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Zöliakiediagnose und Belastungsphase

Eure Fragen und Tipps zu den Symptomen, zur Diagnose und Behandlung von Zöliakie / Sprue

Zöliakiediagnose und Belastungsphase

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Zöliakiediagnose und Belastungsphase

Beitragvon Zuckerwattefee » 21 Apr 2018 10:14:08

Hallo ihr Lieben :)

Ich lese nun schon seit einiger Zeit bei euch mit und habe schon einiges dazugelernt. Jetzt stehe ich aber ganz schön auf dem Schlauch und wollte fragen, ob ihr mir wieder weiterhelfen könntet.

Im Grunde geht es um die Zöliakie-Diagnostik und der damit einhergehenden Belastungsphase.

Kurz vorab: Seit November 2017 esse ich glutenfrei, dabei habe ich immer mal wieder eine Woche lang glutenhaltig gegessen, in der Hoffnung es sei wieder alles in Ordnung... Seit Februar esse ich jedoch komplett glutenfrei. Ich weiß, dass dies vor der Diagnostik nicht sinnvoll ist, jedoch stand das Thema zunächst gar nicht im Raum...

Wie dem auch sei, meine Hausärztin hat mir geraten lieber doch auf Zöliakie zu testen, da ich bereits kleine Mengen bemerke. Was die Dauer und Menge der Belastingsphase angeht konnte sie mir leider nicht helfen. Auch mein Gastroenterologe scheint sich damit nicht wirklich auszukennen. Er sprach davon, dass ich ca. 3 Monate 3 mal die Woche glutenhaltig essen sollte, das würde dann schon passen.

Was würdet ihr mir empfehlen? Ich werde aber auch auf jeden Fall nochmal nach einem Gastroenterologen recherchieren, der sich besser auskennt :)

Vielen vielen Dank euch schonmal :)

Die.L
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Re: Zöliakiediagnose und Belastungsphase

Beitragvon Die.L » 22 Apr 2018 00:37:01

Wenn ich mich richtig erinnere, sagt auch die Leilinie über zwei bis drei Monate täglich (!) zwei bis vier Scheiben Brot bzw. die entsprechende Menge glutenhaltige Speisen (Nudeln, Kuchen, Pizza...).
Schöne Grüße von Heike!
Mit Tochter aus 02/2004 (Zöliakie diagnostiziert seit 10/2013)
Für mich seit 06/2017 Diagnose antikörpernegative Zöliakie

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Re: Zöliakiediagnose und Belastungsphase

Beitragvon Zuckerwattefee » 12 Jun 2018 17:28:54

Liebe Die.L,

vielen vielen Dank für deine Antwort. Tut mir Leid, dass ich mich nicht vorher bedankt habe, ich habe mit meiner Bachelorarbeit momentan total viel um die Ohren...

Mittlerweile sind meine Blutergebnisse da und ich habe eine erneute Frage an euch, die ich einfach hier noch stellen würde, wenn das in Ordnung ist.
Mein Arzt hat mir berichtet, dass Transglutaminase-Antikörper IgA und Anti-Gliadin IgG untersucht wurden und beide negativ sind. Mir ist erstmal ein Stein vom Herzen gefallen, auch wenn mir kurz darauf eingefallen ist, dass der IgA-Gesamtwert immer miteinbezogen werden sollte. Dieser wurde wohl aber nicht mitbestimmt, da dies nicht den Laborbestimmungen entspricht. Mein Arzt hat meine Bedenken verstanden und erkundigt sich netterweise nochmal für mich. Nun wollte ich euch jedoch fragen, macht es hier überhaupt Sinn den IgA-Gesamtwert zu bestimmen oder ist es bei dieser Antikörpergruppe nicht notwendig?

Vielen Vielen Dank und liebe Grüße,
Zuckerwattefee

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Re: Zöliakiediagnose und Belastungsphase

Beitragvon moni130 » 12 Jun 2018 17:58:51

Seit Februar esse ich jedoch komplett glutenfrei.


Unter dieser Voraussetzung ist jede negative Antikörperbestimmung völlig ohne Aussagewert.

Ansonsten ist es okay, dass Dein Arzt Transglutaminase-Antikörper IgA und Anti-Gliadin IgG angefordert hat, wobei ich davon ausgehe, dass bei letzteren die IgG-Antikörper gegen deamidierte Gliadin-Peptide bestimmt wurden und nicht - wie bis vor ca. 10 Jahren - gegen natives Gliadin. Die wären nämlich überhaupt nicht aussagefähig in Bezug auf Zöliakie (so wie IgG-Antikörper allgemein nix bringen außer Kohle fürs Labor). Doch deamidierte Gliadin-Peptide, also bestimmte Bruchstücke aus unvollständig abgebauten Gliadin, entstehen nur bei Zöliakie und daher können nur bei Zöliakie auch Antikörper dagegen entwickelt werden.
Und daher haben die IgG-AK gegen die deamidierten Gliadin-Peptide in etwa die gleiche Bedeutung wie die IgA gegen Gewebs-Transglutaminase, die vor gut 20 Jahren von deutschen Forschern entdeckt wurden und daher hierzulande "bevorzugt" werden. Mit diesen (!) IgG-Antikörpern kommt man auch zu einer Diagnose, falls evtl. ein allgemeiner IgA-Mangel vorliegt.

Wie lange es dauert, bis nach einer Phase mit glutenfreier Ernährung wieder nachweisbare Antikörper zu erwarten sind, kann bisher noch nicht vorhergesagt werden. Auf jeden Fall aber ist seit Deiner ersten Meldung hier der Zeitraum für eine erfolgversprechende Antikörperdiagnostik schlichtweg zu kurz.
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Re: Zöliakiediagnose und Belastungsphase

Beitragvon Zuckerwattefee » 12 Jun 2018 18:05:22

Liebe Moni130,

seit dem 21.04 esse ich wieder glutenhaltig, mein Test war am 08.06. Meinst du die Zeit war dennoch zu kurz?

Und vielen Dank für deine ausführliche Antwort bezüglich der Antikörper, ich werde noch den Bescheid bei meine Arzt anfordern und mal schauen, welche IgG-Werte denn bestimmt wurden.

Liebe Grüße,
Zuckerwattefee

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Re: Zöliakiediagnose und Belastungsphase

Beitragvon moni130 » 12 Jun 2018 21:19:44

ich werde noch den Bescheid bei meine Arzt anfordern und mal schauen, welche IgG-Werte denn bestimmt wurden.


Kannste machen, wenn Du nix anderes zu tun hast. Denn was auch immer bestimmt worden ist, es ändert nichts an der Tatsache, dass die Voraussetzungen für eine halbwegs sichere Diagnose nicht gegeben waren! Es wird auch nicht so bald die Chance auf einen erneuten Test geben, denn da stehen Abrechnungsregeln dagegen. Und da Du ja auch keinen kontrollbedürftigen Befund hast, wird sich kein Arzt dem Regressrisiko wegen Überschreitung des Laboretats aussetzen.

Du kannst Dich jetzt vorerst nur entscheiden, wie Du ohne klare Diagnose leben willst. Ob mit oder ohne Gluten. Wenn Du nach einigen Monaten weiterhin oder erneut das Gefühl hast, dass es mit Gluten überhaupt nicht geht und Du unbedingt eine Diagnose haben musst, dann kannst Du in etwa einem Jahr nach ausführlicher, konsequenter Glutenbelastung neu ansetzen.

Aber ehrlich gesagt, kann ich mir nicht vorstellen, dass Du Zöliakie hast und nicht irgendwelche andere Reaktionen auf irgendetwas, das in getreidehaltigen Lebensmitteln enthalten ist. Für mich ist es unvorstellbar, mit bewußt in Kauf genommenen Reaktionen auf Gluten-Diätfehler eine ordentliche Studienabschlußarbeit zu verfassen.

Ich wünsche Dir in jeder Hinsicht viel Glück,
Monika
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