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Entspelzte Haferkörner glutenfrei - wo kann man die kaufen?

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mizzie
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Entspelzte Haferkörner glutenfrei - wo kann man die kaufen?

Beitragvon mizzie » 24 Apr 2017 11:50:06

Hi, überall finde ich glutenfreie Haferflocken, aber keine entspelzten Körner.
Hat jemand eine Idee, wo ich die bekommen kann?
Ich brauche sie für ein Rezept, dass mit Flocken einfach nicht funktioniert.

mizzie
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Re: Entspelzte Haferkörner glutenfrei - wo kann man die kaufen?

Beitragvon mizzie » 16 Jul 2017 21:36:47

Schnief! Keiner?
Bei Bauckhof könnte ich nur einen 25kg-Sack bekommen. :shock:
Das ist zu viel :mad:

Die.L
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Re: Entspelzte Haferkörner glutenfrei - wo kann man die kaufen?

Beitragvon Die.L » 17 Jul 2017 20:03:28

Da bleibt Dir wohl nur, konventionellen Hafer zu kaufen und den Korn für Korn auszulesen.
Wie sagte mein Vater so schön: "etwas Risiko ist immer".

Ich würde es nicht machen.
Schöne Grüße von Heike!
Mit Tochter aus 02/2004 (Zöliakie diagnostiziert seit 10/2013)
Für mich seit 06/2017 Diagnose antikörpernegative Zöliakie

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moni130
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Re: Entspelzte Haferkörner glutenfrei - wo kann man die kaufen?

Beitragvon moni130 » 17 Jul 2017 22:42:10

konventionellen Hafer zu kaufen und den Korn für Korn auszulesen

Hallo Heike,

ja, so findet man heraus, ob nur Hafer im Hafer ist, aber ob der Hafer einer wirklich glutenfreien sorte angehört, das kann man einem Haferkorn nicht ansehen. Nicht alle Hafersorten sind wirklich unbedenklich bei Zöliakie. Und ich habe noch nichts gefunden, wodurch diejenigen Sorten, die die Autoimmunreaktion in Ruhe lassen, zu erkennen wären. Am gf-Zeichen auf der Packung jedenfalls nicht.

Wie vertrackt die Sache mit dem Hafer ist, wird ja gnadenlos heruntergespielt, um billig herzustellende Produkte für teures Geld auf den glutenfrei-Markt werfen zu können. Da Du damals, als ich 2012 die Studie ausgegraben habe, noch nicht hier dabei warst, nutze ich jetzt mal die Gelegenheit, das mal zu wiederholen:
Der aktuelle Stand ist, dass man nachweisen konnte, dass Hafer nicht einfach gleich Hafer ist, sondern dass es von Sorte zu Sorte durchaus Unterschiede hinsichtlich ihrer zöliakietoxischen Eiweißzusammmensetzung gibt. Siehe Diversity in oat potential immunogenicity: basis for the selection of oat varieties with no toxicity in coeliac disease. Das heißt nicht weniger, als dass erst mit dem 2011 publizierten Forschungsergebnis eine Grundlage geschaffen wurde, um für die Zukunft bestimmen zu können, welche Haferzüchtungen für die Ernährung bei Zöliakie geeignet wären. Alles was bisher läuft, auch die Studie, nach der das mit den bis zu 50 g/Tag propagiert wurde, sind im Prinzip nichts weiter als Versuche (am Menschen!) mit ungewissem Ausgang. Auch in dieser Studie, die über 12 Wochen lief, zeigten sich bei einem von 19 erwachsenen (!) Teilnehmern Schleimhautschäden bzw. richtig heftige Reaktionen. Einer von 19, das sind immerhin schon mal über 5 %. Ein weiterer Teilnehmer stieg wegen Beschwerden nach zwei Wochen schon vorzeitig aus und stand nicht mehr für Kontrolluntersuchungen zur Verfügung. Noch mal 5 %. Und mehr noch: Bei vier weiteren Patienten (plus der Patientin mit der deutlichen Verschlechterung) konnten immunologische Reaktionen nachgewiesen werden. Und das ist fast ein Drittel der verbliebenen Teilnehmer. Unterm Strich waren es also rund ein Drittel der Teilnehmer, bei denen die Sache nicht ganz ohne Folgen geblieben ist. Quelle: Oats induced villous atrophy in coeliac disease.


Jetzt in 2017 wurden weitere Studien veröffentlicht. Eine will ich davon herausgreifen. Darin wurden etliche Hafersorten untersucht. Also reine Haferkörner verschiedener Züchtungen ohne Risiko mit Weizen vermischt zu sein. Um das allergene Potenzial herauszufinden, wurde mit monoklonalen Antikörpern gearbeitet, die bei der von Weizengluten ausgelösten Reaktion eine Rolle spielen und angeblich bei Hafer nicht vorhanden sein sollen. Aber sie wurden bei drei Sorten wiederholt nachgewiesen, wobei das Ergebnis einem Glutengehalt von mehr als 20 ppm entspricht, also mehr als dem gesetzlichen Grenzwert für glutenfrei Produkte. Quelle: Assessment of Avenins from Different Oat Varieties Using R5-Based Sandwich ELISA.

Das Problem besteht darin, dass die bisher vorhandenen Testverfahren für den routinemäßigen Einsatz in der Lebensmittelindustrie diese differenzierten Analysen nicht leisten können. Dass darüber hinaus auch die individuellen Reaktionen in einem Maßstab stattfinden können, der mit den üblichen diagnostischen Maßnahmen nicht erfasst werden kann, macht die Sache nicht einfacher. Jedenfalls für uns nicht einfacher. Die Industrie profitiert davon und flutet den Markt mit Artikeln, bei denen weder die Unbedenklichkeit noch die Bedenklichkeit nachweisbar ist.

Also ich meine, dass man auch ohne Hafer leben kann, jedenfalls solange man kein Pferd ist.

Monika
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Re: Entspelzte Haferkörner glutenfrei - wo kann man die kaufen?

Beitragvon Die.L » 18 Jul 2017 22:59:37

Moni, Du bist ein Schatz!
Danke für die Ausführungen.
Schöne Grüße von Heike!
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