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Guten Abend aus dem Norden von PerleHH

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PerleHH
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Guten Abend aus dem Norden von PerleHH

Beitragvon PerleHH » 03 Jul 2017 20:47:39

Guten Abend,

nachdem ich hier ein paar Tage als Gast mitgelesen habe (vielen Dank für die tollen, praxistauglichen Tipps), möchte ich mich nun aktiv beteiligen.

Unsere Tochter (9) leidet seit mehreren Monaten immer mal wieder an Bauchschmerzen und Übelkeit. In den letzten Wochen quasi täglich... Unsere Kindeärtzin könnte mit so diffusen Beschwerden wenig anfangen, sie brauchte für eine genauere Diagnostik konkretere Hinweise.

So haben wir uns für eine Auslassdiät entschieden und erstmal die Laktose weggelassen. Das hat über drei Wochen nichts gebracht.
Seit einer Woche ernährt sie sich glutenfrei. Nach 24 Stunden deutliche Reduzierung der Bauchschmerzen, am nächsten Abend schon ohne abendliches Körnerkissen ins Bett!
Nach drei Tagen beschwerdefrei!

Am Samstag war sie bei einem Sommerfest und hat versehentlich Kuchen gegessen und prompt waren die Bauchschmerzen abends wieder da.

Die Kinderärztin möchte ihr jetzt übermorgen Blut abnehmen. Ich hoffe, ich kann die Frage hier loswerden und sie wurde noch nicht gestellt:

Reicht es für gesicherte Werte, wenn sie sich nur einen Tag vorher wieder glutenhaltig ernährt? Schließlich hat sie sich 8 Jahre lang glutenhaltig ernährt...

Ich danke für eure Meinungen und wünsche euch einen schönen Abend

PerleHH

Kerstin!
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Re: Guten Abend aus dem Norden von PerleHH

Beitragvon Kerstin! » 04 Jul 2017 17:00:46

Hallo und Willkommen bei uns!

Meines Wissens nach muss die Glutenbelastung deutlich länger bestehen als nur ein Tag. Habe das eben mal bei uns in die Suche gegeben und Beiträge gefunden, in denen eine Belastung von zwei bis drei Monaten gelesen. Am besten ist es, wenn du unsere Suchfunktion benutzt und vielleicht mal nach "Belastungsphase" o.ä. suchst.
Ich wünsche dir und deiner Tochter alles Gute!

Lieben Gruß,
Kerstin

PerleHH
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Re: Guten Abend aus dem Norden von PerleHH

Beitragvon PerleHH » 04 Jul 2017 19:37:56

Hallo Kerstin,

vielen Dank für die Rückmeldung.

Ich habe das etwas irreführend beschrieben. Siehst sich 8 Jahre gh ernährt und nur jetzt im Rahmen der Auslassdiät eine Woche gf.

Wenn etwas vorliegt, hoffe ich einfach mal, dass es eventuell etwas verfälscht, aber nachweisbar ist... Diese Auskunft habe ich heute telefonisch von der DZG erhalten.

Mal sehen, wann wir ein Ergebnis bekommen. Das Labor hat wegen G20 am Freitag (und eventuell auch Donnerstag) geschlossen!

Schönen Abend und dir auch alles Gute,
PerleHH

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moni130
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Re: Guten Abend aus dem Norden von PerleHH

Beitragvon moni130 » 09 Jul 2017 18:00:50

Hallo PerleHH,

da Du mich auch persönlich angeschrieben hast, will ich dir hier noch antworten, um dem mir entgegen gebrachten Vertrauen gerecht zu werden - und auch anderen, die vor einem ähnlichen Problem stehen, ein paar entscheidende Hinweise zu geben.

Auslassversuche kann man gut und gerne in Eigenregie unternehmen mit allen verdächtigen Stoffen AUSSER Gluten! Der Grund dafür ist einerseits, dass man damit die Voraussetzung für eine verlässliche Diagnose verschlechtert oder gar ganz aushebelt und andererseits sind die Reaktionen auf Gluten so unspezifisch, so individuell unterschiedlich und auch vom zeitlichen Rahmen her so total verschieden, dass es keine allgemein gültigen Hinweise für Reaktionen auf Gluten gibt. Das bedeutet, dass es für "Anfänger" so gut wie unmöglich ist, den Verlauf von Beschwerden mit der Aufnahme von Gluten in realistischen Zusammenhang zu bringen. Um das zu erläutern: Mir ist schon von einigen Betroffenen berichtet worden, die innerhalb von weniger als einer Stunde mit heftigen Symptomen reagieren und sich aufgrund ihrer langjährigen Erfahrung sicher sind, dass sie dabei auf Glutenpannen reagieren. Bei mir beginnt eine Kaskade von Beschwerden 8-12 Stunden nach einer Glutenpanne und hält dann ebenso viele Tage an. Was bei mir innerhalb einer Stunde (oder eines halben Tages) einsetzt, das sind Reaktionen auf Laktose, Fruchtzucker oder Sorbit oder auf noch andere (inzwischen klar identifizierte) Stoffe. Um das rauszufinden bzw. Beschwerden so sicher zuordnen zukönnen, habe ich Jahre gebraucht.

Dass bereits nach einem einzigen Tag ohne Gluten ein Kind eine deutliche Besserung seiner Beschwerden erlebt, würde ich daher primär nicht mit Zöliakie in Zusammenhang bringen. Aber es ist auf jeden Fall sehr gut, dass da jetzt genau nachgeschaut wird. Eine Woche glutenfreie Ernährung kann die entscheidenden IgA-Antikörper schon erheblich reduzieren, wobei die nach nur einem glutenhaltigen Tag auch nicht so schnell wieder ansteigen. Da die Situation aber nun mal so ist, wie sie ist, sollten unbedingt auch die IgG-Antikörper gegen deamidierte Gliadin-Peptide beachtet werden. Das sind übrigens die einzigen IgG-Antikörper, die diagnostisch von Bedeutung sind, während alle anderen IgG-Tests (auf Nahrungsmittel) nur rausgeschmissenes Geld sind. Deamidierte Gliadin-Peptide kommen nur im Zusammenhang mit Zöliakie vor, deshalb können diese IgG auch nur bei Zöliakie entwickelt werden und deshalb sind sie diagnostisch verwertbar.

Wenn sich die Situation in HH jetzt wieder entspannt hat, habt ihr ja alle Chancen, bei wirklich erfahrenen Kindergastroenterologen zu landen.

Alles Gute
Monika
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Immanuel Kant (1784): "Sapere aude – Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen."


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