Zöliakie Treff - glutenfrei durch den Alltag
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Jahrelange Beschwerden und immer wieder durchgereicht/Hilfe!

Fruktose, Kasein, Histamin, Saccharose, Sorbit, Galactose
Heuschnupfen, Kernobst, Nüsse, Eier, Fisch, Soja, Sellerie, usw.

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TimTaylor
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Jahrelange Beschwerden und immer wieder durchgereicht/Hilfe!

Beitragvon TimTaylor » 12 Jul 2015 15:35:08

Hallo liebe Community,

ich hoffe ich verhalte mich den Forenregeln entsprechend und habe mir die richtige Kategorie für meinen Beitrag ausgewählt. Falls nicht, so meldet Euch bitte!

Nun zum eigentlichen Thema. Ursprünglich wollte ich diesen Post in einem gewöhnlichen Forum für gesundheitliche Probleme schreiben, aber ich glaube, ich kann mit erhöhter Wahrscheinlichkeit eine Gluten-Unverträglichkeit als Grund für meine Probleme fest machen. Daher hoffe ich, hier evtl. jemanden anzutreffen, der selbst ähnliche Symptome hat, oder jemanden kennt, der meine Symptome in gewissem Maß nachvollziehen kann.

Zu meinem Krankheitsbild:

Ich bin mittlerweile fast 23 Jahre alt und habe seit frühster Kindheit mit Depressionen und Übergewicht zu kämpfen. Dazu mischten sich ab 11-12 Jahren Zwangsverhalten/Neurosen (Waschzwang).

Mit Sport habe ich, bis auf ein gewisses Level, mein Übergewicht in den Griff bekommen und konnte mehr oder weniger stabil mein Gewicht halten. Das eigentliche Problem, also die Depression/das Zwangsverhalten befinden sich jedoch in einem extremen auf und ab.

Irgendwann wurden dann bei mir zu Hauf Allergien festgestellt (u.a. Latex, Milben, Nüsse, früh und spät blühende Gräser, Roggen, Rosshaar, Katzen, ...). Aktuell läuft hier eine Sensibilisierung im Bereich Gräser und Milben, sogar mit Erfolg (Zeitraum >1Jahr).

Wichtig ist auch noch zu sagen, dass ich stark allergisch reagiere auf das Medikament Cetirzin. Es förderte Aniszustände und Depression bei mir. Hier ist meine erste Frage: Kann es sein, dass dieses Medikament Gluten enthält?

Nach Absetzen dieses Mittels stabilisierte sich meine Lage und ich habe lange Jahre mit Therapie (und ab und an auch mit Medikamenten) gegen die Depression gekämpft, bis es zu einem Besuch bei meinem Hausarzt kam, der einen Hefepilz auf meinem Rücken diagnostizierte.
Mittels Homöopathin konnte dieser Pilz, der sich als Candida im Darm eingenistet hatte besiegt werden (mehrfache Tests mittels Stuhlproben).

Hier wird es nun für die Thematik Gluten entscheidend: Während der harten Diät für diesen Pilz habe ich extrem abgenommen (-10 Kg bei vorher 1,93m und 90kg). Die Diät für Pilzinfektionen sieht keine Kohlenhydrate vor und somit auch mein geliebtes Brot und die Nudeln nicht...
Mir ging es aber trotz der Gewichtsreduktion wirklich sehr gut und ich konnte eine Besserung meines Gemütszustandes feststellen.

Nachdem der Pilz besiegt war, habe ich wieder normal gegessen und es stellte sich bei mir ein extremer Blähbauch ein. Auch die Depressionen und das Zwangsverhalten wurden wieder mehr. Ich habe also scheinbar noch ein weiteres Problem.

Tests auf Fructose und Sorbit wurden gemacht. Lactose konnte ich ausschließen, da ich währen der Diät fast ausschließlich von Magerquark u.ä. gelebt habe (mehr ging ja leider nicht).

Da kam mir die Idee mit dem Gluten. Also habe ich nun eine glutenfreie Ernährung ausprobiert und was soll ich sagen. Der Zustand wie nach der Pilzdiät stellte sich wieder ein. Markante Merkmale waren u.a. ein extrem flacher Bauch und das massive Nachlassen von Blähungen.

In Kombination mit Alkohol gab es bei mir immer extremste Erscheinungen. Vorher war es wirklich so, dass ich z.T. bereits nach 2-3 Flaschen Bier den gesamten nächsten Tag eine Kombination aus Erbrechen (10-20 Mal inkl. nur Galle) und Durchfall hatte. Dieser Zustand konnte je nach Alkoholmenge bis zu drei Tage erhalten bleibe. Klar, ich weiß, Alkohol ist immer so eine Sache, aber erstaunlich war, dass ich unter Beachtung von Glutenfreiheit nahezu maßlos konsumieren konnte, ohne Begleiterscheinungen wie starken Stimmungsabriss, Erbrechen, Black-Out, etc.



All diese Dinge haben mich ins Grübeln gebracht und ich wollte fragen, ob jemand meine Gedanken und Schlüsse nachvollziehen kann? Gibt es hier jemanden, der ähnliche Probleme berichten kann?

Falls ich mit meinem Beitrag hier völlig falsch bin, so sagt das bitte und ich werde ihn wieder entfernen. Gerne suche ich dann nach einem alternativen Ort für diese Fragen.

Bei weiteren Fragen über meine Person oder die Umstände, fragt bitte!!

Freundliche Grüße,
Tim

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Re: Jahrelange Beschwerden und immer wieder durchgereicht/Hilfe!

Beitragvon JoeCool » 12 Jul 2015 23:17:25

Hallo Rolyat Mit,
TimTaylor hat geschrieben:Hier ist meine erste Frage: Kann es sein, dass dieses Medikament Gluten enthält?

Ich meine mich erinnern zu können, dass es hier im Forum schon mal die Diskussion gab, ob Arzneimittel Gluten enthalten können. (Meine persönliche Zusammenfassung war: nein). Aber unabhängig davon, kannst Du auf der Website des Herstellers Hexal bei dem Produkt (hier) nachschauen und wirst feststellen, dass alle Darreichungsformen gf sind
Deinen geschilderten Symptomen zufolge, könntest Du auch Zöliakie oder eine Glutenunverträglichkeit haben. Das Problem ist hier leider, dass es keine typischen Symptome für Zöliakie gibt. Bei etlichen der Forumsmitglieder haben sich unter gf-Ernährung nach der Diagnose auch andere Beschwerden deutlich verringert. Vielleicht solltest Du Dir mit Hilfe des Forums (im entsprechenden PLZ-Unterforum) oder der DZG einen kundigen Gastroenterologen suchen, der das abklären kann. Schau Dir bis dahin auf der Startseite mal die Infos zur Zöliakie-Diagnose an.
LG JoeCool
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Re: Jahrelange Beschwerden und immer wieder durchgereicht/Hilfe!

Beitragvon moni130 » 13 Jul 2015 07:30:07

Hallo Tim,

lasse dich auf Zöliakie untersuchen. Wenn Du mit einem neuen Arzt sprichst, erwähne nur, dass Du Dich schon mal "zufällig" eine Weile glutenfrei ernährt hast und dass es starke Unterschiede in Deinem Befinden mit und ohne Gluten gibt, ohne allzusehr ins Detail zu gehen. Dass Du Dich für die Untersuchungen zur Abklärung, ob Zöliakie vorliegt, ausreichend lange ausreichend glutenhaltig ernähren musst, sollte Dir dabei klar sein.

Gruß
Monika

TimTaylor
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Re: Jahrelange Beschwerden und immer wieder durchgereicht/Hilfe!

Beitragvon TimTaylor » 13 Jul 2015 16:30:22

Hallo!

Vielen Dank für Eure schnellen Antworten!

Okay, dann sollte ich das wirklich vielleicht mal untersuchen lassen. Nur mir bereitet das etwas Bauchschmerzen, wenn ich daran denke wieder Gluten zu mir nehmen zu müssen, auch wenn das nur für den Test wäre. Von wie lange sprechen wir hier und wäre ein Test nicht auch ohne Einnahme möglich? Es müssten sich doch trotzdem Antikörper finden lassen, oder bin ich da falsch informiert?

Freundliche Grüße,
Tim

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Re: Jahrelange Beschwerden und immer wieder durchgereicht/Hilfe!

Beitragvon moni130 » 13 Jul 2015 19:18:36

Hallo Tim,

Antikörper können nur so lange gebildet werden, solange Gluten an die antikörperproduzierenden Zellen kommt, die in den Schleimhäuten des Verdauungstrakts liegen. Wenn kein Gluten mehr nach kommt, dann nimmt der Bestand an Antikörpern ab. Von der einen Sorte Antikörper, den IgA, ist nach wenigen Tagen nur noch die Hälfte vorhanden und davon wenige Tage später wiederum nur die Hälfte usw. Also die sind ganz schnell weg. Die Antikörper der IgG-Klasse reagieren träger, können also nach ein paar Wochen noch nachweisbar sein. Aaaaber - für die Zöliakiediagnose zählen in der Regel nur die IgA-Antikörper, d.h. IgA-Antikörper gegen Gewebstransglutaminase oder Endomysium, die nur bei Zöliakie unter Glutenbelastung auftreten.

Glutenbelastung nach vorangegangener glutenfreier Ernährung über einen längeren Zeitraum bedeutet mind. 2-3 Monate mit einer täglichen Glutenmenge von etwa 4 Scheiben Brot.

Ob Du das durchziehen willst, kannst nur Du selbst entscheiden. Wenn Du Dich dazu entschließt, wäre es sinnvoll, zu allererst einen erfahrenen Gastroenterologen zu kontaktieren, mit dem der Ablauf und der Termin für die nötigen Untersuchungen abgesprochen wird. Evtl. kann in Deinem Fall auch auf Kassenkosten ein Test gemacht werden, mit dem die genetische Voraussetzung für die Entwicklung von Zöliakie geprüft wird. Der Test bringt keine Zöliakiediagnose, denn ungefähr jeder Dritte oder Vierte unserer Bevölkerung hat diese Gene, aber nur wenige davon erkranken wirklich. Der Wert dieses Tests liegt umgekehrt darin, dass sich ausschließen lässt, dass es Zöliakie ist, wenn die entsprechenden Gene nicht vorhanden sind. Sollte das bei Dir der Fall sein, dann reagierst Du aus anderen, noch unbekannten Gründen auf glutenhaltige Lebensmittel - und kannst Dir die Belastungsphase sparen.

Reaktionen auf glutenhaltige Lebensmittel, ohne dass Zöliakie vorliegt, sind etwa siebenmal häufiger als eine nachweisbare Zöliakie. Das ist erst seit wenigen Jahren bekannt und in Fachkreisen anerkannt.

Gruß
Monika


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