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Hauterkrankung Dermatitis herpetiformis Duhring

Informationen zu DHD

Hauterkrankung Dermatitis herpetiformis Duhring
mclure
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Beitragvon mclure » 07 Nov 2007 11:52:19

hallo @ all,

ich füge an diesen Thread mein Anliegen an, weil es mir hier zu passen scheint.
Ich reagiere - seit ca. 11 Monaten - supergut auf eine ziemlich gf Ernährung.
Ebenso fast abgeheilt ist eine Hauterscheinung an den Oberarmen, die ich als "Papeln, mit einer Art Fett-Propfen wie bei Akne" beschreiben würde. Also keine Bläschen, wie in den Duhring-Bildern gezeigt. Und auch nicht juckend. Aber so oberflächlich betrachtet genau wie Duhring.

Meine Frage: Ich habe dies früher mal beim Hautarzt vorgeführt, vor ca. 16 Jahren zuletzt. Diagnose: Verhornungsstörung. Verordnete Therapie: wirkungslos.

Meine persönliche Diagnose: Duhring, vor allem weil es gf abheilt und ich Steinsalz besser vertrage als Jodsalz.

Gibt es noch jemanden, der Duhring eher in dieser ungewöhnlichen Form hat?
Eure, und besonders ein Kommentar von Christina Asse würde mich interessieren.

Dank und Gruss

sontje
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Beitragvon sontje » 07 Nov 2007 14:27:08

Hallo mclure,

ich denke, ich habe ähnliche Hautbilder wie Du sie beschreibst an Armen und Beinen. Ich beschreibe es immer als eine Art "Gänsehaut". Es sind kleine Erhebungen mit einer Art Schuppung oben auf oder eben wie Du sie beschreibst. Der Juckreiz war sehr gering, aber vorhanden.
Die typischen offenen Stellen bei Duhring waren eher in Gesicht, Hals und Oberkörper. Diese sind aber schon ganz weg seitdem ich gf esse.

Ich esse seit ca. 2 Monaten glutenfrei und die "Gänsehaut" beginnt glatter zu werden. Die Erhebungen flacher, Verhornung geht weg. Ein Fehler in der Ernährung zeigt sich am schnellsten dann dort.
Ich bin sehr gespannt, ob es komplett weg gehen wird.

Gruß Sontje

Audry
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Beitragvon Audry » 07 Nov 2007 15:12:10

Hallöchen!

Kann eigentlich DHD auch festgestellt werden, ohne das eine akute Hautreaktion vorliegt?
Vielen Dank!
audry

Christina Asse
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Beitragvon Christina Asse » 08 Nov 2007 13:06:15

Hallo,

DhD spielt sich in bestimmten Hautschichten ab, da gibt es spezielle Antikörper und Entzündungszellen, die bei der pathologischen Untersuchung eingefärbt und gezählt werden.

Ich glaube nicht, daß man eine genaue Diagnose nur durch Angucken der oberen Haut ("Lederhaut") stellen kann.

Die Hautbiopsie ist ein ganz kleiner Eingriff, es bleibt eine winzige Narbe zurück. Einziges Problem: es sollte in einem größeren Zentrum oder einer größeren Praxis gemacht werden, wo die Proben direkt gekühlt zum Pathologen gehen, sonst muß extra ein teurer Transport nur für die eine Probe bestellt werden. Ein guter Pathologe (fit in Hautdiagnosen) idst natürlich auch besser als ein schlechter..., in Unikliniken oder Hautabteilungen von Kliniken sollte das aber in der Regel klappen.

Die DhD-typischen Hautveränderungen sind auch unter der Diät noch längere Zeit nachweisbar, wird gesagt. Im Zweifel würd ich 1/2 Tage gluten- und stark jodhaltig essen und die Proben nehmen lassen an Hautstellen, wo Juckreiz und Bläschen vorhanden sind. Man hat dann zwar wieder Antikörper im Blut und eine Entzündung im Darm, aber das sollte nach kurzer Zeit wieder weggehen.

Bei mir waren auch in kleinen Blutgefäßen Entzündungen, was als "Immunkomplexvasculitis" bezeichnet wird, die kann bei der Hautbiopsie mit abgeklärt werden.

mclure
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Beitragvon mclure » 08 Nov 2007 17:18:15

hallo Sontje und Christina,

vielen Dank für Eure interessanten Antworten.
1/2 Tag gluten- und jodhaltig. Das ist machbar.

Christina, kannst Du das bestätigen, was Sontje sagt: "offene Stellen" ?Bei mir war es nämlich immer nur gerötet und leicht juckend. Nicht direkt offen.

Gruss und Dank

mclure

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Beitragvon Christina Asse » 11 Nov 2007 23:07:34

Hallo mclure,

offen ist die Haut, wenn Du noch mehr kratzt. Aber tu es lieber nicht, denn dann drohen sogenannte sekundäre Infektionen, also z.B. bakterielle Erreger oder Pilze machen sich da gern breit...

Bei DhD ist der Juckreiz oft so doll, daß die Bläschen weggekratzt werden vor lauter Leidensdruck...

Denkt dran, daß DhD sehr selten ist und die Wahrscheinlichkeit, daß man Zöli und eine andere Hautkrankheit hat, ist wohl sogar größer, z.B. die Neurodermitis dürfte rein statistisch gesehen häufiger auftreten, aber genaue Zahlen dazu kenne ich nicht.

Annikannalles
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Re: Informationen zu DHD

Beitragvon Annikannalles » 26 Mai 2011 21:36:01

Hallo :-) ,

ich bin neu im Forum und ernähre mich seit zwei Jahren glutenfrei. Heute habe ich vom Hautarzt Morbus Duhring diagnostiziert bekommen. Habe seit 3 Monaten bläschenförmigen sowie flächigen Ausschlag, der stark juckt. Ab nächster Woche werde ich mit Dapson behandelt. Leider konnte mir mein Hautarzt -außer einer jodarmen Ernährung- keine weiteren Ratschläge oder Hilfestellungen geben. Kennt vielleicht jemand ein gutes Buch über Morbus Duhring, dass er/sie mir weiterempfehlen könnte?

Ich leide zusätzlich unter einer Schilddrüsenunterfunktion, soll ich trotzdem auf Jod verzichten?

Im Forum habe ich mehrfach gelesen, dass man bei Morbus Duhring den Hautkontakt mit glutenhaltigen Lebensmitteln vermeiden sollte. Mein Hautarzt meint jedoch, dass der Hautkontakt für Morbus Duhring nicht relevant sei....hat vielleicht jmd. genauere Infos?

Und zum Schluss noch ein Tipp:
Habe in den letzten drei Monaten verschiedene Cortisonsalben verschrieben bekommen, die alle weder gegen den Ausschlag noch gegen den Juckreiz geholfen haben. Zufällig bin ich auf die "Allergsalbe" der Nordseeapotheke gestoßen und die ist wirklich super :yes: ! Bei mir verschwindet der Juckreiz 5 min nach dem Auftragen der Creme. Kann ich also nur weiterempfehlen!!!

Liebe Grüße

Annika

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Re: Informationen zu DHD

Beitragvon Purzeline » 26 Mai 2011 22:08:36

Hallo Annika,

die erste Frage die sich mir stellt, ist, warum DHD bei dir unter fast dreijähriger glutenfreier Ernährung erstmals aufgetreten ist.
Diese Hauterkrankung ist eng mit der Zöliakie assoziiert und wird mit einer glutenfreien und anfangs auch sehr jodarmen Ernährung behandelt, sowie mit der Gabe von Dapson.
Auch wenn du eine Schilddrüsenunterfunktion hast, wirst du zumindest, bis der Ausschlag abgeheilt ist, nicht um den Verzicht auf Jod herum kommen, denn mit Jod wirst du den Ausschlag nur sehr sehr schwer los werden.

Abgesehen davon wäre es in dem Zusammenhang auch wichtig zu wissen, ob deine Schilddrüsenunterfunktion auf einer Hashimoto-Thyreoditis basiert - auch dann wäre Jod kontraindiziert! Auch Hashimoto ist mit der Zöliakie assoziiert.

Weiter solltest du im Zusammenhang jeden Hautkontakt mit Gluten bzw. glutenhaltigen Produkten meiden, auch mit glutenhaltigen Kosmetika und du solltest deine komplette Ernährung noch mal unter die Lupe nehmen und nach Diätfehlern suchen, denn DHD tritt meines Wissens nur unter glutenhaltiger Ernährung auf. Hier solltest du jetzt auch Lebensmittel, die auch wenn sie als glutenfrei gelten, Zutaten mit "glutenfreier Weizenstärke" und Gerstenmalzextrakt meiden!

Ich hoffe, das beantwortet deine Fragen und hilft dir weiter!
Vielleicht ist auch dieser Flyer der DZG informativ für dich
Grüßle
Purzeline


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In meinen Beiträgen gebe ich meine persönliche Meinung, mein aktuelles Wissen und meine Erfahrung weiter.
Meine Beiträge ersetzen nicht die qualifizierte Beratung, Diagnostik und Therapie durch einen Arzt!

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Re: Informationen zu DHD

Beitragvon Annikannalles » 27 Mai 2011 15:21:33

Hallo Purzeline,

vielen Dank für die schnelle Antwort :-)!
Ich werde mich gleich mal bei meinem Arzt über Hashimoto informieren (davon habe ich bisher noch gar nichts gehört, danke für den Tipp!!)

Eigentlich bin ich sehr streng mit meiner gf Ernährung.... Meine Blutwerte und auch die Ergebnisse der Magenspiegelung (vor 4 Monaten) zeigen keine Diätfehler.
Ich vermute, dass ich beim "Auswärts-Essen" in Kontakt mit Gluten gekommen bin.

Werde in Zukunft auch den Hautkontakt mit Gluten vermeiden und hoffe, dass der Ausschlag zurückgeht.

Es ist eigentlich schade, dass die Ärzte häufig so schlecht über Zöliakie und damit assoziierte Krankheiten bescheid wissen. In den zwei Jahren musste ich so viel selber forschen und wenn ich keinen Druck auf die Ärzte ausgeübt hätte, dann wüsste ich heute immer noch nicht, dass ich mich laktosefrei, gf und jetzt auch jodarm ernähren muss ;-) Aber zum Glück gibt es ja das Forum :yes:

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Re: Informationen zu DHD

Beitragvon Annikannalles » 09 Jun 2011 15:19:18

Hallo nochmal :-)

hier ein kleiner Zwischenbericht:

ich meide jetzt seit ca. 2 Wochen den Hautkontakt mit Gluten und verzichte auf Fisch. Mein Ausschlag ist innerhalb dieser Zeit fast vollständig verschwunden :-) und es gibt keine Neubildungen mehr. Auch der Juckreiz ist komplett weg.
Dapson Fatol nehme ich erst seit 3 Tagen (2 Tabl. am Tag, wird aber noch auf 4 Tabl./Tag gesteigert). Ist die Einnahme von Dapson dann überhaupt noch notwendig? Meine Ärztin meint, ich müsse das Medikament "lebenslang" nehmen (habe aber ein bischen Angst wegen der ganzen Nebenwirkungen)
Kann man Dapson eigentlich auch "nach Bedarf" einnehmen oder ist eine regelmäßige Einnahme erforderlich?

Liebe Grüße

Annika

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Re: Informationen zu DHD

Beitragvon Hetairos » 09 Jun 2011 18:42:32

Hallo Annika,

wenn du gut auf die glutenfreie Ernährung ansprichst,
d.h. wenn deine Symptome unter trikt glutenfreier Ernährung und unter Vermeidung von Jod(haltigen Lebensmitteln) bis zur Beschwerdefreiheit zurück gehen und deine Antikörperwerte bei den Verlaufskontrollen bis in den Referenzbereich sinken, solltest du dich langsfristig aus der Dapson-Therapie "herausschleichen" können.
Das Wann und Wie musst du mit (d)einem Arzt abklären.

Lieben Gruß, Hetairos
Es ist nicht alles glutenfrei, aber es ist nicht alles nicht glutenfrei, auf dem nicht glutenfrei drauf steht.

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Re: Informationen zu DHD

Beitragvon Annikannalles » 12 Jun 2011 22:02:00

Vielen Dank für die Antwort. Das klingt gut :-)! Vielleicht schaffe ich es ja langfristig wirklich von Dapson wegzukommen....! lg Annika

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Re: Informationen zu DHD

Beitragvon Annikannalles » 15 Jun 2011 12:38:18

Hallo nochmal :-)

Ich nehme Dapson jetzt seit 8 Tagen (zZ 3 Tabl/Tag) und mir ist seit dem immer schwindelig und ich fühle mich den ganzen Tag über müde. Momentan nehme ich die Tabletten immer nach dem Abendessen. Ist es vielleicht sinnvoller, sie über den Tag verteilt zu nehmen? Wie macht ihr das?
lg Annika

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Re: Informationen zu DHD

Beitragvon Reni » 15 Jun 2011 18:29:27

Hallo nun melde ich mich mal zu Wort.Habe ca 30Jahre Dapson nehmen müssen,bis endlich mal jemand gemerkt hat das ich an Zöliakie erkrankt war(hatte nie Beschwerden damit.)3 Tabl Dapson ist ja sehr viel.Ich kam mit höchstens einer Tabl.,später mit einer halben Tablette aus.Alle 4 Wochen wurde mein Blut auf METHB (das gibt den Sauerstoffgehalt des Blutes an!)getestet.Wird das bei Dir auch gemacht.Wenn mein Blut nicht in Ordnung war hat mein Prof.verrückt gespielt.Mußte sogar abends manchmal hinkommen.Das Dapsone ist nicht so unbedenklich.Deswegen hast Du wohl auch Probleme.Ich bin kein Arzt,schreibe nur von meinen Erfahrungen.Du mußt Dich noch einmal an entsprechende Ärzte wenden.
Liebe Grüße von Reni

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Re: Informationen zu DHD

Beitragvon Annikannalles » 20 Jun 2011 09:07:57

Hallo Reni,

vielen Dank für die Antwort. Ich habe gleich noch mal einen Termin bei meiner Hautärztin gemacht. Von einer Blutkontrolle hat sie nämlich bisher noch nicht gesprochen.....Die Dapson-Dosis wird bei mir stufenweise von 1/Tag auf 4/Tag erhöht und dann wieder langsam auf 1/Tag reduziert. Ich sollte eigentlich erst nach 8 Wochen wieder vorbei kommen.
Also nochmal: Vielen Dank für den Hinweis :-)!


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