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Der Alltag bei Kindern mit Zöliakie

Eure Fragen und Tipps zu den Symptomen, zur Diagnose und Behandlung von Zöliakie

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Der Alltag bei Kindern mit Zöliakie

Beitragvon valeska » 07 Mär 2004 15:55:19

Der Alltag bei Kindern mit Zöliakie


1. Informieren und aufklären im Kindergarten und in der Schule

Das wichtigste ist, dass die Erzieher/Lehrer und die besten Freunde/Mitschüler sowie deren Eltern über die Erkrankung informiert und aufgeklärt werden. Falls Ihr Kind bei diesen Gesprächen nicht dabei sein möchte, sollten Sie seinen Wunsch respektieren. Bei dem Gespräch sollte besonders betont werden, dass es zwingend erforderlich ist, dass die glutenfreie Diät konsequent und lebenslänglich einzuhalten ist, damit Ihr Kind gesund bleibt.

Bei Verköstigung im Kindergarten/in der Schule :eating smilie: sollte vor allem zusätzlich noch das Küchenpersonal über die Erkrankung sowie über die Folgen bei Nichteinhaltung der glutenfreien Diät aufgeklärt werden. Besteht nicht die Möglichkeit, dass das Küchenpersonal die Mahlzeiten für Ihr Kind separat zubereiten kann, so müssten Sie entweder die schon fertig zubereiteten Mahlzeiten Ihrem Kind für den Kindergarten/die Schule mitgeben oder Sie können dem Küchenpersonal anbieten, dass Sie die glutenfreien Zutaten selbst mitbringen, die dann ausschließlich für die Zubereitung der Mahlzeiten Ihres Kindes verwenden werden. Sollte die Möglichkeit bestehen, dass die Mahlzeiten vom Küchenpersonal zubereitet werden können, muss folgendes beachtet werden:


2. Hygienevorschriften für das Küchenpersonal

Beim Zubereiten der Mahlzeiten im Kindergarten/in der Schule müssen folgende Hygienevorschriften beachtet werden:

  1. Vor Beginn der Zubereitung müssen alle Gegenstände sowie die Arbeitsfläche sorgfältig gereinigt werden;
  2. Keine Arbeitsgeräte aus Holz verwenden, da sich hier leicht die glutenhaltigen Lebensmittel festgesetzt haben;
  3. Die glutenfreien Lebensmittel sollten immer getrennt von den glutenhaltigen Lebensmitteln gelagert werden (z.B. in einer separaten Box) und mit Namen und als "glutenfrei" gekennzeichnet werden;
  4. Die Zubereitung des glutenfreien Essens muss immer in eigenen Töpfen und mit eigenen Kochutensilien erfolgen;
  5. Bei der Essensausgabe ist ein eigenes Tablett mit Namenskennzeichnung sinnvoll. So wird vermieden, dass die Erzieher/-innen die Teller verwechseln;
Gehen Sie, gerade in der Anfangszeit, jede einzelne Zutat für das Essen mit dem Küchenpersonal durch und überprüfen Sie, ob diese glutenfrei sind. Bei Diätfehlern sollten Sie sofort das Küchenpersonal ansprechen, was und warum etwas „Falsches“ gegessen wurde, damit der Fehler in Zukunft vermieden werden kann!
Sollten zu oft Diätfehler auftreten oder Ihnen erscheint die Zubereitung im Kindergarten/in der Schule zu unsicher, dann geben Sie besser Ihrem Kind seiner eigenen Gesundheit zuliebe das von Ihnen fertig zubereitete Essen mit.


3. Bei Klassenfahrten und Ausflügen

Wenn eine Klassenfahrt ansteht, ist es am besten, wenn Sie sich schon vorher rechtzeitig mit dem Küchenpersonal der Jugendherberge o.ä. in Verbindung setzen, um kurz die Erkrankung Ihres Kindes zu erklären und genau den Speiseplan während des Aufenthalts zu besprechen. Weisen Sie gleichzeitig auf die unter Punkt 2 genannten „Hygienevorschriften“ hin. Informieren Sie anschließend Ihr Kind über den Speiseplan und geben Sie ihm einfachheitshalber ein schriftliches Exemplar mit, damit es vor Ort nicht zu Missverständnissen kommt. Bei anderen Lebensmitteln, die außerhalb des Plans angeboten werden, sollten Sie mit Ihrem Kind besprechen, dass es immer nachfragen und im Zweifelsfall darauf verzichten muss.
Bei Ausflügen ist es empfehlenswert, Ihrem Kind die Verpflegung so vielseitig wie möglich zu gestalten, damit es nicht missmutig bei seinen Mitschülern zuschauen muss, wenn sie unterwegs etwas Leckeres zu essen bestellen oder von zu Hause mitgebrachtes, leckeres Glutenhaltiges essen. Für Ihr Kind können Sie als Beispiel folgendes zum Mitnehmen vorbereiten:

  • ein nach Geschmack und Belieben belegtes kleines Brot oder Brötchen,
  • frisches zurecht geschnittenes Obst und Gemüse :dancing banane: ,
  • einen kleinen Joghurt oder Pudding,
  • etwas Kleines zum Naschen
  • ein Getränk
4. Tipps zur Unterstützung Ihres Kindes

Bei der Unterstützung Ihres Kindes, die glutenfreie Ernährung zu akzeptieren, spielen Sie als Eltern eine große Rolle, da sie immer ein Vorbild für Ihr Kind sind. Daher ist es am wichtigsten, mit Ihrem Kind offen über die Erkrankung zu sprechen und zu zeigen, dass die glutenfreie Diät streng eingehalten werden muss, um gesund zu bleiben. Je besser Sie als Eltern die Wichtigkeit und Notwendigkeit einer glutenfreien Diät akzeptieren und in Ihr Familienleben integrieren, desto leichter wird für Ihr Kind der Umgang mit der glutenfreien Diät sowohl jetzt als auch im späteren Leben sein.
Im folgenden stehen weitere wichtige Tipps, wie Sie Ihr Kind aktiv unterstützen können:

  1. Zeigen Sie sich als Familie solidarisch und schließen sich der glutenfreien Diät an. Somit kann Ihr Kind kaum in eine Außenseiterrolle rutschen.
  2. Vermitteln Sie Ihrem Kind Sicherheit mit dem Umgang mit der glutenfreien Diät. Lassen Sie dabei Ihr Kind - gegebenenfalls mit Ihrer Hilfe - nach Belieben selbst Zutaten auswählen und zubereiten. Dadurch bekommt Ihr Kind im Laufe der Zeit immer mehr Sicherheit mit dem Umgang mit der glutenfreien Diät sowie eine gewisse Selbstständigkeit, weil es lernt, auf seine eigenen Bedürfnisse einzugehen und auf seine Ernährung zu achten.
  3. Zeigen Sie Ihrem Kind, dass die glutenfreie Ernährung keine Belastung, sondern lediglich eine Herausforderung ist.
  4. Vermeiden Sie Ängstlichkeit oder Unsicherheit gegenüber der glutenfreien Diät in Anwesenheit Ihres Kindes.
  5. Zeigen Sie Ihrem Kind, dass es eigentlich kaum auf etwas verzichten muss und dass die glutenfreie Ernährung durchaus wohlschmeckend sein kann.
  6. Unterstützen Sie Ihr Kind darin, dass es für Bedauern und Mitleid von anderen keinen Grund gibt, da Ihr Kind nicht "krank" ist, sondern nur Produkte von bestimmten Herstellern (die oftmals auch leckerer sind!) essen kann im Gegensatz zu den anderen Kindern.
  7. Zeigen Sie Ihrem Kind, dass es mit seiner Erkrankung nicht allein ist und dass es noch viele andere Kinder gibt, die Zöliakie haben.
    Daher unterstützen wir besonders die Kontaktbörse Zöliakie-Betroffener in unserer Homepage.
Bis bald,
Valeska

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