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Vitaminmangel oder KPU

Osteoporose, Rheuma, Schilddrüsenerkrankungen (u.a. Hashimoto),
Neurodermitis, Asthma, Migräne, AD(H)S, usw.

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Marilyn
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Vitaminmangel oder KPU

Beitragvon Marilyn » 08 Nov 2018 06:57:40

Hallo zusammen,

trotz nach Jahren glutenfreier Ernährung ging es mir Anfang des Jahres sehr schlecht. Kein Arzt konnte mir helfen... STÄNDIGE Übelkeit. Monatliche Blasenentzündungen. Schwere Akne habe ich schon seit Jahren. Durchfälle.

Nun wurde kein Vitaminmangel bei mir festgestellt. Alles in bester Ordnung.

Trotzdem würde mir von engagierten Ärzten empfohlen Vitamine einzunehmen, insbesondere Omega Fettsäuren. Mir ging es dadurch sogar besser.

Dann setzte ich die Tabletten nach einer Kur über 4 Wochen wieder ab.

Nun würde bei mir getestet ob ich an der Stoffwechselstörung KPU leide. Der Test ist leicht positiv ausgefallen. Meine Werte sind im leicht roten Bereich. Wie das genau zu deuten ist kann ich nicht sagen. Jeder sagt mir etwas anderes.

Nun nehme ich seit 8 Tagen wieder Vitamin B6, Mangan und Zink zu mir. Zusätzlich weitere Vitamine. Seitdem ist meine Akne zeitgleich langsam besser geworden. Ich träume wieder. Ich konnte mich seit Monaten, vielleicht auch seit Jahren, nicht mehr an meine Träume erinnern. Dachte wer tief und fest schläft träumt nicht...
Und diese ständige Übelkeit ist nun besiegt. Ich litt auch oft an Blähungen. Das ist nun auch in kurzer Zeit wieder besser geworden. Durchfall hatte ich auch bis jetzt nicht mehr. Esse auch wieder mehr Lebensmittel. Und ich vertrage die.

Glutenfrei muss ich mich weiterhin ernähren.

Nun meine Frage. Laut Blutuntersuchung hatte ich keinen Zink- oder Vitamin B6-Mangel. Der Test auf KPU ist für mich ein Rätsel. Viele Ärzte erkennen diese Erkrankung nicht einmal richtig an. Kaum ein Hausarzt in Deutschland testet einen auf diese Stoffwechselstörung.
Kann eine glutenfreie Ernährung einen bestimmten Mangel hervorrufen. Und wenn ja, welchen? Jeder Arzt sagt mir grundsätzlich, glutenfrei wäre nicht gesund. Aber Sie müssen sich ja daran halten... Wenn ich Frage was mir denn dann an Vitaminen fehlen würde, kennt niemand die Antwort. Vielleicht treffe ich nur auf schlechte Ärzte???

Ich musste diesen Text mit dem Handy tippen. Hoffe es ist doch verständlich. Ich hoffe ihr könnt auf meine Frage antworten. Danke.

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moni130
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Re: Vitaminmangel oder KPU

Beitragvon moni130 » 08 Nov 2018 09:16:32

Hallo Marilyn,

ja, glutenfreie Ernährung ist eine Ernährung, bei der es sehr leicht zu Minderversorgung mit bestimmten Mineralstoffen und Vitaminen kommen kann. Das liegt schlicht an den Ernährungsgewohnheiten in unserer Gesellschaft. Wenn diese Ernährungsgewohnheiten beibehalten werden und z.B. nur normales Brot oder Mehl durch glutenfreie Varianten ersetzt wird, dann sind auf Dauer Mangelerscheinungen vorprogrammiert.

Es gibt bzw. kenne ich nicht viele Möglichkeiten, sich über diese Dinge im Detail zu informieren. Daher ist es nicht überraschend, dass auch die Ernährungspezialisten, die ich bisher dazu befragen konnte, einfach überfragt waren.

Ich habe vor vielen Jahren mal eine Quelle (klick) aufgetan, mit deren Hilfe man sich Vitamin- und Mineralstoffgehalte verschiedener Lebensmittel anzeigen lassen kann. Sehr umständlich zu bedienen und garantiert nicht mit all dem gefüttert, was der Markt inzwischen zu bieten hat, aber von der Grundlage her doch sehr aufschlußreich. Denn über diese Quelle kann man z.B. raus finden, dass 100 g normales Weizenmischbrot nicht nur 10 % des täglichen Energiebedarfs decken, sondern z.B. auch 16 % des Bedarfs an Vitamin B1, 12 % bei Vitamin B6, Magnesium 13 %, Phosphor 19 %, Eisen 11 % und Zink 18 %.

Im Vergleich dazu schneiden glutenfreie Brote sehr viel schlechter ab. Mit Ausnahme von Hirsebrot habe ich bisher keine Variante gefunden, bei der die Bedarfsdeckung bei den o.g. Stoffen auch nur annähernd ähnlich gut ist. Oder konkret, hier mal zum Vergleich die Werte einer Mehlmischung für glutenfreies Brot, berechnet für ebenfalls 10 % Energiebedarfsdeckung:
Vitamin B1: 5 %, Vitamin B6: 0,6 %, Magnesium: 2,5 %, Phosphor: 6,3 %, Eisen: 3,8 %, Zink: 8,8 %. Das bedeutet, dass man mit diesem Zeug zwar Kalorien zu sich nimmt, aber von dem, was wir sonst noch brauchen, viel zu wenig.

Wenn Du Dir etwas Gutes tun willst - dann iss Kartoffeln statt Brot! Wenn Du 10 % des durchschnittlichen Energiebedarfs durch Kartoffeln deckst, bekommst Du an Vitamin B1: 27 %, Vitamin B6: 60 %, Magnesium: 20 %, Phosphor: 23 %, Eisen: 10 %, Zink: 17 % des täglichen Bedarfs an diesen Stoffen. Oder anders ausgedrückt, die Vitamin-B6-Versorgung ist mit Kartoffeln schlappe 100mal besser als mit glutenfreiem Brot und bei Zink immerhin noch vergleichbar gut wie mit Weizenmischbrot.

Das mit der KPU hake einfach ab. Du weißt jetzt, dass es Dir gut tut, wenn Du von bestimmten Sachen mehr zu Dir nimmst, als Deine bisherige Ernährung gebracht hat.

Alles Gute,
Monika
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Re: Vitaminmangel oder KPU

Beitragvon Heiterkite » 08 Nov 2018 15:54:16

KPU ist keine Stoffwechselstörung und auch keine Krankheit.
Diese Erkrankung gibt es in der Medizin schlicht nicht. Das ist eine rein alternativmedizinische "Diagnose". Man kann auch sagen, dass hat sich einfach jemand ausgedacht.
Zwei deutliche Anhaltspunkte, dass es sich dabei um Unfug handelt:
1. Es soll sich um einen Mangel handeln, der aber nicht nachweisbar ist.
2. Diese angebliche Störung soll Ursache für alle Mögliche sein.
Was auch immer man hat - HPU/KPU passt immer. :roll:
Sich nicht an Träume zu erinnern ist kein Symptom für irgendwas. Sich im Urlaub besser fühlen als im Alltag übrigens auch nicht. (Selbst das wird teilweise als Symptom angegeben.)
Wenn du einen Arzt hast, der darauf NICHT testen will: Glückwunsch, der Arzt scheint seriös zu sein. :-D

Das "Behandeln" einer Pseudokrankheit an sich schadet ja nicht. Aber es besteht die Gefahr, dass das eigentliche Problem nicht erkannt wird.
Wenn man keine Mängel festgestellt hat, ist es halt auch kein Mangel.


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