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Brauche Rat- Rechtsstreit oder nicht?

Milchzuckerunverträglichkeit

Brauche Rat- Rechtsstreit oder nicht?

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Corrado612
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Brauche Rat- Rechtsstreit oder nicht?

Beitragvon Corrado612 » 07 Sep 2012 09:47:25

Hallo Ihr,

wir waren am WE in einem 4**** Hotel und ich habe dort im Vorfeld 4 Mal nachgefragt ob Gluten und Laktosefreies Essen möglich ist, dies wurde mir dann auch zugesichert.
Das Brot schmeckte unglaublich gut. Daraufhin habe ich am zweiten Tag nach der Bäckerei gefragt, wo ich auch gleich eins bestellt habe, damit ich mir eins mit nach HAuse nehmen konnte. Nach 2 x Frühstücken ging es mir sehr schlecht....
Den Rest von dem Hotelbrot habe ich mit nach Hause genommen und 2 Tage später hat meine Mutter mir das richtige Glutenfreie Brot mitgebracht.
Mit erstaunen habe ich feststellen müssen, dass es ein anderes war. Ich habe dann dem Bäckermeister eine Mal geschrieben, darauf bekam ich dann folgende Antwort:

Sehr geehrte Frau Bär,

Sie haben Recht. Es liegt eine Verwechslung vor.
Das linke (helle) Brot auf dem Foto ist das glutenfreie. Das rechte
(dunkle) ist unser Gersten-Dinkel-Brot, das zwar keinen Weizen enthält,
aber eben nicht glutenfrei ist!!!

Beste Grüße

Ich bin gerade auf 180... ich hab das beweisbrot und das schreiben vom Bäcker und die Hotelchefin streitet alles ab.
Ich habe jetzt 5 Tage übelste Probleme gehabt und konnte meine heutigen Untersuchungen (Magenspiegelung usw) nicht machen..

Habt ihr eine Idee...
ich bin schon fast so weit sie anzuzeigen wegen Körperverletzung wenn sie sich weiter so querstellt.

Körperverletzung ist entweder körperliche Mißhandlung oder Gesundheitsgefährdung eines anderen. Körperliche Mißhandlung ist ein übles, unangemessenes Behandeln, das entweder das körperliche Wohlbefinden oder die körperliche Unversehrtheit nicht nur unerheblich beeinträchtigt. Eine Beschädigung der Gesundheit liegt vor, wenn ein krankhafter Zustand hervorgerufen oder gesteigert wird. Vgl. §§ 223 bis 233 Strafgesetzbuch

Ich hoffe jemand von euch kann mir helfen...

LG

Rookie Andrea
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Re: Brauche Rat- Rechtsstreit oder nicht?

Beitragvon Rookie Andrea » 07 Sep 2012 15:37:19

Ich kann dich gut verstehen, mich würde es auch interessieren, wie das gehandhabt wird. Hat man eine Chance bei einer Klage.
Ich war letztes Jahr in der Therme Blumau (Österreich) und dort war die lf und gf Speisen gekennzeichnet. Ich hatte auf der Speisekarte zwei Fehler entdeckt Bröselkarfiol war als gf gekennzeichnet, aber offensichtlich falsch und Safranreis war nicht als gf gekennzeichnet, aber beim Nachfragen konnte der Koch nichts glutenhaltiges bei den Zutaten entdecken.
Stellt sich die Frage was war noch falsch deklariert?
Bitte berichte, was du getan hast (klagen, streiten, oder nur ärgern :( )
LG
Andrea

Karina34
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Re: Brauche Rat- Rechtsstreit oder nicht?

Beitragvon Karina34 » 07 Sep 2012 15:58:51

Ich würde der Hotelchefin schriftlich alles berichten und auch deine Überlegungen erwähnen, sollte keine gütliche Einigung innerhalb einer bestimmten Frist zustande kommen.

Auf jeden Fall alles schriftlich und ihr die Gelegenheit geben dir ein "Versöhnungsangebot" zu machen (evtl. Rückerstattung).

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Re: Brauche Rat- Rechtsstreit oder nicht?

Beitragvon Purzeline » 07 Sep 2012 16:29:35

Hallo Corrado,

als erstes solltest du zum Arzt gehen und dir deine Beschwerden dokumentieren lassen, dass du sie dir auch ärztlich attestieren lassen kannst.
Wenn du in Deutschland wohnst und das Hotel auch in Deutschland ist, solltest du das "falsche" Brot zum Gesunheits- und Veterinäramt (Lebensmittelkontrolle) bringen und die Geschichte erzählen, ggf wird das Brot dann analysiert und die Geschichte von dort aus verfolgt - auf alle Fälle hast du dann etwas in der Hand mit dem du weitere Schritte überlegen kannst.
Grüßle
Purzeline


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Re: Brauche Rat- Rechtsstreit oder nicht?

Beitragvon Alke » 10 Sep 2012 12:41:18

Hat der Bäcker denn ein gf Brot in der fraglichen Zeit an das Hotel geliefert? Wenn nein, dann ists klar, wenn ja, dann wird die Beweisführung evtl schwierig.

Hast du die Zusage der gf Verpflegung schriftlich? Das wäre im Falle der Klage wichtig.

Ich bin immer ein bisschen hin und hergerissen:

Einerseits sind Fehler menschlich, auch wenn der Schaden im Falle eines Fehlers groß sein kann.
Ein Betrieb, der gf Kost anbietet leistet mitunter schon viel Arbeit und sollte man damit immer mit einem Beim im Gefängnis stehen, weil man bei Pannen ja wirklich die Gesundheit des Gastes gefährdet (was ich durchaus auch so sehe!!!), dann wird so mancher Gastronom sagen, er verzichtet lieber auf das gf Angebot.

Aber die Erfahrung die du mit dieser Verleugnung machst, ist genauso wie das was ich hier in Nürnberg in einem großen Café erlebe: Ingnorieren und diesen aufmüpfigen Gast vereimern. Und das kann ich gar nicht leiden!

Darum ist das immer irgendwie ein Dilemma, und ich bin mir noch nicht wirklich sicher, was da die richtige Strategie ist.
Ganz liebe Grüße
Alke
Die DZG Gesprächsgruppe Kinder in PLZ 90/91: http://zoeli-kids-nbg.blogspot.de/

Warum muss der Mensch seine Lebensmittel so lange panschen und "optimieren" bis alle davon krank werden?

Papagena
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Re: Brauche Rat- Rechtsstreit oder nicht?

Beitragvon Papagena » 10 Sep 2012 22:34:48

Hallo Corrado,

ich bin zwar keine Anwältin - aber ich persönlich halte es für schwierig, hier eine Entschädigung zu erstreiten. Du müsstest nachweisen können:
- dass die glutenfreie Verpflegung vertraglich vereinbart war (möglichst mit schriftlicher Zusage des Hotels)
- dass das Hotel Dir genau dieses Brot vorgesetzt hat (Zeuge?)
- welche Beschwerden Du hattest und dass diese durch die Verpflegung im Hotel entstanden sind (ärztliches Attest)

Wenn Du das ausreichend belegen kannst, hättest Du evtl. Chancen, wegen Vertragsverletzung Schadensersatz und evtl. auch Schmerzensgeld zu fordern. Insbesondere den Punkt mit dem ärztlichen Attest stelle ich mir aber nicht ganz einfach vor. Warst Du denn unmittelbar nach Deiner Rückkehr beim Arzt, so dass dieser Deinen Zustand direkt nach dem Hotelaufenthalt überhaupt dokumentieren kann?

Ich würde zunächst - wie Karina vorschlägt - das Hotel nochmal anschreiben: die Enttäuschung erwähnen, die massiven gesundheitlichen Folgen, evtl. Folgekosten, den ausgefallenen Untersuchungstermin etc. Und dem Hotel auf jeden Fall die Möglichkeit einer gütlichen Einigung geben. Vermutlich wäre Dir doch mit einer Entschuldigung und einer zumindest anteiligen Erstattung auch schon gedient, oder? Die Erfolgschancen wären hier vermutlich höher und Du kannst das Thema auch für Dich wesentlich schneller abschließen. Auch das Argument von Alke kann ich nachvollziehen: wirkliche Glutenfreiheit kann uns doch niemand garantieren und Fehler passieren nun mal.

Wenn Du wirklich rechtliche Schritte einleiten willst, würde ich dir raten, zunächst bei Deinem Rechtsschutz-Versicherer zu fragen (sofern Du eine Rechtsschutz hast). Dieser wird den Sachverhalt erstmal auf Erfolgschancen prüfen. Wenn der Versicherer eine Deckungszusage erteilt, kannst Du´s ja versuchen. Wenn nicht, oder wenn Du keine Rechtsschutz hast, würde ich persönlich die Finger davon lassen, da mir das Risiko, auf den Kosten sitzen zu bleiben, zu hoch wäre. :meine_meinung:
Alternativ kannst Du Dich natürlich auch von einem Anwalt beraten lassen (aber auch hier Kostenrisiko beachten) oder auch bei einer Verbraucherschutzorganisation um Rat fragen.

Schreibe doch hier nochmal im Forum, wofür Du Dich letztlich entschieden hast und was daraus geworden ist.

Liebe Grüße und alles Gute

Papagena


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