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Friesenhörn Klinik Horumersiel

Eure Fragen und Tipps zum Kurantrag, zu Kureinrichtungen, ... / Eure Erlebnisse während der Kur

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Samson9
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Friesenhörn Klinik Horumersiel

Beitragvon Samson9 » 30 Okt 2016 07:18:09

Hallo Ihr Lieben,
ich möchte kurz berichten aus der wunderbaren Kur-Klinik Friesenhörn in Horumersiel. Nachdem es in Friedrichskoog aus bekannten Gründen nicht geklappt hat, sind wir drei am Mittwoch hier in Horumersiel angekommen. Es ist wunderschön hier. Die Mitarbeiter überaus freundlich und zuvorkommend. Wir fühlen uns sehr wohl hier und mit meiner Diagnose Morbus Crohn und der Zöliakie-Diagnose meiner Tochter haben sie hier überhaupt kein Problem. Sie sind besten geschult und auch vom Hygienemanagment super vorbereitet.
Ich werde Euch auf dem laufenden halten.
Viele Grüße
Anke

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moni130
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Re: Friesenhörn Klinik Horumersiel

Beitragvon moni130 » 30 Okt 2016 20:33:23

Hallo Anke,

ich freue mich sehr für Dich, dass das "Gerangel" jetzt doch so gut ausgegangen ist und Ihr Euch in der nun gewählten Klinik wohl fühlt.

Ich wünsche Euch eine richtig gute Zeit!
Monika
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Re: Friesenhörn Klinik Horumersiel

Beitragvon Samson9 » 21 Nov 2016 13:06:55

So Ihr Lieben,

die drei Wochen Kur sind wie im Flug vergangen. Ich kann die Kur-Klinik für eine Mutter-Kind-Kur bedingungslos weiterempfehlen.
Ausstattung: in Ordung (ist halt eine Klinik mit Kindern), Platz hatten wir genug. Wir hatten ein 2-Zimmer-Appartment mit Balkon und das Kinderzimmer sogar mit 3 Betten (Doppelstock + Einzelbett). Einen Aufenhaltsraum mit Küche (Kühlschrank, Kaffeemaschine, Teekocher usw.) war gleich gegenüber von unserem Appartment, sowie einen Raum mit Waschmaschine mit Trockner.
Essen: absolut TOPP! Für Allergiker, Zöliakie usw. wurde extra gekocht und am Buffett war alles deklariert. Eine Ernährungsberaterin hat am Anfang alles an "Besonderheiten" aufgenommen und man konnte auch immer mal wieder Wünsche äußern. Der Lärmpegel im Speisesaal war ab und zu mal etwas hoch, aber man durfte auch sein Essen mit aufs Zimmer nehmen. Gegessen wurde in zwei Gruppen und man hatte immer den selben Tisch mit den gleichen Familien. Es gab immer frisches Obst (abwechslungreich) sowie mittags und abends eine Salatbar. Gekocht wurde mediteran. Etwas salzarm, aber lecker mit vielen Kräutern. Samstags war Suppentag. Da war es gut ein Brötchen mehr beim Frühstück zu schmieren und es mitzunehmen.
Behandlung: Alle was ich mir gewünscht hatte, wurde mir auch angeboten. Beim Erstgespräch sollte man unbedingt schon wissen, was man möchte. Ich habe darum gebeten nicht zu viele Behandlungen zu haben. Es sollte ja kein Kurstress werden. Aromamassage oder Hot-Stone-Massagen konnten selber dazu gebucht werden für 15 €. Ein absoluter Highlight. Die Ruhe und Entspannung danach waren Goldwert! Ich habe Wassergymnastik, Rückenschule, Progressive Muskelentspannung, Physiotherapie sowie Vortäge zum Stressmanagment erhalten. Meine kleine Tochter Pia (Diagnose Zöliakie) hatte auch Wassergymnastik, Sport, Ernährungsschule mit backen in der Lehrküche sowie Physiotherapie (da sie schon seid einiger Zeit Probleme mit dem Rücken hat). Meine große Tochter (Diagnose Migräne und leichtes Übergewicht) hatte auch Wassergymnastik, Sport und Ernährungsschule nach Ampelfarben.
Schule/Betreuung: Die Schulpflichtigen Kinder haben Unterricht in kleinen Gruppen aber nur max. 1,5 Stunden (2x45 min) am Tag. Meine hatte nur 5 mal Schule in den 3 Wochen, da die Behandlungen vorgehen. Die Schule zu Hause sollte vorher Aufgaben mitgeben für Mathe, Deutsch und Englisch. Ansonsten wurden die Kinder in altersgerechten Gruppen betreut von 8-17 Uhr. Mittag war Pause von 12 bis 13 Uhr. Meine beiden durften selbständig gehen und kommen nach Absprache mit mir. Wir hatten nur einen Schlüssel für unser Appartment.
Personal: Mehr als freundlich! Es wurde sofort und immer mit einem Lächeln die Dinge gebracht oder geändert. Sehr fürsorglich und hilfsbereit!Aus hygienetechnischer Sicht wird aufs Händeschütteln verzichtet (Finde ich persönlich prima!) und an allen Knotenpunkten sind Desinfektionsmittelspender angebracht.
Krankheit: Es steht auch nachts immer eine Schwester zur Verfügung, die Arzneimittel ausgeben kann. Meine große Tochter hatte wohl was falsches gegessen (nicht unbedingt aus der Klinik) und hatte am 2. Abend mit Erbrechen und Magenkrämpfen zu tun. Wir durften dann 2 Tage den Hausservice nutzen. D.h. wir wurden mit Essen und Getränken auf unserem Appartment versorgt. Wir drei durften uns nur nicht auf dem Gelände aufhalten, aber zum Strand oder in den Ort war kein Problem. So haben wir auch keine weiteren Infekte bekommen oder weitergetragen.
Lage: Sehr schöner Ort, wenn auch jetzt schon im Winterschlaf. Die Bänke am Strand und die Schaukeln wurde am ersten Wochenende abgebaut. Aber klettern und rutschen war noch möglich. Der Strand in Schillig kann ich nur empfehlen. Aber auch eine Radtour am Wasser entlang nach Hooksiel war wunderschön. Wer morgens früh aufsteht und Glück hat, kann einen wunderbaren Sonnenaufgang bewundern. Einkaufsmöglichkeiten gibt es hier ein paar Souvenirläden, Edeka und eine Tankstelle mit einer Hermes-Versandstelle. Eine Post gibt es in dem Ort nicht. Postmarken sind aber überall zu bekommen. Die Therme (mit Salzwasser) im Ort haben wir auch regelmäßig besucht, auch wenn die Klinik ein eigenes Schwimmbecken z.B. für abends zum Schwimmen gehen hatte. Restaurants haben wir nur den Griechen im Ort und die Windrose in Schillig ausprobiert. Auch hier war ein kein Problem mit glutenfreiem Essen.
Freizeit: Von der Klinik aus konnten wir Erwachsenen verschiedene kreative Angebote wahrnehmen. Für die Kinder wurde in den Gruppen viele schöne Sachen gebastelt oder unternommen. Am Wochenende konnte man Touren (Wilhemhaven, Jever, Bremerhaven) dazubuchen für kleines Geld. Ansonsten kann man Fahrräder problemlos über die Klinik ausleihen. Ich hatte meine schon vorher gebucht, so dass diese schon am Anreisetag für uns parat standen. Internet bzw. WLan konnte dazugebucht werden, gerade für die Teenies ein Muss. Das war allerdings nur in der Cafeteria abrufbar, die aber den ganzen Tag offen stand. Ein Kiosk in der Cafeteria versorgte mit dem Notwendigsten.

Alles in Allem wunderbar. Gerade wenn man auch schon selbständige Kinder hat, die allein ans Buffett gehen dürfen (ab 7 Jahren) und zu ihren Behandlungsterminen. Es waren auch erstaunlich viele "große" Kinder im Alter zwischen 11-14 Jahren in unserem Zeitraum dort. Auf Zöliakie waren sie gut eingestellt, die Köche backen und kochen dafür extra. Auch die Lehrküche ist mit extra Utensilien ausgestatten und wir haben leckere Rezepte mitgenommen. Auf meinen Crohn waren sie auch gut eingestellt, wobei ich im Moment alles essen kann. Das ich Immunsuppressiva nehmen muss, war hier überhaupt kein Problem. Wir haben uns alle drei wunderbar erholt und die Zeit dort sehr genossen. Mit vielen Tränen haben wir uns dort letzten Mittwoch verabschiedet.

Bei weiteren Fragen stehe ich gerne zur Verfügung.

Viele Grüße
Anke


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