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Duhring nach Jahren?

Hauterkrankung Dermatitis herpetiformis Duhring

Duhring nach Jahren?

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JessiB
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Duhring nach Jahren?

Beitragvon JessiB » 08 Jan 2019 16:34:38

Einen schönen guten Tag in die Runde. Ich bin neu hier und werde mich beizeiten auch noch vorstellen, jedoch ist mein Anliegen ziemlich wichtig. Mein Freund wurde vor 12 Jahren mit Zöliakie diagnostiziert (Blutbild und die darauffolgende Biopsie beides positive). Vor ungefähr drei Jahren bekam er Hautausschlag im Gesicht - da kannten wir uns schon, waren aber noch nicht zusammen :oops: Er vermied eine Zeitlang Fisch und Meeresfrüchte, das schien etwas zu helfen. Die Haut wurde mit Kortison behandelt - auch das schien anzuschlagen. Aber nun scheint der Ausschlag wiederzukommen - im Urlaub auf den Schultern, am Po und hinten an den Oberschenkeln. Wir dachten, es sei eine allergische Reaktion auf den Anzug, den er sich zum Surfen geliehen hatte. Er hat eine Neoprenallergie (aber der Anzug war aus "natural rubber"). Der Arzt im Urlaub verschrieb eine Seife, der Ausschlag wurde besser und klang ab. Heute rief er mich an. Gestern abend ging es wieder los - diesmal ist seine linke Hand betroffen - wieder der juckende Ausschlag. Die Sache macht ihn fertig und schlägt ihm jetzt auf sein so sonniges Gemüt :(

Meine Frage: Kann Duhring auch nach Jahren auftreten? Oder durch Stress schlimmer bzw. ausgelöst werden? Ich hoffe für ihn, dass es nicht Duhring ist :( , sondern vielleicht eine Histaminunverträglichkeit oder sein Immunsystem derzeit etwas verrückt spielt. Er wird sich um einen Termin bei einem Spezialisten bemühen - auf einen ärztemarathon hat er natürlich keine Lust (was verständlich ist - wir haben einige hinter uns).

Zur Info: Er ist streng glutenfrei und ich auch :) Seine jahrelange Erfahrung hat ihm schon viel beigebracht und wir verbrechen uns derzeit auch den Kopf, ob er sich irgendwo langfristig Glutenspuren ausgesetzt haben könnte, die diese Reaktion auslöst.

Vielen Dank für Eure Zeit - entschuldigt bitte diesen langen ersten Beitrag :oops:

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Re: Duhring nach Jahren?

Beitragvon moni130 » 08 Jan 2019 17:45:40

Hallo Jessi,

willkommen hier im Forum. Zu Duhring kann ich nicht viel sagen. Aber dass der "Ausbruch" während eines Urlaubs am und im Meer aufgetreten ist, das erinnert mich daran, dass auch Jod bei M.Duhring eine Rolle spielt.

Auch wenn ich kein besonderer "Freund" der DZG bin, solltet Ihr in diesem Fall Euch dort Rat holen, wo ein Duhring-erfahrener Arzt zu finden ist. Das dürften nämlich ziemlich seltene Exemplare sein, die man nicht an jeder Ecke findet.

Alles Gute,
Monika
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Re: Duhring nach Jahren?

Beitragvon Cefix » 08 Jan 2019 22:35:09

hallo und willkommen,

Jod spielt in der Tat bei Duhring eine Rolle.

Wenn Ihr aus Süddeutschland seid, wird Euch Jo sicher empfehlen, Euch mit Dr. Sárdy in Verbindung zu setzen, der an der Uniklinik in München ein Spezialist u.a. für Duhring ist, aber dort selten aber regelmässig zu erreichen ist, 1-2 Tage im Monat meine ich.
Ansonsten kann Frau Dr. Baas von der DZG sicher von Dr. Rose aus Flensburg, als Spezialist für Duhring Mitglied im wissenschaftlichen Beirat der DZG, Kliniken mit Erfahrung bei der Duhring-Diagnose erfragen. Mir hatte er im Zuge meiner Diagnose die Uniklinik in Wuppertal empfohlen, er kannte die (damalige?) Oberärztin Dr. Hofmann persönlich.

Bei mir kam der Upgrade auf Duhring auch erst 2-3 Jahre nach der Zöliakie-Diagnose. Erschwert durch die glutenfreie Ernährung, und nicht absolut eindeutig. Allerdings unter noch strengerer Vermeidung von Spuren (z.B. kein "glutenfreies" Bier wie Lammsbräu)und der Vermeidung von Jod geht es der Haut deutlich besser, es tritt nur sehr selten am Rücken etwas auf, und das, wenn die Vermutung auf eine Glutenisierung nahe liegt.

Viel Erfolg bei der Diagnosestellung!

JessiB
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Re: Duhring nach Jahren?

Beitragvon JessiB » 09 Jan 2019 10:05:00

Hallo Monika, Hallo Ceefix,

Vielen lieben Dank für Eure hilfreichen Antworten. Er laboriert schon einige Zeit mit seiner Haut - der Ausschlag trat sonst immer im Gesicht auf. Die Besuche beim Arzt, um sich überweisen zu lassen, wurden immer wieder aufgeschoben :roll:
Nur sind die Ausbrüche jetzt heftiger und treten an anderen Stellen auf, was ihn auch deprimiert. Er wird sich jetzt auf jeden Fall kümmern. In Dänemark schoben wir es auf das Waschmittel im Hotel, als sein Gesicht richtig schlimm wurde. In Frankreich auf die Anchovy, die er aus Versehen aß (und nicht verträgt)….
Wir Leben derzeit nicht in Deutschland, aber ich werde ihn darauf hinweisen, sich um einen Spezialisten zu kümmern, der sich mit Duhring auskennt. Mein Freund wird sich dahingehend auch nicht abwimmeln lassen. Trotzdem danke für den Hinweis, Ceefix :)

Ich werde ihm auch auf den Zusammenhang mit Iod hinweisen. Davon hatte ich gelesen und vielleicht wird es etwas Linderung verschaffen, wenn er mal versucht, Nahrungsmittel mit Iod zu verringern oder erstmal abzusetzen.


Wie gesagt, er hatte zuvor keine Hautprobleme. Diese Entwicklung ist etwas neues.

Ich halte Euch auf dem laufenden.

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Re: Duhring nach Jahren?

Beitragvon JessiB » 15 Jan 2019 14:52:00

Hallo,
Ein kurzes Update :)
Mein Freund war bei einem Hautarzt auf der dermatologischen Station des Krankenhauses vorstellig. Der Arzt verschrieb eine starke Kortisonsalbe und Medikamente (Immunosuppressiva). So wurde bei mir vor Jahren meine Neurodermitis behandelt, als die ganz schlimm wurde.
Die Behandlung schlägt sehr gut an, innerhalb von ein/zwei Tagen ging der Ausschlag zurück und er konnte seine Hand wieder benutzen. Der Arzt wollte diesen akuten Schub behandeln (meinem Freund ging es sowohl psychisch als auch physisch nicht so gut), um dann weitere Tests einzuleiten. d.h. er wird auf Duhring getestet. Ich habe schon mal vorsichtshalber beim Kochen von Meersalz auf Kochsalz umgesattelt, damit ich nicht irgendetwas provoziere.
Ich hatte ja gesagt, ich würde Euch auf dem laufenden halten. Vielleicht wird es dem einen oder anderen weiterhelfen.
:)


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