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Nach langer Zöliakie auch Lactose Intoleranz?

Milchzuckerunverträglichkeit

Nach langer Zöliakie auch Lactose Intoleranz?

Milchzuckerunverträglichkeit
costa
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Nach langer Zöliakie auch Lactose Intoleranz?

Beitragvon costa » 19 Jun 2014 08:07:55

Hallo, ich bin neu und bei mir wird gerade erst die Zölikie zum bewussten, aktiven Thema.

Seit Jahren unentdeckt quäle mich mit den Symptomen: Blähbauch, Verdauungsprobleme, unerklärliche Müdigkeit, das alles besonders nach "gesundem Müsli Frühstück". Ich hatte dann gemerkt, dass ich die Getreidekörner wohl nicht (mehr) vertrage und auf Eiweissbrot (Weizenvollkorn) umgestellt. Der Blähbauch blieb weg, aber ich nahm 5 KG ab, mein ganzes Körperfett ist weg... und der Stuhl (häufig) ist immer breiing... Damit kam ich gut klar.Nur die Müdigkeit war noch da, ausserdem sagen Freunde, das ich "ausgemergelt" aussehe... Jetzt endlich der Verdacht auf Zöliakie.
Ich hatte in der Vergangenheit aber auch immer gern Fischkäse und Magerjoghurt zum Früstück. Vielleicht, als Folge der chronischen Dünndarmentzündung, wird auch Lactose nicht mehr gut vertragen?
Ich lasse jetzt Gluten und Lactose weg, es geht mir nach nur 7 Tagen schon deutlich besser, und überlege ob es vielleicht noch etwas zum Einnehmen gibt um die Dünndarmregerantion zu begünstigen, in der Apoheke gibt es eine riesen Auswahl...

Mit Bitte um Tipps, danke

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Re: Nach langer Zöliakie auch Lactose Intoleranz?

Beitragvon isdameldrin » 19 Jun 2014 09:05:53

Hallo Costa!

Wenn deine Beschwerden glutenbedingt sind, wird sich der Darm nach der Ernährungsumstellung allein wieder erholen. Egal was die Mittelchen aus der Apotheke versprechen, es gibt keinen „Dünger“, der die Dünndarmzotten schneller wieder wachsen lässt. Und um deine verlorenen Kilos brauchst du dir auch keine Sorgen machen. Wahrscheinlich musst du bald eher aufpassen, dass es nicht zu viele werden.
Achte einfach auf eine ausgewogene Ernährung. Das ist auch glutenfrei (und laktosefrei) problemlos möglich.
Ich habe anfangs auch keine Milch vertragen.

Viel Erfolg bei der Genesung
Delia

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Re: Nach langer Zöliakie auch Lactose Intoleranz?

Beitragvon costa » 19 Jun 2014 10:03:59

Danke Delia für deine guten Worte,
ich esse gern Frischkäse und Magerjoghurt mit Obst (auch als Eisersatz), der Verzicht auf Dauer würde mir schwer fallen.
Auf Getreideprodukte hingegen nicht. Schon seit langem vermeide ich "schlechte Kohlenhydrate" wie Zucker- und Weissmehl-
Produkte. Zulezt habe ich nur noch Vollkorn- Eiweiss- Brot gegessen (überwiegend Roggen, aber auch Weizen). Das hat zur Gewichtsabnahme geführt (vermute ich).

Obwohl ich mich insgesamt besser fühle seit ich Gluten und Lactose meide (irgendwie leichter und beschwingter) habe ich nach den Mahlzeiten immer so ein Druckgefühl im Dünndarmbereich /Oberbauch (unterhalb des Magens).
Heute hatte ich ein Spiegelei auf Maisbrot mit Olivenöl zum Frühstück und es drückt schon wieder.
Ausserdem habe ich seit der Gluten-Vermeidung viel weniger Stuhl (wahrscheinlich normal und Umstellungssymptome...)?

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Re: Nach langer Zöliakie auch Lactose Intoleranz?

Beitragvon moni130 » 19 Jun 2014 10:21:46

Hallo Costa,

alles Spekulieren hat jetzt doch keinen Sinn! Warte die Ergebnisse der ärztlichen Untersuchungen ab. Bis dahin bitte Gluten NICHT meiden oder reduzieren, sonst könnte man evtl. vorhandene Zöliakie womöglich überhaupt nicht erkennen. Mit Milchprodukten dagegen kannst Du es halten, wie Du magst. Wenn Du Milchzucker nicht verträgst, dann ist das jederzeit durch einen H2-Atemtest feststellbar. Weglassen muss man Milchprodukte auch bei Laktose-Intoleranz nicht. In Drogeriemärkten findest Du jede Menge Laktase-Tabletten, die das fehlende Enzym für beschwerdefreie Verwertung liefern - und Du musst halt auch ein wenig rechnen, wieviel Laktase Du z.B. für den Milchzucker in einem Becher Joghurt oder Quark brauchst.

Gruß
Monika

costa
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Re: Nach langer Zöliakie auch Lactose Intoleranz?

Beitragvon costa » 19 Jun 2014 15:31:04

Danke moni, du hast schon Recht, spekulieren bringt keine Sicherheit. Mir geht es aber deutlich besser, jetzt ohne Gluten und da wirst du meine Schlussfolgerung sicher verstehen dass ich wohl sehr wahrscheinlich seit vielen Jahren schon an Zöliakie leide.

Ich habe mir heute einen L-freien Joghurt gekauft.3mal so teuer wie normal und hat nicht wirklich geschmekt. Später habe ich erst gesehen dass dem Joghurt Lactase zugesetzt wurde...

Ich habe gelesen, dass fettarmer Naturjoghurt, wegen der Vergährung, kaum Lactose enthält. Aber kann man sich daruf verlassen oder ist ein "bischen" tolerabel?

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Re: Nach langer Zöliakie auch Lactose Intoleranz?

Beitragvon lexi-31 » 19 Jun 2014 21:10:43

Costa, das kannst Du testen, probiere aus, wieviel Lactose Du noch verträgst...es gibt Leute, die 0,00 Lactose vertragen und Leute, so wie ich, die kleine Mengen noch einigermaßen vertragen..
LG Alexandra

Zöli Diagnose am 20.06.2012, Sohn Simon Zöli Diagnose am 27.02.2012

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Re: Nach langer Zöliakie auch Lactose Intoleranz?

Beitragvon moni130 » 19 Jun 2014 23:00:16

Ich habe gelesen, dass fettarmer Naturjoghurt, wegen der Vergährung, kaum Lactose enthält.

Das ist definitiv falsch. Fettarmer Joghurt enthält sogar etwas mehr Milchzucker als einer mit natürlichem Fettgehalt. Manche Milchsäurebakterien in manchen Joghurts können jedoch den Laktoseabbau im Körper unterstützen. (Quelle). Aber dass Joghurt immer noch etwa 3-4 % Milchzucker enthält (gegenüber 5 % in der Milch), damit musst Du schon rechnen.

Laktose abgebaut bzw. natürlich umgewandelt wird vor allem durch lange Lagerung. Deswegen sind Hartkäse generell laktosefrei. Alles andere bekommt man nur laktosefrei indem man Laktase zusetzt.

costa
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Re: Nach langer Zöliakie auch Lactose Intoleranz?

Beitragvon costa » 20 Jun 2014 07:36:57

Danke moni, wieder was gelernt...
Stimmt das? Billiger Magerjoghurt (Supermarkt) enthält überhaupt keine Bakterien mehr? Bio-Joghurt ja? Leider geben die Becher darüber wenig Auskunft...

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Re: Nach langer Zöliakie auch Lactose Intoleranz?

Beitragvon Maja72 » 06 Okt 2017 12:46:14

isdameldrin hat geschrieben:Hallo Costa!

Wenn deine Beschwerden glutenbedingt sind, wird sich der Darm nach der Ernährungsumstellung allein wieder erholen. Egal was die Mittelchen aus der Apotheke versprechen, es gibt keinen „Dünger“, der die Dünndarmzotten schneller wieder wachsen lässt. Und um deine verlorenen Kilos brauchst du dir auch keine Sorgen machen. Wahrscheinlich musst du bald eher aufpassen, dass es nicht zu viele werden.
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Ich habe anfangs auch keine Milch vertragen.

Viel Erfolg bei der Genesung
Delia


Hallo Delia,

Ich habe auch Zöliakie und wurde auch auf Laktose getestet und der Test war positiv. Ich habe aber mein ganzes Leben Laktose immer vertragen, angeboren ist sie bei mir nicht. Ich hatte auch während meiner ersten Diät die ich nur 6 Wochen eingehalten hatte auch Laktose gegegessen und auch vertragen. Das einzige was ich immer habe ist mein Blähbauch, aber den habe ich, egal was ich esse. Ich habe jetzt 2 Monate keine Lakotse nach dem ersten Test gegessen und dann wurde vor ca. 3 Wochen wieder ein Test gemacht, der war immer noch positiv. Ich denke aber, das es bei mir so wie bei Dir ist, das ich Lakotse wieder vertage, sobald der Darm geheilt ist. Mein Arzt hat mich eben nur sehr verunsichert. Ich glaube, der 2. Test war noch viel zu früh. Erst sagte er mir, ich sollte weitestgehend auf Laktose verzichten, dann sagte er, ich könnte ruhig wieder Laktose essen, es ging Ihm ja nur um meinen Blähbauch, der aber immer da ist, egal was ich esse.

Liebe Grüße
Maja

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Re: Nach langer Zöliakie auch Lactose Intoleranz?

Beitragvon moni130 » 06 Okt 2017 18:57:07

Einmal in allerdeutlichstem Klartext:

Laktoseunverträglichkeit ist eine NORMALE Erscheinung im Leben eines Erwachsenen. Dass hierzulande über die Kindheit hinaus von der Mehrheit noch Milchzucker vertragen wird, ist als eine Anpassung an den anhaltenden Verzehr von Milchprodukten zu sehen. In Ländern, in denen der Milchgenuß unter Erwachsenen unüblich ist oder war, hat fast die gesamte erwachsene Bevölkerung Laktoseintoleranz. In China z.B. 90 - 98 %!

Bei uns sind etwa 15-20 % aller Erwachsenen mehr oder weniger lakotseintolerant.

Diese Laktoseunverträglichkeit beruht darauf, dass die Zellen der Dünndarmschleimhaut mit der Zeit die Produktion von Laktase einstellen, der Milchzucker daher nicht gespalten und ins Blut geschleust wird, sondern in den Dickdarm gerät und dort von Bakterien vergoren wird. Die Folge sind Gasentwicklung, Bauchschmerzen und Durchfall. Die Beschwerden halten genau so lange an, so lange noch Milchzcker im Darm ist. Das hat sich jedoch nach etwa zwei bis drei Stunden erledigt.

Bei unbehandelter Zöliakie kann die erkrankte Dünndarmschleimhaut nicht genug Laktase produzieren. Dann kommt es zur Laktoseintoleranz - und zwar auch bei Kindern! Bei denen kann allerdings, sobald die glutenfreie Ernährung anschlägt, die Laktaseproduktion wieder funktionieren und somit auch Milchzucker wieder vertragen werden.

Dass es bei Erwachsenen unter glutenfreier Ernährung zu einer Rückkehr vollständiger Laktoseverträglichkeit kommt, ist sicherlich nicht die Regel, sondern eher ein seltener Glücksfall, denn, siehe oben, dass die Laktaseproduktion mit zunehmendem Alter abnimmt, ist ein normaler, natürlicher Prozess.

Als Erwachsener mit Laktoseunverträglichkeit umzugehen ist die leichteste aller "Übungen". Wenn man laktosehaltige Milchprodukte genießen will, muss man nur dafür sorgen, gleichzeitig auch Laktase zu sich zu nehmen, um den Aufstand im Dickdarm zuverlässig zu vermeiden. So ein Döschen mit Laktasetabletten ist nicht nur in Apotheken, sondern in jedem Drogeriemarkt und wohl auch bei manchen Discountern zu bekommen. Und es passt in jede Hand- oder Hosentasche, so dass man es immer bei sich haben kann.
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Immanuel Kant (1784): "Sapere aude – Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen."


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