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Grundwissen Zöliakie und Co

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andreas
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Kennzeichnungspflicht für Lebensmittel

Beitragvon andreas » 07 Feb 2106 07:28:15

:arrow: Die Kennzeichnungspflicht für Lebensmittel

Nach 15 Jahren unzähliger Verhandlungen und harter Arbeit ist nun endlich der große Durchbruch für alle Zöliakie- und Sprue-Betroffene geschafft:

Das Europäische Parlament und der Rat der Europäischen Union haben am 10. November 2003 beschlossen, dass ab dem 25. November 2005 u.a. glutenhaltiges Getreide und die daraus hergestellten Zutaten immer auf den Lebensmitteletiketten deklariert werden müssen!

Diese Vorschrift gilt ohne Ausnahme in allen Ländern der EU!



Grund für die Deklarationsvorschrift

Der Grund für die Deklarationsvorschrift ist, dass der Verbraucher ein Recht darauf habe, über die genaue Angabe aller Zutaten eines Lebensmittels in der Etikettierung angemessen informiert zu werden. Vor allem sei aber eine genaue Etikettierung notwendig, da Lebensmittelallergien mittlerweile derart häufig auftreten, dass sie das Leben vieler Menschen beeinträchtigt, indem sie Krankheiten auslösen, von denen einige harmlos, andere aber potenziell tödlich seien.
Durch die neue Deklarationsvorschrift sollte die Gesundheit des Verbrauchers geschützt werden.


Was hat sich geändert?

Seit dem 25. November 2005 sind alle Hersteller dazu verpflichtet, auf ihren Produkten folgende Angabe zu machen: das Wort „Enthält…“ gefolgt von der Bezeichnung der betreffenden Zutat. Diese Angabe entfällt jedoch, wenn die Zutat bereits unter ihrem spezifischen Namen im Verzeichnis der Zutaten enthalten ist.

• Folgende Zutaten müssen immer auf dem Produkt deklariert sein (auch, wenn sie nur in kleinsten Mengen enthalten sind):

- glutenhaltiges Getreide sowie die daraus hergestellten Erzeugnisse
- Krebstiere und Krebstiererzeugnisse
- Eier und Eiererzeugnisse
- Fisch und Fischerzeugnisse
- Erdnüsse und Erdnusserzeugnisse
- Soja und Sojaerzeugnisse
- Milch und Milcherzeugnisse (einschließlich Laktose)
- Schalenfrüchte (Mandel, Haselnuss, Walnuss, Kaschunuss, Pecannuss, Paranuss, Pistazie, Macadamianuss und Queenslandnuss) sowie die daraus hergestellten Erzeugnisse
- Sellerie und Sellerieerzeugnisse
- Senf und Senferzeugnisse
- Sesamsamen und Sesamsamenerzeugnisse
- Schwefeldioxid und Sulfite (bei einer Konzentration von mehr als 10 mg/kg oder 10 mg/l)
- Lupinen
- Weichtiere (Mollusken)

• Die sogenannte 25%-Regelung wurde abgeschafft, nach der bislang Bestandteile von zusammengesetzten Zutaten, die weniger als 25% des Gewichts des Endproduktes ausmachen, nicht zwingend angegeben werden mussten. Beispiel: Die kleinen Hackbällchen in einem Eintopf machen weniger als 25% des Gewichts des Endproduktes aus. Nach der aktuellen Regelung müssen nun die gesamten Zutaten der Hackbällchen deklariert werden.

• Bei Sammelbegriffen wie "Stärke" muss bereits seit 1999 eine glutenhaltige Herkunft (z.B. Weizen) in runden Klammern angegeben sein, ansonsten gilt Stärke als glutenfrei. Das bedeutet, dass Stärke glutenfrei ist, wenn in der Zutatenliste lediglich der Begriff "Stärke" oder "modifizierte Stärke" verwendet wird. Handelt es sich dagegen um Stärke glutenhaltiger Herkunft, muss diese in runden Klammern auf der Zutatenliste angegeben werden z.B. Stärke (Weizen).

• Die Deklarationsvorschrift gilt auch für alkoholische Getränke, wie z.B. Sulfit in Weinen

• Die Deklarationsvorschrift gilt nicht für die Produkte aus Wurst-, Fleisch- oder Käsetheken sowie die Gerichte in Restaurants oder von Imbissständen! Hier gilt weiterhin: Im Zweifelsfall der Gesundheit zuliebe auf die Lebensmittel verzichten, bei denen die genaue Zusammensetzung oder Herstellungsmethode nicht bekannt ist.


Hinweis

Durch die Deklarationsvorschrift besteht leicht die Gefahr, dass zu viele Hersteller aus Sicherheitsgründen aufgrund des sogenannten "Cross-Contact-Effekts" auf ihre Etiketten "Kann Spuren von .... enthalten" drucken lassen. Dies ist z.B. der Fall, wenn z.B.

- in einer Produktionsmaschine zuerst Glutenhaltiges und später dann Glutenfreies hergestellt wurde oder
- im Betrieb durch Lagerung/Abfüllen von glutenhaltigen Zutaten eine Kontamination durch feinsten Staub nicht ausgeschlossen werden kann.

Auch nach sorgfältiger Reinigung der Produktionsmaschinen können dort immernoch Spuren von Gluten enthalten sein - müssen aber nicht. Dadurch kann es leicht passieren, dass ein Zöliakie- / Sprue-Betroffener durch die Aufschrift "Kann Spuren von Gluten enthalten" stark verunsichert wird und folglich dieses Produkt nicht mehr kauft und zu sich nimmt, obwohl er es vielleicht könnte, da das Produkt vielleicht tatsächlich glutenfrei ist.


Weitere Informationen

Richtlinie 2000/13/EG im Amtsblatt EU L 109/29 vom 06.05.2000

Richtlinie 2003/89/EG im Amtsblatt EU L 308/15 vom 25.11.2003

VERORDNUNG (EG) Nr. 41/2009 DER KOMMISSION vom 20. Januar 2009
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Laktoseintoleranz

Beitragvon andreas » 07 Feb 2106 07:28:15

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Fruktoseintoleranz

Beitragvon valeska » 07 Feb 2106 07:28:15

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Diabetes

Beitragvon valeska » 07 Feb 2106 07:28:15

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Andere Darmerkrankungen

Beitragvon valeska » 07 Feb 2106 07:28:15

:arrow: Andere Darmerkrankungen

Morbus Crohn / Colitis ulcerosa

- www.dccv.de
Deutsche Morbus Crohn/Colitis ulcerosa-Vereinigung (DCCV e.V.

- www.oemccv.at
Österreichische Morbus Crohn/Colitis ulcerosa Vereinigung (ÖMCCV

- www.smccv.ch
Schweizerische Morbus Crohn und Colitis ulcerosa Vereinigung (SMCCV

- www.croehnchen-klub.de
Cröhnchen-Klub
Bis bald,

Valeska



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Was ist Zöliakie?

Beitragvon valeska » 07 Feb 2106 07:28:15

:arrow: Was ist Zöliakie / Sprue?

Bei der Zöliakie (Synonyme: einheimische Sprue, glutensensitive Enteropathie) handelt es sich um eine chronische Erkrankung der Dünndarmschleimhaut, die durch eine lebenslange Unverträglichkeit gegenüber dem Gluten verursacht wird. Gluten (gesprochen: Glutéen) ist ein Klebereiweiß, das in zahlreichen bei uns üblichen Getreidesorten vorkommt, und zwar in:

> Weizen <
> Roggen <
> Gerste <
> Hafer <
> Grünkern < (= unreif geernteter Dinkel)
> Dinkel < (= Weizensorte)
> Einkorn < (= alte Weizensorte)
> Kamut < (= alte Weizensorte)
> Emmer < (= alte Weizensorte)
> Bulgur < (= türk., vorgekochter Weizen)
> Triticale < (= Weizen-Roggen-Kreuzung)
• Urkorn

Bei der Zöliakie handelt es sich um eine sog. Autoimmunerkrankung, da es zu einer Fehlreaktion des Immunsystems gegen körpereigenes Gewebe kommt, sobald Gluten zu sich genommen wird. Dies hat zur Folge, dass körpereigenes Gewebe angegriffen wird und es somit zur typischen Schädigung der Dünndarmschleimhaut kommt.

Ein Ausbruch der Erkrankung ist grundsätzlich in jedem Alter möglich, jedoch ist eine Häufigkeit zwischen dem 1. und 8 Lebensjahr, zwischen dem 30. und 40. Lebensjahr sowie und mit etwa 60 Jahren festzustellen. Wurde früher die Erkrankung im Kindes- oder Jugendalter diagnostiziert, sprach man von Zöliakie, während sie beim Erwachsenen als Sprue (gesprochen: Spruh) bezeichnet wurde. Inzwischen hat man sich international darauf geeinigt, für Kinder und Erwachsene gleichermaßen von Zöliakie zu sprechen.


:arrow: Ist Zöliakie / Sprue heilbar?

Zöliakie / Sprue besteht ein Leben lang, da es sich um eine genetisch bedingte Autoimmunerkrankung handelt (wie z.B. Diabetes Typ I) und daher nicht heilbar ist. Die einzige Möglichkeit der Behandlung ist die strenge lebenslange Einhaltung einer glutenfreien Diät.

Während noch bis in die 40er Jahre die Krankheit lebensbedrohlich verlief (Zöliakie wurde erst 1950 entdeckt), kann heute mit Hilfe einer glutenfreien Diät ein völlig beschwerdefreies Leben geführt werden.
Bis bald,

Valeska



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Was ist Gluten?

Beitragvon valeska » 07 Feb 2106 07:28:15

:arrow: Was ist Gluten?

Gluten ist in den Samen der hier aufgeführten Getreidesorten enthalten.
Diese glutenhaltigen Getreidesorten besitzen einen Proteingehalt von etwa 7-15% (je nach Zuchtform auch noch mehr), der zu 90% aus Gluten besteht. Gluten ist demnach ein Eiweißbestandteil und besteht aus Prolamin und Glutenin. Bei einem Zöliakie- / Sprue-Betroffenen lösen sowohl die Prolamine als auch die Gluteline die typische Entzündung im Darm aus. Jede Getreidesorte hat eine eigene Bezeichnung für sein:

Prolamin:
• Weizen: Gliadin
• Roggen: Secalin
• Gerste: Hordein
• Hafer: Avenin

Glutelin:
• Weizen: Glutenin
• Roggen: Sekalinin
• Gerste: Hordenin
• Hafer: Avenalin

Gluten spielt beim Backen eine sehr wichtige Rolle:

• es bildet in Verbindung mit Wasser einen gummiartigen Teig
• es vergrößert das Gebäckvolumen
• es sorgt dafür, dass das Gebäck seine Form behält
• es beeinflusst die Krustenbildung positiv
• es hält das Gebäck länger frisch

Aus diesen Gründen wird Gluten auch als "Klebereiweiß" bezeichnet.


:arrow: Auf welche Weise schadet Gluten dem Körper?

Der Dünndarm hat die Aufgabe, die Aufnahme von wichtigen Nährstoffen über die Schleimhaut in das Blut zu ermöglichen. Zu diesem Zweck befinden sich auf der Dünndarmschleimhaut Millionen von Zotten (winzige fingerähnliche Fältchen), die die Aufnahmefläche des Dünndarms für die Nährstoffe um ein Vielfaches vergrößern.

Durch die Zuführung von Gluten kommt es jedoch bei einem Zöliakie- / Sprue-Betroffenen aufgrund einer Fehlreaktion des Immunsystems zu einer Entzündung der Dünndarmschleimhaut. Dadurch werden die Zotten immer mehr geschädigt, so dass sie nach und nach abflachen und somit immer weniger Nährstoffe aufgenommen werden können. Dies hat zur Folge, dass die Nahrung nur halbverdaut in den Dickdarm gelangt. Da der Dickdarm aber diese Aufgabe nicht bewältigen kann, kommt es zu Bauchkrämpfen und starken Durchfällen.
Durch diese anhaltende, voranschreitende Schädigung des Dünndarms entstehen im Laufe der Zeit starke Nährstoffdifizite, die Ursache für andere Beschwerden sein können.

Neueste Untersuchungen haben ergeben, dass nur 10 - 20% der Zöliakie / Sprue-Betroffenen typischen Symptome aufwiesen, die restlichen 80 - 90% hatten atypische oder keine spürbaren Symptome! Auch wenn atypische oder keine spürbaren Symptome vorliegen, kommt es durch die Zufuhr von Gluten auch hier zu einer Fehlreaktion des Immunsystems, wodurch das Risiko einer Folgeerkrankung hier genauso hoch ist wie bei den restlichen Zöliakie- / Sprue-Betroffenen.
Bis bald,

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Ursachen der Zöliakie

Beitragvon valeska » 07 Feb 2106 07:28:15

:arrow: Welche Ursachen hat Zöliakie / Sprue?

In den 70er Jahren fanden Forscher heraus, dass die Ursache der Glutenunverträglichkeit in den sog. HLA-Genen liegt, die sich auf dem Chromosom Nr. 6 befinden und die wichtig sind für die Kontrolle der Entzündungs- und Abwehrreaktionen des Körpers. Unter diesen Genen befindet sich das für Zöliakie / Sprue am häufigsten nachgewiesene Gewebsantigen "HLA-DQ2", das die Erkrankung auslösen kann.

Dies ist aber nicht die alleinige Ursache. Es ist noch anzunehmen, dass weitere Faktoren eine wichtige Rolle spielen, wie z.B. Infektionen, der Allgemeinzustand des Immunsystems sowie Umweltfaktoren. Aufgrund dessen handelt es sich bei Zöliakie / Sprue nicht um eine Allergie, sondern um eine vererbbare, genetisch bedingte Autoimmunerkrankung, bei der Antikörper produziert werden, die sich gegen körpereigenes Gewebe richten und es schädigen.

Durch die genetische Veranlagung, die bei jedem Menschen unverändert bleibt, besteht bei Zöliakie / Sprue eine lebenslange Unverträglichkeit gegenüber Gluten.

Nach dem derzeitigen Stand der Forschung konnte bis heute noch nicht vollständig geklärt werden, auf welchem Wege das Gluten bei Zöliakie- / Sprue-Betroffenen die Dünndarmschleimhaut schädigt. Daher existieren noch keine Medikamente oder medizinische Behandlungsmethoden, die eine Verträglichkeit des Glutens ermöglichen.
Bis bald,

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Häufigkeit der Zöliakie

Beitragvon valeska » 07 Feb 2106 07:28:15

:arrow: Wie häufig ist Zöliakie / Sprue?

Während man bis vor einigen Jahren davon ausging, dass die Häufigkeit von Zöliakie / Sprue in Deutschland bei ca. 1:1.000 bis 1:800 liegt, zeigen heute neuere Untersuchungen, dass im Durchschnitt jeder 200. Bundesbürger von Zöliakie betroffen ist.

Es wird aber davon ausgegangen, dass es eine sehr hohe Dunkelziffer an Zöliakiebetroffenen gibt, da die Symptome der Zöliakie am häufigsten atypisch oder subklinisch sind. So sollen auf einen diagnostizierten bis zu 6 nicht diagnostizierte Betroffene kommen. Man spricht von der sogenannten "Spitze des Eisbergs".

Das weibliche Geschlecht ist von Zöliakie / Sprue etwas häufiger betroffen als das männliche Geschlecht (Verhältnis 1,5:1).

Da in China und Japan die Ernährung größtenteils aus Reis und Gemüse besteht, ist die Erkrankung dort so gut wie gar nicht bekannt, während sie in Irland am häufigsten auftritt.
Bis bald,

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Vererbung der Zöliakie

Beitragvon valeska » 07 Feb 2106 07:28:15

:arrow: Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit einer Vererbung?

Die Vererbung der genetischen Veranlagung HLA DQ2 / DQ8 erfolgt autosomal dominant.
Ca. 25% der deutschen Bevölkerung haben diese genetische Prädisposition.

Die Wahrscheinlichkeit der familiären Häufung liegt
• bei Verwandten 1. Grades (Eltern - Geschwister - Kinder) bei etwa 10 - 15%
• bei eineiigen Zwillingen bei 75%.

Auffällig dabei ist, dass Verwandte häufig keine typischen Symptome aufweisen, jedoch sowohl die typischen Antikörper als auch die typische Schädigung der Dünndarmschleimhaut nachgewiesen werden können. Daher ist es empfehlenswert, dass Familienangehörige 1. Grades eine Blutuntersuchung auf Antikörper durchführen lassen.
Bis bald,

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Zöliakie-Geschichtsdaten

Beitragvon valeska » 07 Feb 2106 07:28:15

:arrow: Geschichtsdaten der Zöliakie


• Bereits ca. 200 Jahre v.Chr. wurde von Arataeus von Kappadozien ein Krankheitsbild „Koliak“ (=Bauch) beschrieben, das sich durch chronische Durchfälle auszeichnete.

um 1669: Ketelear, niederländischer Arzt: Beschreibung der "Sprouw" (=Bläschen), von der sich später die Bezeichnung "Sprue" ableitete.

1880: Sir Patrick Manson, schottischer Arzt: Beschreibung der "indischen" Sprue bzw. "tropischen" Sprue

1888: Samuel Gee, britischer Kinderarzt: Detaillierte Beschreibung der Zöliakie ("coeliac affection"), aber fälschlicherweise als Erkrankung des Dickdarms: „Coecum“. Gee vermutet eine Unverträglichkeit gegenüber Getreide und folgert daraus, dass die Behandlung über die Ernährung erfolgen muss.

1908: Christian A. Herter, amerikanischer Pathologe: Beschreibung der Erkrankung und Feststellung, dass Kohlenhydrate und Fette schlecht vertragen werden, Eiweiß jedoch gut vertragen wird

1909: Otto Heubner, deutscher Kinderarzt: Beschreibung der Verdauungsinsuffizienz, „Frauenmilchdiät“, Bezeichnung der Erkrankung als (Gee-)Heubner-Herter-Krankheit

1920: Theorie der Stärkeintoleranz und Therapie durch proteinreiche Bananendiät, Milchproteine, Früchte und Gemüse

1924: Sidney Haas, amerikanischer Arzt: Behandlung der Zöliakie durch Haasche „Bananendiät“ (Bananen, andere Obst- und Gemüsesorten)

1928: Fanconi „Frucht-Gemüse-Diät“ des Italieners

1930: W.K. Dicke, niederländischer Kinderarzt, dokumentiert Besserung der Beschwerden zu Kriegszeiten, in denen keine Weizenprodukte zur Verfügung standen und Rückfälle nach Genuss von Brot.

1950: W.K. Dicke, H.A. Weijers, J.J. van de Kamer: Entdeckung und Identifizierung eines alkohollöslichen Weizenproteins "Gliadin" als Verursacher der Sprue

Mitte der 50er Jahre erste Dokumentation der Erfolge der glutenfreien Ernährung durch McIver und French
(Bisher war es nur Theorie und Diäten die keine Symptome verursachten, jedoch nicht im Gluten begründet waren)

Bis hier war die Krankheit lediglich anhand der Symptome und einer der oben genannten Diäten und letztendlich an einer glutenfreien Behandlung zu erkennen.

-------------------------------------------------------------------------------------

Ab den 50er Jahren beginnt auch die medizinische Diagnostik:

1954: Paulley beschreibt die Zottenatrophie bei Zöliakiebetroffenen durch Biopsiematerial gewonnen durch eine Dünndarm-Operationen

Nach dem Endoskope (starre Rohre) bereits seit 1830 bekannt waren, konnte in den 50er Jahren erstmals mit einem flexiblen Endoskop über den Magen hinaus in den oberen Dünndarm gespiegelt werden.

1956: Margot Shiner, britische Kinderärztin und Gastroenterologin: Erstmals perorale Dünndarmbiopsie, um Gewebeproben aus dem Zwölffingerdarm zu entnehmen und eine Zottenabflachung zu bestimmen

1958: E. Berger: Zöliakieserologie, Nachweis der Gliadin-Antikörper im Blut, Weiterentwicklung und Umsetzung in den 60er Jahren, ab 1960 wichtigstes diagnostisches Kriterium zur Beurteilung der Zottenatrophie

1969: Erstfassung der ESPGHAN-Kriterien zur Zöliakiediagnostik und Behandlung (ESPGHAN = European Society of Pediatric Gastroenterology, Hepatology and Nutrition)

1974 und 1989: Überarbeitung der ESPGHAN-Kriterien

Kriterien:
- Unter glutenhaltiger Ernährung typische Biospiebefunde nach Marsh beurteilt (1. Biopsie)
- Vollständige Remission der klinischen Symptome und der Zottenatrophie unter glutenfreier Ernährung (2. Biopsie)
- Antikörpernachweis zur Diagnostik (Gliadin-Antikörper) und Rückgang der Antikörper unter glutenfreier Ernährung bestätigen die Diagnose

1983: Nachweis der Endomysium-Antikörper

1992: Michael N. Marsh, britischer Pathologe: Marsh-Kriterien werden erstmals beschrieben und festgelegt
(kurz darauf: Anpassung der ESPHGAN-Kriterien)

1997: W. Dieterich und D. Schuppan: Nachweis der Anti-Transglutaminase-Antikörper und somit der Beweis, dass Zöliakie eine Autoimmunerkrankung ist

2000: Osman: Nachweis der deamidierten Gliadinpeptid-Antikörper

(Je nach Quelle können manche der Jahrenzahlen um 1 oder 2 Jahre variieren)
Bis bald,

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Glutenbelastung

Beitragvon valeska » 07 Feb 2106 07:28:15

:arrow: Glutenbelastung vor einer Zöliakiediagnostik

Gründe für eine Glutenbelastung vor einer Zöliakiediagnostik können z.B. sein:

• Eine glutenfreie Ernährung wurde bereits begonnen oder
• Befunde zur Vorbereitung einer weiteren diagnostischen Untersuchung waren nicht aussagekräftig

Hier gilt: Eine Glutenbelastung bei entsprechenden Symptomen und nach einer einmal begonnenen glutenfreien Ernährungsphase sollte nur unter strenger ärztlicher Aufsicht durchgeführt werden! Bei nachgewiesener Gluten-Allergie darf diese Belastung - wenn überhaupt - nur nach genauer Rücksprache und unter strenger ärztlicher Aufsicht durchgeführt werden!

Eiweißprodukte für den Muskelaufbau werden im (Hoch-)Leistungssport / Fitnesscenter verkauft, auch hier gibt es Produkte die im Wesentlichen Gluten enthalten.

Reines Gluten ist in den Reformhäusern erhältlich oder hier:
- Spinnrad GmbH
- Bodystuff.com

Glutenpulver oder -granulat kann man z.B. in Backwaren einarbeiten, in Müsli einrühren, oder mit viel Flüssigkeit einnehmen.

Saitan ist ein reines Weizeneiweiß-Produkt und wird bei Vegetariern und Veganern als Fleischersatz genutzt.
Saitan gibt es im Reformhaus und Naturkostladen (dort gibt es auch Rezepte dazu).

Welche Mengen Gluten in der Belastungsphase über welchen Zeitraum zugeführt werden müssen, darüber gehen die Meinungen stark auseinander. In der Regel ist hier die Empfehlung die Mehlmenge von 2 - 4 Scheiben Brot täglich einzunehmen. Oder als Ersatz ein reines Gluten in der Menge von bis zu 40 g pro Tag.

Natürlich muß man nicht nur Brotscheiben essen - man kann auch das Brot durch anderes ersetzen - Hauptsache glutenhaltig! Da gibt es z.B. neben dem Brot und Brötchen noch Hefeklöße, Brotaufläufe süß und herzhaft, Pizza, Nudeln in jeder Form, Lasagne, süsse Stückchen, Kuchen, Kekse, Muffins, Croutons in den Salat, Soßen mit Weizenmehl gebunden / Mehlschwitzen, Müsli mit Dinkel-Pops, Couscous aus Weizengrieß, Grießbrei und aus Weizen noch vieles mehr!

Aber Glutenhaltiges sind nicht nur Produkte aus Weizen, glutenhaltig sind auch: Grünkern (Dinkel), Gerstengraupen, Gerstenmalz, Bier (natürlich nicht für Kinder), Malzbier, usw.
Bis bald,

Valeska



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Die ersten Schritte

Beitragvon valeska » 07 Feb 2106 07:28:15

:arrow: Die ersten Schritte nach der Diagnose Zöliakie

Nachdem die Diagnose Zöliakie / Sprue feststeht, tauchen in der Regel viele Fragen auf und man benötigt erst einmal sehr viele Informationen und Hilfe, um mit der Erkrankung und der damit verbundenen Diät umzugehen. Selbstverständlich ist der Beginn eines glutenfreien Lebens nicht einfach, weil die Ernährung grundlegend und endgültig umgestellt werden muss. Die Auskünfte der Ärzte und Krankenhäuser reichen dabei meistens nicht aus. Damit Dir der Einstieg möglichst gut gelingt, haben wir für Dich im folgenden die wichtigsten Tipps und Informationen in chronologischer Reihenfolge zusammengestellt.


:arrow: 1. Schritt: Ausführlich über Zöliakie / Sprue informieren!

In unserem Hauptmenü links oben auf der Startseite findest Du die folgenden wichtigsten Informationen über Zöliakie / Sprue, die Du unbedingt kennen solltest, bevor Du zu den nächsten Schritten übergehst:

Allgemeine Informationen über Zöliakie
Symptome bei Zöliakie / Sprue
Diagnostizierung von Zöliakie / Sprue
Behandlung von Zöliakie / Sprue
Risiken bei Zöliakie
Die glutenfreie Ernährung


:arrow: 2. Schritt: Bei der Deutschen Zöliakie Gesellschaft e.V (DZG) anmelden

Wie Du bereits unter den oben aufgeführten Menüpunkten erfahren hast, kann Gluten in fast jedem Nahrungsmittel enthalten sein. Da seit dem 25.11.2005 glutenhaltiges Getreide und die daraus hergestellten Zutaten immer auf den Lebensmitteletiketten deklariert sein müssen, kann man auf den ersten Blick gleich erkennen, ob das Nahrungsmittel glutenfrei ist oder nicht (genauere Infos gibt es > hier <). Es besteht jedoch leicht die Gefahr, dass zu viele Hersteller aus Sicherheitsgründen aufgrund des sogenannten "Cross-Contact-Effekts" auf ihre Etiketten "Kann Spuren von .... enthalten" drucken lassen. Dies ist z.B. der Fall, wenn in einer benachbarten Produktionsmaschine Glutenhaltiges hergestellt wird und evtl. "glutenhaltiger Staub" herüber gelangen kann. Somit ist man schnell verunsichert.
Hilfe - insbesondere in Bezug auf die sichere glutenfreie Ernährung - bietet die Deutsche Zöliakie Gesellschaft (DZG) an. Die DZG wurde 1974 als Selbsthilfeorganisation von Eltern erkrankter Kinder gegründet und hat derzeit 35.000 Mitglieder (etwa 1.000 Mitglieder kommen jährlich dazu). Sie hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Interessen Zöliakie- / Spruebetroffener zu vertreten sowie kompetente Hilfe und Unterstützung für den Alltag mit Zöliakie / Sprue anzubieten.

Die "Aufstellung glutenfreier Lebensmittel"

Das wichtigste Hilfsmittel, das von der DZG angeboten wird, ist die jährlich erscheinende "Aufstellung glutenfreier Lebensmittel". Diese Aufstellung ist nichts anderes als ein Buch, in dem zahlreiche Lebensmittel stehen, die glutenfrei und/oder lactosefrei sind. Das Buch ist alphabetisch nach Herstellern sortiert und jeder aufgeführte Hersteller gibt an, welche Artikel aus seinem Sortiment glutenfrei sind. Zur Zusammenstellung dieser Informationen schreibt die DZG einmal im Jahr die entsprechenden Lebensmittelhersteller an und fasst die Angaben dann zu dieser Gesamtaufstellung zusammen. Mit der vierteljährlich erscheinenden Zeitschrift "DZG Aktuell" wird ein Heft mitgeschickt, in dem Änderungen und Ergänzungen enthalten sind.

Die Mitgliedschaft bei der DZG

Um die "Aufstellung glutenfreier Lebensmittel" zu erhalten und um alle anderen Leistungen und Angebote der DZG uneingeschränkt nutzen zu können, ist eine Mitgliedschaft in der DZG erforderlich. Der Mitgliedsbeitrag liegt derzeit bei 42 € pro Kalenderjahr zuzüglich einem einmaligen Aufnahmebeitrag in Höhe von 15 €. Mitglied werden ist ganz einfach: Du forderst einfach telefonisch in der Geschäftsstelle den Mitgliedsantrag an, der Dir dann per Post zugestellt wird. Noch schneller geht es natürlich über das Internet. Über das Online-Fomular der DZG kannst Du ebenfalls die Unterlagen per Post anfordern oder sich auch per E-Mail als Datei (im PDF-Format) zuschicken lassen.

Um Mitglied bei der DZG zu werden > bitte hier klicken <

Deutsche Zöliakie-Gesellschaft e.V.
Kupferstr. 36
70565 Stuttgart

Tel.: 0711 / 45 99 81 – 0
Fax: 0711 / 45 99 81 – 50

Telefonische Erreichbarkeit

Montag – Donnerstag
9.00 – 16.00 Uhr

Freitag
9.00 – 13.00 Uhr

E-Mail: info@dzg-online.de
Internet: http://www.dzg-online.de

Das Startpaket für Zöliakie- / Sprue-Betroffene

Nach der Anmeldung erhältst Du von der DZG ein sogenanntes "Startpaket". Dieses Paket beinhaltet unter anderem die "Aufstellung glutenfreier Lebensmittel", "-Arzneimittel", "-Kosmetik" sowie "-Mund- und Zahnpflege" sowie medizinisches Infomaterial über Zöliakie / Sprue. Außerdem erhältst Du als Vereinsmitglied die vierteljährlich erscheinende Mitgliederzeitschrift "DZG-Aktuell" und - falls gewünscht - eine Gesprächsgruppenliste für Deinen Postleitzahlenbereich. In der Gesprächsgruppenliste findest Du weitere DZG-Mitglieder in Deiner Nähe sowie die für Dich zuständige Kontaktperson. So kannst Du direkt Kontakt zu anderen Betroffenen aufnehmen oder Deine Kontaktperson um Hilfe bitten. Um Kontakte zu knüpfen, kannst Du aber natürlich auch in unserem Forum die Kategorie "Kontaktbörse und Selbsthilfegruppen" nutzen.


:arrow: 3. Schritt: Die Ernährung umstellen

Grundlagen der glutenfreien Ernährung

Bis das Startpaket eintrifft, kannst Du Dich als nächsten Schritt mit den wichtigsten Grundlagen der glutenfreien Ernährung vertraut machen. Wie Du bereits weißt, setzen schon Kleinstmengen an Gluten den Zerstörungsprozess der Darmzotten sofort wieder in Gang. Deshalb ist es sehr wichtig, die glutenfreie Diät streng einzuhalten. Eine konsequente Trennung von glutenhaltiger und glutenfreier Kost in ein und demselben Haushalt ist allerdings sehr schwierig. Eine Gefahr für die glutenfreie Ernährung stellen zum Beispiel die verbleibenden glutenhaltigen Brotkrümel in der Marmelade, Margarine oder im Toaster dar. Ebenso kann es durch die Verwendung des gleichen Bestecks oder der gleichen Kochutensilien für glutenhaltige und glutenfreie Kost zu Diätfehlern kommen.

Alle Personen im Haushalt einbeziehen

Um diese Gefahrenquellen ausschließen zu können, ist es empfehlenswert, alle im Haushalt lebenden Personen - zumindest teilweise - in die glutenfreie Ernährung mit einzubeziehen. So können z.B. alle auf glutenfreies Brot "umsteigen", das mit einem Brotbackautomaten zubereitet immer frisch ist und lecker schmeckt. Bei den anderen Lebensmitteln, wie z.B. Fleisch, Wurst, Käse usw., findet sich eine breite Auswahl in der "Aufstellung glutenfreier Lebensmittel", so dass nur auf äußerst wenige Lebensmittel verzichtet werden muss. Dadurch wird für den Betroffenen das Risiko der Glutenzuführung schon im vornherein minimiert. Wichtig ist in diesem Zusammenhang auch der psychologische Aspekt: Falls ein Kind Zöliakie hat, kann es eine unterstützende Wirkung haben, wenn Du Dich mit ihm solidarisierst und ebenfalls auf glutenfreie Kost umsteigst und es nicht von bestimmten Mahlzeiten ausschließt.

Vorbereitungen im Haushalt

Nachdem diese Grundüberlegungen abgeschlossen sind, gehört eine sorgfältige Überprüfung der alltäglichen Haushaltsgegenstände zur weiteren Vorbereitung. Reinige alle Haushaltsgegenstände, die mit glutenhaltigen Lebensmitteln in Kontakt gekommen sind, sehr gründlich.
Dazu gehören insbesondere:

• alle Arbeitsplatten, Schneidebretter und Schränke, insbesondere wo sich glutenhaltiges Mehl befand
• Toaster, wobei die Reinigung hier sehr schwierig ist
• Backofen und Backbleche
• Brotbackautomat, Brotkorb und Brotschneidemaschine
• Friteuse: Das Fett sollte ausgetauscht und das Gerät komplett gereinigt werden

Im Zweifelsfall lieber die Geräte sowie die Koch- und Backutensilien erneuern!

Hinweise für die Zubereitung von Mahlzeiten

Wenn sich im Haushalt sowohl glutenhaltige als auch glutenfreie Lebensmittel befinden, sollten diese am besten getrennt gelagert werden, um Verwechselung oder Kontamination zu vermeiden. Die glutenfreien Lebensmittel sollten stets zuerst gekocht bzw. zubereitet werden, so dass bei der Zubereitung ein Kontakt mit den glutenhaltigen Lebensmitteln ausgeschlossen werden kann. Getrennte Kochutensilien sind an dieser Stelle ebenfalls ein Muss.

Die ersten glutenfreien Mahlzeiten

Bis die "Aufstellung glutenfreier Lebensmittel" der DZG eintrifft, musst Du die Zeit überbrücken und auf die Nahrungsmittel zurückgreifen, die von Natur aus glutenfrei sind oder bei denen die Zutatenliste keine Zweifel aufkommen lässt. Eine kleine Übersicht dieser Nahrungsmittel findest Du unter dem Menüpunkt > Glutenfrei von Natur aus <. Zusätzliche Informationen kannst Du in unserem Forum > Glutenfrei ernähren / Glutenfreie Produkte < erhalten. Für einen leichteren Einstieg in ein glutenfreies Leben haben wir für Dich ein paar Beispiel-Mahlzeiten zusammengestellt:

Glutenfreies Frühstück:

• als Brotersatz können z.B. Reiswaffeln dienen (erhältlich in vielen Supermärkten)
• glutenfreies Brot oder Brötchen aus dem Reformhaus
• Magarine oder Butter (nur wenn diese nicht fettreduziert ist)
• Konfitüre
• Honig
• Obst
• Eier

Glutenfreies Mittagessen:

• Reis oder Kartoffeln
• Fleisch oder Fisch (natur, ungewürzt und unpaniert)
• Selbstgekochter Milchreis
• Kinder- bzw. Säuglingsnahrung, die das Glutenfrei-Zeichen (durchgestrichene Ähre) zeigt

Weitere Tipps und Informationen zur Zubereitung von glutenfreien Mahlzeiten gibt es hier: > Glutenfrei kochen und braten <

Unterstützung durch die "Aufstellung glutenfreier Lebensmittel"

Nachdem Du nach der Anmeldung bei der DZG die "Aufstellung glutenfreier Lebensmittel" erhalten hast, kannst Du nun Deine Ernährung komplett umstellen. Sollte ein Produkt nicht in der "Aufstellung" stehen, kann in Zutatenliste hinzugezogen werden. Die "Aufstellung" wirkt aber dennoch sehr unterstützend, da es einige Bezeichnungen in den Zutatenlisten geben kann, die den Verbraucher verunsichern oder auf Glutenhaltigkeit schließen lässt, obwohl das Produkt vielleicht glutenfrei ist.

Gehe nun so bei folgenden Produktgruppen vor:

• Lebensmittel, wie z.B. Wurst, Käse, Milchprodukte, Konserven, Tiefkühlprodukte usw.
• Getränke, insbesondere Teesorten mit Aromen und Säfte mit Zusatzstoffen
• Gewürze (z.B. kann Curry Gluten enthalten)
• Medikamente (siehe "Aufstellung glutenfreier Arzneimittel").
• Kosmetika, wie z.B. Zahnpasta, Cremes oder Lippenbalsam (siehe "Aufstellung für Zahnpflege und Kosmetik")

Insgesamt gilt für die Umstellung: Im Zweifelsfall oder bei Unklarheiten die betroffenen Artikel lieber aussortieren.


:arrow: 4. Schritt: Der Einkauf glutenfreier Lebensmittel

Grundsätzlich musst du in der Anfangszeit für den Einkauf viel mehr Zeit einplanen, da du die "Aufstellung" und/oder die Zutatenliste zu Rate ziehen musst. Besonders in der Anfangszeit kann das sehr anstrengend sein. Mit ein bisschen Übung geht es bei den nächsten Einkäufen aber schon viel schneller. Insbesondere dann, wenn du häufig die gleichen Lebensmittel einkaufst und nach einiger Zeit schon weißt, welche glutenfrei sind (in regelmäßigen Abständen muss aber kontrolliert werden!). Leider ist die glutenfreie Ernährung auch teurer. Das liegt unter anderem daran, weil in der "Aufstellung" hauptsächlich nur die bekannten Markenhersteller aufgelistet sind und eher selten Billiganbieter mit "No-Name-Artikeln" oder preisgünstige Eigenmarken der Supermärkte.

Glutenfrei oder nicht?

Einige Hersteller weisen bereits auf der Verpackung darauf hin, dass ihr Produkt glutenfrei ist. Dazu ist entweder der Hinweis "glutenfrei" oder das Symbol für glutenfreie Kost (die durchgestrichene Ähre) auf der Verpackung vermerkt. Da aber viele Hersteller keine 100%ige Glutenfreiheit versichern können, ist die Glutenfrei-Deklarierung - abgesehen von der Babykost - recht selten zu finden.
Da seit dem 25.11.2005 glutenhaltiges Getreide und die daraus hergestellten Zutaten immer auf den Lebensmitteletiketten deklariert werden müssen, kann man auf den ersten Blick gleich erkennen, ob das Nahrungsmittel glutenfrei ist oder nicht (genauere Infos gibt es unter > Kennzeichnungspflicht für Lebensmittel <). Es besteht jedoch leicht die Gefahr, dass zu viele Hersteller aus Sicherheitsgründen aufgrund des sogenannten "Cross-Contact-Effekts" auf ihre Etiketten "Kann Spuren von .... enthalten" drucken lassen. Dies ist z.B. der Fall, wenn in einer benachbarten Produktionsmaschine Glutenhaltiges hergestellt wird und evtl. "glutenhaltiger Staub" herüber gelangen kann. Somit ist man schnell verunsichert. Für eine sichere glutenfreie Ernährung ist die "Auflistung glutenfreier Lebensmittel" der DZG unumgänglich.

Einkaufen im Reformhaus

Aus dem Reformhaus benötigst du eigentlich nur:

• glutenfreies Brot, Brötchen und/oder Knäckebrot
• Müsli
• Nudeln
• Mehlmischung (nur zum Brot- oder Kuchenbacken (Kartoffel- und Maismehl gibt es mittlerweile in fast jedem größeren Supermarkt zu kaufen)
• ggf. fertige Pizza-Böden und
• Gebäck (z.B. Kuchen, Kekse).

Alle anderen Artikel des täglichen Lebens findest du mit Hilfe der "Aufstellung" deutlich preisgünstiger im Supermarkt. Welches Reformhaus bei Dir in der Nähe ist, kannst Du auf der folgenden Internetseite herausfinden: > Reformhaus-Suche <

Natürlich kannst Du auch alle glutenfreien Artikel Online bestellen. Entsprechende Links für den glutenfreien Einkauf im Internet findest Du hier: > Übersicht der Online-Shops <


:arrow: 5. Schritt: Glutenfreie Ernährung in der Kita, Schule bzw. im Berufsleben sicherstellen

Falls Dein Kind Zöliakie hat, suche den Kontakt zur Kita bzw. Schule und informiere Lehrer und Erzieher über die Notwendigkeit der glutenfreien Ernährung. Weitere Informationen und Tipps findest Du in unserem Diskussionsforum unter dem Thema > Der Alltag bei Kindern mit Zöliakie <. Im Berufsleben ergibt sich neben der Selbstversorgung vielleicht auch die Möglichkeit, mit dem Kantinenkoch bzw. dem Kantinenpächter glutenfreie Menüs abzusprechen bzw. zusammenzustellen.


:arrow: 6. Schritt: Brot selbst backen

Viele Zöliakie- / Sprue-Betroffene backen ihr Brot selbst, da fertiges Brot in den Reformhäusern sehr teuer ist. Außerdem kann selbst gebackenes Brot immer frisch hergestellt werden und läßt sich nach eigenen Geschmacksvorstellungen variieren. Für das Brotbacken empfiehlt sich die Anschaffung eines Brotbackautomaten, denn damit ist die Herstellung am einfachsten: Die Backzutaten werden in die Backform gegeben, das Programm wird ausgewählt und gestartet und nach mind. 2 bis maximal 4 Stunden ist das frische Brot fertig. Eine Kaufempfehlung für Brotbackautomaten, eine genaue Anleitung fürs Brotbacken und Rezepte findest Du in unserem Forum unter in der Kategorie > Glutenfrei backen <.


:arrow: 7. Schritt: Alltag mit Zöliakie / Sprue

Nach dieser Kurzeinführung sind Dir die wichtigsten Grundzüge und Schritte bekannt, die Dir den Start in die glutenfreie Ernähung und den Umgang mit Zöliakie / Sprue erleichtern sollen. Weiterführende Informationen und Tipps findest Du in unserem Zöliakie-Treff Forum.
Bis bald,

Valeska



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Medizin und Forschung

Beitragvon andreas » 07 Feb 2106 07:28:15

:arrow: Medizin und Gesundheit

- http://www.drschaer-institute.com/de/
DrSchär Institute - Wissensplattform für Experten zum Thema Zöliakie, Gluten Sensitivity und MCT-Fette

- http://www.aerztezeitung.de
Deutsche Ärztezeitung

- http://www.aerzteblatt.de
Deutsches Ärzteblatt

- http://www.aerztewoche.at
Österreichische Ärztezeitung

- http://www.saez.ch
Schweizerische Ärztezeitung

- http://www.gesundheitpro.de
GesundheitPro

- http://www.vitanet.de
Vitanet - Prävention und Gesundheit

- http://www.onmeda.de/
Onmeda

- http://www.medical-tribune.de/patienten
Medical Tribune

- http://www.wissenschaft.de
Wissenschaft

- http://www.laborlexikon.de
Laborlexikon - Hier findet ihr eine umfassende Darstellung von medizinischen Laborparametern inkl. aller Parameter, die bezüglich der Zöliakie wichtig sind.


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- http://vvgvg.org
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Beitragvon valeska » 07 Feb 2106 07:28:15

:arrow: Sonstige interessante Seiten

:lesen: > Bücher zum Thema Zöliakie <

:computer: > CD-Rom "Wegweiser für eine glutenfreie Ernährung" <


- http://www.lebensmittelallergie.info
Umfangreiches Forum zu diveresen Lebensmittelunverträglichkeiten, u.a. Fruktose, Histamin, Laktose und Konservierungsstoffe

- http://www.wissen.de
Begriffserklärung aus den Bereichen Gesundheit, Wirtschaft, Natur usw.

- http://www.lupus-selbsthilfe.de
Seite über die Autoimmunkrankheit >> Lupus <<

- http://www.labbi-jantar.de
Homepage mit Fotos von Labrador "Jantar"

- http://www.scholzwebfactory.de
Webdesign und EDV-Dienstleistungen
Bis bald,

Valeska



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