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Enorme Probleme mit Ernährung, schlimme Symptome

Milchzuckerunverträglichkeit

Enorme Probleme mit Ernährung, schlimme Symptome

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Darkjonny10
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Enorme Probleme mit Ernährung, schlimme Symptome

Beitragvon Darkjonny10 » 21 Jun 2019 16:47:53

Guten Tag,
gestatten dass ich mich kurz vorstelle:

Ich bin 26 Jahre alt und komme aus Ravensburg am Bodensee. Seit langem habe ich erheblich Probleme und möchte nun die Experten und Profis hier befragen welche sich ja teilweise top mit der Symptomatik auskennen, wie ich das als stiller Leser beurteilen kann :-D

Seit ich eigentlich denken kann habe ich mich "nixig" ernährt...angefangen in jungen Jahren als Bub, immer gabs nur Cornflakes, Nutellabrot, Kaba, Süßigkeiten und Kohlenhydrate...teilweise bestand meine Ernährung dann zunehmend nur noch aus Carbs ( ca. 90% ) beeinflusst durch meinen Job als Bäckereifachverkäufer.

Durch erheblichen arbeitstechnischen Stress, hohen Ansprüchen beim Rad/Laufsport etc. litt die Ernährung immer mehr, d.h. nur noch morgens, mittags, abends KHs in Form von Brot, Brötchen, süßen Stückchen, Kuchen und so einem Schrott.
Über 7 Jahre zieht sich nun schon die Phase des "Kopfnebels". Erhebliche Beeinträchtigung der Wahrnehmung und totale Erschöpfung während und nach der Arbeit, vergleichbar mit dem Gefühl von Fieber oder Infekt. Ab November 2018 machte ich Urlaub mit meinem Bruder wo es zu persönlichen Differenzen kam, wieder zuhause angekommen erlitt ich eine erste, totale Panikattacke, gefolgt von einer schweren Depression und noch weiterer Verschlechterung meiner Nahrungs-Auswahl. Hinzu kam noch plötzlich auftretender Fettstuhl nach Kohlenhydrat/Zucker/Fettreichem wie Plundergebäck ( nur bei dieser Art von Gebäck ) welcher sich schwallartig entlud. Der Darm fühlte sich daraufhin stets an als hätte man einen Knoten hinein gedreht, total schlaff, schmerzend und ausgelaugt. Sofort trat daraufhin eine totale Lethargie auf, ich würde es als "komatösen Zustand" beschreiben...auf das Bett liegen, totaler Schwindel, Augen zu, alles dreht sich, zu keiner Regung mehr fähig. Der Tag war und ist auch noch nach solch einer Attacke gelaufen, denn die Symptome halten sich stundenlang und der morgen darauf ist grausam, wie gerädert schleppe ich mich aus dem Bett durch den Tag.

Der Krux ist nun: ich habe alles mir mögliche versucht, jedoch bin ich stets gescheiert keine Getreideprodukte mehr zu essen. Einen Monat lang hielt ich es zucker- und Getreidefrei aus, dann wurde das Verlangen und die miese Laune so groß dass ich rückfällig wurde und nun mehr schlecht als Recht immer wieder versuche Fuß zu fassen...in dem Monat ging es mir, abgesehen von schlechter Laune wegen Mangel an geliebten Carbs gut, also körperlich.

Mehrmals Panikattacken zuhause und im Betrieb gehabt, beim Arzt gewesen...der Arzt fand mit Ultraschall nichts, Blutdruck, Blutbild und Blutzucker alles top!
Man verwies mich auf die Psycho-Schiene und riet zur Vollzeit-Psycho-Therapie.

Auch redet mir jeder ein ich hätte Panikattacken und würde deshalb nichts vertragen...also sozusagen die Panik als Grund für das Nicht-Vertragen...ich bin jedoch ich selbst und weis nur zu genau dass es genau anders herum ist, denn habe ich einen solchen Allergen-Schub und werde konfrontiert mit einer Ausnahme-Situation wie Stress auf der Arbeit, dann klappe ich zusammen...ebenfalls wenn ich Sport machen will, der Kopf jedoch neblig ist und meine Waden taub sind, meine ganzen Gelenke, vorallem Knie diffus schmerzen und meine Schienbeinknochen fürchterlich stechen...ganz zu schweigen von den beton-schweren Beinen, jeder Spaziergang in dem Zustand undenkbar.

Ich hatte dem Arzt vorgeschlagen eine Darmbiopsie zu machen, wurde abgelehnt da laut Arzt die psychische Komponente ja schon festgestellt wurde...eine mehr als unbefriedigende Abfertigung wie ich finde.

Im Moment versuche ich es mit Omelette zum Frühstück. Leider brauche ich unbedingt dazu was handfestes, und dann steuert mich mein Hirn wieder wie ferngesteuert zielsicher zum Brot, da es sich im Kopf anfühlt als hätte ich Hypoglykämie...der Verzehr verstärkt natürlich die Symptome und alles wird schlimmer.

Heute Rührei aus 4 Eiern gegessen ( ist ja durchaus eine Menge, fühlte sich für den Magen wie ein Happen an! ) und dazu eine Kornseele ( ja, der doofe Kopf ) und ab ging die Achterbahnfahrt über 7 Stunden.

Zum Mittag einen Döner gegessen da ich dachte es könne mir guttun...von wegen...hier sitze ich nun, total zerstört, mit starken Sehstörungen und Hirnnebel und weiss keinen Rat mehr...allein packe ich es nicht vom Getreide loszukommen, ich bin abhänging wie ein Raucher von der Zigarette, einfach sagen "lass das weg" geht nicht...ich bin recht sicher dass es in Richtung Gluten gehen muss, oder?

Glutenfreie Sachen befriedigen mich nicht, ist vom Gefühl wie Weißbrot, sofort weg, gibt irgendwie null Energie und Zufriedenheit.

Durchfall und Fettstuhl sind komischerweise weg, wie gesagt, die Symptome haben sich grundlegend zu immer stärkeren Schwindeln, Seh/Gleichgewichtsstörungen, Muskel/Gelenk/Knochenschmerzen und Müdigkeit sowie gelegentlichen leichteren Blähungen entwickelt ( Plundergebäck hab ich erfolgreich verdrängt, blähte den Bauch stark auf und wie gesagt, erzeugte immer Fettstuhl ).
Milch und Joghurt erzeugen keine Blähungen, jedoch wird mir davon auch leicht blümerant, bei Milch sofortige Schleimbildung im Rachen/Zähigkeit des Speichels nimmt zu...habe gelesen dass Laktoseintoleranz bei Gluten auch meist ein Thema sein kann.

Was mache ich jetzt am besten? Ich brauche dringend Alltags-begleitende Hilfe welche sich in den Berufsalltag integrieren lässt und Ärzte die mich anhören. Habe meinen Job gekündigt und eine neue Stelle im Pharma-Gewerbe angenommen...beginnt ab 01.07. doch wenn ich da so weiter mache dann gibts locker nach einem Monat die Kündigung :shock:

Ganz lieben Gruß und Hoffnungsvoll!

Jojo

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Re: Enorme Probleme mit Ernährung, schlimme Symptome

Beitragvon Sibylle » 22 Jun 2019 03:59:31

Hallo!
Ich möchte dich herzlich begrüßen, obwohl ich denke, dass du hier völlig falsch bist.
Wenn du denkst, dass du eine Allergie hast, solltest du das mit deinem Arzt besprechen. Auch Unverträglichkeiten lassen sich dort abklären. Dass Getreide „süchtig“ macht ist meiner Meinung nach Unsinn.
Dass Plunderteilchen und Döner keine gesunde Nahrung sind, dürfte dir bekannt sein. Vielleicht setzt du da als erstes mal an?!
Liebe Grüße, Sibylle
-----------
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Re: Enorme Probleme mit Ernährung, schlimme Symptome

Beitragvon Darkjonny10 » 22 Jun 2019 15:46:05

Ja besten Dank! Tolle Antwort!

Wenn der Arzt nichts findet....und mir nicht zuhört!


bin kurz vor einem Suizid, ich packs nicht mehr...ich sitze hier grade wieder mit Tränen in den Augen weil ich völlig fertig bin!

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Re: Enorme Probleme mit Ernährung, schlimme Symptome

Beitragvon moni130 » 22 Jun 2019 16:46:43

Hallo Darkjonny,

Du bist ja schon selbst drauf gekommen, dass Deine Gedanken in Bezug auf Backwaren ein Problem sind. Oder präziser ausgedrückt, wenn Dir Backwaren in den Sinn kommen, wird die Vernunft ausgeschaltet und bevor Du wieder zu Dir kommst, hast Du schon Teilchen & Co. vernascht. Und andererseits hast Du eine überaus feine Wahrnehmung für Störungen.

Ich glaube nicht, dass der Arzt Dir nicht zuhört, vielleicht ist es sogar umgekehrt, dass Du ihm nicht richtig zuhörst, wenn er etwas von sich gibt, was nicht in Deinen Erwartungshorizont passt. Das soll kein Vorwurf sein, sondern ein Hinweis auf ein zutiefst menschliches Verhalten. Das passiert zigfach jeden Tag, denke ich. Nur in Deiner Situation, in der Du Hilfe suchst undauch wirklich brauchst, ist dieser Effekt hinderlich.

Wenn Dich all das so belastet, dass Du Suizid-Gedanken nachhängst, dann istes höchste Zeit, die "Notbremse" zu ziehen und klar und deutlich um Hilfe zu bitten. Nicht nur hier im Forum ...

Nimm Dein Telefon, wähle die Nummer des ärztlichen Bereitschaftsdienst (116 117) und scheue Dich nicht zu sagen, dass Du Dich aktuell in einer Situation befindest, in der Du an Suizid denkst. Wenn Du willst, kannst Du ja auch auf das verweisen, was Du hier schon geschrieben hast. Ich bin davon überzeugt, dass man Dich und Deine Gefühle und Gedanken ernst nehmen wird. Aber auch du solltest die Therapie, die Dir angeboten wird, ernst nehmen und annehmen!

Es wird, das kann man an den Fingern abzählen, Hilfe auf pschologischer Ebene sein müssen. Panikattacken und Depressionen kann man nun nicht mal per Darmspiegelung behandeln. Und auch die Neigung etwas zu verzehren, von dem Du überzeugt bist, dass es Dir schadet, kann man nur über den "Kopf" angehen. Also, Kopf raus aus dem Sand. Du bist entschlossen etwas zu verändern. Also tue es und nimm den Rat Deines Arztes an, Dir psychologisch helfen zu lassen.

Alles Gute,
Monika
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Re: Enorme Probleme mit Ernährung, schlimme Symptome

Beitragvon Darkjonny10 » 23 Jun 2019 12:49:43

Entschuldigt dass ich gestern so etwas geschrieben habe...aber ich wusste mir einfach nicht mehr zu helfen...hatte extra komplett Weizen und Getreide weggelassen...hatte Haferflocken mit Milch und Obst gefrühstückt, zusammen mit Rührei und Kaffee. Es ging mir sehr gut und ich war symptomlos.

Energie hatte ich über 8 Stunden, also die komplette Zeit auf der Arbeit über musste ich nicht Gefahr laufen nochmal etwas zu essen...um im Delirium schließlich wieder zu enden.


Zuhause angekommen wollte ich alles richtig machen, also Reis mit Gemüse und Omelette gemacht...da ist ja absolut keine Gluten-Gefahr.

Das war das schlimmste Loch welches ich jemals hatte, extremste Schwindel-Attacken, Sehstörungen und Sekundenschlaf auf dem Motorrad in der Fahrstunde, absolut lebensgefährlich, aber ich konnte mich mal wieder irgendwie in diesem Zustand nicht äusern sonst hätte ich dem Fahrlehrer erklären müssen was los ist und dann wäre eine Panikattacke losgegangen wie es immer der Fall ist wenn ich meine Maske gegenüber anderen schließlich abnehmen muss und diese mich fassungslos anschauen als hätte ich ne Vollmeise...

Darum hab ich den etwas harten Text gestern hier reingeknallt...weil ich einfach total verzweifelt war.

Rufe gleich morgen meinen Arzt an und bestehe auf eine angemessene Behandlung.

Danke für die aufmunternden Worte der letzten Antwort, hat mir wieder etwas Kraft und Hoffnung gegeben.

Lieben Gruß

Jojo

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Re: Enorme Probleme mit Ernährung, schlimme Symptome

Beitragvon moni130 » 23 Jun 2019 13:13:20

Hallo Jojo,

das mit dem Motorradfahren, das solltest Du mal vertagen bis wirklich raus ist, was Dich immer wieder so umhaut. Sekundenschlaf auf der Maschine, das geht nun wirklich nicht. Auch Schwindel und Kopfweh haben da nichts zu suchen. Und da Du geschrieben hast, dass Du Dich oft so schwach fühlst, dass Du nicht mal spazierengehen könntest, wie soll das ausgehen, wenn Du dann auch noch das Mehrfache Deines eigenen Körpergewichts unter Kontrolle halten musst. Also das geht gaaaar nicht. Du bringst damit nicht nur Dich in Gefahr, sondern auch andere. Also sag Deinem Fahrlehrer einfach, dass Du aus gesundheitlichen Gründen pausieren musst - und weiter machst, wenn alles geklärt ist.

Übrigens gibt es zwischen zu Fuß gehen und Motorrad noch etwas, das echt Spaß macht: E-Bike. Da muss Du in Bewegung bleiben, was vielleicht sogar gegen Deine Probleme gut tun würde. Und wenn es mal nicht so gut geht, kann man auch leichter anhalten und ggf. mal ein Stückchen schieben, bis es wieder besser geht. Dafür brauchst du keine Fahrstunden und keinen Führerschein, solltest aber auf einen Helm nicht verzichten.

Gruß
Monika
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