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Niederlande: Verpflegung auf Radtour?

Fragen, Tipps, Reiseberichte und Adressen zu glutenfreien Hotels, Pensionen, Restaurants usw.

Moderator: SierraHotel

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moni130
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Niederlande: Verpflegung auf Radtour?

Beitragvon moni130 » 28 Jan 2019 13:08:59

Hallo Leute,

jetzt hoffe ich mal auf Eure Vorschläge. Ich habe vor, Anfang April eine Radtour rund um das Ijsselmeer zu unternehmen. Frühstück ist kein Problem, das kriege ich hin. Aber dann bin ich etliche Stunden unterwegs und wäre es ganz angenehm, wenn ich wüsste, welche Gerichte der klassischen holländischen Küche von Natur aus glutenfrei sind und daher auch in ländlicher Umgebung zu bekommen sind. Ich lege überhaupt keinen Wert auf spezielle glutenfreie Produkte, die, wie ich weiß, reichlich in Supermärkten zu kaufen sind. Ich mag viel lieber Gemüse, Käse, Eier, Hering, Kartoffeln usw.

Da ich die niederländische Sprache nicht beherrsche, wäre es cool, wenn ich von echten Kennern Tipps bekommen könnte, an was ich mich da halten kann. Für mich ist es eine Frage der Höflichkeit, wenigstens ein paar wichtige Begriffe in der Sprache des jeweiligen Gastlandes zu kennen und mich nicht ausschließlich auf die Fremdsprachenkenntnisse der Gastgeber zu verlassen.

Falls jemand mit Zöli-Hintergrund in der Gegend Übernachtungsmöglichkeiten für Radler anbietet (z.B. bei Vrienden op de Fiets), lasst es mich bitte wissen. Ebenso, falls jemand mitradeln möchte.

Monika
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Re: Niederlande: Verpflegung auf Radtour?

Beitragvon isdameldrin » 29 Jan 2019 16:09:52

Hallo Moni,

speziell zum Ijsselmeer kann ich leider keine Tipps geben.
Wir verbringen seit Jahren unsere Urlaube im Süden des Landes, Zeeland bis Südholland, ebenfalls sehr ländlich mit vielen Naturschutzgebieten. Die romantische Vorstellung von Ursprünglichkeit und Natürlichkeit in der Küche existiert in den Niederlanden nicht mehr wirklich. Man bemüht sich in den Restaurants mittlerweile wieder regional und saisonal frisch zu kochen. Aber es gibt unglaublich viel vorgefertigte Produkte in den Supermärkten, und selbst in ländlichen Gebieten sind natürlich Strom und Tiefkühlung vorhanden. Auch Convenience-Produkte für Restaurants werden ganz selbstverständlich eingesetzt. Beilagen wie Bratkartoffeln oder Kartoffelgratin sind fast überall baugleich und austauschbar.
Die klassische holländische Küche ist eigentlich sehr mehllastig. Typisch sind Appeltaart (meist aufgetaut), Pannenkoeken und Poffertjes (oft Fertigbackmischung). Zum Lunch üblich sind Uitsmijter (strammer Max), überbackener Toast oder einfach Sandwich. Glutenfrei möglich sind evtl. die allgegenwärtige Tomatensuppe, natürlich ohne Brot, oder ein Maaltijdsalad. Die Salate, die ich bisher gegessen habe waren sehr gehaltvoll, entweder mit Käse, Nüssen, Obst, Fleisch oder auch mit Fisch und Meeresfrüchten.
Eine saubere Pfanne, Spiegeleier und Schinken wären vielleicht verhandelbar, also Uitsmijter ohne Brot.
Etwas nicht typisch holländisches, aber aufgrund der Kolonien im Land verbreitet und häufig angeboten, ist Sate mit Reis, Fleischspieße mit Erdnusssoße, meist gf und natürlich als Fertigprodukt.
Typisch für niederländische Imbissbuden sind Pommes, Frikandel und alle möglichen panierten und frittierten Kroketten, Bitterballen, Kaassouffle, Bami, Nasi … alles mit undefinierbarer Füllung. Die übliche Majo in den Niederlanden ist von Remia, seit 2015 gf. Dort wo viele Touristen sind hat man hin und wieder die Möglichkeit gf Frikandel zu bekommen, oder es gibt eine extra Fritteuse für die Pommes, dafür danke ich den Vegetariern und Veganern. Während unseres ersten Urlaubs dachte ich, es wäre möglich ein gf Grillhähnchen zu bekommen. Aber die Hühner sind einzeln in Plastikbeuteln mit Glibber-Marinade eingeschweißt und kommen in die Mikrowelle.
Wir haben als Selbstversorger urlaubsbedingt spät gefrühstückt. Für Ausflüge hatte ich Obst, Nüsse und für eine eventuelle Kaffeepause gf Kekse dabei. Abends wurde selbst gekocht, gegrillt oder im Restaurant mit gf Speisekarte gegessen.
Matjes, Räucherfisch und gekochte Miesmuscheln sind das einzige was mir typisch niederländisch und glutenfrei bekannt ist. Matjes-Saison ist aber erst ab Juni.
Wir waren bisher nur im Spätsommer dort, also zur Haupterntezeit. Im mir bekannten Teil des Landes werden von den Einheimischen, die im Überfluss geerntet haben, manchmal am Gartentor Obst und Gemüse in Selbstbedienung verkauft. Es stehen dort Körbe mit den Waren und Preisangaben und eine Geldbox. Am Wegrand findet man zu der Zeit Brombeeren und sehr viel Sanddorn. In einigen Orten stehen auch Birnbäume und Esskastanien als Straßenbäume. Allerdings gibt es im April wohl nicht wirklich viel zu ernten.
Ich persönlich würde mich sicherheitshalber auf Produkte mit Zutatenlisten aus den Supermärkten verlassen. In den Niederlanden werden sehr viele ToGo-Produkte (Salate, Tapas …) angeboten.
Wichtige Vokabeln zum Lesen der Zutatenlisten:
glutenhaltiges Getreide (glutenbevattende granen), Weizen (tarwe), Roggen (rogge), Gerste (Gerst), Dinkel (spelt), Hafer (haver) und glutenfreie Weizenstärke (glutenvrij tarwezetmeel).

Gruß
Delia

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Re: Niederlande: Verpflegung auf Radtour?

Beitragvon moni130 » 29 Jan 2019 22:08:38

Hallo Delia,

herzlichen Dank für Deine Infos. Das hat mir jetzt gezeigt, dass ich die Lage doch schon so etwa realistisch eingeschätzt habe - und mich überraschen lassen muss, was ich bekommen kann, ohne mich mit süßem Zeug vollzustopfen. Den Hinweis auf Maaltijdsalad werde ich auf jeden Fall in meine "Speisekarte" aufnehmen. Uitsmijter auf Bratkartoffeln statt Brot wird es wohl gelegentlich auch geben. Ich hoffe auch auf Fisch, der noch keine Bekanntschaft mit glutenhaltiger Panade gemacht hat.

Da ich ja jeden Tag an einem anderen Ort übernachte und nicht viel Lebensmittel mitschleppen will, hilft es mir sehr, dass ich nun eine Vorstellung davon habe, wonach ich schauen muss.

Viele Grüße
Monika
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