Zöliakie Treff - glutenfrei durch den Alltag
Das Forum rund um Zöliakie (Diagnose und Behandlung | Glutenfreie Ernährung)

Wie war das eigentlich früher? - Seite 2

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Wie war das eigentlich früher?

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SierraHotel
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Beitragvon SierraHotel » 13 Feb 2008 22:38:29

Hallo Christina,
ich hätte auch gerne das Rezept vom Knäckebrot! Hast du uns vergessen?

Aber jetzt was ganz anderes...
Ich habe gerade gedacht, den Thread kann man doch eigentlich mal immer wieder mal ausgraben. Ich finde ihn auch für unsere "Neulinge" interessant, wie sich das Angebot für Zöliakiebetroffene verändert hat.
Wenn ich mir mal ansehe, was ich inzwischen alles an Spezialprodukten kaufen kann....
Liebe Grüße
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murkel
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Beitragvon murkel » 16 Feb 2008 18:01:05

Vielleicht alle Reste vom altes gf Brot zerbröseln, mit etwas Wasser vermischen, eine Teigrolle zaubern , in dünne Scheiben schneiden und im Ofen, bei sanften Temperaturen trocknen lassen.
So habe ich verfahren, um nicht's umkommen zulassen.
Wenn ich hatte, habe ich auch Sesam oder Leinsamen zugefügt.

Bin aber ganz ehrlich gesagt froh, das wir es heute nicht mehr nötig haben.
So ein reichhaltiges, vielfältiges Angebot was hier zu Lande gibt, da kann man wirklich nicht mehr meckern und es wird immer umfangreicher, da musste man in den 60iger Jahren doch schon erfinderischer sein, in allen Dingen.
,
Murkel

nati32
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Beitragvon nati32 » 16 Feb 2008 22:17:32

ich weis noch das meine mama für mich immer das mehl in der apotheke bestellte,naja vor 32 jahren gab es noch nicht so viele mehle ,und zöliakie war auch noch mehr ein fremndwort wie heute, :no_idea:
mensch so ein forum wie hier hätte sicher meiner mam einiges kopfzerbrechen erspart :?:

Ich weis noch das meine brüder und meine schwester immer hinter meinem brot her waren wenn es warm war :lol: ,aber kalt neeee das durfte(musste ich alleine esssen).
Naja bin trotzdem groß gerworden :rolling:
Ich finde es super das alles so ein fortschritt gemacht hat,auch wenn manches noch fehlt so finde ich das wir mittlerweile super gut leben können.

nati 32
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Nadl
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Beitragvon Nadl » 17 Feb 2008 15:19:11

Hallo zusammen,
ich selber bin nicht betroffen, kann aber von meinem Vater berichten, welcher seit 37 Jahren an Zöliakie erkrankt ist. Mein Vater hat jahrelang nur Maiswaffeln gegessen, ich sehe heute noch meine Mutter, wie sie alle zwei Tage am Waffeleisen steht.....
Heute mag er am Liebsten die Brote, welche NICHT nach Mais schmecken!!
Grüße von Nadl

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Beitragvon murkel » 17 Feb 2008 15:44:27

Das kann ich nachvollziehen!!!!!
Wir haben auch vieles aus Mais- oder Reismehl gemacht.
Am liebsten hat mir aber die Grütze geschmeckt, hört sich im ersten Moment scheußlich an, aber damals...Dieses gab es nur zu besonderen Anlässen und
wurde zunächst gekocht (aus Buchweizen und Kartoffeln mit versch. Gewürzen)abkühlen lassen und dann in der Pfanne gut angebraten, mit Zucker bestreut oder einfach so gegessen.
Ja das war eine Abwechslung in der gf Küche gewesen, manchmal, wenn ich noch einen Heishunger darauf verspüre, mache ich mir die Grütze.

LG Murkel

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Knäcke bzw. Zwieback aus altem gf Brot

Beitragvon Christina Asse » 21 Feb 2008 14:28:37

Hallo ,

entschuldigt, bei mir klappt das manchmal nicht mit dem Benachrichtifgen, deshalb hatte ich die Frage an mich nicht mitbekommen.

Also ich schneide vom Frischbrot (also Weißbrot oder Mischbrot) einfach Scheiben und toaste sie 2x oder backe sie im Öfchen, solange bis sie richtig trocken sind, und dann ist das ewig haltbar. Am besten dünne Scheiben, sonst könnte es sehr hart werden.

Zwieback wird ja auch so hergestellt: aus Teig und dann mehrmals gebacken, bis er trocken ist.

Ich pack die Dinger dann in Papiertüten.

Für den Urlaub als Notration sehr praktisch und leicht, aber auch als Schulbrot, wenn man auf das andere mal keinen Appetit hat...

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SierraHotel
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Beitragvon SierraHotel » 21 Feb 2008 23:06:24

Vielen Dank für die Idee Christina,
Für den Urlaub als Notration sehr praktisch und leicht, aber auch als Schulbrot, wenn man auf das andere mal keinen Appetit hat...
Vielleicht wär das als Notration für unseren glutenfreien Segeltörn nicht schlecht. Werde es mal ausprobieren- zur Not :überlegen: können wir immer noch Paniermehl für Schnitzel oder auch "Arme Ritter" daraus machen, falls es so keiner essen will. Oder man brockt es in seine Suppe ....
Mir hat ein früherer Weltumsegler mal erzählt, dass sie ihr Brot (im Ganzen) immer tagelang durchgetrocknet haben, dann am Vorabend wenn sie es essen wollten, in ein feuchtes Geschirrtuch gepackt und es dann morgens im Ganzen kurz aufgebacken haben. Soll dann wie frisch gebacken geschmeckt haben.
Viele Grüße
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Beitragvon Klaus » 22 Feb 2008 13:17:56

Früher ..

Ich bin Jahrgang 67 und meine Eltern haben die Diagnose 1975 bekommen, da war ich sieben. Ich erinnere mich hauptsächlich an das Mail-Waffelbrot von 3-Pauly, an Damin und an widerliche Nudeln. Und meine Eltern erzählten mal, dass sie eine Mitgliedsnummer unter 200 bei der DZG hatten und die ersten Liste damals noch mit Schreibmaschine geschrieben und vervielfältigt waren...

Das Internet hat vieles einfacher gemacht und besonders dieses Forum hier - vorher gab es noch eines auf unter www.zoeliakie.net, aber da war nicht soviel Aktivität wie hier.

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Beitragvon Photini » 22 Feb 2008 19:41:27

Hallo,

so eine schreibmaschinen geschriebenen Liste hatte ich auch einmal in den Händen. Die hatte eine aus unserer Gruppe dabei, die von Anfang an dabei war. Das waren bloß 1-2 Seiten.

Viele Grüße,
Photini

easy83
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Beitragvon easy83 » 29 Feb 2008 22:47:36

...also vor ca. 20 Jahren (esse seit 25 Jahren glutenfrei, also schon immer) konnte ich mir auch nur aus 1-2 Regalfächern im Reformhaus etwas aussuchen. edit ./. Haben immer viel selbst gebacken, vor allem Kuchen. Die ersten Nudeln, die es so gab sind auch meistens total zerfallen beim Kochen. Da hat man eher Reis oder Kartoffeln gegessen. An sich hab ich halt wenig Fastfood und Fertiggerichte gegessen. Dadurch, dass ich etwas aus dem "normalen" Sortiment raussuchen musste, was glutenfrei ist, habe ich immer auf die Zutaten geachtet und so auch gleich gesunde Lebensmittel ohne viele Zusatzstoffe gekauft. Diese vielen neuen Produkte, die in den letzten..vielleicht 5 Jahren auf dem Markt gekommen sind entwickeln sich irgendwie in eine ungesunde Fastfood-Richtung. (Nicht alle!) Also trotz großem glutenfrei-Zeichen mal auf die Zutaten gucken :wink:

Mod/H. :arrow: Produktnamen gem. Forenregel Nr. 6 entfernt

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Glutenfrei in der DDR

Beitragvon Miss Melody » 02 Aug 2008 13:15:57

1971: Bananen-Gutscheine! Mein Opa wurde irgendwann deshalb giftig von "Büro-Damen" angemacht. Da hat dieser liebenswürdige Mensch denen mal richtig die Meinung gegeigt. Diese Geschichte erzählte mein Opa mir öfter. LG an Dich, Opi!

Im Kindergarten haben die Küchenfrauen mir vor dem Binden der Soße einen Teller fertiggemacht.

Mütterchen hat selber gebacken.

Leider weiß ich nicht so viel über meine Geschichte, denn bis vor kurzem war Zöli kein Thema mehr. Unwissentlich! :evil:

LG

Paddy76
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Beitragvon Paddy76 » 02 Aug 2008 18:59:10

Bin was mich persönlich angeht auf dem Gebiet ein ganz junger Hase, aber meine Mama hat Zöliakie von Babytagen an; sie ist jetzt 62 Jahre.

Bei uns zuhause gab's immer Maismehl. Mein Papa hat viel rumexperimentiert und hat ihr mit der Zeit richtiges Brot gebacken. Natürlich gab's für sie oft Kartoffeln.

Kann mich auch noch dran erinnern, wenn sie zum Frühstück immer dieses Reisbrot (das was aussieht wie Popcorn) gegessen hat. Ich konnte das Zeug damals nicht mal riechen, geschweige denn essen. Heute finde ich es eine leckere alternative, wenn ich mal keinen Bock zum backen hab :lol:

So vor ca. 20-25 Jahren hat meine Mama dann die Hammermühle für sich entdeckt und somit wurde die Sache schonmal leichter.

Muß aber auch gestehen, dass meine Mama es mit dem berühmten "sündigen" nicht so ernst genommen hat. Im Italienurlaub gab's dann mal wieder ne Woche Nudeln und gegen den Durchfall dann Bananen. Ich bitte darum diesen riesen Fehler nicht hier zu diskutieren, aber ich werde sie nicht mehr belehren können, was das für Spätfolgen haben kann.

Naja, auf jedenfall muß ich sagen, egal wie eingeschränkt ich mich nach meiner Diagnose gefühlt habe, im Vergleich mit damals leben wir Zölis nun im Paradies.

Wenn wir natürlich irgendwann auch auswärts unsere Burger, Nudeln, Pizzen essen können, dann leben wir wohl in Italien, Schweden oder Australien :angel:

Freu mich darauf, dass der Fortschritt in so großen Schritten weitergeht wie in den letzten Jahren.

Lg
Paddy

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Beitragvon regloH » 13 Feb 2009 23:09:18

Na dann will ich auch mal. :computer:

Bei mir wurde es ja auch mit knapp 1 Jahr festgestellt...und das ist ja mittlerweile ca. 30 Jahre her.
Im Prinzip kann ich mich seven-of-mine, 1. Seite, nur anschließen. Bei mir war es fast genauso.
Am liebsten habe ich die Mais Plätzchen von 3-Pauly gegessen. :kekse: Mittlerweile gibt es die auch wieder, ich weiß nur grad nicht ob auch wieder von 3 Pauly oder wie die Firma jetzt heißt.
Ansonsten haben wir auch bei der Hammermühle oder bei der Minderleinsmühle bestellt. Das Mehl haben wir, damals wie heute, von der Firma Wiechert bestellt, oder das Damin verwendet.
Es gab auch noch die Firma Poensgen, aber die Sachen habe ich damals leider nicht vertragen. Heute kann ich deren Produkte aber auch problemlos essen.

Meine Mutter hat ewig gebraucht bis ihr die Brote so gelungen sind wie sie es wollte. Bei den Kanuwanderungen oder Klassenfahrten hatte ich immer dieses Dosenbrot mit...und nach kurzer Zeit konnte ich es nicht mehr sehen weil es einfach nur trocken war :abgelehnt:
Aber an den Geschmack der Nudeln kann ich mich nicht mehr erinnern, aber ich denke sie waren eigentlich ganz gut.
Die Listen der DZG waren eine riesen Hilfe und die DZG-Weihnachtsfeier war immer das Größte weil ich alles essen konnte. Genauso die Zölie Freizeit, das war auch etwas ganz besonderes. Alleman haben zusammen am Tisch gesessen und jeder konnte alles essen...das war prima.
Ansonsten war ich der gerngesehenste Gast auf Geburtstagsfeiern weil ich immer mein eigenes Essen mitgebracht habe. Aber das mache ich heute immernoch so.


Im Gegensatz zu damals ist das heute das reinste Schlaraffenland :eatingsmilie: :dancingbanane:


Gruß
Holger

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Beitragvon HighD » 16 Feb 2009 09:59:47

bei mir ist es 24 Jahre her. Damals gab es in Österreich gf Produkte (Mehl und 1-2 Sorten Nudeln) nur in der Apotheke. Mein Brot war immer weiß und steinhart, aber kein in meiner Familie sogenanntes "Bauchwehbrot". Ich kann mich dran erinnern, dass ich als 5 Jährige in Finnland war, wo es bereits im Supermarkt ein gf Regal gab und ich total aus dem Häuschen war. Nach meinem Gefühl hat sich in den letzten 10 Jahren irre viel getan. davor war es eher ein schleichender Prozess.

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Beitragvon lucky170802 » 26 Mai 2009 19:10:00

bei mir ist Zöli das erste Mal 1965 :!: festgestellt worden. War noch kein Jahr alt. Musste mehrere Monate in der Kinderklinik bleiben. Meine Oma hat mir immer aus Kartoffelmehl Brot gebacken. Das war dann nach drei Tagen schimmelig. Als Alternative hat sie mir eine dicke Scheibe Käse mit Butter gegeben. Die Süßigkeit an die ich mich noch erinnern kann sind irgendwelche Fruchtriegel die mir meine Mutter aus dem Reformhaus mitgebracht hat. Ich glaube aber auch, dass man nur darauf geachtet hat kein Brot/Kuchen und so zu essen. Was als Zusatzstoffen überall drin war/ist wusste man früher gar nicht.

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Re:

Beitragvon JoeCool » 09 Okt 2011 00:28:03

Moin,
der Thread ist ja nun doch schon ein paar Tage nicht mehr aktualisert worden. Aber eben fiel mir beim Lesen von folgendem doch noch etwas ein:
seven-of-mine hat geschrieben:Diagnosestellung erfolgte im Jung-Stilling-KH in Siegen, die zu der Zeit super informiert waren, was Ernährung etc. anging. Von denen haben meine Eltern auch von der DZG gehört, die zu dem Zeitpunkt gerade mal ein paar Monate existierte. Das war anscheinend - was ich so rausgehört habe heute - ihre Rettung. O-Ton: "Wir wussten doch garnichts. Was sollten wir Dir denn zu essen geben?"

Nach Berichten meines Vaters muß es bei mir wohl ähnlich gewesen sein. Ich hatte im Alter von 1 oder 2 Jahren einen längeren KH-Aufenthalt. Zöliakie war damals noch unbekannter als heute und dass der Chefarzt der Kinderklinik in Hildesheim damals davon schon gehört hatte, war ein für mich und meine Eltern glücklicher Zufall. Die DZG sagt mir allerdings erst seit dem Neustart meiner "gf-Karriere" etwas.

seven-of-mine hat geschrieben:Eine kleine Anekdote zu der teils fragwürdigen Qualität und Konsistenz der Backwaren 1975: meine Eltern bekamen von irgendeiner Firma (vermutlich der Hammermühle) ein Brot zugeschickt als Probe, das weder ihnen, mir noch unseren Hühnern schmeckte...
:rolling: Das war wohl schneeweiß und steinhart...
Tja, insofern hat sich ganz schön was getan auf dem Markt, wenn ich mich so umschaue...

Achja, auf Nudeln und dergleichen wurde bei uns komplett verzichtet, da nicht gerade sehr lecker und auch seeeehr teuer. Kuchen zu Familienfesten waren immer nur für mich reserviert - es wollte sie ja auch kein anderer essen wegen des intensiven Maisgeschmacks (den ich bis heute nicht mehr abkann... *bäääh*)

Der einzige Anbieter, an den ich mich erinnere (Ende der 1960er bis Mitte der 1970er), war die Hammermühle. Und die gf-Brote damals waren ziemlich übel. Auch heute noch riechen viele gf-Brote ja doch merkwürdig, aber kein Vergleich mit damals. Und bei besagtem Unternehmen haben meine Eltern dann regelmäßig bestellt. An Nudeln kann ich mich nicht erinnern, aber tendenziell waren die in der Küche der Zeit ja auch nicht so häufig. Bei den Kuchen, die meine Mama gebacken hat, kann ich mich nur daran erinnern, dass die lecker waren. Dafür spricht alleine schon, dass ich in der Zeit, in der ich nach Meinung der Ärzte damal als geheilt galt, überhaupt keine Probleme mit den gh-Kuchen hatte aber mit Brot nicht viel anfangen konnte. Bestenfalls Knäcke.

Was ich faszinierend finde ist, daß ich mich an Produkte erinnere, die ich damals gegessen habe, die es heute auch noch gibt, die aber mittlerweile als GH gelten. Z.B. Corn Flakes und Frosties von Kellogs. Hat sich da die Rezeptur verändert oder wußte man das damals einfach nicht besser? (von wegen ist ja aus Mais...) :ratlos:

LG JoeCool
"Komm wir essen Opa!" --- Satzzeichen können Leben retten!

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Re: Wie war das eigentlich früher?

Beitragvon moni130 » 09 Okt 2011 08:11:46

Was ich faszinierend finde ist, daß ich mich an Produkte erinnere, die ich damals gegessen habe, die es heute auch noch gibt, die aber mittlerweile als GH gelten. Z.B. Corn Flakes und Frosties von Kellogs. Hat sich da die Rezeptur verändert oder wußte man das damals einfach nicht besser? (von wegen ist ja aus Mais...)


1. Über die Bedeutung von kleinsten Mengen von glutenhaltigen Anteilen an Zutaten war man sich vermutlich überhaupt noch nicht bewußt und hat solche "Kleinigkeiten" vermutlich weitgehend ignoriert.
2. Es gab die heute gültige Deklarationsverordnung noch nicht. Weil vor 2005 glutenhaltige Zutaten nicht zwingend auch deklariert waren, hatte die DZG mit ihren Abfragen bei Herstellern und der Verteilung von Listen von Produkten ohne glutenhaltige Zutaten an ihre Mitglieder damals durchaus eine Bedeutung.
3. Ich denke, dass sich bei vielen Produkten auch die Rezeptur geändert hat. D.h. dass früher vielleicht einfach nur Zucker zugesetzt war, der aber oftmals im Laufe der Zeit durch Gerstenmalz ersetzt wurde.

Gruß
Monika

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Re: Wie war das eigentlich früher?

Beitragvon Alke » 10 Okt 2011 15:31:18

Ich danke euch, dass dieser Thread wieder rausgekramt worden ist. Sehr interessant.

Ich habe neulich eine Frau getroffen, die meinte, vor 6 Jahren wäre es ja noch nicht so einfach gewesen wie heute. Darum alleine schon meine Hochachtung für die Leistung von Eltern in den 70ern, 60ern ... ! Da kann ich nicht mithalten!

Zu Cornflakes: ursprünglich waren es CORN, also Maisflakes, die Modifikationen mit Weizenmehl und Malz etc kamen erst nach und nach dazu. Viele erzählen mir heute noch, dass Cornfläkes ja gehem müssten .... kalter Hund ist ja auch kein Wirbeltier!
Ganz liebe Grüße
Alke
Die DZG Gesprächsgruppe Kinder in PLZ 90/91: http://zoeli-kids-nbg.blogspot.de/

Warum muss der Mensch seine Lebensmittel so lange panschen und "optimieren" bis alle davon krank werden?

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Re: Wie war das eigentlich früher?

Beitragvon seven-of-mine » 10 Okt 2011 19:59:56

Achja, hab gerade nochmal Tränen gelacht über die ganzen "alten" Geschichten... Mann, war das Sch..... früher!!! Umso besser gehts uns heute. Kein Reformhaus mehr, das zwangsläufig mehrmals die Woche gestürmt werden muss, keine Jahresbestellung bei den damals wenigen Herstellern mehr, sonder einfach mal zu DM oder in den Supermarkt gehen und sich - zugegeben immer noch für teures Geld - Brötchen oder Brote kaufen, die nicht mehr nur nach Mais schmecken!!! Und die Öffentlichkeit ist auch schon viel besser informiert, man kann sich auf die Zutatenlisten verlassen (früher war immer Rätselraten Stärke) und es gibt schon Restaurants, die ihre Speisen als glutenfrei kennzeichnen... Es geht aufwärts!!! :yes:
Liebe Grüße,
seven

ein Peter
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Re: Wie war das eigentlich früher?

Beitragvon ein Peter » 11 Okt 2011 09:05:11

Zu den Erinnerungen aus der guten alten DDR-Zeit Ende der 60er, Anfang der 70er Jahre kann ich noch hinzufügen, dass meine Mutter für mich hoffnungsfrohen Knaben zwar versucht hat, Brot aus Maizena (Maisstärke/-mehl) zu backen, dass aber durch die flüssige Konsistenz des Teiges regelmäßig eher Kekse daraus geworden sind. Ich lebte praktisch von Keksen.
Und mein Vater konnte wöchentlich als Zuteilung des staatlichen Gesundheitswesens eine Kiste Bananen aus dem Dorf-KONSUM abholen. Das wiederum führte auch immer zu gewissen Neiderscheinungen beim Rest der Bevölkerung.

Zum Glück „wuchs sich“ nach Meinung des zuständigen Landarztes meine Zöliakie rechtzeitig zum Schulbeginn aus, sodass ich die nächsten reichlich 35 Jahre „kerngesund“ und vollkommen unbehelligt leben konnte. Ich hatte diese Erinnerungen auch schon sehr tief in mir begraben. Schließlich war ich ja nach Expertenmeinung geheilt... bis eines schönen Tages urplötzlich und vollkommen überraschend eine Sprue ausbrach...


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