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Glutensensitivität und Milchunverträglichkeit

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Glutensensitivität und Milchunverträglichkeit

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GabyB.
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Glutensensitivität und Milchunverträglichkeit

Beitragvon GabyB. » 26 Feb 2018 12:14:02

Hallo zusammen,
nachdem ich jetzt bei Euch angemeldet habe möchte ich mich kurz vorstellen:
ich gehöre zur "Ü-50-Gruppe" und habe schon seit Jahrzehnten Probleme mit dem Magen-Darm-Trakt...seit 2 Jahren weiß ich jetzt dass ich eine Glutensensitivität habe.
Ich habe schon die Jahre davor alle möglichen Untersuchungen über mich ergehen lassen und am Ende kam dann nichts anderes bei raus als "psychische Ursachen" oder "Reizdarm-Syndrom". Erst eine Heilpraktikerin vermutete eine Weizenunverträglichkeit (und Milchunverträglichkeit). Ich habe dann angefangen mein Brot selber zu backen - aus Dinkel. Das ging ein paar Wochen ganz gut.... dann gingen die Beschwerden (Blähbauch, Übelkeit, Koliken im Bauch und Durchfall) wieder los. Nachdem ich dann bei einem Geburtstag ein Stück Sahnetorte gegessen habe bekam ich derartige Bauchschmerzen dass ich mich selber ins Krankenhaus "eingewiesen" habe. In der Notaufnahme wurde ich stundenlang untersucht: erst waren die Schmerzen im Oberbauch (samt Übelkeit), dann verlagerten sich die Schmerzen in den linken Unterbauch... Nachdem dann ein ausführlicher Ultraschall gemacht wurde sagte der Arzt zu mir "sie haben einen total aufgeblähten Darm, kurz vorm Platzen. Kann es sein dass Sie eine Unverträglichkeit auf irgendwelche Lebensmittel haben? Haben Sie sich schon einmal auf Zöliakie untersuchen lassen???"
Nein, hatte ich nicht.... Ich habe dann die notwendige Magen-und Darmspiegelung
machen lassen (keine Zöliakie!) und auch die entsprechenden Bluttests (auch kein Hinweis auf Zöliakie). Mein damaliger Gastroenterologe und auch meine Hausärztin waren/sind der Meinung Glutensensitivität wäre ein "Mode-Trend" und ich solle mich mal nicht so anstellen... Ich habe mich dann mit diesem Thema auf eigene Faust beschäftigt, ernähre mich seither glutenfrei und nehme nur Produkte aus Ziegen/Schaf/Büffelmilch zu mir..... und mir geht es super damit!
Trotzdem möchte ich mich hier im Forum vorallem noch zum Thema Ernährung (mein Mann findet unsere Ernährung sehr "eingeengt") und Essen im Urlaub informieren.
... und ich hoffe natürlich dass ich auch als "nicht-richtiger-Zöliakie-Kranker" hier willkommen bin....

Liebe Grüße Gaby

*Jo*
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Re: Glutensensitivität und Milchunverträglichkeit

Beitragvon *Jo* » 28 Feb 2018 09:27:06

Hallo Gaby,

natürlich bist du ihr herzlich willkommen, egal ob mit oder ohne Diagnose!

Reizdarm, ist eine Ausschlussdiagnose, bevor man die stellt müssen alle anderen Ursachen ausgeschlossen werden, also den Schuh hättest du dir nie anziehen müssen. Es gibt sehr viele hier, die schon mit den vermeindlich psychischen Ursachen konfrontiert wurden. Mein persönlicher Eindruck ist, immer dann wenn ein Arzt nicht weiter weiß, oder eine weitere Abklärung teure Untersuchungen nach sich ziehen würde, muss die Psyche herhalten. Und das prekäre an der Situation ist, dass wenn man jahrelang mit ungelösten körperlichen Symptomen umherläuft, sein Leben damit doch noch irgendwie meistert, eine Ärzteodysee hinter sich hat, die eigentliche Erkrankung auch psychische Komponenten hat ... ja das schlägt sich auf die Psyche durch, meiner Meinung nach ist da die Frage nach der Henne und dem Ei sehr berechtigt. So manche Depression ist mit dem Einhalten der glutenfreien Ernährung einfach verschwunden.

Als bei dir letzendlich die Untersuchung auf Zölialkie durchgeführt wurde, inwieweit war zu diesem Zeitpunkt eine normale Glutenbelastung noch gegeben? Dafür wäre das Öquivalent von ca. 4 Scheiben Brot notwendig.
So ein Fehler mit Sahnetorte kann zwar erhebliche Probleme auslösen, evtl. auch nur die Laktose, allerdings genügt das nicht, wenn über einen längeren Zeitraum der Darm mit zu wenig Gluten belastet wurde, um die nachweisbaren Reaktionen auszulösen.
Wie genau wurde biopsiert? Ein Kriterium ist, es sollten 5-6 Proben an verschiedenen Stellen genommen werden. Auch dann kann im Labor noch was schief gehen. Es gibt nicht wenige hier, die ihre Diagnose erst im zweiten oder dritten Anlauf bekommen haben und einige, zu denen gehöre auch ich (ich habe heute die Diagnose über die Hautform Morbus Duhring), haben sich auch dagegen entschieden nochmal mit Gluten zu belasten, um eine eindeutige Diagnose zu erhalten.

Ich will dir nicht einreden, dass du die Diagnostik nochmal angehen sollst, ich habe den Eindruck, dass du dich gut mit der Situation arrangiert hast, das Problem wohl eher dein Mann ist.
Vielleicht kann Kokosmilch bzw. Reis und Mandel-"milch" zusätzliche Abwechslung bringen?
Ansonsten viel selber machen neue Gerichte auch mal raffinierter ausprobieren. Ich mache grade Experimente mit Sous-vide garen. Aufstriche auf's Brot selber machen, Fetakäse mit Gewürzen dazu schmeckt echt lecker.
Ich habe 3 Männer zu Hause, die haben sich noch nicht beschwert!
Auch mal in der Buchhandlung nach entsprechenden Kochbüchern suchen. Es gibt in der Zwischenzeit sehr viel auf dem Markt. Wenn du magst, kann ich dir konkret auch ein paar nennen.
Restaurants und Urlaubstipps kann ich dir nicht geben, für mich geht "fremdessen" so gut wie gar nicht. Wir suchen uns ein Feriendomizil mit gut ausgestatteter Küche, putzen die gut durch, bringen verschieden Sachen selbst mit und kaufen dann regional ein.
Aber andere können dir da sicherlich Tipps geben.

Viele Grüße Jo

GabyB.
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Re: Glutensensitivität und Milchunverträglichkeit

Beitragvon GabyB. » 05 Mär 2018 12:14:17

Hallo Jo,
vielen Dank für Deine Antwort..... ich lese sie mir die nächsten Tage mal genau durch - habe den Influenza B Virus eingefangen... irgendwie schlägt der auch aufs Gehirn :?
Grüße Gaby


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