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Neuling brauch Gewissheit

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Neuling brauch Gewissheit

Beitragvon ChronicalComplex » 10 Mai 2019 12:20:53

Hallo miteinander!

Ich bin 26 Jahre alt, männlich und habe vor zwei Wochen die Diagnose Sprue im 3-4 Stadium erhalten.

Zu meiner Person. Ich bin seit 22 Jahren Typ 1 Diabetiker, leide unter zirkumskripter Sklerodermie und letztes Jahr wurde außerdem anhand einer Stuhlprobe die Diagnose exokrine Pankreasinsuffizienz gestellt. Und vor zwei Wochen jetzt auch noch die Diagnose Zöliakie. Komplexes Gesamtpaket, hm? ;)

Seit zwei Wochen ernähre ich mich komplett glutenfrei. Allerdings sind bis auf den Durchfall und die aufgeblähten Bäuche alle anderen Symptome bisher nicht verschwunden bzw. haben sich nicht deutlich verbessert. Die Gelenkschmerzen haben sich sogar eher noch verschlimmert. Ganz besonders ausgeprägt ist der Schmerz in den Fingern direkt nach dem Aufwachen. Außerdem schießen meine Blutzuckerwerte rasant in die Höhe, obwohl an den BE Zahlen nicht viel verändert wurde. Nur eben umgestellt auf glutenfrei ...

Bei mir waren ,,nur“ die Gliadin AK IgG Werte mit 172 erhöht, Transglutaminase und IgA war normal. Vor der Magenspiegelung meinte der Gastrologe noch recht optimistisch zu mir, dass eine Zöliakie bei normalen Transglutaminasewerten eher unwahrscheinlich sei. Aber anscheinend habe ich es nun doch, laut der Ergebnisse der Magenspiegelung. Das Ergebnis riss mir ziemlich den Boden unter den Füßen weg, wie wohl auch den meisten anderen hier...


Nun meine eigentliche Frage:
Hat möglicherweise jemand eine andere Idee, was ansonsten die Ursache für die kaputten Darmzotten sein könnte? Kämen hier noch andere Möglichkeiten infrage? Was sollte zusätzlich überprüft werden, was ich meinem Hausarzt vorschlagen könnte? Möglicherweise gäbe es ja eine Alternative, welche unter den besten Umständen wieder abheilen bzw behandelt werden könnte, ohne komplette Ernährungsumstellung.
Ich will nichts verdrängen oder leugnen, was unter Gewissheit bewiesen werden kann, jedoch trotz allem alle anderen Möglichkeiten ausschließen...


Leider macht jener Gastrologe keine Sprechstunden, sondern führt nur direkte Untersuchungen durch.

Ich danke im Voraus für mögliche Antworten! :-)

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moni130
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Re: Neuling brauch Gewissheit

Beitragvon moni130 » 10 Mai 2019 15:04:07

Hallo,

die deutlich erhöhten Gliadin-AK sprechen eine eindeutige Sprache. Bestimmt werden ja, auch wenn meist nur von Gliadin-AK die Rede ist, seit einigen Jahren nur noch die AK gegen deamidierte Gliadin-Peptide und die gibt es nur bei Zöliakie.

Dass sich Durchfall und aufgeblähter Bauch schon nach nur zwei Wochen glutenfreier Ernährung deutlich gebessert haben, ist doch auch ein klares Zeichen. Mehr darfst Du allerdings nach so kurzer Zeit wirklich nicht erwarten.

BE beibehalten und nur durch glutenfreie Produkte ersetzt - das muss ja nahezu zwangsläufig schief gehen. Glutenfreie Diätprodukte sind immens stärkelastig, d.h. liefern ultraschnell zu Zucker umgewandelte Kohlehydrate, während bei normalem Brot mehr Ballaststoffe und auch Eiweiß enthalten sind, so dass die Verfügbarkeit der KH doch etwas langsamer vor sich gehen dürfte. Eine geschicktere Auswahl der Kohlehydratquellen würde Dir sicherlich helfen, den Zuckerspiegel etwas ausgeglichener zu halten.

Das sind jetzt nur Ansätze aus einer nur bescheiden informierten Laiensicht. Du brauchst auf jeden Fall eine sehr, sehr gute, professionelle Ernährungsberatung. Eine Einweisung in eine spezielle Diabetesklinik zur Neueinstellung wird Dein Arzt sicherlich befürworten. Aus Bad Mergentheim habe ich bisher nur Gutes gehört - und an dem Ort mit dem Kurpark und der schönen Umgebung im Taubertal kann man es auch gut aushalten.

Alles Gute,
Monika
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Re: Neuling brauch Gewissheit

Beitragvon ChronicalComplex » 10 Mai 2019 22:13:43

Hallo Monika,

danke für die schnelle Antwort und die Idee mit der Ernährungstherapie!
Werde ich definitiv die Tage mal beim Arzt ansprechen.

Beste Grüße!

Die.L
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Re: Neuling brauch Gewissheit

Beitragvon Die.L » 11 Mai 2019 21:28:30

Moin,
ja, leider trifft es viele Typ-1-Diabetiker irgendwann...
Ich sehe nichts, was mich an der Diagnose wirklich zweifeln ließe (nach Spiegelung „Stadium 3-4“, ich nehme an, es ist die Marsh-Klassifikation gemeint).
Halte Dich erstmal an die Dir bekannten, für Dich gut kalkulierbaren Kohlenhydrate wie Reis, Kartoffeln, Mais, Hülsenfrüchte, vielleicht Hirse... die KH aus Milchprodukten...
Das alt bekannte Motto: „In der Not schmeckt die Wurst auch ohne Brot“ hilft Dir vielleicht auch weiter.
Ein paar Kartoffelscheiben (aus gekochten Kartoffeln, übrig vom letzten Mittagessen) mit Käse in der Microwelle überbacken geht genauso schnell, wie ein Brot zu schmieren und hat eine ähnliche Makronährstoffbilanz wie ein Käsebrot. Und Du weißt, wie Dein BZ reagiert.
Schöne Grüße von Heike!
Mit Tochter aus 02/2004 (Zöliakie diagnostiziert seit 10/2013)
Für mich seit 06/2017 Diagnose antikörpernegative Zöliakie


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