.
Ich bin dann meistens ziemlich groggy,häufig habe ich eine latente Übelkeit.
Meistens koche ich frisch,ich verwende super selten mal Tüten oder Fertiggerichte.

Ich muss morgens nach dem Essen zur Toilette,mittags (oft essen wir Nudeln,gerne mit Mais,Thunfisch und Tomaten,Paprika).
Einen Laktoseintoleranztest habe ich bereits machen lassen,dieser war aber negativ.

Was ich nicht habe,sind ein Blähbauch und Bauchschmerzen.

Was ich noch sagen kann,ich habe einen erhöhten Leberwert.

Mich würde jetzt interessieren ob es hier jemanden mit einer ähnlichen Geschichte gibt?

Was haltet ihr von diesen Schnelltests die man mittlerweile wohl auch in der Apotheke kaufen kann?


Dankeschön!

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Re: Zöliakie?

Beitragvon JoeCool » 13 Sep 2015 20:33:06

Hallo Himbeerkuss,
willkommen :flower:
Himbeerkuss hat geschrieben:Was haltet ihr von diesen Schnelltests die man mittlerweile wohl auch in der Apotheke kaufen kann?

Wenn damit die IGG4-Tests gemeint sind: überhaupt gar nix! Die einzigen, denen der Test was bringt, sind Hersteller und Apotheker. Kannst gerne mal igg4 in die Forumssuche eingeben und wirst reichlich Funde dazu bekommen.
LG JoeCool
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Re: Zöliakie?

Beitragvon Himbeerkuss » 13 Sep 2015 20:38:13

Dankeschön :jumping:

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Re: Zöliakie?

Beitragvon moni130 » 13 Sep 2015 22:01:21

Hallo,

Du solltest nicht mit Tests aus der Apotheke herumspielen, sondern zum Arzt gehen und aufgrund Deiner Beschwerden, d.h. häufig Durchfall, Übelkeit und erhöhtem Leberwert um eine Überweisung zur gastroenterologischen Abklärung bitten.

Der Schnelltest, den Du meinst, hat nichts mit dem zu tun, was JoeCool erwähnte, sondern ist wohl der qualitative Test auf zöliakiespezifische Antikörper im Blut, doch auch der ist umstritten, weil er zumindest für die Bedingungen in unserem Gesundheitssystem keinerlei Vorteil bringt.

Gruß
Monika

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Re: Zöliakie?

Beitragvon Heiterkite » 13 Sep 2015 22:16:50

Der Schnelltest ist Murks.
Wenn nichts dabei rauskommt, kann das Ergebnis falsch negativ sein. Man ist also so schlau wie zuvor.
Wenn er positiv ist, muss man eh zum Arzt.

Lass eine richtige Diagnostik machen.

Ähnliche Geschichte: Naja, so ein bißchen. Als ich die Diagnose Hashi bekam war ich davon ausgegangen, dass auch meine anderen Beschwerden (in erster Linie unglaublich viel Luft im Magen, Übelkeit, ab und zu große Mengen klebriger...na, du weißt schon... und müde, sooooo müde und erschöpft.)
Irgendwann hatte ich dann den Verdacht, es könnte Zöli sein. Aber laut einem älteren Arztbrief wurde das schonmal ausgeschlossen. Allerdings gehe ich mittlerweile davon aus, dass gar nicht wirklich auf Zöli untersucht wurde. (Wozu, ist eh alles psychosomatisch :roll: )
Ich habe dann, mangels besseren Einfalls, einfach mal glutenfrei ausprobiert. Habe die massive Verbesserung dann sogar selbst auf Einbildung, Placebo...geschoben. Habe lange damit gehadert, dass ich keine Diagnose habe (und tue das gelegentlich immer noch)
Mittlerweile halte ich mich an das, was meine Tochter gesagt hat: "mama, ist doch egal, wie man das nennt. Wenn du es isst, geht es dir sch..., wenn du es weglässt, geht es dir gut, ist doch echt einfach"

Naja, eine handfeste Diagnose wäre mir schon lieber. Aber nicht wichtig genug, um nochmal wochen-bis monatelang glutenhaltig zu essen.
Aber ich rate auf jeden Fall dazu, eine richtige Diagnostik machen zu lassen. Also Bestimmung der Antikörper und Spiegelung mit Biopsie

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Re: Zöliakie?

Beitragvon moni130 » 14 Sep 2015 09:53:47

Der Schnelltest ist Murks.

@ Heiterkite: Der Test ist für die allermeisten Fälle schlichtweg nicht geeignet. Deswegen ist er noch lange kein "Murks", genauso wie Schuhe in Größe 48 kein Murks sind, nur weil sie Dir und den meisten anderen nicht passen.

Es gibt - außerhalb UNSERES Gesundheitssystems - durchaus wichtige Einsatzmöglichkeiten für diesen Test, der genauso zuverlässig erhöhte Gewebstransglutaminase-IgA-Antikörper im Blut anzeigt, wie die Tests beim Arzt. Der Unterschied: Der Schnelltest zeigt nur "ja" oder "nein" an, also unterhalb oder oberhalb des Grenzwertes, während die Untersuchung einer Blutprobe im Labor einen Zahlenwert für die Höhe des Antikörpertiters liefert. Dieser Wert ist im Falle von Zöliakie dann später auch für Vergleiche bei Kontrolluntersuchungen wichtig. Und nur diese Untersuchung zählt, wenn es darum geht, Zöliakie zu diagnostizieren. Deswegen ist es durchaus korrekt, von der Anwendung des Tests abzuraten, zumal wenn Beschwerden vorhanden sind, die ärztlich abgeklärt werden müssen!

Es gibt allerdings auch bei uns durchaus vernünftige Einsatzmöglichkeiten für den Schnelltest. Ich denke da z.B. an nahe Verwandte von Zölis, also Personen mit erhöhtem Risiko, irgendwann Zöliakie zu entwickeln, bei denen im Rahmen eines Familienscreenings schon mal ein allgemeiner IgA-Mangel ausgeschlossen wurde. Bei diesen Personenn sollte - lebenslang - regelmässig auf das Erscheinen von Antikörpern kontrolliert werden. So lange keinerlei Beschwerden bestehen, muss man, dank des Schnelltests, dafür nicht extra einen Arzt aufsuchen. Der Arztbesuch allein kostet nicht nur Zeit, sondern - zumindest die Krankenkasse - mehr als dreimal so viel, wie für so einen Schnelltest (den man immer selbst bezahlt) zu zahlen ist. Wenn ich bedenke, dass es Gegenden in unserem Lande gibt, wo die nächstgelegene Arztpraxis schon mal mehr als 10 km entfernt ist, lange Wartezeiten an der Tagesordnung sind und die Kapazität kaum ausreicht, um akut Kranke zu versorgen, dann finde ich es sehr vernünftig, wenn jemand diese Alternative wählt. Von lästigen Diskussionen mit Ärzten, die sich mit Zöliakie nicht gut genug auskennen, um die Notwendigkeit der Kontrolluntersuchungen (bei augenscheinlich Gesunden) einzusehen, mal ganz abgesehen. Allerdings sollte man auch wissen, dass die Durchführung des Tests nicht so ganz einfach ist. Man sollte sich daher die Durchführungsanleitung genauestens durchlesen, bevor man sich zum Kauf eines Testkits entschließt.

Monika


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