Zöliakie Treff - glutenfrei durch den Alltag
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Von Zöliakie-Gesellschaften

Beitragvon valeska » 07 Feb 2106 07:28:15

:arrow: Treffen und Veranstaltungen durch die Zöliakie-Gesellschaften

Deutsche Zöliakie Gesellschaft e.V.
(--> "Die DZG" --> "Veranstaltungen")

Österreichische Arbeitsgemeinschaft Zöliakie
(--> "Veranstaltungen")

InteressenGemeinschaft Zöliakie der Deutschen Schweiz
(--> "Angebote" --> "Aktivitäten")
Bis bald,
Valeska

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Steuerfreibetrag / Behinderung

Beitragvon valeska » 07 Feb 2106 07:28:15

:arrow: Sind Diätkosten als "außergewöhnliche Belastung" steuerlich abziehbar?

Nach dem Urteil des Bundesfinanzhofs (vom 21.06.07 III R 48/04) sind Aufwendungen für die glutenfreie Diät nicht als außergewöhnliche Belastung steuerlich abziehbar. Abziehbar seien nur unmittelbare Krankheitskosten, wie z.B. Arzneimittel. Diätkosten seien auch dann nicht abziehbar, wenn

• sie mit einer Krankheit zusammenhingen
• ihre Notwendigkeit nachgewiesen sei und
• die Diät - wie bei der Zöliakie - eine medikamentöse Behandlung ersetze.


:arrow: Gibt es einen Steuerfreibetrag bei Zöliakie / Sprue?

Um einen Steuerfreibetrag, den sog. "Behinderten-Pauschbetrag", geltend zu machen, muss man folgende Voraussetzungen erfüllen und wie folgt vorgehen:

a) Antrag beim zuständigen Versorgungsamt

Zunächst muss beim zuständigen Versorgungsamt ein „Antrag auf Feststellung des Grades der Behinderung (GdB)“ gestellt werden. Einige Komunen bieten den Antrag sogar schon als Dowload an. Es ist empfehlenswert, schon möglichst bald nach der Diagnostizierung von Zöliakie / Sprue diesen Antrag zu stellen, da das Eingangsdatum maßgebend ist, ab wann der Steuerfreibetrag gewährt werden kann.
In der Regel gewährt das Versorgungsamt bei Zöliakie / Sprue 20 GdB (Grad der Behinderung). Liegt die Feststellung des Versorgungsamtes unter 50 GdB, steht dem Steuerpflichtigen nur dann ein Steuerfreibetrag zu, wenn:

• wegen der Behinderung ein gesetzlicher Anspruch auf Rente (z. B. Unfallrente, nicht aber aus der gesetzlichen Rentenversicherung) oder auf andere laufende Bezüge besteht oder
• die Behinderung zu einer dauernden Einbuße der körperlichen Beweglichkeit geführt hat oder auf einer typischen Berufskrankheit beruht.

Kommen weitere Erkrankungen oder Beeinträchtigungen zur Zöliakie / Sprue hinzu, erhöht dies den Grad der Behinderung und somit die Chance, einen höheren Freibetrag gewährt zu bekommen. Diese können zum Beispiel sein:

• Dermatitis herpetiformis Duhring
• weitere Intoleranzen, wie z.B. Lactose, Fructose, Histamin usw.
• Diabetes mellitus
• Rheuma
• Asthma/Bronchitis
• Osteoporose
• Arthritis
• Stoffwechselstörungen
• Infektanfälligkeit
• Untergewicht

Die folgende Übersicht zeigt, wie hoch derzeit der einzelne Steuerfreibetrag bezogen auf den Grad der Behinderung ist:

• 25 - 30 GdB: 310 €
• 35 - 40 GdB: 430 €
• 45 - 50 GdB: 570 €
• 55 - 60 GdB: 720 €
• 65 - 70 GdB: 890 €
• 75 - 80 GdB: 1.060 €
• 85 - 90 GdB: 1.230 €
• 95 - 100 GdB: 1.420 €
(Stand: März 2010 / Angaben sind ohne Gewähr)

Sobald man den Bescheid vom zuständigen Versorgungsamt erhalten hat (das kann bis zu 9 Monate dauern), sollte man diesen sofort auf Vollständigkeit und Richtigkeit prüfen, da nur innerhalb einer Frist von einem Monat Einspruch eingelegt werden kann. Nach Ablauf dieser Frist ist eine Änderung des Bescheids nicht mehr möglich.

b) Inanspruchnahme des Steuerfreibetrags

Wenn man mit dem Bescheid vom zuständigen Versorgungsamt einverstanden ist und einen Anspruch auf einen Steuerfreibetrag hat, dann hat man zwei Möglichkeiten:

entweder: man lässt sich gleich von seinem zuständigen Finanzamt den entsprechenden Steuerfreibetrag in die Lohnsteuerkarte eintragen (durch einen Antrag auf Lohnsteuerermäßigung), um einen geringeren monatlichen Lohnsteuerabzug vom Gehalt zu haben
oder: man macht seinen Steuerfreibetrag erst am Jahresende in der Einkommensteuererklärung bei den außergewöhnlichen Belastungen als sog. „Behinderten-Pauschbetrag“ geltend.

Steuerlich gesehen haben beide Varianten die gleichen Vorteile.

c) Vorteile des Grads der Behinderung (GdB)

Ab 50 GdB kann man zusätzlich zum Steuerfreibetrag folgende Vorteile geltend machen:

• fünf Tage Sonderurlaub auf dem Arbeitsplatz
• Kündigungsschutz vom Arbeitgeber
• ermäßigter Eintritt in vielen kulturellen Einrichtungen
• Ermäßigung bei Benutzung von Beförderungsmitteln (teilw.)

d) Weitere Informationen gibt es beim Sozialverband VdK Deutschland e.V.:

--> Informationen für Menschen mit Behinderungen <--

d) Weitere Informationen hier im Forum:

--> Behörden, Ämter, Versicherungen <--
Bis bald,

Valeska



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Bundeswehr / Zivildienst

Beitragvon valeska » 07 Feb 2106 07:28:15

:arrow: Müssen Zöliakie-/Sprue-Betroffene zur Bundeswehr oder zum Zivildienst?

Laut des Bundesministeriums für Verteidigung gelten Zöliakie- / Sprue-Betroffene als "nicht wehrdienstfähig" ("T5").
Für die Feststellung des Tauglichkeitsgrads werden u.a. folgende Unterlagen benötigt:

• ärztliches Attest
• ggf. eine Kopie des Schreibens des Bundesministers für Verteidigung aus dem Jahr 1981 (kann bei der DZG angefordert werden)

Grundsätzlich ist der Wehrpflichtige dazu verpflichtet, sich nach Aufforderung des Kreiswehrersatzamtes zur Musterung vorzustellen, es sei denn:

wenn sich aus den Angaben im medizinischen Fragebogen - der den Wehrpflichtigen zusammen mit dem Fragebogen zur Musterung zugeschickt wird - oder aus den dem zuständigen Kreiswehrersatzamt vor der Musterung übersandten Attesten oder Befundberichten ergibt, dass der Wehrpflichtige nicht wehrdienstfähig ist


(Quelle: Territoriale Wehrverwaltung)


Als "nicht wehrdienstfähig" gilt man als ausgemustert, so dass man auch keinen Zivildienst leisten muss.
Bis bald,

Valeska



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Die Kur

Beitragvon valeska » 07 Feb 2106 07:28:15

:arrow: Wie bekommt man eine Kur?

Da Zöliakie / Sprue eine Darmerkrankung ist, ist die wichtigste Voraussetzung für eine Kur („Maßnahmen der medizinischen Vorsorge und Rehabilitation“) erfüllt. Wenn man selbst oder zusammen mit seinem Kind eine Kur machen möchte, ist die übliche Vorgehensweise wie folgt:

• den behandelnden Hausarzt bzw. Kinderarzt ansprechen und beraten lassen
• ein Antragsforumular bei der zuständigen Krankenkasse besorgen
• ausgefülltes Antragsformular bei seinem Versicherungsträger (BfA oder LVA) einreichen
• Bescheid abwarten, in dem Kurbeginn und Kurort mitgeteilt werden (die Wartezeit beträgt etwa 2 - 4 Monate bis Kurantritt)

Die Dauer einer Kur beträgt in der Regel 3 Wochen, kann aber auf Antrag um 1 Woche verlängert werden, wenn es aus medizinischen Gründen erforderlich ist.
Nach 3 Jahren hat man wieder die Möglichkeit, eine Kur zu beantragen.

Weitere Informationen: Sozialgesetzbuch (SGB) Fünftes Buch (V), Dritter Abschnitt:

§ 23: Medizinische Vorsorgeleistungen
§ 24: Medizinische Vorsorge für Mütter und Väter
§ 40 Leistungen zur medizinischen Rehabilitation
§ 41 Medizinische Rehabilitation für Mütter und Väter

Weitere Informationen hier im Forum:

Kur für Kinder und Jugendliche mit Zöliakie
Kur für Erwachsene mit Zöliakie / Sprue
Bis bald,

Valeska



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Zuzahlung bei Zöliakie

Beitragvon valeska » 07 Feb 2106 07:28:15

:arrow: Wieviel Prozent max. Zuzahlung bei Zöliakie / Sprue?

Seit dem 1. Januar 2004 müssen alle Kassenpatienten einen Eigenanteil von bis zu 2 % ihres Bruttojahresgehaltes zu den selbst verursachten Krankheitskosten zuzahlen (Zuzahlungen bei Medikamenten, Krankenhauskosten, Praxisgebühren). Bei chronisch Kranken liegt die zumutbare Belastungsgrenze bei 1 %.

Eine Liste über die Erkrankungen, die als chronisch gelten, gibt es derzeit nicht. Fest steht aber, dass Zöliakie / Sprue zu den chronischen Erkrankungen zählt.

Als chronisch krank gilt derjenige, der sich in einer Dauerbehandlung befindet (mind. 1 Arztbesuch pro Quartal wegen derselben Krankheit) und mindestens eines der folgenden Kriterien erfüllt:

• Man muss in Pflegestufe 2 oder 3 eingestuft worden sein oder
• Man muss über eine Behinderung von mindestens 60 GdB verfügen oder
• Man muss vom Arzt bescheinigt bekommen, dass ein Absetzen der Behandlung
- eine lebensbedrohliche Verschlimmerung herbeiführen würde oder
- die Lebenserwartung vermindern würde oder
- eine dauerhafte Beeinträchtigung der Lebensqualität bedeuten würde.

Liegt die bereits geleistete Zuzahlung im Kalenderjahr höher als die 1 % des Bruttojahreseinkommens, kann man die Differenz von seiner Krankenkasse zurückerstattet bekommen. Überschreitet man im Laufe des Kalenderjahres die 1%-Grenze, so hat man die Möglichkeit, sich eine für den Rest des Jahres geltende "Zuzahlungsbefreiung" bei deiner Krankenkasse geben zu lassen.
Daher ist es ratsam, sich immer die Belege über die Zuzahlungen aushändigen zu lassen und aufzuheben.

Kinder und Jugendliche bis zum vollendeten 18. Lebensjahr sind weiterhin von jeder Zuzahlung befreit.

Bei weiteren Fragen kann die zuständige Krankenkasse oder die Apotheke weiterhelfen.

(Stand: März 2010)
Bis bald,

Valeska



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