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frisch diagnostiziert, leicht verwirrt

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frisch diagnostiziert, leicht verwirrt

Beitragvon Black-cat » 04 Sep 2017 20:34:54

Hallo!

Ich habe schon ein paar mal versucht.mich hier anzumelden. Bin ich froh! Heute hat es geklappt.
meine "Diagnose" ist ziemlich frisch. Seit... ewig!... habe ich mit Migräne und Depression zu kämpfen, Heuschnupfen und Allergien plagen mich 12 monate im Jahr, seit über 4 jahren bin ich dauermüde, übellaunig und praktisch nur krank.
Meine Hausärztin hat mir paar mal Blut abgenommen aber nicht wirklich was gefunden...

eine neue Freundin lud mich in ihre Praxis ein um ein ganz grosses Blutbild zu machen, dabei stellte sie fest, dass meine Transglutaminase und Gliadin werte stark erhöht sind. Paar tage später konnte ich schon zur ÖGDSkopie - das war vor 2 Wochen. In ein paar Tagen gehe ich wieder in die Praxis und wir schauen die Biopsie Ergebnisse an.

seit 2 wochen bin ich gluten-frei und fühle mich echt hilflos verwirrt mit der info im Netz.
Hoffe dass ich hier paar fragen klären und sicherer werdeb kann.

Zu mir - ich bin mitte 30 und lebe mit Mann und Kindern in Suedhessen.

liebe grüße
BC
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Re: frisch diagnostiziert, leicht verwirrt

Beitragvon *Jo* » 05 Sep 2017 09:36:29

Hallo BC,

dann kann man dir nur die Daumen drücken, das die Biopsieergebnisse eindeutig sind. Das ist dann immer die einfachste Situation.

Schau mal hier unter Basiswissen, da findest du sehr viel Info. Gib in die Suche Kontaminationen ein. Da findest du dann auch sehr viele Dinge, die man bei glutenfreier Ernährung beachten muss. Ich habe in meiner Anfangszeit ganz viel hier rumgelesen. Das sind zum Teil ganz alte Threads, aber die Information ist immer noch aktuell.

Ihr, als Familie werdet euch entscheiden müssen, wie ihr es in der Küche handhabt. Auch da gibt es unterschiedliche Ansätze. Was mir in der Anfangszeit sehr geholfen hat war das Buch "Vielfältig genießen bei Zölialkie" von Inken Hagestedt und Dr. Stephanie Freudner-Hagestedt. In diesem Buch gibt es neben anderen Infos zur glutenfreien Ernährung eine Seite auf der erklärt ist, auf was in einer gemischten Küche (gh/gf) zu achten ist. Das habe ich damals meinen Männern als Einstiegsinfo gezeigt. Das war eine gute Basis, die wir dann so nach und nach an unsere Gegebenheiten angepasst haben.

Frag einfach wenn dir was unklar ist,

Grüße Jo

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Re: frisch diagnostiziert, leicht verwirrt

Beitragvon Black-cat » 07 Sep 2017 09:58:23

Danke Jo für deine Antwort! Kam noch nicht dazu aber da werde ich mich mal durchlesen!
Biopsy ergab eine 3b nach marsh. Viel schlimmer habe ich es auch nicht erwartet da ich seit jahren unsere Ernährung zuhause getreidearm gestalte. Aber immerhin ist es eindeutig.

Nach dem Buch werd ich auch schauen. Um kochen usw mach ich mir weniger sorgen. Ich bin auch recht diszipliniert das ist alles i.o.
aber da es penibel sein muss :( ohje.. aber gut mit deinen 2 Tips hab ich mich sicherlich gleich durchgelesen.

Wie ist das nun mit anderen "amtsgängen" - ist eine Ernährungsberatung ein must? Bringt das deutlich mehr Sicherheit?
Habe mit der kks telefoniert (und eine echt unfreundliche dame dran gehabt) das scheint mir alles bürokratisch und v.a. langwierig bis man Beratung bekommen kann.

Lg BC
Liebe Grüße BC

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Re: frisch diagnostiziert, leicht verwirrt

Beitragvon *Jo* » 08 Sep 2017 17:08:52

Hallo BC,

die Ernährungsberatung kann gut sein und sollte zumindest einmal von der Krankenkasse übernommen werden. Die Qualität dieser Beratung läst aber oft zu wünschen übrig. Meine KK hat selbst eine Ernährungsberatin, allerdings wusste ich nach dem Lesen von "Glutenfrei für Dummies" mehr als sie. Das was ich weiß habe ich am hier gelernt und durch Bücher. Also ich hätte drauf verzichten können.

Ja, es muss penibel sein. Wir haben in der Zwischenzeit die Regelung so, dass bei uns glutenfrei die Regel ist und glutenhaltig die Ausnahme. Es gibt ein Fach in der Küche, wo mein Mann sein Brot usw. aufbewahrt, schneiden darf er es nicht dort, dafür hat er seinen eigenen Platz beim Esstisch. So kann ich in meiner Küche wieder ganz normal kochen ohne Angst vor Krümeln zu haben und gekocht wird für alle glutenfrei. Meine Küche ist nicht sauberer als andere Küchen der Dreck ist nur glutenfrei. ;-)
Das war für uns einfach die Lösung stressfrei und sicher zu kochen. Bei uns gibt es aber bis auf Nudeln relativ wenig gekaufte Diätprodukte, also die Kosten halten sich in Grenzen.

Grüße Jo

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Re: frisch diagnostiziert, leicht verwirrt

Beitragvon Black-cat » 11 Sep 2017 13:46:08

ja, sowas kann einem immer passieren... meine kks hat definitiv keine ernährungsberatung, die kann ich mir fast komplett selbst aussuchen. werde da auch geziehlt fragen.

meine arztfreundin meinte ich solle halt auch aufpassen wegen dem zuckerlevel, nicht, dass ich eine diabetes riskiere weil ich getreide womöglich durch viele ähnliche kohlenhydrate ersetze. (ich denke zwar, dass ich das hinbekomme - aber sich da fachlich mit jemandem auszutauschen kann ja nicht schaden.)

Danke für deine Tips Jo! ja so in etwa versuche ich es auch zu handhaben. wir haben jetzt kleine Bretter für "alles" und meine GF-Butter hochgestellt, das No-Go Brot ist in einer Klickbox - wird einmal geschnitten und landet von da direkt auf einem Teller. Das half schon sehr!

Bei mir müssen sie zwangsläufig auch alle mitziehen! ich backe zwar noch Brot für den Teil der Familie der es verträgt (dann aber 1X 3 kg und es wird eingefrohren) und mache sicherlich auch mal wieder Spätzle oder einen Pack Nudeln für sie. Aber ganz generell bleibt es gf für alle! ... sonst werde ich ja noch wahnsinnig!

In 2 Wochen bekomme ich die Ergebnisse von meiner Großen... mal sehen
Liebe Grüße BC

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Re: frisch diagnostiziert, leicht verwirrt

Beitragvon *Jo* » 12 Sep 2017 08:23:11

Hallo BC,

ich habe auch anfangs noch glutenhaltig gebacken, für Besuch ... . Ich hatte aber sehr schnell keine Lust mehr nach solchen Aktionen komplett die Küche wieder zu putzen. Der Mehlstaub ist dann überall.
Selbst Couscous habe ich verbannt, weil die Kügelchen dann überall rumrollten.
Alles was meine Männer an glutenhaltigen Dingen essen wollen, müssen sie sich kaufen.
Wenn ich z.B. Hirsefocaccia backe essen das alle gerne.

Du brauchst definitiv jetzt keine Angst vor Diabetes zu haben. Das was deine Ärztin in dem Fall sagt, gilt für viele glutenfreie Ersatzprodukte. Allerdings habe ich den Eindruck, dass du gewohnt bist, viel selbst zu machen. Wenn du da natürlich glutenfreie Produkte nimmst, Kartoffeln Reis, Gemüse Obst, Eier, Milch
(evtl. lactosefrei) ... kannst du dich genauso ausgewogen ernähren wie vorher auch.
Die Ernährungsberaterin hatte mir da nur die übliche Pyramide gezeigt, und angepriesen, dass man jetzt ja auch Haferflocken essen darf, was ich unbedingt tun sollte. Von den Einschränkungen diesbezüglich hatte sie keine Ahnung. ( Lass bitte zumindest anfangs die Finger von Haferflocken und teste sie evtl. erst später). Also erwarte da nicht zuviel. In der Ausbildung der Ernährungsberater ist Gluten nur ein Randthema, du musst Glück oder einen guten Tipp haben, wenn du da jemanden findest, der sich auskennt.

Man kann auch glutenfreie Spätzle machen, Gnocci geht ganz genauso. Du wirst dich einfuchsen, da bin ich ganz sicher. Alle in unserer Familie mögen die Barilla Nudeln, auch da koche ich nicht mehr getrennt.

Ich drück die Daumen für deine Tochter, dass es zumindest eine klare Diagnose ist.

Grüße Jo

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Re: frisch diagnostiziert, leicht verwirrt

Beitragvon Black-cat » 12 Sep 2017 10:14:35

Danke liebe Jo!

Ja mein Mann sagte gestern auch - "dann werden wir alle gf wo ist das Problem! "
Gnocchi hab ich vor kurzem auch gemacht mit Süßkartoffeln und reismehl waren so toll!

Ich glaub auch dass sie das im Hinblick auf ersatzprodukte gesagt hat. Vielleicht noch wegen Maismehl.. aber eben. Ich mache ohnehin schon vieles selbst und dann liegt es ja an mir was ich verwende.

Grüße Bc
Liebe Grüße BC

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Re: frisch diagnostiziert, leicht verwirrt

Beitragvon Hope88 » 12 Sep 2017 11:16:22

Du wirst merken, dass es dir mit der Ernährungsumstellung schnell besser gehen wird.

Anfangs habe ich die Kontamination auch unterschätzt und auch Produkte mit möglichen Spuren konsumiert. Muss eben jeder selbst entscheiden (hier im Forum gibt es zu diesem Thema auch interessante Diskussionen). Inzwischen ist unser Haushalt komplett glutenfrei und mein Partner isst dann auf der Arbeit oder unterwegs glutenhaltig, damit er nicht komplett ohne lebt. Alles mit möglichen Spuren wird gemieden, weil ich äußerst empfindlich reagiere.

Ich habe mich damals in der Küche einmal komplett neu eingedeckt. Neue Schneidebretter, Kochlöffel, Pfannen etc. Gerade in Holz und Plastik können sich glutenhaltige Rückstände gebildet haben.
Eine Ernährungsberatung hatte ich auch, allerdings erst einige Tage nach der Diagnose. Im Grunde hab ich mich also selbst eingelesen, einzig praktisch war das Kochheftchen, da sind nette Rezepte drin.

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Re: frisch diagnostiziert, leicht verwirrt

Beitragvon moni130 » 12 Sep 2017 11:54:56

meine arztfreundin meinte ich solle halt auch aufpassen wegen dem zuckerlevel, nicht, dass ich eine diabetes riskiere weil ich getreide womöglich durch viele ähnliche kohlenhydrate ersetze.

Ob man gleich Diabetes riskiert, vermag ich nicht zu beurteilen. Ich kann nur sagen, dass ich seit über 30 Jahren meine seither immer grenzwertigen Zuckerwerte allein durch bewußt vorsichtigen Umgang mit Kohlehydraten in Schach halten kann.

Was jedoch absolut stimmt, das ist die Gefahr, dass die Ernährung zu kohlehydratlastig wird durch glutenfreie Ersatzprodukte, die fast alle ganz deutlich weniger Eiweißanteil haben, als die normalen glutenhaltigen. D.h. sie machen nicht anhaltend satt, sondern provozieren eher mal Heißhunger auf weitere Kohlehydrate. Ausnahme sind da z.B. aber gf Nudeln aus roten Linsen, Kichererbsen oder grünen Erbsen, die sehr einen hohen Eiweißgehalt haben. Kürzlich gab es sie bei Al*di Süd im Angebot - zu erschwinglichen Preisen. Natürlich gibt es auch andere Einkaufsquellen...
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Re: frisch diagnostiziert, leicht verwirrt

Beitragvon Black-cat » 17 Sep 2017 05:44:03

Danke euch beiden. Stück für Stück bin ich da dran. Denk auch dass ich da empfindlich bin.

unglaublich... mal davon abgesehen das man es gegessen hat und überlebt hat. Das man dann so heftig reagieren kann wenn man kontaminiert wird ist schon krass. Hätte ich nicht geglaubt!
Liebe Grüße BC


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